20/09/2022
Obwohl das digitale Zeitalter viele Bereiche unseres Lebens revolutioniert hat, behält Papier seinen festen Platz im Alltag. Vom schnellen Notizzettel über den wichtigen Geschäftsbrief bis hin zum ausgedruckten Foto – Papier ist allgegenwärtig. Doch Papier ist nicht gleich Papier. Die Vielfalt an Papiersorten, Stärken und Formaten ist enorm, und die richtige Wahl kann entscheidend für ein optimales Druckergebnis sein und sogar die Lebensdauer Ihres Druckers beeinflussen.

Grundsätzlich entsteht Papier aus verleimten und verfilzten Pflanzenfasern, oft angereichert mit Papier- und Stoffresten, die durch Pressen eine dünne Schicht bilden. Diese Oberfläche kann dann per Hand oder maschinell, beispielsweise mit einem Drucker, beschriftet oder bedruckt werden.
Die Welt der Papiersorten
Die schiere Anzahl an Papiersorten ist beeindruckend und reicht von Affichenpapier bis Zigarettenpapier. Diese Vielfalt ergibt sich aus unterschiedlichen Herstellungsverfahren, Materialien, Verwendungszwecken und Eigenschaften. Für den Einsatz im Büro oder zu Hause mit Druckern sind jedoch nur bestimmte Papiersorten relevant.
Die gängigsten Papiere für Drucker sind:
- Kopierpapier: Der Standard für alltägliche Ausdrucke und Kopien, oft in Weiß und mit einer Grammatur von 80 g/m².
- Multifunktionspapier: Vielseitig einsetzbar für Kopierer, Laser- und Tintenstrahldrucker, oft mit etwas höherer Qualität als reines Kopierpapier.
- InkJet-Papier: Speziell für Tintenstrahldrucker optimiert, um Tinte gut aufzunehmen und gestochen scharfe Texte und brillante Farben zu ermöglichen.
- Laser-Druckerpapier: Entwickelt für die hohen Temperaturen und den Tonerauftrag von Laserdruckern, um Toner gut zu fixieren und saubere Ausdrucke zu liefern.
- Fotopapier: Stark beschichtetes Papier in verschiedenen Glanzgraden und Grammaturen, ideal für den hochwertigen Fotodruck mit Tintenstrahldruckern.
Neben diesen technischen Unterscheidungen gibt es auch Papiere, die sich durch ihre Farbe, Oberfläche (z.B. glatt, strukturiert) oder ihren Umweltaspekt (z.B. Recyclingpapier) unterscheiden. Die Wahl der richtigen Sorte hängt stark vom gewünschten Ergebnis und dem verwendeten Druckertyp ab.
Papiergewicht, Papierstärke und Grammatur: Was ist wichtig?
Wenn es um die Eignung von Papier für Drucker geht, sind Papiergewicht, Papierstärke und insbesondere die Grammatur entscheidende Kriterien. Während Laie oft von Papierstärke oder -gewicht spricht, bezeichnet der Fachmann die Grammatur, die in Gramm pro Quadratmeter (g/m²) angegeben wird. Sie beschreibt die Dichte und damit die Dicke und Stabilität des Papiers.
Die Grammatur hat direkten Einfluss auf die Haptik, die Opazität (Durchscheinen) und die Bedruckbarkeit des Papiers. Eine höhere Grammatur bedeutet in der Regel ein festeres, weniger transparentes und hochwertiger wirkendes Papier.
Gängige Papiergewichte, die im Handel erhältlich sind, reichen typischerweise von 60 g/m² bis über 300 g/m². Häufig finden Sie Papier mit folgenden Grammaturen:
- 60 g/m²: Sehr dünnes Papier, nicht sehr reißfest.
- 70 bis 75 g/m²: Dünner als Standard, wird seltener.
- 80 g/m²: Der Standard für alltägliches Kopier- und Druckerpapier im Büro.
- 90 g/m²: Etwas hochwertiger als 80 g/m², gute Allzweckoption.
- 100 bis 110 g/m²: Fester und blickdichter, gut für wichtige Dokumente.
- 120 bis 210 g/m²: Deutlich stabiler, geeignet für Präsentationen, Flyer oder Broschüren.
- Über 210 g/m²: Karton oder sehr dickes Papier, z.B. für Karten.
Ein höheres Papiergewicht spiegelt meist auch eine höhere wahrgenommene Qualität wider. Papier mit 80 g/m² ist der absolute Bürostandard, aber 100 g/m² wird für anspruchsvollere Ausdrucke ebenfalls gerne genutzt. Sehr reißfestes und hochwertiges Papier beginnt oft bei Grammaturen ab 120 g/m².
Zur Berechnung des Papiergewichts (z.B. für ein einzelnes Blatt oder eine bestimmte Menge) gibt es die Formel:
(Format des Blattes in cm x Papiergewicht (g/m²)) / 10.000 x Blattzahl
Es existieren auch Online-Rechner, die diese Berechnung erleichtern, beispielsweise zur Kostenkalkulation bei größeren Druckprojekten.
