03/05/2018
Desinfektion spielt eine entscheidende Rolle, um die Ausbreitung von Krankheitserregern zu verhindern und die Gesundheit zu schützen. Sie kommt in verschiedenen Bereichen zum Einsatz, von der Wundversorgung über die Hygiene im Haushalt und in medizinischen Einrichtungen bis hin zur sicheren Zubereitung von Lebensmitteln. Das Ziel ist stets, schädliche Mikroorganismen wie Bakterien, Viren und Pilze abzutöten oder zu inaktivieren, um Infektionen vorzubeugen.

Je nach Anwendungsbereich und Art der zu desinfizierenden Oberfläche oder des Materials kommen unterschiedliche Methoden und Mittel zum Einsatz. Es ist wichtig zu verstehen, wann welche Art der Desinfektion notwendig ist und wie sie korrekt durchgeführt wird, um maximale Wirksamkeit zu erzielen und gleichzeitig mögliche negative Auswirkungen, zum Beispiel auf die Haut, zu minimieren.
- Wunddesinfektion: Wann und wie?
- Chemische Desinfektion im Überblick
- Händedesinfektion in der Pflege
- Warum Händedesinfektion wichtig ist
- Hände waschen oder desinfizieren?
- Die 5 Momente der Händedesinfektion (WHO/RKI)
- Anleitung zur Händedesinfektion
- Die 6 Schritte der Händedesinfektion
- Dauer einer gründlichen Händedesinfektion
- Händedesinfektion und Einmalhandschuhe
- Hautpflege bei Desinfektionsmittelgebrauch
- Vorsicht bei Wunden an den Händen
- Händedesinfektionsmittel im Überblick
- Wirkungsbereich von Händedesinfektionsmittel
- Biologische Alternativen und Hausmittel
- Händedesinfektionsmittel ohne Alkohol
- Vergleich: Hände waschen vs. Hände desinfizieren
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wunddesinfektion: Wann und wie?
Eine sorgfältige Wundversorgung ist essenziell, um Infektionen zu vermeiden und die Heilung zu fördern. Ein wichtiger Schritt dabei ist oft die Wunddesinfektion.
Wann ist eine Wunddesinfektion nötig?
Eine Wunddesinfektion ist immer dann nötig, wenn die Wunde ein hohes Infektionsrisiko birgt oder bereits Anzeichen einer Infektion zeigt. Verletzungen, die durch Tierbisse entstehen, haben beispielsweise ein besonders hohes Infektionspotenzial. Dies liegt daran, dass die Maulhöhlen von Tieren (und auch Menschen) eine große Vielfalt an Keimen beherbergen. Eine bestehende Infektion der Wunde kann durch verschiedene Symptome erkannt werden. Dazu gehören Rötung (Rubor), Schwellung (Tumor), Wärme (Calor), Schmerzen (Dolor), ein Funktionsverlust (Functio laesa) des betroffenen Bereichs und manchmal auch Fieber.
Bei chronischen Wunden ist die Situation anders. Sie sind fast immer von Bakterien besiedelt. Ob es zu einer Infektion kommt und die Wundheilung dadurch beeinträchtigt wird, hängt maßgeblich von der Anzahl der vorhandenen Bakterien ab.
Wundarten und Desinfektion
Die Art der Wunde beeinflusst, wie gereinigt und desinfiziert werden sollte. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen akuten und chronischen Wunden.
Akute Wunden sind frische Verletzungen, die meist nur die oberen Hautschichten betreffen und oft bluten. Dazu zählen:
- Schürfwunden
- Schnittwunden
- Brandwunden
- Stichwunden
- Platzwunden
- Bisswunden
Leichte Schürf- oder Schnittwunden sowie kleine Brandwunden können oft zu Hause behandelt werden. Bei tiefen oder stark blutenden Schnittwunden, sowie bei Stich-, Platz- und Bisswunden ist das Infektionsrisiko jedoch deutlich höher. Solche Verletzungen sollten umgehend ärztlich versorgt werden.
