02/10/2018
Fühlen Sie sich nach einem langen Arbeitstag oft verspannt oder müde? Leiden Sie unter Rückenschmerzen oder Nackenverspannungen? Möglicherweise liegt die Ursache in einem nicht optimal eingerichteten Arbeitsplatz. Die Gestaltung Ihres Arbeitsumfelds hat einen enormen Einfluss auf Ihre körperliche und geistige Gesundheit, Ihr Wohlbefinden und letztlich auch auf Ihre Leistungsfähigkeit.

Der Schlüssel zu einem schmerzfreien und produktiven Arbeitsalltag ist die Ergonomie. Doch was bedeutet das eigentlich und wie können Sie Ihren Arbeitsplatz – egal ob im Büro oder Homeoffice – ergonomisch gestalten? Dieser Artikel führt Sie Schritt für Schritt durch die wichtigsten Aspekte und zeigt Ihnen, wie Sie schon mit kleinen Anpassungen große Effekte erzielen können.
- Was versteht man unter Ergonomie am Arbeitsplatz?
- Warum ist Ergonomie am Arbeitsplatz so wichtig?
- Gesetzliche Pflichten des Arbeitgebers
- Checkliste: Das brauchst du für einen ergonomischen Arbeitsplatz
- Vergleich: Ergonomisch vs. Nicht-Ergonomisch
- Trends und neue Technologien
- Häufig gestellte Fragen (FAQs)
- Fazit: Schon kleine Veränderungen haben große Wirkung
Was versteht man unter Ergonomie am Arbeitsplatz?
Ergonomie am Arbeitsplatz ist die Wissenschaft von der Gestaltung der Arbeitsumgebung so, dass sie optimal an die Bedürfnisse des Menschen angepasst ist. Das Ziel ist es, eine Arbeitsumgebung zu schaffen, die gesundheitliche Belastungen minimiert und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit unterstützt.
Im Wesentlichen bedeutet Ergonomie, dass Möbel, Geräte und Arbeitsabläufe so konzipiert und angeordnet sind, dass sie zu Ihrem Körper passen, anstatt dass Sie Ihren Körper an sie anpassen müssen. Ein ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz hilft, Fehlhaltungen zu vermeiden, die zu Schmerzen, Verspannungen und langfristigen Schäden am Bewegungsapparat führen können. Es geht darum, eine natürliche und entlastende Körperhaltung während der Arbeit zu ermöglichen.
Ein ganzheitlicher Ansatz zur Ergonomie am Arbeitsplatz berücksichtigt nicht nur die physische Ausstattung, sondern auch Aspekte wie Beleuchtung, Raumklima und sogar die Arbeitsorganisation, die regelmäßige Bewegung und Pausen ermöglicht.
Beispiele für die Ausstattung eines ergonomischen Arbeitsplatzes
Die richtige Ausstattung bildet die Basis für ergonomisches Arbeiten. Dazu gehören:
- Ein individuell anpassbarer Bürostuhl
- Ein Schreibtisch mit passender Höhe (idealerweise höhenverstellbar)
- Ergonomische Eingabegeräte wie Maus und Tastatur
- Ein richtig positionierter und eingestellter Bildschirm
- Unterstützende Hilfsmittel wie Handballenauflagen oder Fußstützen
- Angemessene Beleuchtung
- Ein angenehmes Raumklima (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Belüftung)
- Pflanzen zur Verbesserung der Luftqualität
Wichtig zu wissen: Sie benötigen nicht zwingend die teuerste Spezialausstattung. Oft lassen sich schon mit vorhandenen Mitteln und der richtigen Einstellung große Verbesserungen erzielen.
Warum ist Ergonomie am Arbeitsplatz so wichtig?
Die moderne Arbeitswelt ist oft von langen Stunden im Sitzen geprägt. Viele Menschen verbringen einen Großteil ihres Tages vor dem Bildschirm. Diese sitzende Tätigkeit, oft in ungünstiger Haltung, kann schwerwiegende negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben.
