25/02/2018
Erdöl wird oft als „Schwarzes Gold“ bezeichnet. Dies ist ein Begriff, der seine immense Bedeutung für die moderne Industriegesellschaft hervorhebt. Es handelt sich um einen fossilen Energieträger, der vielfältig eingesetzt wird: zur Stromerzeugung, als unverzichtbarer Treibstoff für Verkehrsmittel aller Art und als grundlegender Rohstoff für die Herstellung zahlreicher Kunststoffe und anderer chemischer Produkte. Die Bezeichnung „Schwarzes Gold“ rührt daher, dass Erdöl die Basis unserer heutigen Wirtschafts- und Lebensweise bildet, seine Vorkommen auf der Erde jedoch begrenzt sind. Diese Endlichkeit in Verbindung mit der hohen Nachfrage macht es zu einem extrem wertvollen Gut.

Wie Erdöl vor Millionen von Jahren entstand
Die Entstehung von Erdöl ist ein faszinierender Prozess, der sich über Millionen von Jahren tief in der Erdkruste vollzog. Erdöl ist im Grunde ein komplexes Stoffgemisch, das aus der Umwandlung organischer Materialien hervorgegangen ist. Seine Hauptbestandteile sind chemische Verbindungen aus Kohlenstoff und Wasserstoff. Der Ursprung liegt in abgestorbenen Meeresorganismen. Diese sanken nach ihrem Absterben auf den Meeresgrund ab und bildeten dort über sehr lange Zeiträume mächtige Schichten. Unter Ausschluss von Sauerstoff, einer sogenannten anaeroben Umgebung, wandelten sie sich allmählich in einen Faulschlamm um. Im Laufe von Millionen von Jahren wurden diese Faulschlammschichten von weiteren Sedimenten und Meeresablagerungen überdeckt. Der zunehmende Druck der aufliegenden Gesteine und die ansteigende Temperatur im Erdinneren schufen ideale Bedingungen. Unter diesen extremen Bedingungen und mithilfe der Aktivität von anaeroben Bakterien, die ohne Sauerstoff leben, wurde der organische Faulschlamm schließlich in Erdöl und oft auch in Erdgas umgewandelt.
Die Suche nach dem schwarzen Gold
Die Suche nach nutzbaren Erdöllagerstätten ist eine komplexe und aufwendige Aufgabe. Erdöl sammelt sich typischerweise in bestimmten Gesteinsschichten im Untergrund an. Dazu gehören häufig Sandstein-, Kalkstein- und Dolomitsteinschichten. Charakteristisch für diese Gesteine ist, dass sie porös sind, also viele kleine Hohlräume oder Poren besitzen. Diese Poren sind natürlicherweise oft mit Wasser gefüllt. Wenn Erdöl, das leichter ist als Wasser, in diese porösen Schichten migriert und mit dem dortigen Wasser in Berührung kommt, steigt es aufgrund seiner geringeren Dichte auf. Dieser Aufstieg wird jedoch gestoppt, sobald das aufsteigende Erdöl auf eine undurchlässige Gesteinsschicht trifft, beispielsweise eine Schicht aus Tonstein, die keine Porenräume aufweist oder diese nicht durchlässig sind. An dieser Barriere staut sich das Erdöl unter der undurchlässigen Schicht an und bildet im Laufe der Zeit eine kommerziell interessante Lagerstätte.
Geologen und Geophysiker sind die Experten, die sich auf die Identifizierung solcher potenzieller Lagerstätten spezialisiert haben. Eine der wichtigsten Methoden, die sie dabei anwenden, ist die sogenannte Reflexions-Seismik. Bei dieser Technik werden künstliche Erschütterungen am Boden erzeugt, meist durch kleine, kontrollierte Sprengungen oder spezielle Vibrationsfahrzeuge. Diese Erschütterungen breiten sich in Form von Schallwellen durch die verschiedenen Gesteinsschichten des Erduntergrunds aus. Wenn die Schallwellen auf die Grenzflächen zwischen unterschiedlichen Gesteinsschichten treffen, werden sie teilweise reflektiert. Diese reflektierten Wellen werden von empfindlichen Mikrofonen, sogenannten Geophonen, an der Erdoberfläche aufgefangen und gemessen. Die aufgezeichneten Daten werden in einem Seismogramm erfasst und anschließend von Experten ausgewertet. Anhand der Laufzeiten und Amplituden der reflektierten Wellen können die Geophysiker ein detailliertes Profil des Untergrunds erstellen. Dieses Profil liefert wertvolle Informationen über die Struktur und Tiefe der Gesteinsschichten und gibt Aufschluss über das mögliche Vorhandensein von geologischen Fallen, in denen sich Erdöl angesammelt haben könnte.
