20/08/2012
Der spanische Thriller „Der unsichtbare Gast“, im Original „Contratiempo“ von Regisseur Oriol Paulo, hat sich als Meisterwerk des Suspense etabliert, das den Zuschauer bis zur letzten Minute fesselt. Im Zentrum der Geschichte steht der junge und scheinbar erfolgreiche Geschäftsmann Adrián Doria, dessen Lebenstraum jäh zerplatzt, als er neben der Leiche seiner Geliebten Laura Vidal in einem von innen verriegelten Hotelzimmer aufgefunden wird. Mit der Tatwaffe in der Hand scheint der Fall für Polizei und Staatsanwaltschaft klar: Adrián ist der Mörder. Angesichts der erdrückenden Beweislast und der drohenden Verurteilung setzt sein Verteidiger Félix alle Hoffnungen auf die renommierte Star-Anwältin Virginia Goodman. Ihre Aufgabe ist es, kurz vor dem bevorstehenden Indizienprozess eine überzeugende Verteidigungsstrategie zu entwickeln, die die Geschworenen von seiner Unschuld überzeugt.

- Die erste Version der Geschichte: Ein unbekannter Dritter
- Das dunkle Geheimnis: Der Unfall und die Vertuschung
- Die Spurenverwischung und die Eltern des Opfers
- Polizei, Erpressung und neue Theorien
- Das Geständnis und die Wahrheit
- Die Enthüllung: Elvira Ávilas Racheplan
- Produktion und Drehorte
- Wichtige Charaktere
- Häufig gestellte Fragen zum Film
Die erste Version der Geschichte: Ein unbekannter Dritter
Als Virginia Goodman Adrián in seinem Luxusapartment in Barcelona aufsucht, präsentiert dieser zunächst eine wenig glaubwürdige Version der Geschehnisse. Er behauptet, ein unbekannter Dritter müsse sich in dem Hotelzimmer befunden haben. Dieser Täter habe ihn zunächst bewusstlos geschlagen, dann Laura ermordet und anschließend 100.000 Euro aus einem Koffer, den Adrián bei sich trug, am Tatort verstreut. Das Geld sei für einen Erpresser bestimmt gewesen, der von der geheimen Beziehung zwischen Adrián und Laura wusste und sie in das abgelegene Berghotel gelockt hatte. Diese Darstellung wirft jedoch entscheidende Fragen auf: Wie konnte der angebliche Täter aus dem von innen verriegelten Zimmer entkommen? Und warum fand die Polizei keinerlei Spuren dieses Eindringlings? Adrián hat keine überzeugenden Antworten.

Virginia Goodman macht ihm unmissverständlich klar, dass diese Geschichte vor Gericht nicht standhalten wird. Sie betont, dass er mit dieser Version sicher schuldig gesprochen würde. Um ihm überhaupt helfen zu können, drängt sie ihn, ihr die volle Wahrheit über die Vorgeschichte zu erzählen, die angeblich mit dem Verschwinden eines jungen Mannes namens Daniel Garrido aus dem Dorf Bierge in Verbindung steht.
Das dunkle Geheimnis: Der Unfall und die Vertuschung
Unter dem Druck der Anwältin beginnt Adrián, die wahren Ereignisse eines verhängnisvollen Wochenendes zu schildern. Er und Laura hatten sich heimlich in einem Ferienhaus in den Bergen getroffen, während seine Familie glaubte, er sei geschäftlich in Paris. Auf der Rückfahrt gerieten sie in einen schweren Wildunfall, bei dem sie frontal mit einem entgegenkommenden Wagen kollidierten. Dessen junger Fahrer kam bei dem Aufprall ums Leben. Aus Angst, ihre Affäre und der Unfall entdeckt würden, drängte Laura Adrián zur Fahrerflucht.
Das Schicksal wollte es jedoch anders. Ein drittes Fahrzeug passierte kurz darauf die Unfallstelle. Dessen Fahrer sah die beiden beschädigten Autos am Straßenrand. Um den leblosen Körper des Fahrers im gegnerischen Auto zu verbergen, täuschten Laura und Adrián vor, sie seien die Unfallgegner und alles sei unter Kontrolle. Nachdem der Zeuge weitergefahren war, überzeugte Laura Adrián davon, dass er das Auto mit der Leiche verschwinden lassen müsse. Gemeinsam verstauten sie den toten Körper im Kofferraum des Unfallwagens. Adrián fuhr anschließend mit Daniels Wagen zu einem Stausee und versenkte das Auto mitsamt der Leiche, nachdem es dunkel geworden war. Laura holte ihn später ab.
Die Spurenverwischung und die Eltern des Opfers
Während Adrián dabei war, die Leiche zu versenken, hatte Laura versucht, Adriáns Auto, das nach dem Unfall nicht mehr ansprang, instand zu setzen. Ein Einheimischer, der sie mit seinem Jeep abschleppte, half ihr dabei. Er brachte sie zu seinem Haus in Bierge und reparierte das Fahrzeug in seiner Garage. Während Laura im Haus wartete und sich mit der Frau des Mannes unterhielt, einer früheren Theaterschauspielerin, wurde ihr schlagartig klar, dass sie sich im Haus der Eltern des jungen Mannes befand, der bei dem Unfall ums Leben gekommen war. Überstürzt brach sie mit dem reparierten Wagen auf, ohne sich zu bedanken oder ihren Helfern die Wahrheit zu sagen.
Um alle Beweise zu vernichten, verkaufte Adrián seinen eigenen Wagen zur Verschrottung und meldete ihn offiziell als gestohlen. Nach diesen Geschehnissen trennten sich Laura und Adrián und vereinbarten, sich nie wieder zu sehen, in der Hoffnung, das schreckliche Geheimnis für immer begraben zu können.