Chronische Wunden, wie zum Beispiel Druckgeschwüre, bestehen oft länger als zwei bis drei Wochen und erfordern eine spezialisierte Versorgung durch einen Arzt. Sie sind in ihrer Behandlung komplexer als akute Verletzungen.
Methoden zur Bestimmung von Erregern
Um bei Verdacht auf eine Wundinfektion die genauen Erreger und ihre Menge zu bestimmen, wird häufig ein bakteriologischer Abstrich entnommen. Hierfür haben sich verschiedene Methoden etabliert:
- Der Essener Kreisel: Diese Methode gilt als Standard. Der Abstrich wird in kreisenden Bewegungen von außen nach innen genommen, um das gesamte Bakterienspektrum der Wunde zu erfassen. Sie eignet sich gut für ein Screening der Wunde.
- Wundabstrich nach der Levine-Technik: Hierbei wird ein Tupfer über ein zuvor definiertes Wundareal gerollt. Da nicht alle Bereiche erfasst werden, kann dies zu einem unvollständigen Keimbild führen. Diese Technik wird eher zur Bestätigung eines bereits vermuteten Erregers eingesetzt.
- Die Z-Technik: Ein Tupfer wird in sanften Z-förmigen Bewegungen über die Wunde geführt, wobei die Wundränder ausgelassen werden.
In manchen Fällen, insbesondere bei Infektionen mit tiefen Geschwüren (wie beim diabetischen Fußsyndrom) oder bei Fistelgewebe, kann auch eine Biopsie zur bakteriologischen Probenentnahme notwendig sein. Eine Biopsie ist auch dann angezeigt, wenn trotz einer offensichtlichen Wundinfektion im Abstrich keine Erreger gefunden wurden.
Chemische Desinfektion im Überblick
Chemische Desinfektionsmittel werden eingesetzt, um Mikroorganismen auf verschiedenen Oberflächen und Materialien abzutöten oder zu inaktivieren.
Desinfektion nach Anwendungsbereich
Hautdesinfektion
Im Bereich der Hautdesinfektion steht häufig die Händehygiene im Vordergrund. Hierfür werden meist Alkohole wie Ethanol und Isopropanol verwendet. Auch Jod ist ein wirksames Antiseptikum, das oft in Tinkturen zur Behandlung entzündeter oder verletzter Hautareale eingesetzt wird. Im klinischen Bereich wird die Desinfektion der Haut jedoch umfassender betrachtet und kann auch den gesamten Körper vor Eingriffen wie Injektionen oder Operationen umfassen. Die Anwendung erfolgt oft durch Aufsprühen. Für kleine, begrenzte Hautstellen eignen sich auch Tupfer.
Da Desinfektionsmittel die natürliche Hautflora beeinträchtigen können, enthalten viele Produkte Zusätze zur Verbesserung der Hautverträglichkeit. Ein Hautschutzplan kann helfen, die Haut trotz regelmäßiger Desinfektion gesund zu halten. Alternativ gibt es auch alkoholfreie, pH-neutrale Hautdesinfektionsmittel.

Flächendesinfektion
Die Flächendesinfektion dient dazu, Keime, Bakterien und Viren von Oberflächen zu entfernen, mit denen regelmäßig Kontakt besteht. Der Grad der Notwendigkeit einer Flächendesinfektion hängt vom Ort und der Nutzung des Inventars ab. In Waschräumen und Toiletten sind die Anforderungen höher als an Tischoberflächen in einem Büro. In einer Verwaltung sind die Desinfektionsanforderungen geringer als in einem Pflegeheim.
Die meisten Flächendesinfektionsmittel sollten mit Schutzhandschuhen aufgesprüht und nach der angegebenen Einwirkzeit durch Wischen mit leichtem Druck verteilt oder abgenommen werden. Ein reines Aufsprühen ohne Wischen ist oft nicht ausreichend, da die Tröpfchen die Oberfläche nicht vollständig benetzen. Um eine Verschleppung von Keimen zu vermeiden, sollten Wischtücher häufig gewechselt werden.
