Ist GLS deutsche Post?

GLS: Royal Mail statt Deutsche Post?

25/11/2016

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Im Bereich der Paketdienstleister in Deutschland taucht häufig die Frage auf, ob Unternehmen wie GLS zur Deutschen Post gehören. Diese Annahme ist weit verbreitet, aber nicht korrekt. GLS, oder General Logistics Systems, ist ein bedeutender Akteur auf dem europäischen Logistikmarkt, der jedoch eine völlig andere Herkunft und Eigentümerstruktur hat als die Deutsche Post AG. Während die Deutsche Post historisch aus der staatlichen Post hervorgegangen ist und heute ein global agierendes Unternehmen ist, gehört GLS zum Konzern der britischen Royal Mail. Dies ist ein fundamentaler Unterschied, der die Eigenständigkeit von GLS unterstreicht.

Wie funktioniert die GLS PaketStation?
In der PaketStation mit Display kannst du ganz einfach mit einem QR-Code oder Abholcode dein Paket abholen und versenden. Diesen erhältst du von uns per E-Mail. Die PaketStation mit Display wird dir durch unseren Partner MYFLEXBOX zur Verfügung gestellt.

Die Geschichte von GLS begann nicht direkt als Teil eines großen, internationalen Konzerns, sondern als mittelständische Initiative in Deutschland. Im Jahr 1988 gründete Rico Back zusammen mit 24 anderen Spediteuren die German Parcel Paket Logistik GmbH in Neuenstein. Dieses Modell basierte auf Franchise-Partnerschaften, bei denen jeder Gesellschafter gleichzeitig Franchisenehmer war. Der operative Betrieb startete am 28. April 1989. Zu den Gründungsmitgliedern zählten namhafte Persönlichkeiten und Unternehmen der Logistikbranche. Die Expansion erfolgte schnell. Bereits 1992 wurde der German-Parcel-Verbund gegründet, der strategische Partnerschaften mit ausländischen Paketdiensten umfasste und das Netzwerk erweiterte.

Ein entscheidender Wendepunkt in der Unternehmensgeschichte war das Jahr 1999. Die britische Royal Mail erwarb über ihre neu gegründete Holding General Logistics Systems B.V. in den Niederlanden alle Anteile der German Parcel Paket Logistik GmbH. Rico Back, einer der Gründer von German Parcel, wurde Geschäftsführer der neuen Holding. In Deutschland übernahmen Klaus-Dieter Conrad und Rüdiger Schmahl die Geschäftsführung. Nach der Übernahme durch Royal Mail wurden weitere Paketdienste, die zuvor Teil des German-Parcel-Verbundes waren, unter dem Dach von German Parcel integriert. Dazu gehörten noch im selben Jahr die Der-Kurier-Unternehmensgruppe und General Parcel Hungary, gefolgt von General Parcel Austria im Jahr 2000. German Parcel beteiligte sich zudem an DPD-Töchtern wie Domberger Paket Dienst und Deutscher Paket Dienst Dachser. Gleichzeitig stieß German Parcel seinen 10%igen Anteil am Deutschen Paketdienst DPD Deutschland ab, nachdem dieser von der französischen La Poste Gruppe übernommen worden war. Zu dieser Zeit war German Parcel bereits ein bedeutendes Unternehmen mit einem jährlichen Paketvolumen von 105 Millionen Sendungen und einem Umsatz von 745 Millionen Mark.

Im Jahr 2002 wurde GLS dann als Dachmarke für alle Paketdienstleistungen der Royal Mail auf dem europäischen Festland eingeführt. Dies markierte den Beginn einer neuen Corporate Identity. Im Zuge dessen wurde die German Parcel Paket Logistik GmbH in GLS Beteiligungs GmbH umbenannt und die German Parcel Paket-Logistik GmbH & Co. OHG zur General Logistics Systems Germany GmbH & Co. OHG. Um die IT-Systeme der gesamten Gruppe eigenständig entwickeln zu können, wurde 2003 die GLS IT Services GmbH in Neuenstein gegründet.

