11/05/2018
Der Anblick war ungewohnt und traurig zugleich: Leere Regale, verwaiste Tische und Glasvitrinen, wohin das Auge blickte. Absperrbänder markierten Bereiche, die einst voller Leben waren. Bunte Schilder verkündeten unmissverständlich das Ende: "Alles muss raus", "Wir schließen". Die Rolltreppen standen still, ein Symbol für den Stillstand in diesem einst so belebten Warenhaus.

Die Schließung in Essen am Limbecker Platz
Es war der letzte Tag für die traditionsreiche Karstadt-Filiale – die später unter dem Namen Galeria firmierte – am Limbecker Platz in Essen. Ein Tag, der das Ende einer Ära markierte. Udo Ehlscheidt aus Mettmann, ein langjähriger Kunde, blickte nachdenklich auf das verlassene Mobiliar im Kellergeschoss. Er schätzte das kompetente Personal und die familiäre Atmosphäre, die er hier fand. "Ob ich jetzt Kleidung oder Schmuck wollte – über die meisten Sachen konnte ich mich hier informieren. Man kam auch mit Mitarbeitern oder anderen Kunden ins Gespräch. Das gibt es aber kaum noch. Diese Warenhäuser sterben langsam aus. Leider!", sagte er. Seine Worte spiegeln die Wehmut vieler wider, die das persönliche Einkaufserlebnis in solchen Häusern vermissen.
Die Essener Filiale fiel, wie neun weitere Standorte bundesweit, einer neuen Schließungswelle zum Opfer. Ausgelöst wurde diese durch die bereits dritte Insolvenz des Galeria-Konzerns innerhalb weniger Jahre. Eine Nachricht, die viele überraschte, auch den Filialleiter Jens Lehnecke.
Jens Lehnecke war erst im April 2024 aus Berlin-Charlottenburg nach Essen gewechselt, mit dem Ziel, die Filiale voranzubringen und für die Zukunft zu sichern. Doch nur drei Wochen nach seinem Dienstantritt kam die Schließungsnachricht. Ein Wechselbad der Gefühle für ihn: "Auf der einen Seite ist es natürlich ein Projekt, das wir jetzt bald zu Ende bringen. Und da fällt natürlich auch ein Stück weit eine Last von einem ab. Auf der anderen Seite ist es aber auch traurig den Mitarbeitern gegenüber."
Viele der Mitarbeiter waren seit Jahrzehnten im Unternehmen. Lehnecke erzählte von einem Jubilar, der Anfang August noch sein 50-jähriges Betriebsjubiläum feierte. Solche langjährigen Verbindungen machten den Abschied besonders schwer. "Die haben ein Leben lang fast nichts anderes gemacht als hier zu arbeiten. Die haben quasi ihre Familie hier auch gefunden mit den Kollegen. Und darum wollen wir das dann auch vernünftig zu Ende bringen", betonte Lehnecke.
Am letzten Tag gab es im Erdgeschoss noch einige Restbestände zu kaufen: Kleidung, Sportartikel, Leder- oder Haushaltswaren. Trotz der Umstände und der langen Schlange an der Kasse kümmerten sich die verbliebenen der ursprünglich 104 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie gewohnt um die Kundschaft. Geduldig wartete Kundin Katja Schoeps (43) aus Bottrop und erinnerte sich: "Ich habe noch meine Hochzeitsunterwäsche hier gekauft und Schuhe. Ich kenne auch noch das alte Karstadt-Gebäude, mit beweglicher Fensterdeko zur Weihnachtszeit. Echt schade, dass es das alles nicht mehr gibt."
Ein kleiner Trost in der traurigen Situation war die Zukunft der Belegschaft. Die Mitarbeiter wurden größtenteils in andere Filialen versetzt. Nach dem offiziellen Ende gab es für die verbliebenen Mitarbeiter noch einen Umtrunk, um gemeinsam Abschied zu nehmen. Auch Filialleiter Lehnecke selbst verbleibt im Unternehmen und wechselt nach seiner ungeplant kurzen Zeit im Ruhrgebiet zu einer Filiale in Süddeutschland.
Am Limbecker Platz bleibt nun ein immenser Leerstand zurück. Laut Center-Management gäbe es Platz für drei bis vier neue Mieter, doch ein so großer und geschichtsträchtiger Anker wie Karstadt/Galeria wird wohl schwer zu ersetzen sein.
Das vielfältige Sortiment von Galeria
Auch wenn einzelne Filialen wie in Essen schließen mussten, bietet Galeria weiterhin ein breites und vielfältiges Sortiment an, sowohl in den verbleibenden Filialen als auch online auf GALERIA.de. Das Warenhauskonzept zielt darauf ab, ein Einkaufserlebnis zu bieten, das kaum Wünsche offenlässt.
Das Angebot reicht von modischer Damen- und Herrenbekleidung, passenden Schuhen und trendigen Jacken über edlen Schmuck und Uhren bis hin zu Accessoires wie Taschen und Geldbörsen. Mit wechselnden Kollektionen und bekannten Marken wie CHANEL, Dior, BOSS, Adagio, Tommy Hilfiger, Dunmore, Manguun, Opus und Wellensteyn möchte Galeria modisch auf dem Laufenden halten.

