Wie lange wird es die Postbank noch geben?

Postbank und Deutsche Post: Was verbindet sie?

28/02/2015

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Viele Menschen fragen sich, ob die Postbank heute noch ein Teil der Deutschen Post ist. Die Beziehung zwischen diesen beiden bekannten Namen ist historisch bedingt und hat sich über Jahrzehnte stark verändert. Während die Postbank ihre Wurzeln tatsächlich in der Deutschen Bundespost hat, ist ihre heutige Struktur und Zugehörigkeit eine andere.

Ist Postbank auch deutsche Post?
1999 erwarb die Deutsche Post AG die Postbank von der Bundesrepublik Deutschland.

Die Geschichte der Postbank ist eng mit der Entwicklung des Postwesens in Deutschland verbunden. Sie entstand aus den Finanzdienstleistungen, die ursprünglich von der Deutschen Bundespost angeboten wurden. Im Laufe der Zeit durchlief diese Institution mehrere Transformationen, die schließlich zu ihrer heutigen Form führten.

Übersicht

Die historischen Wurzeln: Von der Bundespost zur Bank

Die Anfänge dessen, was später zur Postbank wurde, reichen bis ins Jahr 1909 zurück, als der Postscheckdienst im Deutschen Reich eingeführt wurde. Ziel war es, einen reichsweiten bargeldlosen Zahlungsverkehr zu ermöglichen, was das damalige Bankwesen nicht flächendeckend anbot. Jeder Bürger hatte Anspruch auf ein Postscheckkonto. Zahlungen und Kontoauszüge wurden per Post versandt, was ein dichtes Filialnetz zunächst unnötig machte. In dieser Funktion war die Postbank als Nachfolger der Postscheckämter in gewisser Weise eine der ältesten Direktbanken Deutschlands.

Später kam der Postsparkassendienst hinzu, der 1939 reichsweit eingeführt wurde. Dieser Dienst erlaubte Ein- und Auszahlungen an allen Postämtern. Mitte der 1980er Jahre wurde der Postscheckdienst in den zeitgemäßeren Postgirodienst umbenannt.

Die entscheidenden Veränderungen begannen mit den sogenannten Postreformen. Die erste Postreform von 1989 gliederte die Deutsche Bundespost in drei eigenständige öffentliche Unternehmen auf, darunter die Deutsche Bundespost POSTBANK (DBP Postbank). Diese nahm am 1. Januar 1990 ihre Geschäftstätigkeit auf und wickelte die Finanzdienstleistungen weiterhin über die Postämter ab.

Die zweite Postreform von 1994 war noch einschneidender. Die drei Unternehmen der Bundespost wurden in Aktiengesellschaften umgewandelt und die Bundespost selbst aufgelöst. Am 2. Januar 1995 erlangte die Deutsche Postbank AG die Selbstständigkeit und erhielt eine Vollbanklizenz. Dies erlaubte ihr, ihr Geschäft auf Kredit- und Wertpapierbereiche auszuweiten.

Die Ära der Deutschen Post

Im Jahr 1999 erwarb die Deutsche Post AG die Postbank vom deutschen Staat. Dies markierte eine neue Phase, in der die Postbank Teil des Deutsche Post Konzerns wurde. Unter dem Dach der Deutschen Post AG tätigte die Postbank weitere wichtige Schritte zur Expansion und Modernisierung. Dazu gehörte unter anderem der Erwerb der DSL Bank im Jahr 2000 und der Einstieg ins Factoring-Geschäft im Jahr 2001.

Ein bedeutender Schritt war der Börsengang der Postbank im Juni 2004. Obwohl ein Teil der Aktien verkauft wurde, behielt die Deutsche Post AG zunächst die Mehrheit der Anteile. Während dieser Zeit übernahm die Postbank auch die Abwicklung des Zahlungsverkehrs für andere große Banken wie die Deutsche Bank und die Dresdner Bank.