Eine schlechte Ergonomie kann zu einer Vielzahl von Beschwerden führen, darunter:
- Rückenschmerzen
- Nacken- und Schulterverspannungen
- Kopfschmerzen
- Probleme mit Handgelenken und Armen (z. B. Karpaltunnelsyndrom)
- Augenbelastung und trockene Augen
- Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten
Diese Beschwerden beeinträchtigen nicht nur Ihr persönliches Wohlbefinden, sondern können auch Ihre Produktivität am Arbeitsplatz erheblich mindern. Wer ständig Schmerzen hat oder unter Ermüdung leidet, kann sich schlechter konzentrieren, macht mehr Fehler und ist insgesamt weniger leistungsfähig.
Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber
Ein ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz bietet Vorteile für beide Seiten:
Für Arbeitnehmer:
- Weniger körperliche Beschwerden und Schmerzen
- Höheres Wohlbefinden und mehr Komfort bei der Arbeit
- Gesteigerte Konzentration und Leistungsfähigkeit
- Reduziertes Risiko für langfristige Gesundheitsprobleme
- Mehr Energie und weniger Müdigkeit am Ende des Tages
Für Arbeitgeber:
- Reduzierung krankheitsbedingter Fehltage
- Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit und -motivation
- Erhöhung der Produktivität und Effizienz
- Verbesserung der Arbeitsqualität
- Positives Unternehmensimage als fürsorglicher Arbeitgeber
Studien belegen eindrucksvoll die positiven Effekte. Eine Analyse des Fraunhofer Instituts zeigte beispielsweise, dass ergonomische Maßnahmen krankheitsbedingte Fehltage um durchschnittlich 52 % reduzieren und die Produktivität um durchschnittlich 25 % steigern können. Investitionen in die Ergonomie zahlen sich also sowohl menschlich als auch wirtschaftlich aus.
Gesetzliche Pflichten des Arbeitgebers
In Deutschland ist die Bereitstellung eines sicheren und gesundheitsgerechten Arbeitsplatzes nicht nur eine Frage des guten Willens, sondern eine gesetzliche Verpflichtung des Arbeitgebers. Das Arbeitsschutzgesetz bildet hierfür die Grundlage. Es verpflichtet Arbeitgeber, die notwendigen Maßnahmen zur Verhütung von Unfällen und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren zu treffen.
Konkretere Anforderungen an die Gestaltung von Arbeitsplätzen finden sich in der sogenannten Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) und ihrem Anhang. Diese Verordnung enthält spezifische Vorgaben, die auch die Ergonomie betreffen, insbesondere für Bildschirmarbeitsplätze. Einige Beispiele aus der ArbStättV:
- Es muss ausreichend Raum für wechselnde Arbeitshaltungen und -bewegungen vorhanden sein.
- Bildschirmgeräte müssen ergonomisch angeordnet sein, falls mehrere genutzt werden.
- Tastaturen müssen vom Bildschirm getrennt und neigbar sein.
- Vor der Tastatur muss eine Fläche zum Auflegen der Handballen vorhanden sein.
Der Begriff „ergonomisch“ im Gesetz bedeutet in der Regel, dass die Arbeitsmittel an den Menschen anpassbar sein müssen. Ein Bürostuhl muss also beispielsweise in der Höhe verstellbar sein, um ihn an die Körpergröße anzupassen. Dies bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass der Arbeitgeber verpflichtet ist, die teuerste oder modernste ergonomische Ausstattung wie einen höhenverstellbaren Schreibtisch bereitzustellen, solange die grundlegenden Anforderungen an Anpassbarkeit und gesunde Haltung erfüllt werden können.
Arbeitgeber sind zudem verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen, bei der auch ergonomische Risiken am Arbeitsplatz bewertet werden müssen. Daraus ergeben sich dann konkrete Maßnahmen, die umzusetzen sind.
Checkliste: Das brauchst du für einen ergonomischen Arbeitsplatz
Einen ergonomischen Arbeitsplatz einzurichten ist oft einfacher als gedacht. Mit dieser detaillierten Checkliste können Sie Ihren Arbeitsplatz systematisch überprüfen und optimieren:
Der richtige Bürostuhl und seine Einstellung
Der Bürostuhl ist das zentrale Element eines ergonomischen Arbeitsplatzes, da er die Basis für Ihre Sitzhaltung bildet. Ein guter ergonomischer Stuhl ist individuell anpassbar und unterstützt Ihren Körper optimal.