Polizei, Erpressung und neue Theorien
Einige Zeit später wurde Adrián von der Polizei aus seinem Büro abgeholt, da man ihn mit dem Verschwinden von Daniel Garrido in Verbindung brachte. Daniels Vater, Tomás Garrido, hatte sich das Kennzeichen von Adriáns Wagen notiert, als er ihn reparierte. Adriáns Anwalt Félix konnte die Polizei zunächst abwimmeln, indem er behauptete, der Wagen sei gestohlen und Adrián zum Zeitpunkt des Verschwindens in Paris gewesen. Um Adriáns Alibi zu untermauern, musste Félix jedoch gefälschte Flugtickets und Hotelrechnungen besorgen.
Unvorsichtigerweise nahm Adrián später wieder Kontakt zu Laura auf. Dabei wurde er von der Polizei überwacht. Er erklärte Virginia Goodman, dass der Grund für die Kontaktaufnahme ein Erpresser gewesen sei, der sie in das Berghotel gelockt und Laura dort erschlagen habe. Adrián vermutete, dass es sich bei dem Erpresser um den Autofahrer handelte, der sie am Unfallort gesehen hatte. Dieser müsse sie heimlich verfolgt und das Wegschaffen der Leiche beobachtet haben.
Goodman verwirft diese Theorie als zu konstruiert und unglaubwürdig. Sie macht Adrián klar, dass diese Version zu viele Fragen offen lässt und die Richter nicht überzeugen wird. Stattdessen konfrontiert sie ihn mit Pressefotografien, die belegen, dass die Mutter des toten Jungen, Elvira Ávila, in dem Berghotel als Zimmerfrau arbeitete. Basierend darauf schlägt sie ein alternatives Szenario vor: Tomás Garrido und seine Frau Elvira lauerten dem Paar im Hotelzimmer auf. Sie hätten das Verbrechen als Racheakt für den Tod ihres Sohnes Daniel geplant. Mithilfe seiner Frau konnte Tomás nach der Tat unbemerkt aus dem Hotelzimmer entkommen und alle Spuren beseitigen. Dieses Szenario, so Goodman, erkläre sowohl den Ablauf als auch das Tatmotiv – Rache an Laura für ihre Kaltherzigkeit – plausibel.
Das Geständnis und die Wahrheit
Virginia Goodman schlägt Adrián vor, vor Gericht die Version zu präsentieren, wonach Laura das Verschwindenlassen der Leiche allein bewerkstelligt habe. In diesem Zusammenhang drängt sie ihn, den Ablageort von Daniels Leiche preiszugeben. In einem Moment des Vertrauens gesteht Adrián der vermeintlichen Anwältin, dass der junge Mann noch am Leben war, als er den Wagen im See versenkte. Dieser Schockmoment lässt Virginia Goodman kurzzeitig die Fassung verlieren.
Danach kehrt sie zu ihrer professionellen Art zurück und präsentiert Adrián eine weitere alternative Version der Geschichte. Die Geschworenen könnten vermuten, dass nicht Laura, sondern er selbst von Anfang an die Initiative zur Vertuschung des Unfalls übernahm. Laura könnte später ein schlechtes Gewissen bekommen und sich den Eltern des Opfers offenbart haben. Sie habe die Erpressung dann vorgetäuscht, um Adrián zu bewegen, einen Koffer mit Geld in das Hotel zu bringen, in dem Elvira arbeitete. Als sie ihn aufforderte, das Geld Daniels hinterbliebenen Eltern zu überlassen und sich zusammen mit ihr der Polizei zu stellen, sei Adrián ausgerastet und habe Laura im Zorn erschlagen.

