Ist Flip-Flop tragen gesund?

Flip-Flops: Mode-Trend oder Risiko?

04/06/2019

Rating: 3.98 (4508 votes)

Flip-Flops, auch bekannt als Zehentrenner, sind im Sommer eine der beliebtesten Schuharten. Sie stehen für Leichtigkeit, Freiheit und unkomplizierten Komfort. Doch hinter der scheinbaren Einfachheit verbirgt sich eine Debatte über ihre gesundheitlichen Auswirkungen und ihre Eignung für den Alltag. Sind diese luftigen Sandalen wirklich unbedenklich, oder bergen sie Risiken für unsere Füße und mehr?

Übersicht

Bequemlichkeit vs. Bedenken: Das Pro und Contra von Flip-Flops

Befürworter von Flip-Flops loben oft den hohen Tragekomfort, besonders an warmen Tagen. Sie sind schnell angezogen, lassen den Füßen Raum zum Atmen und sind in unzähligen Designs erhältlich, die nicht nur Kindern gefallen. Die einfache Handhabung und der oft geringe Preis machen sie zu einer attraktiven Wahl für Strand, Pool oder kurze Strecken.

Welches Material eignet sich am besten für Flip-Flops?
Gummi : Leicht, wasserdicht und einfach zu reinigen – die perfekte Wahl für Tage am Strand oder zum Entspannen am Pool. Leder: Bietet eine hochwertige Optik, ist äußerst strapazierfähig und eignet sich perfekt für Freizeitausflüge oder zum Kombinieren mit stylischen Sommeroutfits.

Doch die Kritikpunkte wiegen schwer. Einer der Hauptnachteile ist der mangelnde Halt. Flip-Flops bieten wenig Unterstützung und können dazu führen, dass man leicht umknickt oder stolpert. Dies erhöht das Verletzungsrisiko, insbesondere beim Laufen oder Toben. Zudem schützen sie den Fuß kaum vor spitzen Gegenständen, Scherben oder heißen Oberflächen. Die dünne Sohle bietet oft nur geringen Schutz und Dämpfung.

Auswirkungen auf die Fußgesundheit

Ein zentrales Thema in der Diskussion ist die Fußgesundheit. Herkömmliche Flip-Flops verfügen meist über kein oder nur ein sehr flaches Fußbett. Das bedeutet, dass sie den Fußbogen nicht ausreichend stützen. Langes oder häufiges Tragen kann dazu beitragen, bestehende Fußfehlstellungen wie Platt-, Senk- oder Spreizfüße zu verschlimmern oder deren Entstehung begünstigen. Langfristig können daraus chronische Beschwerden entstehen.

Eine Studie zeigte, dass sich die Gangart beim Tragen von Flip-Flops verändert. Die Stehzeit zwischen den Schritten verkürzt sich, und die Schritte werden kleiner. Auffällig ist auch das sogenannte „Festkrallen“ der Zehen. Um die Sandale am Fuß zu halten, spannen die Zehenmuskeln ständig an. Dies kann zu Überlastung, Ermüdung der Muskulatur, schmerzenden Fußsohlen oder sogar Krämpfen in Fuß und Zehen führen.

Materialien, Herstellung und versteckte Risiken

Flip-Flops werden oft aus Kunststoffen wie PVC, PVDC oder chlorierten Kunststoffen sowie aus Naturkautschuk oder Mischungen hergestellt. Um die Materialien weich und biegsam zu machen, werden Weichmacher zugesetzt. Die Riemen werden einfach durch Löcher in der Sohle gesteckt. Die Sohle selbst besteht manchmal aus geschäumtem Ethylenvinylacetat (EVA) zur Dämpfung und ist meist ein bis zwei Zentimeter dick.

Die Massenproduktion, oft in Asien, ermöglicht extrem niedrige Herstellungskosten im Centbereich. Dies erklärt den günstigen Preis, birgt aber auch Risiken. Tests haben gezeigt, dass bestimmte Materialien und Zusatzstoffe problematisch sein können.

Wie heißen Flip-Flops auf Deutsch?
Fälschlich werden manchmal auch Zehenstegsandalen aus Leder oder mit einem Korkfußbett (Birkenstock) als Flip-Flops bezeichnet. Flipflops sind jedoch durch die simple Bauweise und das wasserunempfindliche Kunststoff- oder Kautschuk-Material charakterisiert und sind nur eine Untergruppe der Zehenstegsandalen.

Chemische Belastung durch Flip-Flops

Eine Untersuchung der Zeitschrift Öko-Test und eine Stichprobenanalyse des WDR deckten auf, dass Flip-Flops Schadstoffe enthalten können. Weichmacher können sich durch Schweiß lösen und über die Haut in den Körper gelangen, wo sie potenziell Leber, Nieren sowie das Hormon- und Immunsystem schädigen können.