Lebensmittelbereich
Eine strikte Lebensmittelhygiene ist unerlässlich, um Verbraucher, Personal und Gäste vor Infektionen zu schützen. Besonders in Kliniken und Pflegeheimen ist sie ein wichtiger Teil des Hygienekonzepts. Rohe Lebensmittel können viele Bakterien und Keime enthalten. Eine Belastung kann jederzeit während der Verarbeitung, Lagerung oder Zubereitung entstehen. Selbst Lebensmittelkontrollen sind keine absolute Garantie für keimfreie Produkte.
Neben der fachgerechten Zubereitung hilft die Desinfektion von Oberflächen, Arbeitsflächen und Küchenutensilien, Lebensmittelinfektionen vorzubeugen. Oberflächen im Lebensmittelbereich müssen nach der Desinfektion immer mit Trinkwasser nachbehandelt werden. Es gibt spezielle, alkoholfreie und biologisch abbaubare Flächendesinfektionsmittel für diesen Bereich, die Augen und Schleimhäute schonen und gleichzeitig Bakterien, Viren und Pilze abtöten oder inaktivieren.
Händedesinfektion in der Pflege
Im Alltag, insbesondere in der Pflege, kommen die Hände mit vielen Gegenständen und Personen in Berührung. Dabei können gefährliche Viren und Bakterien übertragen werden. Eine regelmäßige und korrekte Händedesinfektion ist daher ein wirksames Mittel, um die Übertragung von Erregern zu verhindern und sowohl die pflegebedürftige als auch die pflegende Person zu schützen.
Warum Händedesinfektion wichtig ist
Viren, Bakterien und Pilzsporen sind allgegenwärtig. Viele davon sind potenzielle Krankheitserreger. Das Berühren von Gegenständen oder Personen kann diese Erreger auf die Haut übertragen. Im normalen Alltag ist dies meist unproblematisch. In der Pflege ist die Situation jedoch anders.
Pflegebedürftige Menschen haben oft ein geschwächtes Immunsystem und sind anfälliger für Infektionen. Im Pflegealltag gibt es viele Gelegenheiten, bei denen Erreger an empfindliche Stellen wie Schleimhäute oder offene Wunden gelangen können. Da die meisten Dinge mit den Händen berührt werden, ist dies der Hauptübertragungsweg. Ärzte sprechen hier von „Kontaktinfektion“ oder „Schmierinfektion“. Händedesinfektion reduziert solche Infektionen erheblich und schützt beide Seiten.
Hände waschen oder desinfizieren?
Händewaschen und Händedesinfektion sind nicht austauschbar, sondern ergänzen sich. Händewaschen entfernt Schmutz und reduziert die Keimbelastung auf der Haut. Für den normalen Alltag reicht das oft aus, da eine gewisse Anzahl von Keimen auf der Haut normal und meist ungefährlich ist. Nur die Desinfektion tötet die Erreger jedoch wirksam ab und bietet so einen verlässlichen Schutz vor Infektionen, besonders für empfindliche Personen.
Die 5 Momente der Händedesinfektion (WHO/RKI)
Um festzulegen, wann eine Händedesinfektion in der Pflege sinnvoll ist, wird oft das Modell der „5 Momente der Händedesinfektion“ angewendet, das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Robert Koch-Institut (RKI) empfohlen wird. Diese fünf Situationen, auch Indikationen genannt, sind einfach zu merken und lassen sich gut auf die häusliche Pflege übertragen. Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen sozialen Kontakten, bei denen keine besonderen Hygienemaßnahmen nötig sind, und medizinisch-pflegerischen Kontakten, bei denen Händehygiene unerlässlich ist.
Die 5 Momente sind:
- Vor Kontakt mit der pflegebedürftigen Person: Vor Beginn einer medizinisch-pflegerischen Tätigkeit.