- Die richtige Sitzhöhe einstellen: Stellen Sie die Sitzhöhe so ein, dass Ihre Füße flach auf dem Boden stehen und Ihre Knie in einem Winkel von etwa 90 Grad oder etwas mehr gebeugt sind. Ihre Oberschenkel sollten parallel zum Boden verliegen. Wenn Ihre Füße den Boden nicht erreichen, nutzen Sie eine Fußstütze. Dies entlastet die Knie und fördert eine gute Durchblutung der Beine.
- Die Sitztiefe anpassen: Zwischen der Vorderkante des Sitzes und Ihren Kniekehlen sollte etwa eine Handbreit Platz sein (ca. 3–4 Finger). So vermeiden Sie Druck auf die Kniekehlen und fördern die Durchblutung der Beine. Viele Stühle erlauben das Verschieben der Sitzfläche nach vorne oder hinten.
- Die Sitzneigung einstellen: Eine leichte Neigung der Sitzfläche nach vorne kann das Becken aufrichten und eine aufrechtere Haltung fördern. Achten Sie darauf, dass Sie dabei nicht vom Stuhl rutschen. Eine Neigung nach hinten (oft in Verbindung mit der Rückenlehne) ermöglicht dynamisches Sitzen.
- Die Rückenlehne richtig nutzen: Die Rückenlehne sollte Ihre Wirbelsäule in ihrer natürlichen S-Form unterstützen. Stellen Sie den Anlehndruck so ein, dass die Lehne Ihnen Halt gibt, aber dennoch ein dynamisches Sitzen ermöglicht, bei dem Sie sich leicht vor- und zurücklehnen können. Die Lehne sollte idealerweise bis zu den Schulterblättern reichen.
- Die Lordosenstütze positionieren: Viele ergonomische Stühle verfügen über eine Lordosenstütze, ein speziell geformtes oder verstellbares Element im unteren Rückenbereich. Positionieren Sie diese so, dass sie Ihre natürliche Lendenwirbelkrümmung im Bereich des Gürtels unterstützt. Das hilft, das Becken aufzurichten und ein „Einsacken“ im unteren Rücken zu verhindern.
- Armlehnen einstellen: Stellen Sie die Höhe der Armlehnen so ein, dass Ihre Unterarme bequem darauf aufliegen, während Ihre Schultern entspannt sind. Die Armlehnen sollten idealerweise auf gleicher Höhe oder leicht unter der Schreibtischhöhe sein, damit Sie nah genug an den Tisch heranrücken können. Verstellbare Armlehnen, die sich auch in Breite und Tiefe anpassen lassen, bieten zusätzlichen Komfort und Entlastung für Schultern und Nacken.
- Nackenstütze (falls vorhanden) einstellen: Eine Nackenstütze ist besonders nützlich, wenn Sie oft in einer zurückgelehnten Position arbeiten oder Pausen machen. Stellen Sie sie so ein, dass Ihr Kopf bequem und entspannt aufliegt und Ihr Nacken unterstützt wird.
Der richtige Schreibtisch und die Arbeitsfläche
Auch der Schreibtisch spielt eine wichtige Rolle für eine gute Haltung.
- Die richtige Schreibtischhöhe: Die ideale Höhe des Schreibtisches hängt von Ihrer Körpergröße und der Einstellung Ihres Stuhls ab. Wenn Sie aufrecht sitzen, sollten Ihre Unterarme im 90-Grad-Winkel zum Oberarm liegen und bequem auf der Arbeitsfläche oder den Armlehnen aufliegen können, ohne die Schultern hochziehen zu müssen. Eine Faustregel besagt, dass die Schreibtischoberfläche etwa in Ellenbogenhöhe sein sollte.
- Höhenverstellbare Schreibtische: Diese Tische ermöglichen es Ihnen, zwischen Sitzen und Stehen zu wechseln. Dies ist eine der effektivsten Maßnahmen für ergonomisches Arbeiten, da es langes, ununterbrochenes Sitzen vermeidet und Bewegung fördert.
- Arbeitsfläche organisieren: Ordnen Sie häufig benötigte Gegenstände (Tastatur, Maus, Notizblock, Stifte, Telefon) in unmittelbarer Reichweite an, sodass Sie sich nicht verrenken oder strecken müssen. Selten genutzte Dinge gehören weiter weg.
