18/04/2023
Die Welt der Füllfederhalter ist riesig und vielfältig. Besonders die sogenannten „Chinese Fountain Pens“ haben in den letzten Jahren an Popularität gewonnen, oft gelobt für ihre erstaunlichen Designs zu unglaublich günstigen Preisen. Doch wie so oft bei preiswerten Produkten, weiß man nie genau, was man bekommt. Es ist ein bisschen wie ein Abenteuer – manche entpuppen sich als Enttäuschung, andere als echte Schätze. Heute werfen wir einen detaillierten Blick auf einen Stift, der irgendwo dazwischen liegt, aber definitiv näher am Schatz als an der Enttäuschung: den Duke 116.

Dieser Stift kommt aus der Ecke „Nun, er ist nicht ganz so preiswert wie meine anderen chinesischen Füllfederhalter“, und er präsentiert sich als irgendwie chinesisch, aber gleichzeitig auch deutsch. Diese Dualität macht ihn sofort interessant und wirft die Frage nach seiner wahren Herkunft auf.
- Herkunft von Duke: Ein Rätsel gelöst?
- Der Duke 116: Design und Ästhetik
- Verarbeitungsqualität: Beeindruckend für den Preis?
- Zuverlässigkeit im Alltag
- Komfort beim Schreiben
- Das Schreibgefühl: Licht und Schatten
- Preis-Leistungs-Verhältnis: Ist er sein Geld wert?
- FAQ - Häufig gestellte Fragen zu Duke Füllfederhaltern
- Vergleich: Beste Eigenschaften vs. Schwächere Punkte
- Fazit
Herkunft von Duke: Ein Rätsel gelöst?
Hinter dem Namen Duke verbirgt sich die Shanghai G-Crown Fountain Pen Company, ein chinesisches Unternehmen mit Sitz in Shanghai. Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist, dass sie auch unter dem Namen German Duke Lux Pen GmbH firmieren. Das „GmbH“ deutet darauf hin, dass das Unternehmen in Deutschland als Gesellschaft mit beschränkter Haftung registriert ist. Also, was stimmt nun? Ist es ein chinesisches oder ein deutsches Unternehmen?
Laut Informationen von Norman Haase von HisNibs ist Duke ein chinesisches Unternehmen, das über eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Deutschland verfügt. Diese Konstellation ermöglicht es ihnen, fortschrittliche deutsche und europäische Technologie in die Stiftherstellung einzubringen. Sie nutzen diese Expertise, um traditionelle chinesische Motive in ihren Mittelklasse- und High-End-Stiften sowie limitierten Editionen umzusetzen. Es scheint also, dass wir es mit einem chinesischen Unternehmen zu tun haben, das signifikante operative und kreative Verbindungen nach Deutschland hat. Dieses Modell erklärt, warum Duke-Stifte oft eine höhere Qualität und anspruchsvollere Designs aufweisen als viele rein chinesische Konkurrenten im unteren Preissegment.
Der Duke 116: Design und Ästhetik
Der Duke 116 ist zweifellos ein optisch ansprechender Stift. Er wird oft online als „Duke Father Fountain Pen in Red & Black Rhombus Pattern“ beworben. Die Bezeichnung „Father“ ist etwas seltsam und unklar in ihrer Bedeutung. Auch das „Rhombus Pattern“ (Rautenmuster) klingt technisch korrekt, aber der visuelle Eindruck entspricht eher einem Harlekinmuster. Daher bezeichnen wir das Muster als rot-schwarzes Harlekinmuster.
Das rote Material im Harlekinmuster ist glitzernd und leicht durchscheinend, was dem Design eine schöne Tiefe verleiht. Die Kappe, das Endstück und das Griffstück sind alle in glänzendem Schwarz gehalten und mit Chromakzenten versehen. Kappe und Schaft sind aus Metall gefertigt. Überraschenderweise fühlen sie sich nicht so schwer an, wie man es von Metallstiften erwarten würde. Es wird vermutet, dass Aluminium und nicht das in chinesischen Stiften häufiger verwendete Messing zum Einsatz kommt. Die Kappe insbesondere ist leichter, als sie aussieht.