Erdölbohrungen an und im Meer
Ob die seismischen Untersuchungen tatsächlich auf eine wirtschaftlich nutzbare Erdöllagerstätte hingedeutet haben, kann letztendlich nur durch eine Probebohrung endgültig bewiesen werden. Bei einer Erdölbohrung kommt ein Bohrturm zum Einsatz. Dieser Turm dient dazu, das lange Bohrgestänge zu stützen und zu handhaben. Am unteren Ende des Bohrgestänges befindet sich ein Bohrmeißel. Dieser Meißel ist so konstruiert, dass er das Gestein am Boden des Bohrlochs zertrümmert und abträgt, während sich das Gestänge dreht. Um das gelöste Gesteinsmaterial (Bohrgut) aus dem Bohrloch zu entfernen und gleichzeitig die Bohrlochwand zu stabilisieren, wird eine spezielle Spülflüssigkeit, oft Wasser mit Zusätzen, verwendet. Spülpumpen drücken diese Flüssigkeit kontinuierlich durch das Bohrgestänge nach unten und sie steigt dann im Ringspalt zwischen Gestänge und Bohrlochwand wieder auf. Dabei nimmt sie das Bohrgut mit an die Oberfläche. Zusätzlich bildet die Spülflüssigkeit in Verbindung mit dem abgetragenen Gestein einen festen Belag (Filterkuchen) an der Bohrlochwand. Dieser Belag verhindert, dass das Bohrloch in sich zusammenfällt und hält es stabil.
Erdöl wird nicht nur an Land (Onshore-Förderung) gewonnen, sondern auch in großem Umfang unter dem Meeresboden (Offshore-Förderung). Die sogenannte „Off-Shore-Gewinnung“ ist notwendig, um auf Erdöllagerstätten zuzugreifen, die sich unter Gewässern, oft in großen Tiefen, befinden. Diese Form der Förderung ist in der Regel erheblich kosten- und arbeitsintensiver als die Landförderung. Das liegt hauptsächlich daran, dass für die Bohrungen und die Förderung auf dem Meer schwimmende oder fest installierte Bohrinseln errichtet und betrieben werden müssen. Diese Plattformen sind komplexe technische Bauwerke, die nicht nur die Bohrausrüstung beherbergen, sondern auch Unterkünfte für die Besatzung und alle notwendigen Versorgungseinrichtungen.
Erdöl bedeutet Reichtum – doch die Vorkommen sind endlich
Wenn bei der Bohrung schließlich die Erdöllagerstätte erreicht wird, kann das Erdöl zunächst mit hohem Druck von selbst an die Oberfläche schießen. Dies geschieht, weil der natürliche Druck in der Lagerstätte oft sehr hoch ist. Dieses Phänomen wird als Eruption oder „Blowout“ bezeichnet, wird aber heutzutage durch moderne Bohrtechniken und Sicherheitsventile weitgehend verhindert und kontrolliert. Lässt der natürliche Lagerstättendruck im Laufe der Zeit nach, reicht er nicht mehr aus, um das Erdöl an die Oberfläche zu befördern. In diesem Fall wird das Erdöl mit speziellen Pumpen, den sogenannten Tiefpumpen oder anderen Förderanlagen, mechanisch zu Tage gefördert.
Bevor das gewonnene Rohöl zu den Abnehmern transportiert werden kann, durchläuft es in der Regel mehrere Aufbereitungsstufen direkt an der Förderstätte. Dabei werden beispielsweise Wasser und Gas abgetrennt. Der Transport des aufbereiteten Rohöls erfolgt dann über verschiedene Wege: durch lange Pipelines, die oft Hunderte oder Tausende von Kilometern über Land oder unter Wasser verlaufen, mit großen Öltankern auf den Weltmeeren oder in Kesselwagen auf der Schiene. Die wichtigsten Erdöl fördernden Staaten der Welt sind Saudi-Arabien, Russland (insbesondere Sibirien), die USA, Mexiko, Iran, China, Venezuela, Norwegen, Großbritannien, Kanada, die Vereinigten Arabischen Emirate, Irak, Kuwait und Nigeria. Diese Länder erzielen einen sehr großen Teil ihrer nationalen Einnahmen und ihres Wohlstands aus der Förderung und dem Verkauf von Erdöl. Auch in Deutschland gibt es Erdölvorkommen, hauptsächlich in Niedersachsen und in Schleswig-Holstein. Diese deutschen Vorkommen sind jedoch im internationalen Vergleich sehr klein und wirtschaftlich von geringer Bedeutung. Die weltweit nachgewiesenen, also bekannten und technisch förderbaren, Erdöl-Reserven wurden im Jahr 2012 auf rund 236 Milliarden Tonnen geschätzt. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass solche Angaben immer mit gewissen Unsicherheiten behaftet sind, da die exakte Größe der Vorkommen schwer zu bestimmen ist und sich Technologien zur Förderung weiterentwickeln können.