Bildschirm und Zubehör
Die Position und Einstellung Ihres Monitors sind entscheidend, um Nacken- und Augenprobleme zu vermeiden.

- Standort des Bildschirms: Platzieren Sie den Bildschirm direkt vor sich, um eine seitliche Verdrehung des Kopfes zu vermeiden. Der optimale Abstand zum Bildschirm beträgt etwa eine Armlänge (ca. 50-80 cm, je nach Bildschirmgröße).
- Höhe des Bildschirms: Die Oberkante des Bildschirms sollte sich auf oder leicht unter Augenhöhe befinden. Wenn Sie geradeaus schauen, sollte Ihr Blick auf die obere Bildschirmzeile oder leicht darunter fallen. Dies fördert eine leichte Neigung des Kopfes nach unten, was für den Nacken entlastend ist. Nutzen Sie ggf. einen Monitorständer oder Laptop-Halter, um die richtige Höhe zu erreichen.
- Ausrichtung zum Fenster: Positionieren Sie Ihren Arbeitsplatz idealerweise im rechten Winkel zum Fenster, um Blendeffekte durch direktes Sonnenlicht oder starke Helligkeitsunterschiede zu vermeiden, die die Augen schnell ermüden.
- Bildschirm-Einstellungen: Passen Sie Helligkeit und Kontrast des Monitors an die Umgebungsbeleuchtung an. Die Helligkeit sollte etwa der Helligkeit eines weißen Blattes Papier unter den gegebenen Lichtverhältnissen entsprechen. Nutzen Sie, wenn möglich, einen Blaulichtfilter, besonders in den Abendstunden, um die Augen zu schonen und den Schlaf nicht zu beeinträchtigen. Achten Sie auf eine angenehme Schriftgröße.
- Konzepthalter: Wenn Sie häufig von Papierdokumenten ablesen, verwenden Sie einen Konzepthalter, um diese auf Augenhöhe neben dem Bildschirm zu positionieren. Das verhindert ständiges Auf- und Abblicken und schont den Nacken.
Eingabegeräte: Tastatur und Maus
Auch Tastatur und Maus können bei falscher Handhabung zu Beschwerden führen.
- Ergonomische Tastatur: Eine ergonomische Tastatur kann helfen, die Belastung auf Handgelenke und Unterarme zu reduzieren. Es gibt geteilte oder geneigte Modelle, die eine natürlichere Haltung der Hände ermöglichen. Achten Sie darauf, dass die Tastatur flach auf dem Tisch liegt oder leicht nach vorne geneigt ist, um ein Abknicken der Handgelenke nach oben zu vermeiden.
- Ergonomische Maus: Eine ergonomische Maus ist so geformt, dass sie eine natürlichere Haltung der Hand und des Handgelenks unterstützt, oft in einer vertikalen Position. Testen Sie verschiedene Modelle, um die für Ihre Hand passende Form und Größe zu finden. Positionieren Sie die Maus nah an der Tastatur, um unnötige Reichweiten zu vermeiden.
- Handballenauflage: Eine Handballenauflage vor der Tastatur kann die Handgelenke beim Tippen unterstützen. Achten Sie darauf, dass die Auflage nicht zu hoch ist und die Handgelenke nicht nach oben abknickt. Die Auflage sollte die Handballen und nicht die Handgelenke stützen.
Arbeitsumgebung und Gewohnheiten
Ergonomie geht über Möbel und Geräte hinaus. Auch Ihr Verhalten und die Umgebung sind wichtig.
- Beleuchtung: Sorgen Sie für ausreichende, aber nicht blendende Beleuchtung. Eine Mischung aus Tageslicht und künstlichem Licht ist ideal. Vermeiden Sie Flimmern von Lampen. Die Beleuchtung sollte gleichmäßig sein und Schatten auf der Arbeitsfläche vermeiden.
- Raumklima: Achten Sie auf eine angenehme Raumtemperatur (ideal sind 20-22°C) und eine ausreichende Luftfeuchtigkeit (40-60%). Regelmäßiges Lüften sorgt für frische Luft und beugt Müdigkeit vor.
