Ist Strauss eine deutsche Marke?

Engelbert Strauss: Produktion & Nachhaltigkeit

06/08/2016

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engelbert strauss ist weit mehr als nur ein Anbieter von Arbeitskleidung. Die Marke steht für Funktionalität, Design und zunehmend auch für Nachhaltigkeit. Doch wo werden die beliebten Produkte hergestellt, die sowohl auf Baustellen als auch im Alltag getragen werden? Diese Frage führt uns auf eine Reise über verschiedene Kontinente und lässt uns einen Blick hinter die Kulissen der globalen Produktion werfen.

Wo lässt engelbert strauss herstellen?
engelbert strauss hat ein Entwicklungszentrum für Arbeitskleidung im ländlichen Süden Bangladeschs gebaut. Der Campus Chittagong bildet zusammen mit der CI Factory am Distelrasen ein Produktionstandem für individualisierte Berufsbekleidung.

Das Unternehmen, gegründet 1948, hat sich zu einem internationalen Player entwickelt, dessen Umsatz auf weit über eine Milliarde Euro geschätzt wird. Der Großteil des Geschäfts, rund 90 Prozent, wird über den eigenen Online-Shop abgewickelt. Die Produkte von engelbert strauss werden weltweit in 27 Ländern hergestellt.

Übersicht

Globale Präsenz: Woher kommt die Workwear?

Die Produktionsstrategie von engelbert strauss ist global ausgerichtet. Während ein Teil der Fertigung in Europa stattfindet, kommt der Hauptanteil der Produkte aus Partnerbetrieben in Asien. Diese breite Aufstellung ermöglicht es dem Unternehmen, auf unterschiedliche Kapazitäten und Spezialisierungen zurückzugreifen.

Laut Unternehmensangaben wird mehr als die Hälfte der engelbert-strauss-Bekleidung in drei spezifischen asiatischen Ländern gefertigt: in Bangladesch, Laos und Vietnam. Diese Länder haben sich zu Schlüsselstandorten für die Marke entwickelt. Daneben zählen auch China, Myanmar und die Türkei zu weiteren wichtigen Fertigungsregionen für engelbert strauss.

Die Entscheidung für diese globalen Standorte basiert auf einer Kombination aus Faktoren wie vorhandener textiler Infrastruktur, Fachkräften und der Möglichkeit, spezielle Produktionsanforderungen zu erfüllen.

Bangladesch: Ein wichtiger Produktionsstandort im Fokus

Besonders hervorzuheben ist die Rolle Bangladeschs. Das Land ist für engelbert strauss zum wichtigsten Herstellungsland avanciert. Seit 2012 lässt das Unternehmen dort auch anspruchsvolle Produkte wie Cargohosen und hochwertige Winterjacken fertigen. Diese Verlagerung komplexerer Produkte in ein Land, das sich wirtschaftlich noch in der Entwicklung befindet, ist laut engelbert strauss ein Grund für Stolz und zeigt das Vertrauen in die dortigen Partner und die Entwicklung der Produktionskapazitäten.

Über die Jahre hat engelbert strauss enge und vertrauensvolle Partnerschaften mit Produktionsbetrieben in Bangladesch aufgebaut. Gemeinsame Investitionen in Technologie und die Ausbildung von Mitarbeitenden haben dazu beigetragen, das Niveau der Fertigung vor Ort signifikant zu steigern. Diese langjährige Zusammenarbeit und Konstanz werden als entscheidend angesehen, um tatsächlich positive Veränderungen und einen echten Impact in den Produktionsländern zu erzielen.

Die transparente Kommunikation über die Herkunft der Produkte ist dem Unternehmen wichtig, was sich auch im Slogan „Proudly made in Bangladesh“ widerspiegelt. Dies ist ein bewusstes Statement, das die Wertschätzung für die Arbeit und die Fortschritte in diesem Land zum Ausdruck bringt.

Nachhaltigkeit im Fokus: Mehr als nur Produktion

Für engelbert strauss ist nachhaltiges Wirtschaften ein grundlegender Bestandteil des unternehmerischen Selbstverständnisses. Es bedeutet, ökonomische, ökologische und soziale Aspekte in Einklang zu bringen und nachfolgenden Generationen die gleichen Grundlagen und Entwicklungsmöglichkeiten zu sichern. Dieses Engagement geht über die reine Einhaltung von Produktionsstandards hinaus.

Das Unternehmen engagiert sich aktiv in seinen Produktionsländern, insbesondere in Bangladesch, um einen sinnvollen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Ein zentrales Element dieses Engagements ist die Förderung von Bildung. engelbert strauss ist überzeugt, dass die Vermittlung von Wissen das größte Potenzial für nachhaltige Veränderung bietet.

Ein konkretes Beispiel ist die Einrichtung eines Lehrstuhls für Nachhaltigkeit und textile Innovation an der Ahsanullah University of Science and Technology (AUST) in Dhaka, der vom Unternehmen mitfinanziert wird. Ziel ist es, zukünftige Entscheider im Textilsektor auszubilden und Lösungskonzepte für nachhaltigeres Wirtschaften zu entwickeln, die soziale und ökologische Aspekte entlang des gesamten Produktlebenszyklus berücksichtigen – vom Design über die Materialbeschaffung und Produktion bis hin zu Re-Use und Recycling.