Die Geschäftsführung der deutschen GLS-Einheiten erfuhr im Laufe der Jahre mehrere Wechsel. 2011 wurde Saadi Al-Soudani in die Geschäftsführung berufen, gefolgt von Christian Herrlich im Jahr 2012, der von DHL kam und die Leitung der GLS IT Services übernahm. Rüdiger Schmahl verließ das Unternehmen Ende 2013 und wurde Anfang 2014 von Heinrich Beckmann ersetzt. Im März 2015 wechselte Martin Seidenberg, ebenfalls von DHL, zur GLS Beteiligungs GmbH und übernahm dort die neu geschaffene Position des Vorsitzenden der Geschäftsführung. Eine besondere Entwicklung war die Berufung von Rico Back, dem Mitbegründer von German Parcel, im Juni 2018 zum CEO der Royal Mail, was die enge Verbindung zwischen der ursprünglichen deutschen Gründung und dem britischen Mutterkonzern unterstreicht.

Übersicht

Unternehmensstruktur und Reichweite von GLS

Die GLS Beteiligungs GmbH ist heute ein integraler Bestandteil der globalen GLS-Konzerngruppe. Als Holdinggesellschaft für sechs inländische und zwei ausländische Tochtergesellschaften ist sie über die niederländische General Logistics Systems B.V. der britischen Royal Mail zugeordnet. Dieses Netzwerk ermöglicht es GLS, branchenübliche Paketdienstleistungen (KEP-Dienste) sowohl national als auch international anzubieten. In Deutschland betreibt GLS vier zentrale Umschlagsplätze, sogenannte Hubs, sowie über 100 Depots. Das Netzwerk erstreckt sich auch auf Ungarn und Österreich. Ein wichtiger Bestandteil des GLS-Netzwerks sind die zahlreichen GLS-Shops. Diese werden von PaketShop-Partnern in Lizenz betrieben und bieten Kunden die Möglichkeit, Pakete bequem zu versenden und abzuholen. Laut den vorliegenden Informationen gab es Ende 2014 über 9.000 solcher PaketShops und PaketStationen in Deutschland. GLS ist zudem Inhaberin der Rechte an der Unionsmarke GLS und erwirtschaftet rund 50% des weltweiten Gesamtumsatzes der GLS-Gruppe. Ende 2014 zählte die Stiftung Warentest GLS als viertgrößten Paketdienst in Deutschland, hinter der Deutschen Post, Hermes und UPS.

Kann ich ein Paket von GLS abholen lassen?
Wenn du dich für die Zustelloption "Selbstabholung im GLS Depot" entschieden hast, kannst du dein Paket dort abholen, sobald die Sendungsverfolgung anzeigt, dass es zugestellt wurde. Wir bewahren es dort 8 Arbeitstage für dich auf.

Zur deutschen GLS-Gruppe gehörten 2018 laut der bereitgestellten Information folgende Tochterunternehmen:

UnternehmenSitzAnmerkungen
General Logistics Systems B.V.Oude Meer, NiederlandeHoldinggesellschaft
GLS Beteiligungs GmbHNeuenstein, DeutschlandDeutsche Holding
General Logistics Systems Germany GmbH & Co. OHGNeuenstein, DeutschlandDeutsches Hauptgeschäft
GLS IT Services GmbHNeuenstein, DeutschlandIT-Entwicklung
Der Kurier GmbH & Co. KGNeuenstein, DeutschlandKurier- und Expressnetzwerk
Overnight Service GmbHHamburg, Deutschland
Parcel Lock GmbHFrankfurt am Main, Deutschland
General Logistics Systems Austria GmbHAnsfelden, ÖsterreichÖsterreichische Tochter
General Logistics Systems Hungary Kft.Alsónémedi, UngarnUngarische Tochter

Das Serviceangebot von GLS

GLS bietet eine breite Palette von Dienstleistungen im KEP-Markt an (Kurier-, Express- und Paketdienste). Über das klassische Paketgeschäft hinaus gibt es spezialisierte Angebote. Dazu gehört die Terminzustellung, die an Wochentagen zu festen Zeiten um 8 Uhr, 9 Uhr, 10 Uhr oder 12 Uhr möglich ist. Auch am Samstag gibt es Terminzustellungen um 10 Uhr oder 12 Uhr. Interessanterweise werden diese Terminsendungen nicht direkt von GLS selbst, sondern von der DER KURIER GmbH & Co. KG ausgeliefert. Dieses Unternehmen ist eine 100%ige Tochtergesellschaft von GLS und betreibt unter dem Namen DER KURIER ein eigenes Kurier- und Expressnetzwerk mit europaweiter Reichweite. Es gibt jedoch Einschränkungen für die frühestmögliche Terminzustellung, die von der jeweiligen Postleitzahl abhängen können.