- Pflanzen: Zimmerpflanzen können das Raumklima verbessern, Schadstoffe filtern und das allgemeine Wohlbefinden steigern.
- Dynamisches Sitzen: Wechseln Sie häufig Ihre Sitzposition. Nutzen Sie die Funktionen Ihres Stuhls (Neigung, Lehne), um sich immer wieder anders hinzusetzen. Kein Stuhl ist so gut, dass man stundenlang regungslos darauf sitzen sollte.
- Pausen einlegen: Integrieren Sie regelmäßige kurze Pausen (z. B. alle 60-90 Minuten). Stehen Sie auf, gehen Sie ein paar Schritte, dehnen Sie sich. Kurze Bewegungseinheiten sind Balsam für den Körper.
- Im Stehen arbeiten: Wenn Sie die Möglichkeit haben (z. B. mit einem höhenverstellbaren Schreibtisch), wechseln Sie zwischen Sitzen und Stehen. Das entlastet die Wirbelsäule, aktiviert den Kreislauf und kann die Konzentration fördern.
- Augen schonen: Gönnen Sie Ihren Augen regelmäßige Pausen. Schauen Sie alle 20 Minuten für 20 Sekunden in die Ferne (mindestens 6 Meter). Erinnern Sie sich bewusst ans Blinzeln, um trockenen Augen vorzubeugen.
Vergleich: Ergonomisch vs. Nicht-Ergonomisch
Um die Vorteile greifbar zu machen, hier ein einfacher Vergleich:
| Aspekt | Nicht-Ergonomischer Arbeitsplatz | Ergonomischer Arbeitsplatz |
|---|---|---|
| Haltung | Oft gekrümmt, einseitig, starr | Aufrecht, unterstützt, wechselnd (dynamisch) |
| Belastung | Hohe Belastung für Rücken, Nacken, Gelenke | Minimierte Belastung, gleichmäßige Verteilung |
| Beschwerden | Häufig Schmerzen, Verspannungen, Müdigkeit | Deutlich weniger Beschwerden, höheres Wohlbefinden |
| Energielevel | Schnelle Ermüdung, Konzentrationsverlust | Länger fit, bessere Konzentration |
| Produktivität | Potenziell niedriger, mehr Fehler | Gesteigert, effizienter |
| Gesundheit | Erhöhtes Risiko für langfristige Probleme | Reduziertes Risiko, bessere Langzeitgesundheit |
Trends und neue Technologien
Der Bereich der Ergonomie am Arbeitsplatz entwickelt sich ständig weiter. Neue Technologien und Produkte sollen das Arbeiten noch gesünder gestalten.
- Körperhaltungssensoren: Kleine Sensoren, die an Kleidung oder Stuhl befestigt werden, können Ihre Haltung überwachen und Ihnen Feedback geben, wenn Sie eine ungünstige Position einnehmen. Dies kann helfen, Bewusstsein für die eigene Haltung zu schaffen und langfristig gesündere Gewohnheiten zu etablieren.
- Blaulichtfilter-Brillen: Diese Brillen sollen das blaue Licht von Bildschirmen filtern und so Augenbelastung reduzieren und den Schlaf verbessern. Während viele Optiker solche Gläser anbieten, ist die wissenschaftliche Evidenz für ihren Nutzen noch nicht abschließend geklärt.
- Ergonomische Software und Apps: Es gibt Programme und Apps, die Sie an regelmäßige Pausen erinnern, Ihnen kurze Übungen vorschlagen oder Tipps zur optimalen Einstellung Ihres Arbeitsplatzes geben. Beispiele sind Break Pro oder spezielle Ergonomie-Apps.
- Smart Furniture: Möbelstücke, die sich per App steuern lassen, sich an gespeicherte Nutzerprofile anpassen oder sogar integrierte Sensoren zur Haltungserkennung haben.
Diese Trends zeigen, dass das Thema Ergonomie zunehmend in den Fokus rückt und Technologie unterstützende Funktionen bieten kann. Doch auch ohne High-Tech lässt sich schon viel bewirken.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Hier beantworten wir einige der häufigsten Fragen zum Thema ergonomischer Arbeitsplatz:
F: Was ist das Allerwichtigste für einen ergonomischen Arbeitsplatz?