Bei der WDR-Analyse war die Hälfte der getesteten Paare mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belastet, teilweise in relativ hoher Konzentration. PAK gelten als krebserregend und werden über die Haut gut aufgenommen. Besonders Kinder gelten hier als empfindlich. Zudem wurden in einigen Modellen erhöhte Werte an Blei und Chrom gefunden. Diese Stoffe werden zwar weniger über die Haut aufgenommen, sind aber umweltschädlich. Auch Lösungsmittel und das hautreizende Acetophenon wurden nachgewiesen.

Neben chemischen Risiken besteht aufgrund der nicht atmungsaktiven Materialien und der mangelnden Schweißpufferung trotz der offenen Bauweise die Gefahr, an Fußpilz zu erkranken, besonders bei häufigem Tragen.

Flip-Flops im Straßenverkehr: Ein unterschätztes Risiko

Auch wenn das Tragen von Flip-Flops im Alltag toleriert wird, birgt es beim Autofahren erhebliche Gefahren. Eine Studie der Universität Lüneburg zeigte, dass die Reaktionszeiten bei überraschenden Bremsmanövern mit Flip-Flops deutlich länger waren als mit festem Schuhwerk. Dies entsprach im Schnitt einer Bremswegverlängerung von 2,5 Metern.

Besonders kritisch: Bei Fahrern mit Flip-Flops kam es zu Situationen, in denen die Füße bei Bremsungen zwischen den Pedalen hängen blieben, vom Pedal abrutschten oder das Pedal verfehlten. Etwa ein Drittel rutschte mindestens einmal vom Bremspedal ab, fast die Hälfte verfehlte das Pedal.

Rechtlich gesehen gibt es in Deutschland kein explizites Verbot für das Autofahren mit Flip-Flops oder barfuß. Bei einer Verkehrskontrolle droht kein Bußgeld. Kommt es jedoch zu einem Unfall und das ungeeignete Schuhwerk war mitursächlich, kann dies als Verstoß gegen die Sorgfaltspflicht gewertet werden. Dies kann zu Bußgeldern oder bei Personenschaden sogar zu strafrechtlichen Konsequenzen führen. In anderen Ländern wie Frankreich oder Spanien kann das Tragen von Flip-Flops beim Autofahren direkt mit hohen Bußgeldern geahndet werden.

Ist Flip-Flop tragen gesund?
Flip-Flops bieten in der Regel keine ausreichende Unterstützung für den Fußbogen, was zu Fußproblemen wie Plattfüßen oder Fehlstellungen führen kann, insbesondere wenn Kinder sie über längere Zeit tragen. Dies könnte langfristige Auswirkungen auf die Fußgesundheit haben und zu chronischen Beschwerden führen.

Für Berufskraftfahrer ist das Tragen von Fuß umschließendem Schuhwerk gemäß berufsgenossenschaftlicher Vorschriften (BGV D29) explizit vorgeschrieben.

Weitere Einschränkungen und Verbote

Interessanterweise gibt es auch Orte, an denen das Tragen von Flip-Flops gänzlich untersagt ist, wenn es um Sicherheit geht. Im italienischen Nationalpark Cinque Terre beispielsweise ist seit 2020 das Wandern mit Flip-Flops verboten. Zuwiderhandlungen können mit empfindlichen Bußgeldern zwischen 50 und 2500 Euro bestraft werden. Grund dafür war die Zunahme von Fußverletzungen bei Wanderern mit ungeeignetem Schuhwerk, die Bergungseinsätze erforderlich machten.

Die Geschichte und Namen der Zehentrenner

Zehenstegsandalen sind keine Erfindung der Neuzeit. Ihre Ursprünge reichen über 3000 Jahre zurück bis ins alte Ägypten. Auch in Japan gibt es mit den Zōri seit Jahrhunderten eine ähnliche Form der Fußbekleidung.

Es wird vermutet, dass die ersten Zehenstegsandalen aus Gummi in den 1950er Jahren in Japan entstanden und von dort aus die Welt eroberten. Eine andere Theorie sieht Brasilien als Ursprungsort der modernen Gummi-Flip-Flops. Der Begriff „Flip-Flop“ selbst entstand Ende der 1950er Jahre und ist onomatopoetisch – er ahmt das Geräusch nach, das die Sandalen beim Gehen machen. In englischsprachigen Ländern ist der Begriff eine allgemeine Beschreibung, während er in Deutschland als Marke geschützt ist.

Im Deutschen werden Flip-Flops umgangssprachlich oft als Badeschlappen, Badesandalen oder auch einfach Zehentrenner bezeichnet. In der Jugendsprache findet sich manchmal der Begriff Zehentanga. Früher waren auch Bezeichnungen wie Dianette gebräuchlich.