Neben der Zustellung an private oder geschäftliche Adressen bietet GLS auch die Auslieferung von Paketen direkt an den Arbeitsplatz des Empfängers an. Für Geschäftskunden gibt es spezielle Services wie den Cash-Versand, der die Zustellung per Nachnahme ermöglicht. Ein weiteres bemerkenswertes Angebot für Geschäftskunden ist der Exchange Service. Bei diesem Service wird dem Empfänger ein Neugerät zugestellt, und gleichzeitig nimmt der GLS-Mitarbeiter das defekte Altgerät in der Verpackung des Neugeräts mit zurück zum Absender. Dies ist besonders nützlich für den Austausch von Elektronik oder anderen Geräten.

Kritik und Herausforderungen

Wie viele große Unternehmen in der Logistikbranche sah sich auch GLS im Laufe der Jahre mit verschiedenen Formen der Kritik und rechtlichen Auseinandersetzungen konfrontiert. Eine frühe Auseinandersetzung betraf das Thema Scheinselbstständigkeit. Im Jahr 2003 verurteilte das Hessische Landessozialgericht German Parcel Service (damals noch unter diesem Namen) zur Zahlung von 110.000 Euro Sozialversicherungsbeiträgen für einen ihrer Zusteller. Das Gericht begründete sein Urteil unter anderem damit, dass der Zusteller sein Fahrzeug mit dem Schriftzug der Firma lackieren und bei seiner Tätigkeit die „Imagekleidung“ von GLS tragen musste. Sein Tages- und Arbeitsablauf sei vollständig von GLS als Arbeitgeber vor- und durchstrukturiert gewesen, und ein Gestaltungsspielraum sei bei einer 10 bis 12-stündigen Arbeitszeit nicht gegeben gewesen. Dies zeigte die rechtlichen Herausforderungen im Umgang mit Subunternehmern in der Branche.

Ein weiterer aufsehenerregender Vorfall ereignete sich im Jahr 2008. Bei einem Datentransport für die Landesbank Berlin, der von GLS im Auftrag von Atos Origin durchgeführt wurde, wurden Kreditkartendaten von 130.000 Kunden entwendet. Die Daten lagen in Form von Microfiches vor und landeten am 12. Dezember 2008 bei der Frankfurter Rundschau. Später wurde bekannt, dass zwei Kurierfahrer für diesen Diebstahl verantwortlich waren. Ihre Motivation war ungewöhnlich: Sie wollten den Diebstahl eines Christstollens vertuschen, den sie aus einem Paket entwendet und verzehrt hatten, das an den Chefredakteur der Frankfurter Rundschau adressiert war. Um den Diebstahl zu decken, nahmen sie eines von sechs Paketen mit den Kundendaten, die an die LBB adressiert waren, und klebten das Etikett des geöffneten Christstollen-Pakets darauf. So wurde das Datenpaket versehentlich an die Frankfurter Rundschau geliefert.

Eine der bekanntesten Kritiken an GLS stammt aus dem Jahr 2012. Der Journalist Günter Wallraff veröffentlichte nach mehrmonatigen Recherchen, bei denen er undercover an verschiedenen GLS-Standorten tätig war, eine Reportage für RTL und das ZEITmagazin. In dieser Reportage erhob er schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen. Er sprach von Vertragsbrüchen, Verstößen gegen Arbeitsschutzgesetze, Lohndumping und der systematischen Drängung von Beschäftigten in die Scheinselbstständigkeit. Laut Wallraff werde dies gegenüber den Behörden durch manipulierte Angaben verschleiert. Er berichtete von Arbeitszeiten von bis zu 14 Stunden pro Tag und bezeichnete die Praktiken als „eine Form von moderner Sklaverei“ und „Menschenschinderei mit System“. Die Ergebnisse seiner Arbeit wurden 2014 auch detailliert in seinem Sachbuch „Die Lastenträger“ veröffentlicht.