Das grundlegende Problem bei Erdöl ist, dass die Vorkommen endlich sind. Das bedeutet, dass die Menge an Erdöl auf der Erde begrenzt ist und sich nicht schnell genug neu bildet, um den Verbrauch auszugleichen. Gleichzeitig steigt der weltweite Bedarf an Energie und Industrieprodukten, die aus Erdöl hergestellt werden, kontinuierlich an. Diese Kombination aus endlichen Ressourcen und steigender Nachfrage führt dazu, dass der Erdölpreis tendenziell ansteigt. Diese Preissteigerungen sind nicht nur auf dem Rohölmarkt zu beobachten, wo der Preis pro Barrel gehandelt wird, sondern wirken sich direkt auf die Kosten für die Verbraucher aus. Heizöl für Wohnungen und Gebäude, Benzin und Diesel für Autos und Lastwagen sowie die Kosten für Flugreisen, die Kerosin als Treibstoff nutzen, werden dadurch tendenziell teurer. Es ist jedoch anzumerken, dass die Rohölpreise kurzfristig auch sehr stark schwanken können, beeinflusst durch politische Ereignisse, Spekulationen oder Veränderungen bei Angebot und Nachfrage.
Das Universalöl: Verarbeitung und Verwendung
Das aus der Erde geförderte Rohöl ist in seiner ursprünglichen Form nur begrenzt nutzbar. Um die vielfältigen Produkte zu erhalten, die wir täglich verwenden, muss es in einer Raffinerie verarbeitet werden. Der zentrale Prozess dabei ist die sogenannte fraktionierte Destillation. Bei diesem Verfahren wird das Rohöl zunächst stark erhitzt, typischerweise auf Temperaturen von über 350 Grad Celsius. Bei dieser hohen Temperatur gehen alle Bestandteile des Rohöls, deren Siedepunkt unter dieser Temperatur liegt, in einen gasförmigen Zustand über. Diese Gase steigen in einem hohen Destillationsturm auf. Innerhalb des Turms gibt es auf verschiedenen Höhen Auffangböden mit abnehmender Temperatur. Wenn die aufsteigenden Gase bestimmte Höhen erreichen, kühlen sie ab und kondensieren wieder zu Flüssigkeiten, je nach ihrem Siedepunkt. Durch diese stufenweise Kondensation auf unterschiedlichen Höhen können die einzelnen Bestandteile des Rohöls voneinander getrennt werden.
Durch diesen Prozess und weitere nachgeschaltete Verarbeitungsverfahren erhält man aus dem Rohöl eine breite Palette von Produkten. Dazu gehören leichte Gase wie Methan, Ethan, Propan und Butan, die oft als Brenn- oder Ausgangsstoffe für die chemische Industrie dienen. Weiterhin gewinnt man Benzin, den Haupttreibstoff für Ottomotoren, Kerosin, das als Treibstoff für Flugzeugturbinen verwendet wird, sowie Dieselkraftstoffe und leichtes Heizöl für Heizungsanlagen. Die schwereren Rückstände, die bei der Destillation übrig bleiben und höhere Siedepunkte haben, werden ebenfalls weiterverarbeitet. Aus ihnen werden unter anderem Schmieröle für Maschinen, schweres Heizöl für Industrieanlagen und Schiffe, Schweröl und Bitumen hergestellt, das zum Beispiel im Straßenbau als Bindemittel verwendet wird.