Welche Grammatur ist die Richtige für meinen Drucker?
Die Wahl der richtigen Grammatur ist entscheidend, damit Ihr Drucker das Papier problemlos einziehen und bedrucken kann, ohne Papierstaus zu verursachen oder die Druckqualität zu beeinträchtigen. Die optimale Grammatur hängt stark vom Druckertyp ab:
- Für den Tintenstrahldrucker ist Papier mit einer Grammatur von 120 bis 140 g/m² oft optimal, da es die flüssige Tinte gut aufnehmen kann, ohne sich zu wellen oder durchzubluten. Viele Tintenstrahldrucker können aber auch problemlos mit 80 g/m² umgehen.
- Ein Laserdrucker erhitzt das Papier, um den Toner einzuschmelzen. Er kann in der Regel auch dünneres Papier verarbeiten. Grammaturen von 60 bis 110 g/m² sind hier oft vollkommen ausreichend für eine sehr gute Druckqualität.
- Für den Einsatz im Kopierer oder als allgemeines Büropapier ist eine Papierstärke von 80 g/m² der Standard. Sie bietet einen guten Kompromiss aus Stabilität und problemloser Verarbeitung bei hoher Druckgeschwindigkeit.
Die vom Hersteller empfohlene maximale und minimale Grammatur finden Sie immer in der Bedienungsanleitung Ihres Druckers und oft auch auf der Verpackung des Druckpapiers.
Empfohlene Grammaturen für verschiedene Dokumente
Neben dem Druckertyp kann auch der Verwendungszweck des Ausdrucks die Wahl der Grammatur beeinflussen:
- Ein Geschäftsbrief, der einen seriösen Eindruck hinterlassen soll, wird idealerweise auf Papier mit 120 bis 150 g/m² gedruckt.
- Eine längere Arbeit wie eine Diplomarbeit kann gut auf Papier mit 100 bis 120 g/m² gedruckt werden, da es stabiler ist als Standardpapier, aber nicht zu dick wird.
- Für interne Dokumente oder einfache Rechnungen kann auch dünneres Papier mit 50 bis 90 g/m² ausreichen.
Papierformate: DIN A ist der Standard
Neben Sorte und Grammatur ist das Format des Papiers entscheidend. Das in Europa gebräuchlichste System ist die DIN-Norm, insbesondere die DIN A-Reihe. Diese Formate sind so genormt, dass ein Blatt des nächstkleineren Formats genau der Hälfte des größeren Formats entspricht (bei Halbierung entlang der längeren Seite).
Die bekanntesten DIN A-Formate mit ihren Abmessungen (Breite x Höhe in mm) sind:
| Format | Abmessungen (mm) |
|---|---|
| DIN A0 | 841 x 1189 |
| DIN A1 | 594 x 841 |
| DIN A2 | 420 x 594 |
| DIN A3 | 297 x 420 |
| DIN A4 | 210 x 297 |
| DIN A5 | 148 x 210 |
| DIN A6 | 105 x 148 |
| DIN A7 | 74 x 105 |
| DIN A8 | 52 x 74 |
| DIN A9 | 37 x 52 |
| DIN A10 | 26 x 37 |
Das mit Abstand am häufigsten verwendete Format für Drucker im Büro und zu Hause ist DIN A4. Die meisten Drucker sind standardmäßig für dieses Format ausgelegt. Größere Formate wie DIN A3 können oft nur von speziellen Druckermodellen bedruckt werden, während kleinere Formate wie DIN A5 oder DIN A6 entweder über spezielle Papierschächte oder manuell zugeführt werden müssen.
Kann ich jedes Papier in meinen Drucker legen? Grenzen bei dickem Papier und Karton
Die Frage, ob man wirklich *jedes* Papier bedrucken kann, führt uns zu den Grenzen der meisten Heim- und Büro-Drucker, insbesondere wenn es um dickes Material wie Karton oder Pappe geht. Manchmal möchte man gerne stabile Einladungskarten, Visitenkarten oder Schilder selbst drucken.
Pappe wird im Allgemeinen als Material mit einer Grammatur von über 250 g/m² bezeichnet. Während Visitenkarten oft dünner sind (z.B. 170-250 g/m²) und von vielen Druckern noch verarbeitet werden können, stoßen die Geräte bei richtig dicker Pappe schnell an ihre Grenzen.
Das Hauptproblem liegt in der Mechanik der meisten modernen Drucker. Papier wird oft aus einer Schublade eingezogen und durch Rollen und Umlenkungen im Inneren des Geräts geführt, um zum Druckwerk zu gelangen und dann in die Papierauslage zu laufen. Bei Duplexdruck (beidseitig) wird das Blatt sogar mehrfach im Inneren gewendet und gebogen. Dickes Papier oder gar Pappe lässt sich nicht oder nur schwer biegen. Die Einzugsrollen können das Material nicht greifen oder es bleibt an den Umlenkungen hängen, was zu Papierstaus führt oder den Druckvorgang unmöglich macht.