- Vor aseptischen (keimfreien) Tätigkeiten: Zum Beispiel bei Verbandswechseln, Wundversorgung, Katheterpflege, Injektionen, Stoma-Versorgung oder Mundpflege.
- Nach Kontakt mit potenziell infektiösem Material: Dazu gehören Ausscheidungen, Erbrochenes, Blut, benutzte Wundverbände oder Inkontinenzmaterial.
- Nach Kontakt mit der pflegebedürftigen Person: Nach Abschluss einer medizinisch-pflegerischen Tätigkeit.
- Nach Kontakt mit der unmittelbaren Umgebung einer bettlägerigen Person: Zum Selbstschutz, da sich hier Keime ansammeln können.
Eine Eselsbrücke kann helfen, sich die 5 Momente zu merken: Zählen Sie die Momente an den fünf Fingern einer Hand ab.
Anleitung zur Händedesinfektion
Für eine wirksame Desinfektion müssen die Hände sauber und trocken sein. Bei offenen Wunden oder rissiger Haut an den Händen ist Vorsicht geboten; im Zweifelsfall sollte ein Arzt oder eine Pflegefachkraft konsultiert werden.

Verwenden Sie immer eine ausreichende Menge Desinfektionsmittel. Die Menge ist richtig, wenn sie ausreicht, um beide Hände vollständig zu benetzen. Beachten Sie unbedingt die auf dem Produktetikett angegebene Einwirkzeit.
Die 6 Schritte der Händedesinfektion
Diese Schritte gewährleisten, dass alle Bereiche der Hände benetzt werden:
- Tragen Sie eine ausreichende Menge Desinfektionsmittel auf und verreiben Sie es auf den Handflächen und Handgelenken.
- Reiben Sie die Handfläche der einen Hand über den Handrücken der anderen Hand und umgekehrt.
- Legen Sie die Handflächen zusammen, verschränken Sie die Finger und reiben Sie die Handflächen aneinander.
- Legen Sie die Außenseite der Finger einer Hand in die gegenüberliegende Handfläche und reiben Sie. Wiederholen Sie mit der anderen Hand.
- Umfassen Sie den Daumen der einen Hand mit der anderen Hand und reiben Sie ihn gründlich ein. Wiederholen Sie mit dem anderen Daumen.
- Kreisen Sie die Fingerspitzen der einen Hand in der Handfläche der anderen Hand und umgekehrt.
Diese Schritte sind eine Anleitung. Wichtig ist, dass wirklich alle Stellen der Hände gut benetzt werden. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Fingerspitzen und der Daumen, da diese am häufigsten in Kontakt mit Gegenständen kommen.
Dauer einer gründlichen Händedesinfektion
Für die vollständige Durchführung der 6 Schritte sollten Sie sich mindestens so lange Zeit nehmen, wie die auf dem Desinfektionsmittel angegebene Einwirkzeit beträgt. Diese liegt oft bei etwa 30 Sekunden. Lassen Sie das Mittel danach an der Luft trocknen, bis die Hände wieder trocken sind.
Händedesinfektion und Einmalhandschuhe
Einmalhandschuhe ersetzen niemals die Händedesinfektion. Oft ist es sogar notwendig, beides zu tun, zum Beispiel bei der Wundversorgung, Katheterpflege oder beim Wechsel von Inkontinenzmaterial. Die Handschuhe dienen in erster Linie dem Selbstschutz, etwa vor Körperflüssigkeiten. Für den Fremdschutz ist die Desinfektion der Hände vor dem Anziehen der Handschuhe unerlässlich. Reißt der Handschuh, können sonst schnell Keime übertragen werden. Nach dem Ausziehen und Entsorgen der Handschuhe müssen die Hände erneut desinfiziert werden, da beim Ausziehen Keime von der Außenseite auf die Hände gelangen können.