Für Kinder gibt es eine große Auswahl an geprüftem Spielzeug renommierter Marken wie Playmobil, Lego und Schleich sowie schadstofffreie Kuscheltiere, die zu treuen Freunden werden können.
Der Bereich "Zuhause" umfasst alles, um Wohnräume gemütlicher zu gestalten, von Bettwäsche und Matratzen bis hin zu Geschirr, Dekoartikeln und Haushaltswaren. Eigenmarken wie Galeria Home bieten eine Mischung aus zeitlosen Designs und aktuellen Trends. Auch Technik, Küchenequipment und Artikel für Handarbeiten sind Teil des Angebots.
Für Reiselustige bietet Galeria eine Auswahl an Koffern und Trolleys für jeden Bedarf und jedes Budget, darunter langlebige Reisebegleiter von Marken wie Samsonite oder Globetrotter.
Ergänzt wird das Einkaufserlebnis durch verschiedene Services. GALERIA.de ist 24 Stunden am Tag erreichbar. Mit der Kundenkarte können Bonuspunkte gesammelt werden. Praktische Services wie Click & Collect ermöglichen es, online bestellte Ware in der Filiale abzuholen. Verschiedene Zahlungsarten und regelmäßige Aktionen und Rabatte runden das Angebot ab.
Galeria Filialen finden sich in zahlreichen deutschen Städten, oft im Herzen der Metropolen, wie zum Beispiel in den Gebieten um die Kö, die Alster, den Dom oder die Isar. Diese Standorte verbinden Tradition mit einem modernen Einkaufserlebnis.
Wer steht hinter Galeria? Die Eigentümerstruktur
Nach der dritten Insolvenz und dem Verkaufsprozess hat Galeria eine neue Eigentümerstruktur erhalten. Ein Konsortium aus der US-Investmentgruppe NRDC Equity Partners und der Beteiligungsfirma BB Kapital SA von Bernd Beetz hat die Warenhauskette im April (vermutlich 2024) übernommen.
Diese neuen Eigner haben tiefgreifende Veränderungen vorgenommen. Unter anderem wurden die historischen Namen Kaufhof und Karstadt gestrichen, um die Marke Galeria zu stärken. Ein wesentlicher Schritt war auch die starke Verkleinerung der Verwaltung. Laut Bernd Beetz hatte das Unternehmen zuvor eine Verwaltungsstruktur von der Größe eines DAX-Konzerns. Rund die Hälfte der Jobs in der Essener Zentrale wurden abgebaut. Beetz beschrieb die alte Struktur als einen "Fels", der auf der Organisation lag. Ziel war es, Hierarchien abzubauen und das Unternehmen agiler zu machen.
Bernd Beetz bezeichnet Galeria nun als ein "agiles, inhabergeführtes Unternehmen". Nach seinen Angaben schrieben im Januar 2025, ein Jahr nach der Insolvenzanmeldung und nach Abschluss des Insolvenzverfahrens im Sommer, alle 83 verbleibenden Filialen schwarze Zahlen. Dies sei das erste Mal seit zehn Jahren, dass die Kaufhauskette profitabel sei.

Ursprünglich hatte Beetz versprochen, 72 der damals verbliebenen 92 Filialen zu erhalten. Dass es nun sogar 83 sind, macht ihn nach eigener Aussage "ein bisschen stolz". Für das laufende Jahr strebt Galeria laut Beetz eine Umsatzsteigerung von rund 500 Millionen Euro auf insgesamt 2,5 Milliarden Euro an.
Fragen und Antworten rund um Galeria
Wann schloss die Galeria Filiale in Essen?
Die Galeria Filiale am Limbecker Platz in Essen schloss an ihrem letzten Öffnungstag im Rahmen der dritten Insolvenzwelle des Konzerns. Der Text beschreibt diesen Tag und erwähnt Ereignisse Anfang August, was den Zeitpunkt der Schließung in diese Periode legt.
Was kann man bei Galeria kaufen?
Galeria bietet ein sehr breites Sortiment. Dazu gehören Mode, Accessoires, Schmuck, Uhren, Schuhe, Spielzeug, Artikel für Zuhause und Haushalt, Küchenequipment, Handarbeiten und Reisebegleiter wie Koffer.
Wer sind die Eigentümer von Galeria?
Die Galeria Karstadt Kaufhof GmbH gehört einem Konsortium aus der US-Investmentgruppe NRDC Equity Partners und der Beteiligungsfirma BB Kapital SA von Bernd Beetz. Sie übernahmen das Unternehmen im April nach der dritten Insolvenz.
Wie viele Galeria Filialen gibt es noch?
Laut Aussagen des Miteigentümers Bernd Beetz gab es im Januar 2025 noch 83 Galeria Filialen in Deutschland.
Ist Galeria profitabel?
Nach Angaben der neuen Eigentümer schrieben im Januar 2025 alle 83 verbliebenen Filialen schwarze Zahlen und das Unternehmen war insgesamt profitabel. Zuvor war Galeria laut Beetz zehn Jahre lang nicht profitabel gewesen.
Die Schließung der Essener Filiale ist ein Beispiel für die Herausforderungen, denen sich traditionelle Warenhäuser gegenübersehen. Gleichzeitig markiert die Übernahme durch die neuen Eigentümer und die berichtete Rückkehr zur Profitabilität einen Neuanfang für die verbleibenden Galeria Standorte, die weiterhin ein vielfältiges Angebot für ihre Kunden bereithalten möchten. Tradition und Moderne gehen bei Galeria Hand in Hand, mit dem Ziel, ein attraktives Einkaufserlebnis zu bieten.
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