Die vermeintliche Anwältin, die Adrián mittlerweile zu vertrauen scheint und sich sicher fühlt, bringt ihn dazu, ihr zu bestätigen, dass diese letzte Version der Geschichte die wahre sei und er seine Geliebte tatsächlich getötet hat. Mit dieser entscheidenden Information verlässt sie Adriáns Apartment. Kurz darauf klingelt es erneut. Vor der Tür steht eine Frau, die sich ebenfalls als Virginia Goodman vorstellt.
Die Enthüllung: Elvira Ávilas Racheplan
In einem schockierenden Twist wird enthüllt, dass die erste Besucherin, die das gesamte Gespräch mit Adrián heimlich aufgezeichnet hat, nicht die echte Anwältin Virginia Goodman war. Es war Elvira Ávila, Daniels Mutter, die sich als Anwältin verkleidet hatte, um Adrián die Wahrheit zu entlocken und ein Geständnis von ihm zu erhalten. Ihr minutiös geplanter Racheakt war erfolgreich. Adrián hat seiner Geliebten Laura das Leben genommen und wurde nun von der Mutter des Mannes überführt, dessen Tod er mitverschuldet hat.
Produktion und Drehorte
Der Film „Der unsichtbare Gast“ (Originaltitel: „Contratiempo“) ist ein spanischer Thriller, der 2015 unter der Regie von Oriol Paulo gedreht wurde. In den Hauptrollen sind Mario Casas als Adrián Doria und Bárbara Lennie als Laura Vidal zu sehen. Der Film wird oft für seine cleveren Wendungen und die dichte Atmosphäre gelobt.
Einige Szenen des Films zitieren visuell den Stanley-Kubrick-Klassiker „Shining“ aus dem Jahr 1980, beispielsweise die Darstellung des abgelegenen Berghotels mit seinen verschlossenen Fenstern oder die Anreise der Figuren. Gedreht wurde „Der unsichtbare Gast“ an verschiedenen Orten in Spanien:
- Parc Audiovisual de Terrassa
- Barcelona
- Provinz Bizkaia im Baskenland
- Ein Berghotel im Hochtal von Núria
Die Wahl dieser Drehorte trägt maßgeblich zur Atmosphäre des Films bei, von der städtischen Kühle Barcelonas bis zur isolierten und bedrohlichen Kulisse des Berghotels.
Wichtige Charaktere
Zur besseren Übersicht über die wichtigsten Personen in der Handlung:
| Charakter | Rolle | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Adrián Doria | Geschäftsmann, Hauptverdächtiger | Protagonist der Geschichte |
| Laura Vidal | Adriáns Geliebte, Mordopfer | Mit in den Unfall verwickelt |
| Virginia Goodman | Renommierte Anwältin | Engagiert, um Adrián zu verteidigen (die echte) |
| Elvira Ávila | Mutter von Daniel Garrido | Gibt sich als Virginia Goodman aus |
| Tomás Garrido | Vater von Daniel Garrido | Reparierte Adriáns Auto nach dem Unfall |
| Daniel Garrido | Opfer des Autounfalls | Sohn von Tomás und Elvira |
| Félix | Adriáns ursprünglicher Verteidiger | Engagiert Virginia Goodman |
Häufig gestellte Fragen zum Film
Wie endet der Film „Der unsichtbare Gast“?
Der Film endet mit einer überraschenden Enthüllung. Die Anwältin Virginia Goodman, mit der Adrián sein Geständnis teilt, ist in Wirklichkeit Elvira Ávila, die Mutter des Mannes, den Adrián nach einem Unfall getötet und versenkt hat. Sie hat sich als Anwältin verkleidet, um die Wahrheit von Adrián zu erfahren und sein Geständnis aufzunehmen.

Wer ist die falsche Virginia Goodman?
Die Frau, die sich über den Großteil des Films als Anwältin Virginia Goodman ausgibt und Adrián zur Wahrheit drängt, ist Elvira Ávila. Sie ist die Mutter von Daniel Garrido, dem jungen Mann, der bei dem Autounfall, in den Adrián und Laura verwickelt waren, ums Leben kam.
Was ist das Geheimnis, das Adrián und Laura teilen?
Das zentrale Geheimnis ist ein Autounfall, bei dem sie einen jungen Mann namens Daniel Garrido töteten. Anstatt die Polizei zu rufen, vertuschten sie den Unfall, indem sie Daniels Leiche und sein Auto in einem Stausee versenkten.
Wo wurde „Der unsichtbare Gast“ gedreht?
Der Film wurde an mehreren Orten in Spanien gedreht, darunter im Parc Audiovisual de Terrassa, in Barcelona, in der Provinz Bizkaia im Baskenland und in einem Berghotel im Hochtal von Núria.
Wie heißt „Der unsichtbare Gast“ im Original?
Der Originaltitel des Films lautet „Contratiempo“.
Wer ist der Regisseur von „Der unsichtbare Gast“?
Der Regisseur des Films ist Oriol Paulo.
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