Hautpflege bei Desinfektionsmittelgebrauch
Desinfektionsmittel wirken am besten auf gesunder Haut. Daher ist die Hautpflege ein wichtiger Teil der Infektionsprophylaxe. Feuchtigkeitsspendende und rückfettende Cremes helfen, die Haut geschmeidig zu halten. Händedesinfektionsmittel für den medizinischen Bereich sind in Deutschland oft Arzneimittel und können Nebenwirkungen haben, wie zum Beispiel trockene oder gereizte Haut. Ein Brennen auf der Haut beim Auftragen deutet meist auf bereits rissige oder geschädigte Haut hin, nicht darauf, dass das Mittel der Haut schadet. Hochwertige Mittel enthalten oft hautpflegende Zusätze. Laut RKI gibt es kein „zu häufiges“ Händedesinfizieren, wenn die Haut intakt ist und gepflegt wird.
Vorsicht bei Wunden an den Händen
Bei akuten Hauterkrankungen oder offenen Wunden an den Händen ist besondere Vorsicht geboten. Der Alkohol in vielen Desinfektionsmitteln kann nicht nur unangenehm sein, sondern auch die Wundheilung verlangsamen. Solche Stellen sollten geschützt werden. Im Zweifelsfall ist ärztlicher Rat einzuholen. Bei rissiger oder verletzter Haut an den Händen ist man selbst anfälliger für Infektionen und sollte, wenn möglich, keine medizinisch-pflegerischen Aufgaben übernehmen.
Händedesinfektionsmittel im Überblick
Händedesinfektionsmittel sind in verschiedenen Formen erhältlich: als Flüssigkeit, Tuch, Gel oder Spray. Die Anwendung ist meist ähnlich, das Ziel ist immer die vollständige Benetzung der Hände. Flüssigkeiten, Gele und Sprays lassen sich gut dosieren. Desinfektionstücher sind eher für unterwegs geeignet.
Wirkungsbereich von Händedesinfektionsmittel
Professionelle Händedesinfektionsmittel werden nach standardisierten Verfahren auf ihre Wirksamkeit getestet und entsprechend gekennzeichnet. Eine Angabe wie „99,9 Prozent der Bakterien“ reicht für den medizinisch-pflegerischen Bereich nicht aus. Solche Mittel sind nur „bakterizid“ (wirksam gegen Bakterien). Händedesinfektionsmittel sollten auch gegen Viren wirksam sein. Es gibt drei Stufen:
- begrenzt viruzid: Wirksam gegen behüllte Viren wie Corona, Hepatitis B und C, HIV.
- begrenzt viruzid PLUS: Zusätzlich wirksam gegen unbehüllte Viren wie Noro-, Adeno- und Rotaviren.
- viruzid: Wirksam gegen nahezu alle Arten von Viren.
Die Wahl des Mittels hängt davon ab, welche Viren in der Umgebung auftreten können.
Biologische Alternativen und Hausmittel
Hausmittel wie Essig oder Alkohol haben zwar eine gewisse desinfizierende Wirkung, sind aber als Händedesinfektionsmittel nicht für den medizinisch-pflegerischen Bereich empfohlen. Sie sind nicht standardisiert getestet und zugelassen. Zudem sind solche „Öko-Desinfektionsmittel“ oft weniger gut hautverträglich.
Händedesinfektionsmittel ohne Alkohol
Alkoholische Händedesinfektionsmittel sind der Standard nach WHO-Empfehlung, da sie schnell wirken und trocknen. Es gibt auch alkoholfreie Alternativen, die aber eher in Sonderfällen zum Einsatz kommen sollten.