Welche 4 Arten von Flip-Flops gibt es?
Es gibt grundsätzlich vier Haupttypen von Latches und Flip-Flops: SR, D, JK und T. Die Hauptunterschiede zwischen diesen Flip-Flop-Typen liegen in der Anzahl ihrer Eingänge und in der Art und Weise, wie sie ihren Zustand ändern.

Was beim Kauf von Flip-Flops zu beachten ist

Wenn Sie sich entscheiden, Flip-Flops zu tragen, besonders wenn Sie Wert auf Komfort und eine gewisse Eignung legen, sollten Sie einige Punkte beachten:

  • Komfort steht an erster Stelle: Achten Sie auf ein gepolstertes Fußbett, eventuell aus EVA-Schaum oder Memory-Schaum. Einige Modelle bieten auch eine moderate Fußgewölbeunterstützung, was Fußermüdung reduzieren kann. Eine strukturierte Sohle kann Rutschfestigkeit bieten. Breite Riemen können bequemer sein und Reiben vermeiden.
  • Wahl des Materials: Gummi ist leicht, wasserfest und ideal für Strand und Pool. Leder bietet eine hochwertigere Optik und Haltbarkeit für lässige Alltagsoutfits. Synthetische Materialien sind oft eine kostengünstige und vielseitige Option.
  • Die richtige Passform: Messen Sie Ihre Füße und vergleichen Sie mit Größentabellen. Achten Sie darauf, dass der Fuß nicht über die Kante hinausragt, idealerweise mit etwa einem halben Zentimeter Platz an der Ferse. Kundenrezensionen können Hinweise darauf geben, ob die Größe passend ausfällt.
  • Haltbarkeit: Suchen Sie nach robuster Verarbeitung, verstärkten Sohlen und stabilen Riemen, besonders wenn Sie die Flip-Flops häufig nutzen möchten.
  • Stil und Vielseitigkeit: Wählen Sie ein Design, das zu Ihren geplanten Aktivitäten und Ihrem persönlichen Stil passt.
  • Bewertungen und Budget: Lesen Sie Erfahrungen anderer Käufer und setzen Sie sich ein Budget. Teurere Modelle versprechen oft bessere Materialien und Verarbeitung, aber auch günstigere Optionen können gut sein, wenn sie positive Bewertungen haben.
  • Nachhaltigkeit: Achten Sie, wenn gewünscht, auf Modelle aus recycelten oder biologisch abbaubaren Materialien.

Häufig gestellte Fragen

Wie heißen Flip-Flops auf Deutsch?

Im Deutschen werden Flip-Flops oft als Zehentrenner bezeichnet. Weitere umgangssprachliche Namen sind Badeschlappen, Badesandalen oder historisch auch Dianette. Der Begriff Flip-Flop ist in Deutschland als Marke geschützt, wird aber umgangssprachlich oft synonym verwendet.

Welches Material eignet sich am besten für Flip-Flops?

Das „beste“ Material hängt vom Verwendungszweck ab. Für Strand und Pool sind wasserfeste Materialien wie Gummi oder bestimmte Kunststoffe ideal. Für einen hochwertigeren Look im Alltag eignet sich Leder. Synthetische Materialien bieten oft einen guten Kompromiss aus Preis, Haltbarkeit und Komfort.

Fazit

Flip-Flops sind zweifellos eine bequeme und praktische Fußbekleidung für bestimmte Situationen wie den Besuch des Schwimmbads oder kurze Wege am Strand. Ihre Leichtigkeit und Luftigkeit sind an heißen Tagen angenehm. Allerdings sollte man sich der potenziellen Nachteile bewusst sein. Der mangelnde Halt, die fehlende Unterstützung des Fußgewölbes und die potenziellen chemischen Belastungen sind ernstzunehmende Punkte.

Für längere Gehstrecken, sportliche Aktivitäten oder Situationen, die Trittsicherheit erfordern (wie das Autofahren oder Wandern in unwegsamem Gelände), sind Flip-Flops ungeeignet. Sie können zu Fußproblemen führen und erhöhen das Verletzungsrisiko. Auch die potenziellen Schadstoffe in manchen Materialien sollten beim Kauf bedacht werden.

Die Entscheidung, Flip-Flops zu tragen, sollte daher bewusst getroffen werden, unter Abwägung von Komfort, geplanter Aktivität und potenziellen gesundheitlichen Auswirkungen. Sie sind eher als modisches Accessoire für bestimmte Gelegenheiten zu sehen denn als vollwertiger Schuh für den ganzen Tag. Achten Sie beim Kauf auf Qualität und Materialien, um Risiken zu minimieren und den bestmöglichen Komfort zu erzielen.

Wenn du mehr spannende Artikel wie „Flip-Flops: Mode-Trend oder Risiko?“ entdecken möchtest, schau doch mal in der Kategorie Bürobedarf vorbei!

Go up