Ein weiteres Leuchtturmprojekt ist der geplante Campus in Chittagong, der als weltweit erste Workwear Academy konzipiert ist. Hier sollen Nachwuchskräfte aus aller Welt und lokale Trainees gemeinsam lernen, forschen und die Arbeitskleidung der Zukunft mit den neuesten Verarbeitungstechnologien entwickeln. Der Campus ist eng mit der Hochschulkooperation verbunden, wobei Lehrpersonen nach dem „Training of Trainers“-Prinzip geschult werden, um ihr Wissen weiterzugeben. Dieser Campus soll auch ein Ort des Dialogs mit Stakeholdern, NGOs und Journalisten sein – ein „begehbarer Sozialbericht“.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit ist auch bei den Endkunden angekommen. Das CSR-Team von engelbert strauss beantwortet seit vielen Jahren Fragen zu Produkten, Produktion und deren Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft.

Die Philosophie hinter der Marke: Funktionalität trifft Design

engelbert strauss hat es geschafft, Arbeitskleidung nicht nur funktional, sondern auch modisch ansprechend zu gestalten. Der „Anpacker-Spirit“ der Marke spricht auch Menschen außerhalb handwerklicher Berufe an. Die Workwear wird als mehr als nur zweckmäßige Kleidung verstanden; sie ist ein Werkzeug und eine Art „Superhelden-Uniform“, die das Potenzial des Trägers hervorheben soll. Design spielt dabei eine entscheidende Rolle für die Identitätsstiftung bei der Zielgruppe der „Macherinnen und Macher“.

Die Kollektionen integrieren technologischen Fortschritt, Zeitgeist und Geschmack. Es geht nicht mehr nur darum, eine Schlaufe für den Hammer anzunähen. Die Kleidung soll „nach vorne gehen“ und den Stil einer ganzen Branche prägen. Dabei bleibt die Funktionalität das Hauptkriterium, das Kunden von engelbert strauss erwarten.

Innovation und Zukunft der Arbeitskleidung

Die Arbeitswelt wird zunehmend technologiegetrieben, was sich auch auf die Anforderungen an die Arbeitskleidung auswirkt. engelbert strauss betrachtet seine Arbeitshosen als eine Art Werkzeugkasten für den Arbeiter der Zukunft und denkt über spezielle Lösungen für neue Technologien nach, wie etwa Taschen für falt- und rollbare Displays.

Auch Corporate Identity (CI) spielt eine immer größere Rolle. Unternehmen möchten ihre Mitarbeiter als Markenbotschafter ausstatten. engelbert strauss investiert in seine CI Factory, um neue Customizing-Möglichkeiten anzubieten, wie zum Beispiel personalisierte Arbeitsschuhe mit individuellen Farben, Materialien und Logos. Aber auch der einzelne Träger möchte durch seine Kleidung seinen professionellen Anspruch und sein Qualitätsverständnis ausdrücken.

Trotz des wachsenden Fokus auf Design und Individualisierung bleiben die klassischen Qualitätsmerkmale wie Abrieb- und Reißfestigkeit, Elastizität, Atmungsaktivität und Tragekomfort im Arbeitsalltag entscheidend und beeinflussen weiterhin das Design. Die etablierte Produktkompetenz von engelbert strauss hat sogar das Interesse von High-Fashion-Labels geweckt, die die Workwear als „textiles Zitat“ nutzen wollten. engelbert strauss setzt jedoch auf die eigenen kreativen Kräfte.

Um die Verbindung von Funktion und Fashion weiter zu fördern und handwerkliche Dimensionen sowie den Funktionsgedanken des Modemachens zu schärfen, hat engelbert strauss den Sonderpreis Workwear Couture beim European Fashion Award FASH ins Leben gerufen. Damit sollen Schneiderkünstler und Designer gefördert und an neue Verarbeitungstechniken wie digitales Prototyping und Laser Lab-Technologien herangeführt werden. Dies könnte auch dazu beitragen, die Marke als attraktiven Arbeitgeber im Kampf um Fachkräfte zu positionieren.

Häufig gestellte Fragen zur engelbert strauss Produktion

  • Wo lässt engelbert strauss seine Produkte hauptsächlich herstellen?
    Mehr als die Hälfte der Bekleidung wird in Partnerbetrieben in Bangladesch, Laos und Vietnam gefertigt. Weitere wichtige Standorte sind China, Myanmar und die Türkei. Insgesamt lässt engelbert strauss in 27 Ländern weltweit produzieren.
  • Ist Bangladesch ein wichtiger Produktionsstandort für engelbert strauss?
    Ja, Bangladesch ist zum wichtigsten Herstellungsland für engelbert strauss geworden. Dort werden seit 2012 auch anspruchsvolle Produkte wie Cargohosen und Winterjacken gefertigt. Das Unternehmen ist stolz auf die Entwicklung der Partnerschaften und Investitionen in Technologie und Ausbildung vor Ort.
  • Engagiert sich engelbert strauss für Nachhaltigkeit in den Produktionsländern?
    Ja, das Unternehmen engagiert sich über die reinen Produktionsaufträge hinaus für soziale und ökologische Nachhaltigkeit. Ein Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Bildung, unter anderem durch die Unterstützung eines Lehrstuhls in Dhaka und den Aufbau der Workwear Academy in Chittagong.
  • Was ist die Workwear Academy in Chittagong?
    Die geplante Workwear Academy soll die weltweit erste ihrer Art werden. Sie ist als Campus konzipiert, auf dem Nachwuchskräfte und lokale Trainees gemeinsam lernen, forschen und die Zukunft der Arbeitskleidung mit modernen Technologien gestalten. Sie dient auch als Ort des Dialogs über Sozialstandards.
  • Wie wichtig sind Design und Funktionalität für engelbert strauss?
    Beide Aspekte sind von zentraler Bedeutung. Funktionalität ist ein Grundpfeiler und wird von den Kunden erwartet, während Design die Kleidung zu einem Werkzeug macht, Identität stiftet und den Stil der Branche prägt.

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