Vergleich: Hände waschen vs. Hände desinfizieren
| Merkmal | Händewaschen | Händedesinfektion |
|---|---|---|
| Zweck | Entfernung von Schmutz | Abtötung/Inaktivierung von Erregern |
| Ergebnis | Reduziert Keimzahl | Tötet Erreger wirksam ab |
| Wann nötig | Bei sichtbarem Schmutz | Bei Kontakt mit potenziell infektiösem Material oder vor/nach Kontakt mit vulnerablen Personen |
| Wirksamkeit | Gegen die meisten Keime ausreichend im Alltag | Wirksam gegen Bakterien, Viren, Pilze (je nach Mittel) |
| Für Pflege nötig | Ja, vor Desinfektion bei Schmutz | Ja, bei medizinisch-pflegerischen Tätigkeiten (5 Momente) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen rund um das Thema Desinfektion.

Was ist hygienische Händedesinfektion?
Bei der hygienischen Händedesinfektion werden mit einem zugelassenen Desinfektionsmittel Erreger wie Bakterien und Viren von den Händen entfernt oder inaktiviert, um die Übertragung von Infektionen zu verhindern.
Wann desinfiziert man sich in der häuslichen Pflege die Hände?
In der häuslichen Pflege sollten die Hände desinfiziert werden, wenn medizinisch-pflegerische Tätigkeiten durchgeführt werden oder Kontakt mit Körperflüssigkeiten besteht. In diesen Situationen ist das Risiko einer Keimübertragung besonders hoch.
Wie lauten die fünf Indikationen der Händedesinfektion nach der WHO?
Die fünf Momente sind: Vor Kontakt mit der pflegebedürftigen Person, vor aseptischen Tätigkeiten, nach Kontakt mit potenziell infektiösem Material, nach Kontakt mit der pflegebedürftigen Person und nach Kontakt mit deren direkter Umgebung. In der häuslichen Pflege beziehen sich diese auf medizinisch-pflegerische Kontakte.
Wie desinfiziere ich meine Hände richtig?
Alle Stellen der Hände müssen mit ausreichend Desinfektionsmittel benetzt werden. Reiben Sie das Mittel gemäß den 6 Schritten der Händedesinfektion ein und halten Sie die angegebene Einwirkzeit ein. Lassen Sie die Hände danach an der Luft trocknen.
Wie viel Desinfektionsmittel benötige ich für die Hände?
Verwenden Sie so viel Desinfektionsmittel, dass Ihre Hände vollständig benetzt sind. Lieber etwas mehr als zu wenig.
Wie lange muss man die Hände desinfizieren? (Einwirkzeit)
Die genaue Dauer, die Einwirkzeit, ist auf der Verpackung des Desinfektionsmittels angegeben. Oft beträgt sie etwa 30 Sekunden. Nehmen Sie sich mindestens diese Zeit für die Durchführung der 6 Schritte.
Wann Hände waschen, wann desinfizieren?
Hände waschen reinigt von Schmutz und reduziert Keime. Desinfizieren tötet Erreger wirksam ab. Waschen Sie Hände bei sichtbarem Schmutz. Desinfizieren Sie, wenn Sie potenziell mit Erregern in Kontakt gekommen sein könnten oder bevor Sie empfindliche Stellen berühren (gemäß den 5 Momenten).
Erst Hände waschen oder desinfizieren?
Schmutzige Hände können nicht wirksam desinfiziert werden. Daher kommt bei sichtbarem Schmutz das Waschen vor der Desinfektion. Die Hände müssen aber für die Desinfektion wieder trocken sein.
Warum sollte die Haut vor der Händedesinfektion nicht feucht sein?
Feuchtigkeit verdünnt das Desinfektionsmittel auf der Haut und verringert dadurch dessen Wirksamkeit.
Kann man Handdesinfektionsmittel für Wunden nutzen?
Nein, Handdesinfektionsmittel ist nicht für die Wunddesinfektion geeignet. Der enthaltene Alkohol kann die Heilung offener Wunden sogar negativ beeinflussen.
Ist Flächendesinfektionsmittel für Hände schädlich?
Ja, Flächendesinfektionsmittel ist nicht für die Anwendung auf der Haut getestet und zugelassen. Es ist oft weniger wirksam auf der Haut und kann diese schädigen.
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