Die Übernahme durch die Deutsche Bank

Ab 2008 begann ein neuer und komplexer Prozess: Die Deutsche Bank kündigte an, die Postbank übernehmen zu wollen. Dieser Prozess zog sich über mehrere Jahre hin. Die Deutsche Bank erhöhte schrittweise ihren Anteil an der Postbank, zunächst durch den Erwerb von Aktienpaketen von der Deutschen Post AG und später auch durch Käufe am freien Markt. Bis Anfang 2012 hielt die Deutsche Bank einen Großteil der Anteile.

Kann man bei der Postbank Briefe abschicken?
Die Filialen der Partnerin Postbank bieten sämtliche postalischen Produkte und Dienstleistungen zu Brief, Paket und Express an.

Die Integration schritt weiter voran. Im Jahr 2012 wurde ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen der Deutschen Postbank AG und einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bank abgeschlossen. Obwohl es zwischenzeitlich Überlegungen gab, die Postbank wieder auszugliedern oder zu verkaufen, wurde im März 2017 entschieden, die Postbank mit dem Privat- und Firmenkundengeschäft der Deutschen Bank zu verschmelzen.

Diese Verschmelzung wurde in mehreren Schritten vollzogen. Mit Wirkung zum 25. Mai 2018 wurde die Deutsche Postbank AG auf die Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG verschmolzen, die später umfirmierte. Gleichzeitig wurde die Postbank als Niederlassung der neuen Gesellschaft im Handelsregister eingetragen, um die Marke Postbank fortzuführen.

Der letzte Schritt der Integration erfolgte am 15. Mai 2020, als die DB Privat- und Firmenkundenbank AG ihrerseits auf die Deutsche Bank AG verschmolzen wurde. Seitdem ist die Postbank formal eine Zweigniederlassung der Deutschen Bank AG. Das bedeutet, die Postbank ist heute rechtlich kein eigenständiges Unternehmen mehr und auch kein Teil der Deutschen Post, sondern eine Marke und ein Geschäftsbereich innerhalb des Deutsche Bank Konzerns.

Postbank heute: Eine Marke der Deutschen Bank

Aktuell agiert die Postbank als Zweigniederlassung der Deutschen Bank AG und konzentriert sich schwerpunktmäßig auf das standardisierte Privatkundengeschäft. Die Marke Postbank wird weiterhin genutzt und ist vielen Kunden vertraut. Obwohl die rechtliche Eigenständigkeit entfallen ist, besteht die Postbank als Geschäftseinheit innerhalb der Deutschen Bank fort.

Auch organisatorische Anpassungen im Zuge der Integration finden statt, wie beispielsweise der angekündigte Verkauf der Postbank Systems AG an einen IT-Dienstleister im Jahr 2020, der im Zusammenhang mit der Vereinheitlichung der IT-Systeme steht.

Wichtige Meilensteine und Entwicklungen

Die Postbank hat in ihrer Geschichte einige bemerkenswerte Entwicklungen durchlaufen:

  • Pionier im Onlinebanking: Bereits 1983 startete sie Versuche über Bildschirmtext und führte das Onlinebanking später unter T-Online weiter.
  • Übernahme von DSL Bank (2000) und BHW Holding AG (ab 2005), was das Geschäftsfeld erweiterte.
  • Abwicklung des Zahlungsverkehrs für Deutsche Bank und Dresdner Bank (ab 2004).
  • Börsengang (2004).
  • Gründung der Postbank Vertriebsakademie (später Postbank Akademie und Service GmbH) zur Qualifizierung der Mitarbeiter.
  • Phasen der Notierung im DAX (2006-2009) und MDAX (2009-2010).

Ein Blick auf Kennzahlen

Die Postbank war vor der finalen Integration eine der größten Banken in Deutschland. Ende 2016 wies die Deutsche Postbank AG eine Bilanzsumme von 147 Mrd. Euro auf und war damit die elftgrößte Bank des Landes.

Die Mitarbeiterzahl schwankte im Laufe der Jahre, beeinflusst durch Übernahmen und Umstrukturierungen. Nach der Eingliederung der BHW im Jahr 2007 hatte die Postbank über 21.000 Mitarbeiter sowie zusätzliche freie Handelsvertreter. Im Geschäftsjahr 2017, kurz vor der Hauptverschmelzung, betreute die Postbank rund 13 Millionen Kunden.