Die meisten Drucker unterstützen Grammaturen bis maximal 150 g/m² oder 170 g/m² zuverlässig. Dickes Fotopapier kann hier ebenfalls Probleme bereiten, je nach Modell.
Es gibt jedoch Ausnahmen: Einige einfachere Tintenstrahldrucker oder spezielle Modelle verfügen über eine gerade Papierzuführung auf der Rückseite. Bei diesen Geräten wird das Papier oder dünnerer Karton schräg oder horizontal durch das Druckwerk geführt, ohne starke Biegungen. Hier hängt die Bedruckbarkeit von dickem Material eher vom Abstand zwischen Druckkopf und Papierauflage ab – ist er zu gering, kann die Tinte verschmieren.
Um sicherzugehen, sollten Sie immer in der Bedienungsanleitung Ihres Druckers nachsehen, welche maximalen und minimalen Grammaturen sowie welche Materialien (z.B. Fotopapier, Karton) unterstützt werden.
Wenn Ihr Drucker für sehr dicke Pappe ungeeignet ist, gibt es Alternativen: Sie können eine professionelle Druckerei beauftragen, die über entsprechende Maschinen verfügt. Oder Sie drucken Ihr Design auf normalem Papier (idealerweise mit einem Laserdrucker, wenn Sie flüssigen Klebstoff verwenden wollen, um Verwischen zu vermeiden) und kleben es anschließend auf den Karton.
Papier heute und Umweltbewusstsein
Neben dem klassischen weißen Druckerpapier gibt es Papier auch in unzähligen Farben und Ausführungen. Wichtig ist, dass hochwertiges Papier, insbesondere säurefreies Dokumentenpapier, eine sehr lange Lebensdauer von über 100 Jahren haben kann, was es ideal für wichtige Archive macht.
Ein wachsender Trend ist das Bewusstsein für die Umwelt. Recyclingpapier, oft erkennbar am Blauen Engel, wird aus Altpapier hergestellt und schont so Ressourcen wie Holz und Wasser. Die korrekte Entsorgung von Papier im Altpapiercontainer (oft „blaue Tonne“) ist der erste Schritt im Recyclingkreislauf und trägt maßgeblich zur Nachhaltigkeit bei.
Obwohl die Digitalisierung den Papierverbrauch in manchen Bereichen reduziert hat, bleibt Papier ein unverzichtbares Gut in unserem Alltag. Ein verantwortungsbewusster Umgang und Recycling sind daher unerlässlich.
Häufig gestellte Fragen zur Papierwahl für Drucker
Hier finden Sie Antworten auf gängige Fragen rund um das Thema Druckerpapier:
Was bedeutet Grammatur bei Papier?
Die Grammatur gibt das Gewicht des Papiers pro Quadratmeter in Gramm (g/m²) an. Sie ist ein Maß für die Dichte und Dicke des Papiers und beeinflusst dessen Stabilität, Haptik und Bedruckbarkeit.
Welches Papiergewicht ist Standard für Bürodrucker?
Der Standard für alltägliches Kopier- und Druckerpapier im Büro ist 80 g/m². Dieses Papier bietet eine gute Balance für die meisten Anwendungen.
Welches Papier ist am besten für meinen Tintenstrahldrucker?
Für optimale Ergebnisse mit einem Tintenstrahldrucker empfiehlt sich spezielles InkJet-Papier, oft mit einer Grammatur zwischen 120 und 140 g/m², das die Tinte gut aufnimmt und Ausbluten verhindert.
Kann ich dickes Papier oder Karton mit meinem Drucker bedrucken?
Die meisten Standard-Drucker sind nicht für sehr dickes Papier (über 170 g/m²) oder Karton (über 250 g/m²) ausgelegt. Prüfen Sie immer die Bedienungsanleitung Ihres Druckers auf die unterstützten Grammaturen. Dickes Material kann zu Papierstaus oder Schäden führen.
Ist Recyclingpapier für Drucker geeignet?
Ja, Recyclingpapier ist für die meisten modernen Drucker geeignet. Es gibt Recyclingpapier in verschiedenen Qualitäten und Grammaturen. Achten Sie auf die Eignung für Ihren Druckertyp (Laser, Inkjet).
Die richtige Papierwahl ist keine Hexerei, aber sie erfordert ein wenig Wissen über die verschiedenen Eigenschaften wie Sorte, Grammatur und Format. Indem Sie das passende Papier für Ihren Drucker und den jeweiligen Zweck auswählen, stellen Sie sicher, dass Ihre Ausdrucke stets von hoher Qualität sind und Ihr Drucker optimal funktioniert.
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