Der Körper der Kappe ist mit einem glänzenden schwarzen Lack überzogen. Die Kappe verfügt über eine verchromte Endkappe (Finial), einen Clip und ein Kappenband. Passend zum „Crown“-Motiv ist das Finial kronenförmig gestaltet. Auf der Oberseite ist das Duke-Kronenlogo zusammen mit dem Schriftzug „German Duke Lux Pen GmbH“ aufgedruckt. Der Clip hat eine einfache, leicht zulaufende Zungenform mit einem ovalen Bereich, in den das Kronenlogo eingestanzt ist. Das Kappenband ist ein einzelner Chromring, auf dessen einer Seite „DUKE“ und auf der anderen „Germany 116“ eingraviert ist.
Das Endstück des Stifts ist ebenfalls interessant. Wie die Kappe besteht es aus einer glänzenden, lackierten Oberfläche mit silbernen Akzenten an beiden Enden. Das Endstück ist durch ein einzelnes, schmales Chromband vom Schaft getrennt. Am anderen Ende befindet sich ein Chromknopf, der sich zum Ende hin leicht verjüngt, dann aber verbreitert und eine Lippe bildet. Beim Aufstecken rastet die Kappe genau auf dieser Lippe ein und sorgt für einen äußerst sicheren Sitz, der sich nur löst, wenn man es will. Dies ist ein bemerkenswertes Detail, auf das wir später noch zurückkommen.
Das Griffstück ist ebenfalls schwarz, aber im Gegensatz zur Kappe und zum Endstück aus Kunststoff gefertigt. Am Ende des Griffstücks, das zur Feder zeigt, gibt es jedoch einen Chromakzent, der dem Chromakzent am Endstück sehr ähnlich geformt ist. Auch er hat eine ähnliche Lippe, was dem Gesamtdesign des Stifts eine gewisse Kontinuität verleiht. Die große Edelstahlfeder scheint eine Größe #6 zu haben, obwohl sie an den Schultern etwas schmaler ist als andere #6-Federn und daher möglicherweise nicht exakt passt. Die Feder ist mit dem Kronenlogo, umgeben von etwas Zierwerk, geätzt oder gestempelt, sowie den Worten „DUKE GERMANY“ versehen. Kein ausgefallenes, aber ein schlichtes und elegantes Design.
Verarbeitungsqualität: Beeindruckend für den Preis?
Die Verarbeitungsqualität des Duke 116 ist wirklich beeindruckend. Hier verdient er eine Bewertung von 5/5 Punkten. Die Konstruktion ist exzellent. Passform und Finish sind sehr gut gelungen. Alles rastet oder schraubt perfekt zusammen. Die Kappe rastet sowohl am Ende des Schafts als auch am Endstück sehr sicher ein, ohne dass übermäßige Kraft zum Entfernen erforderlich ist.
Obwohl die Gewinde des Griffstücks aus Kunststoff und die Gewinde des Schafts aus Metall sind, passen die beiden Teile perfekt zusammen. Die Gewinde beider Teile sind sehr präzise gefertigt, und es gibt keinerlei Fehlausrichtung oder Verkanten.
Besonders hervorzuheben ist der Konverter. Er ist deutlich hochwertiger als die billigen Konverter, die man oft bei chinesischen Stiften findet. Dieser Konverter trägt das Duke-Branding, lässt sich zur einfachen Reinigung vollständig zerlegen und scheint ein etwas größeres Tintenvolumen zu haben als typische Konverter. Auch die Feder selbst ist größtenteils überzeugend. Sie ist sehr glatt. Seltsamerweise „singt“ die Feder jedoch ein wenig, wenn man schreibt. Leider ist es kein angenehmer Klang wie bei manchen anderen Stiften, sondern eher ein quietschendes Geräusch. Das ist etwas unangenehm.
Zuverlässigkeit im Alltag
In Bezug auf die Zuverlässigkeit ist dieser Stift größtenteils sehr solide und erhält eine Bewertung von 4/5. Er hat nur ein- oder zweimal auf mehreren Seiten Text ausgelassen oder Startschwierigkeiten gehabt. Die Linie ist ziemlich konstant, wenn auch nicht perfekt.
Wenn man den Stift eine Minute lang offen liegen lässt, schreibt er sofort weiter, ohne zu murren. Ein Test, bei dem die Kappe volle 60 Sekunden lang abgenommen war, bestätigte, dass der Stift sofort ohne jegliche Startschwierigkeiten bereit war. Das war beeindruckend.