Die Anzahl der Standorte umfasste im Jahr 2017 850 eigene Filialen, über 4300 Partnerfilialen sowie 700 Beratungscenter der Postbank Finanzberatung. Zusätzlich waren 2500 mobile Berater im Einsatz.

Was ist mit DHL in den USA passiert?
DHL stellte 2009 den nationalen Abhol- und Zustelldienst in den USA ein , wodurch UPS und FedEx effektiv die beiden größten Express-Paketzustellunternehmen in den USA blieben.

Die folgende Tabelle zeigt die historischen Kennzahlen der Deutschen Postbank AG:

Kennzahl200320042005200620072008200920102011201220132014201520162017
Bilanzsumme in Mrd. €132,61128,25140,28184,88202,91231,21226,60214,68191,94193,82161,51155,45150,60147,20145,345
Mitarbeiter8.6979.6139.23521.69621.47421.13020.86020.36119.79922.34322.07118.93114.76018.11217.441

Postbank Filialen und Services

Das Filialnetz der Postbank war und ist ein wichtiger Berührungspunkt mit den Kunden. Neben eigenen Filialen gab es eine große Anzahl von Partnerfilialen, oft in Postämtern oder Einzelhandelsgeschäften. Diese Partnerfilialen spielten eine Rolle bei der Erbringung bestimmter Dienstleistungen.

Bezüglich postalischer Dienstleistungen wie dem Versenden von Briefen gibt der vorliegende Text Auskunft über Paketshops, die von Partnern von Post & Paket Deutschland betrieben werden. Diese Shops nehmen frankierte Päckchen, Pakete und Retouren an und verkaufen Paketmarken. Kunden können dort ihre Paketsendungen abgeben. Der Text erwähnt nicht explizit, ob in den reinen Postbank-Filialen heute Briefe angenommen oder postalische Dienste für Briefe angeboten werden, sondern fokussiert auf das Paketgeschäft bei Partnern.

Häufig gestellte Fragen

Ist die Postbank noch Teil der Deutschen Post?

Nein, die Postbank ist heute kein Teil der Deutschen Post AG mehr. Sie entstand zwar historisch aus der Deutschen Bundespost und gehörte zeitweise zur Deutschen Post AG, ist aber seit der Verschmelzung im Jahr 2020 eine Zweigniederlassung der Deutschen Bank AG.

Seit wann gehört die Postbank zur Deutschen Bank?

Die Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank begann im September 2008. Die Deutsche Bank erhöhte ihren Anteil schrittweise und erlangte 2010 die Mehrheit. Die vollständige Integration und rechtliche Verschmelzung zur Zweigniederlassung der Deutschen Bank AG wurde im Mai 2020 abgeschlossen.

Kann ich bei der Postbank Briefe versenden?

Der vorliegende Text konzentriert sich auf die Paketdienstleistungen bei Partnerfilialen von Post & Paket Deutschland, wo Pakete angenommen und Paketmarken verkauft werden. Es wird nicht explizit erwähnt, ob Briefe in den reinen Postbank-Filialen angenommen werden.

Was war die Deutsche Bundespost?

Die Deutsche Bundespost war ein früheres, nicht rechtsfähiges Sondervermögen des Bundes, das für das Post- und Fernmeldewesen zuständig war. Im Rahmen der Postreformen wurde sie privatisiert und in mehrere Unternehmen aufgeteilt, darunter die Deutsche Postbank AG und die Deutsche Post AG.

Wann ging die Postbank an die Börse?

Die Deutsche Postbank AG ging am 23. Juni 2004 an die Börse.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Postbank eine lange und wechselvolle Geschichte hinter sich hat. Von ihren Ursprüngen als Finanzdienstleister der Deutschen Bundespost über die Phase als eigenständige Aktiengesellschaft unter dem Dach der Deutschen Post AG ist sie heute fest in den Deutsche Bank Konzern integriert und agiert als eine wichtige Marke für Privatkunden unter dem Dach der Deutschen Bank AG.

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