Die einzelnen Bestandteile, die bei der Verarbeitung von Erdöl gewonnen werden, machen deutlich, wie außerordentlich vielfältig die Einsatzgebiete dieses Rohstoffs sind. Erdöl ist die Grundlage für die Erzeugung von Treibstoff für nahezu alle modernen Verkehrs- und Transportmittel – von Autos, Lastwagen und Zügen bis hin zu Schiffen und Flugzeugen. Es dient als Heizöl, um sowohl Fabriken als auch Privathaushalte mit Wärme zu versorgen. Kraftwerke nutzen Erdöl oder dessen Derivate zur Herstellung von Elektrizität. Darüber hinaus ist die chemische Industrie ein riesiger Abnehmer von Erdölbestandteilen. Aus ihnen werden unzählige Produkte des täglichen Lebens hergestellt, darunter Kunststoffe für Verpackungen, Bauteile oder Textilien, Farbstoffe, Waschmittel, Pharmazeutika für Medikamente und viele andere wichtige chemische Verbindungen und Materialien.
| Produkt | Hauptverwendung |
|---|---|
| Gase (Methan, Propan etc.) | Brennstoff, Chemieindustrie |
| Benzin | Treibstoff (Ottomotoren) |
| Kerosin | Flugzeugtreibstoff |
| Dieselkraftstoff | Treibstoff (Dieselmotoren) |
| Leichtes Heizöl | Heizung, Industrie |
| Schmieröle | Schmierung |
| Schweres Heizöl / Schweröl | Industrie, Schiffe, Kraftwerke |
| Bitumen | Straßenbau (Asphalt) |
Die Ölsorten Brent und WTI
Es gibt nicht einen einzigen, weltweit gültigen Preis für Erdöl. Ähnlich wie bei anderen Handelsgütern gibt es verschiedene Sorten von Rohöl, die aus unterschiedlichen Regionen stammen und sich in ihrer Qualität unterscheiden. Diese Unterschiede führen dazu, dass verschiedene Sorten an verschiedenen Handelsplätzen unterschiedliche Preise erzielen können. Ein wichtiges Qualitätskriterium für Rohöl ist seine Dichte (Leichtigkeit) und sein Schwefelgehalt. Je leichter und je schwefelärmer ("süßer") ein Rohöl ist, desto höherwertig wird es eingestuft. Der Grund dafür ist, dass leichtere und süßere Öle einfacher und mit geringerem Aufwand in Raffinerien verarbeitet werden können. Aus diesen hochwertigeren Ölsorten lässt sich ein größerer Anteil an höherwertigen Produkten wie Benzin und Diesel gewinnen als aus schweren und schwefelreichen Ölen.
Angesichts der Vielzahl unterschiedlicher Rohölsorten auf dem globalen Markt haben sich im internationalen Ölhandel sogenannte Referenzsorten oder Benchmarks etabliert. Diese Benchmarks dienen dazu, das Handelsgeschäft zu vereinfachen und als Preisorientierung zu dienen. Es gibt drei Haupt-Referenzsorten, die für die Preisbildung in verschiedenen Regionen der Welt besonders wichtig sind: Brent für Europa und weite Teile der Welt, WTI (West Texas Intermediate) für den nordamerikanischen Markt und Dubai Crude, das hauptsächlich für Öl aus dem Persischen Golf, das nach Asien geliefert wird, relevant ist.
Die europäische Leitsorte ist Brent. Sie ist nach einem bedeutenden britischen Ölfeld in der Nordsee benannt, das allerdings heute kaum noch produziert. Tatsächlich steht der Name Brent heute für eine Mischung (einen „Blend“) verschiedener hochwertiger Rohöle, die aus mehreren Feldern in der Nordsee gefördert werden. Brent-Rohöl wird vor allem an der Rohstoffbörse ICE (Intercontinental Exchange) in London gehandelt und ein großer Teil davon wird in Europa verbraucht.

WTI steht für die Ölmischung West Texas Intermediate. Dieses Öl wird auch als „Texas light sweet“ bezeichnet, was bereits auf seine Eigenschaften – leicht und schwefelarm – hinweist. WTI gilt als noch hochwertiger als Brent. Es stammt hauptsächlich aus Quellen in den USA, insbesondere entlang der US-Golfküste und im Mittleren Westen des Landes. WTI versorgt fast ausschließlich den US-Markt und wird vor allem an der New York Mercantile Exchange (NYMEX) gehandelt.