Wo der Duke 116 jedoch Schwächen zeigt, ist seine Leistung, nachdem er mehrere Tage unbenutzt gelegen hat. Dieser Stift trocknet schnell aus. Während der Testphase musste der Stift zweimal gereinigt und neu befüllt werden, weil die Tinte nach etwa einer Woche Nichtbenutzung eingetrocknet war. Wenn Sie diesen Stift täglich verwenden möchten, gibt es nichts zu befürchten. Wenn Sie ihn jedoch nur sporadisch nutzen, sollten Sie ihn wahrscheinlich in einem Ziploc-Beutel oder einem anderen luftdichten Behälter aufbewahren, um das Austrocknen zu verhindern.
Komfort beim Schreiben
Der Duke 116 ist sehr bequem zu verwenden, wenn man ihn ohne aufgesteckte Kappe (unposted) schreibt. Er ist weder ein sehr langer noch ein sehr schwerer Stift. Wenn Sie große Hände haben, könnten Sie versucht sein, die Kappe aufzustecken (posting). Davon ist jedoch abzuraten. Obwohl die Kappe sehr geschickt und sicher auf das Endstück aufgesteckt werden kann, macht sie den Stift dadurch viel zu hecklastig. Die Balance ist stark beeinträchtigt. Man bemerkt schnell, dass das hintere Ende des Stifts nach unten ziehen möchte, was die Feder vom Papier wegdrückt (wie eine Wippe). Dies zeigt, dass die Balance bei aufgesteckter Kappe offensichtlich kein Punkt auf der QC-Checkliste war.
Die Balance ist ausgezeichnet, wenn der Stift nicht aufgesteckt ist. Trotzdem das Griffstück aus glattem Kunststoff besteht, fühlte es sich nie rutschig an, selbst nach längerem Schreiben. Es gibt einen leichten Absatz dort, wo das Chromband des Schafts mit dem Griffstück verbunden ist, aber dieser Absatz ist überhaupt nicht scharfkantig. Bei genauerer Betrachtung unter einer Lupe sieht man, dass die Vorderkante leicht abgeschrägt ist. Obwohl man also eine leichte Kante spürt, ist die Benutzung überhaupt nicht unangenehm. Dies ist ein fantastisches Detail und zeigt ein wenig von der „fortschrittlichen deutschen und europäischen Technologie“, von der Herr Haase sprach. Der Komfort im unposted Zustand ist hervorragend und verdient eine Bewertung von 5/5.
Das Schreibgefühl: Licht und Schatten
Das Schreibgefühl ist der Bereich, in dem der Duke 116 gemischte Gefühle hervorruft und daher eine Bewertung von 3.5/5 erhält. Es gibt zwei Hauptpunkte, die mich davon abhalten würden, diesen Stift als täglichen Begleiter zu verwenden: Erstens ist die Linie etwas breiter und leicht „mushy“, als ich es bevorzuge. Das ist jedoch eine sehr subjektive Präferenz. Zweitens und störender ist das seltsame Quietschen, das von der Feder kommt, während man schreibt. Es ist kein angenehmes Geräusch.
Die Feder gibt ein leichtes Feedback, ist aber ansonsten sehr glatt. Aber wenn die Feder über das Papier gleitet, erzeugt sie ein Geräusch, das irgendwo zwischen Styropor-Quietschen und einem rauen Kratzgeräusch liegt. Das ist ziemlich störend.
Abgesehen von diesem Geräusch schreibt der Stift jedoch schön. Es ist eine echte Medium-Feder, und sie schreibt ziemlich nass. Ein Bereich, in dem der Duke 116 Schwächen zeigte, war beim schnellen Schreiben. Es könnte an den verwendeten Tinten gelegen haben (Noodler’s Antietem, Noodlers Cayenne und De Atramentis Midnight Blue), aber wenn ich zu schnell schrieb, bemerkte ich, dass die Linie etwas unterbrochen wurde. Ich vermute eher ein Problem mit dem Tintenleiter, der nicht mithalten kann, als dass die Tinte selbst trocken läuft.
Preis-Leistungs-Verhältnis: Ist er sein Geld wert?
Der Duke 116 ist ein sehr schöner Stift, aber er trocknet schnell aus und seine Linie kommt manchmal etwas feiner oder breiter heraus – er ist ein launischer Stift. Für 18 Dollar (der ursprüngliche Preis im Test) erwartet man eine etwas bessere Leistung. Ich liebe das Aussehen, das Gefühl und wie sicher die Kappe aufgesteckt werden kann (auch wenn das Schreiben mit aufgesteckter Kappe praktisch unmöglich ist). Wenn die Konsistenz etwas besser wäre und er nicht so schnell austrocknen würde, hätte ich keine Probleme, diesen Stift uneingeschränkt zu empfehlen.