Wie viel bekommt man als GLS PaketShop?
Paketpreise für deinen Versand nach DeutschlandGrößeMaße**Zahlung im GLS PaketShopSmax. 50 cm6,50 €Mmax. 70 cm7,70 €Lmax. 90 cm12,00 €XLmax. 3 m Gurtmaß*22,00 €

GLS PaketShops und PaketStationen

Das dichte Netzwerk von GLS in Deutschland umfasst über 9.000 PaketShops und PaketStationen. Diese Annahmestellen sind ein zentraler Bestandteil des Serviceangebots und bieten Kunden hohe Flexibilität. Sie ermöglichen es, Sendungen bequem in der Nachbarschaft abzuholen oder zu versenden. Das Netz ist sowohl in städtischen als auch in ländlichen Gebieten gut ausgebaut.

Die Nutzung der GLS PaketShops und PaketStationen bietet verschiedene Vorteile. Dazu gehört, dass keine Lieferungen mehr verpasst werden, da das Paket sicher in der Annahmestelle hinterlegt wird. Die Erreichbarkeit ist flexibel, entweder durch individuelle Öffnungszeiten der PaketShops oder durch die 24/7-Verfügbarkeit von PaketStationen. Die Sendungen werden sicher aufbewahrt, bis der Empfänger sie abholt.

Die Funktionsweise der GLS PaketStation wird in den bereitgestellten Informationen kurz erläutert. Nach Erhalt einer Benachrichtigung, typischerweise per E-Mail, die einen Link zur Webversion enthält, soll der Kunde zur PaketStation gehen und dort auf einen zweiten Link klicken. Weitere Details zum genauen Ablauf der Paketentnahme sind in den vorliegenden Informationen nicht spezifiziert.

GLS im Vergleich zur Deutschen Post

Um die eingangs gestellte Frage endgültig zu klären: GLS ist nicht Teil der Deutschen Post. GLS gehört zur britischen Royal Mail Group und agiert als unabhängiger Wettbewerber auf dem deutschen und europäischen Markt. Die Deutsche Post AG, die heute unter der Marke DHL im Paketgeschäft auftritt, ist ein eigenständiger Konzern mit eigener Geschichte und Struktur. Die Logistikbranche ist durch eine Vielzahl nationaler und internationaler Akteure gekennzeichnet, die miteinander im Wettbewerb stehen. Das Beispiel von German Parcel und DPD verdeutlicht dies: German Parcel hielt Anteile an DPD Deutschland, gab diese aber ab, nachdem DPD von der französischen La Poste Gruppe übernommen wurde – ein weiterer nationaler Postkonzern, der international expandiert. GLS und die Deutsche Post sind somit zwei getrennte Unternehmen, die im selben Marktsegment konkurrieren.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist GLS deutsche Post?
Nein, GLS gehört zur britischen Royal Mail Group und ist ein eigenständiger Wettbewerber auf dem deutschen und europäischen Markt. Es besteht keine Verbindung zur Deutschen Post AG.

Was produziert die Firma Dürr?
Dürr steht für Lackier- und Endmontageanlagen sowie Maschinen- und Robotertechnik für die Fahrzeugproduktion.

Wie viel bekommt man als GLS PaketShop?
Informationen zur Vergütung von GLS PaketShop-Partnern sind in den bereitgestellten Texten nicht enthalten.

Kann ich ein Paket von GLS abholen lassen?
Die bereitgestellten Informationen stellen diese Frage, liefern aber keine Antwort dazu, ob GLS einen Abholservice für Pakete beim Kunden anbietet.

Wie funktioniert die GLS PaketStation?
Laut den vorliegenden Informationen erhalten Sie eine E-Mail-Benachrichtigung mit einem Link. An der PaketStation angekommen, müssen Sie auf einen zweiten Link klicken. Weitere Details zum genauen Entnahmeprozess sind nicht beschrieben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass GLS eine bewegte Geschichte von einem deutschen Start-up zu einem wichtigen europäischen Paketdienst unter britischem Eigentum hinter sich hat. Das Unternehmen bietet ein breites Spektrum an Logistikdienstleistungen an und verfügt über ein dichtes Netzwerk an Annahmestellen, steht aber auch immer wieder im Fokus öffentlicher und rechtlicher Diskussionen.

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