Zwischen den Preisen für Brent und WTI gab es traditionell einen Unterschied. Aufgrund seiner etwas besseren Qualität war WTI historisch gesehen oft teurer als Brent. Da die Liefergebiete für Brent und WTI jedoch weit auseinander liegen und von unterschiedlichen regionalen Faktoren bei Angebot und Nachfrage beeinflusst werden, kann sich das Preisverhältnis zwischen diesen beiden Benchmarks auch umkehren. Regionale Überangebote oder Engpässe können dazu führen, dass eine Sorte vorübergehend günstiger oder teurer wird als die andere, unabhängig von der reinen Qualitätsbewertung.
Häufig gestellte Fragen zu Erdöl
Warum wird Erdöl als „Schwarzes Gold“ bezeichnet?
Erdöl wird aufgrund seiner enormen Bedeutung als Grundlage der modernen Industriegesellschaft und gleichzeitig seiner Begrenztheit als Ressource als „Schwarzes Gold“ bezeichnet. Es ist extrem wertvoll, vergleichbar mit Gold, weil es für Strom, Treibstoffe und die Herstellung vieler Produkte unverzichtbar ist, aber die Vorkommen endlich sind.
Wie ist Erdöl entstanden?
Erdöl entstand vor Millionen von Jahren aus abgestorbenen Meeresorganismen. Diese lagerten sich am Meeresboden ab und wurden unter Ausschluss von Sauerstoff zu Faulschlamm. Unter hohem Druck und hoher Temperatur sowie durch anaerobe Bakterien wurde dieser Schlamm über sehr lange Zeiträume in Erdöl umgewandelt.
Wo findet man Erdöllagerstätten?
Erdöllagerstätten finden sich meist in porösen Gesteinsschichten wie Sandstein, Kalkstein oder Dolomitstein. Das Erdöl migriert durch diese Porenräume nach oben, bis es auf eine undurchlässige Schicht trifft. Dort sammelt es sich an und bildet die Lagerstätte.
Wie suchen Geologen nach Erdöl?
Geologen und Geophysiker nutzen häufig die Reflexions-Seismik. Dabei erzeugen sie Erschütterungen, deren Reflexionen von den Gesteinsschichten im Untergrund gemessen werden. Aus diesen Daten erstellen sie ein Profil des Untergrunds, das mögliche Lagerstätten erkennen lässt.
Wie wird Erdöl gefördert?
Erdöl wird durch Bohrungen gefördert. Mit einem Bohrturm wird ein Bohrgestänge mit Meißel in den Boden getrieben, um das Gestein zu zertrümmern. Spülflüssigkeit transportiert das Bohrgut ab und stabilisiert das Bohrloch. Anfangs kann das Öl durch Eigendruck hochschießen, später wird es oft mit Pumpen gefördert. Die Förderung findet sowohl an Land (Onshore) als auch im Meer (Offshore) statt.
Welche Länder fördern am meisten Erdöl?
Zu den wichtigsten Erdöl fördernden Staaten gehören Saudi-Arabien, Russland, die USA, Mexiko, Iran, China, Venezuela, Norwegen, Großbritannien, Kanada, die Vereinigten Arabischen Emirate, Irak, Kuwait und Nigeria.
Wie wird Rohöl verarbeitet?
Rohöl wird in Raffinerien durch fraktionierte Destillation verarbeitet. Dabei wird es erhitzt, und die verschiedenen Bestandteile trennen sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Siedepunkte durch stufenweises Kondensieren in einem Turm.
Welche Produkte erhält man aus Erdöl?
Aus Erdöl gewinnt man eine Vielzahl von Produkten, darunter Gase, Benzin, Kerosin, Dieselkraftstoff, leichtes und schweres Heizöl, Schmieröle, Schweröl und Bitumen.
Wofür wird Erdöl verwendet?
Erdöl wird hauptsächlich als Treibstoff für Verkehrsmittel, als Heizöl, zur Stromerzeugung und als Rohstoff für die chemische Industrie zur Herstellung von Kunststoffen, Farbstoffen, Waschmitteln und Pharmazeutika verwendet.
Was sind Brent und WTI?
Brent und WTI (West Texas Intermediate) sind wichtige Referenzsorten oder Benchmarks im internationalen Ölhandel. Sie dienen als Preisorientierung für verschiedene Regionen (Brent für Europa, WTI für die USA) und unterscheiden sich in ihrer Qualität (Leichtigkeit und Schwefelgehalt).
Warum schwankt der Preis für Erdöl?
Der Erdölpreis schwankt aus verschiedenen Gründen, darunter die Endlichkeit der Vorkommen, die steigende Nachfrage, geopolitische Ereignisse, Spekulationen und das Verhältnis von Angebot und Nachfrage auf regionalen Märkten.
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