Ist er die 18 Dollar wert? Ja. Meistens, denke ich. Ich besitze andere Stifte, die schöner schreiben und deutlich weniger kosten, aber deren Designs und Materialien sind nicht so schön wie die des Duke 116. Sein Wert liegt eindeutig im Design und in der soliden Verarbeitung, weniger in der perfekten Schreibleistung unter allen Bedingungen. Daher erhält er in dieser Kategorie 3.5/5.
FAQ - Häufig gestellte Fragen zu Duke Füllfederhaltern
Hier beantworten wir einige gängige Fragen, die sich potenzielle Käufer von Duke-Stiften stellen könnten:
F: Woher kommt Duke wirklich?
A: Duke ist ein chinesisches Unternehmen (Shanghai G-Crown Fountain Pen Company) mit einer Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Deutschland. Sie nutzen deutsche und europäische Technologie in ihrer Produktion.
F: Sind Duke Stifte teuer?
A: Das Preisspektrum von Duke ist breit. Viele Modelle liegen im Bereich von 17 bis 35 US-Dollar, aber es gibt auch High-End- und limitierte Editionen, die bis zu 150 US-Dollar oder mehr kosten können.
F: Ist der Duke 116 gut für schnelles Schreiben?
A: Beim schnellen Schreiben kann es vorkommen, dass die Linie unterbrochen wird, was auf den Tintenfluss hindeutet, der möglicherweise nicht ganz mithalten kann. Für entspanntes oder normales Tempo ist er besser geeignet.
F: Trocknet die Tinte im Duke 116 schnell aus?
A: Ja, der Duke 116 neigt dazu, schnell auszutrocknen, wenn er mehrere Tage unbenutzt bleibt. Es wird empfohlen, ihn in einem luftdichten Behälter zu lagern, wenn Sie ihn nicht regelmäßig verwenden.
F: Kann man den Duke 116 bequem mit aufgesetzter Kappe schreiben?
A: Die Kappe lässt sich sehr sicher aufstecken, aber der Stift wird dadurch sehr hecklastig und ist für die meisten Nutzer nicht bequem ausbalanciert.
Vergleich: Beste Eigenschaften vs. Schwächere Punkte
| Beste Eigenschaften | Schwächere Punkte |
|---|---|
| Schönes Design & Materialien | Zu hecklastig mit aufgesetzter Kappe |
| Glatte, zuverlässige Feder (meist) | Die Feder quietscht beim Schreiben |
| Ausgezeichnete Verarbeitungsqualität | Tinte trocknet schnell aus |
| Sicherer Kappenverschluss & Posting | Nicht optimal für schnelles Schreiben |
Fazit
Duke stellt eine breite Palette von Stiften her, mit unterschiedlicher Qualität und Preisgestaltung. Wir haben viele ihrer Designs im Bereich von 125 bis 150 Dollar gesehen, obwohl die meisten ihrer Stifte irgendwo zwischen 17 und 35 Dollar liegen. Sie produzieren auch eine preisgünstigere Linie namens Uranus. Ein früheres Review des Uranus M25 ergab, dass dieser ein eher minderwertiger Stift war (schlechte Verarbeitung, spritzt Tinte beim Abnehmen der Kappe). Ob dies für die gesamte Uranus-Linie typisch ist, wissen wir nicht, aber der Duke 116 ist definitiv ein Schreibgerät von höherem Kaliber.
Der Duke 116 ist ein sehr schöner Füllfederhalter, der gut verarbeitet ist und trotz kleiner Eigenheiten sehr ordentlich schreibt. Obwohl er teurer ist als viele andere chinesische Stifte, besteht er auch aus besseren Materialien. Und Duke investiert offensichtlich mehr Ressourcen in Design und Qualitätskontrolle. Duke ist eine Marke, die wir weiterhin im Auge behalten werden, und wir sind sicher, dass dies nicht der letzte Stift dieser Marke sein wird, den wir testen.
Mit einer Gesamtbewertung von 21/25 Punkten ist der Duke 116 eine interessante Option für Sammler und Nutzer, die Wert auf Design und Verarbeitung legen und bereit sind, kleinere Kompromisse bei der reinen Schreibleistung einzugehen, insbesondere im Hinblick auf das Austrocknen und das Quietschen der Feder.
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