A: Das Wichtigste ist eine gute Sitzhaltung und die Möglichkeit, diese regelmäßig zu wechseln (dynamisches Sitzen). Ein richtig eingestellter Bürostuhl in Kombination mit einem passenden Schreibtisch bildet dafür die Grundlage. Regelmäßige Bewegungspausen sind ebenfalls essentiell.
F: Muss mein Arbeitgeber einen höhenverstellbaren Schreibtisch bereitstellen?
A: Nicht zwingend. Das Gesetz verlangt, dass Arbeitsmittel an den Nutzer anpassbar sind, um eine gesunde Haltung zu ermöglichen. Ein höhenverstellbarer Schreibtisch ist zwar eine sehr empfehlenswerte ergonomische Maßnahme, gehört aber nicht zur Mindestausstattung, die der Arbeitgeber in jedem Fall stellen muss, solange die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung erfüllt sind (z. B. anpassbare Stühle, ausreichender Platz).
F: Wie oft sollte ich Pausen machen?
A: Experten empfehlen kurze, aktive Pausen alle 60 bis 90 Minuten. Stehen Sie auf, bewegen Sie sich, lockern Sie Ihre Muskeln. Zusätzlich sollten Sie Ihre Augen alle 20 Minuten kurz entlasten, indem Sie in die Ferne schauen.
F: Was bedeutet dynamisches Sitzen?
A: Dynamisches Sitzen bedeutet, dass Sie Ihre Sitzposition häufig ändern. Nutzen Sie die Neigungsfunktionen Ihres Stuhls, sitzen Sie mal weiter vorne, mal weiter hinten. Ziel ist es, die Muskulatur aktiv zu halten und eine starre, ununterbrochene Haltung zu vermeiden.
F: Helfen ergonomische Mäuse und Tastaturen wirklich?
A: Ja, für viele Menschen können sie eine spürbare Entlastung bringen, insbesondere wenn sie bereits Beschwerden in Handgelenken oder Armen haben oder anfällig dafür sind. Es ist wichtig, das passende Modell zu finden, das gut in der Hand liegt und eine natürliche Haltung ermöglicht.
F: Reicht es aus, nur einen ergonomischen Stuhl zu haben?
A: Ein ergonomischer Stuhl ist ein sehr wichtiger Baustein, aber nicht der einzige. Die Kombination aus Stuhl, Tisch, Bildschirmposition und regelmäßigen Bewegungspausen macht einen Arbeitsplatz wirklich ergonomisch. Auch die Beleuchtung und das Raumklima spielen eine Rolle.
Fazit: Schon kleine Veränderungen haben große Wirkung
Die Gestaltung eines ergonomischen Arbeitsplatzes ist eine Investition in Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden. Sie müssen nicht sofort Ihren gesamten Arbeitsplatz neu einrichten. Schon kleine Anpassungen können eine spürbare Verbesserung bringen. Beginnen Sie mit der richtigen Einstellung Ihres Bürostuhls und der Positionierung Ihres Bildschirms. Integrieren Sie regelmäßige Pausen und Bewegung in Ihren Arbeitsalltag. Das sind einfache, kostengünstige Maßnahmen, die sofort umsetzbar sind.
Spezielle ergonomische Hilfsmittel wie Fußstützen, Handballenauflagen oder Laptophalter können ebenfalls sehr nützlich sein. Und wenn Sie die Möglichkeit haben, ist ein höhenverstellbarer Schreibtisch eine hervorragende Ergänzung, um langes Sitzen zu vermeiden.
Denken Sie daran: Ihr Körper ist Ihr wichtigstes Arbeitsmittel. Ihn gut zu behandeln, ist die beste Voraussetzung für konzentriertes, leistungsfähiges und vor allem gesundes Arbeiten.
Machen Sie heute noch den ersten Schritt zu Ihrem ergonomischeren Arbeitsplatz – Ihr Rücken und Ihr Wohlbefinden werden es Ihnen danken!
Wenn du mehr spannende Artikel wie „Ergonomischer Arbeitsplatz: Gesund & Produktiv“ entdecken möchtest, schau doch mal in der Kategorie Bürobedarf vorbei!
