13/12/2025
KiK ist einer der bekanntesten Textildiscounter in Deutschland und Europa. Millionen Kunden schätzen das breite Sortiment an Kleidung, Heimtextilien und Non-Food-Artikeln zu äußerst günstigen Preisen. Doch die Frage, die sich viele stellen, lautet: Woher stammen diese Produkte eigentlich, und unter welchen Bedingungen werden sie hergestellt? Die Antwort darauf ist komplex und führt uns oft weit weg von Europa.

Die niedrigen Verkaufspreise, die KiK ermöglicht, sind eng verknüpft mit den Produktionskosten. Um Jeans für unter 10 Euro oder Shirts für weniger als 5 Euro anbieten zu können, sind sehr niedrige Lohn- und Herstellungskosten erforderlich. Diese lassen sich vor allem in bestimmten Ländern realisieren.
Die Hauptproduktionsländer von KiK
Die Ware von KiK kommt nicht aus eigenen Fabriken in Deutschland oder Europa. Stattdessen lässt das Unternehmen seine Produkte hauptsächlich in Asien fertigen. Laut vorliegenden Informationen stammt ein Großteil der Ware aus nur zwei Ländern:
- Etwa 60% der Waren kommen aus China.
- Rund 20% der Waren werden in Bangladesch produziert.
Diese Länder sind bekannt für ihre großen Produktionskapazitäten und, im globalen Vergleich, niedrigere Lohnkosten. Dies ist ein entscheidender Faktor, um die Preisstrategie eines Discounters wie KiK umsetzen zu können.
Produktionsbedingungen und die Herausforderungen
Die Produktion in Ländern wie China und Bangladesch ist allerdings nicht unumstritten. Immer wieder gibt es kritische Berichte über die Arbeitsbedingungen in den dortigen Fabriken. Von menschenunwürdigen Bedingungen ist die Rede, was die in Deutschland oder Westeuropa als selbstverständlich angesehenen Sozial- und Umweltstandards betrifft.
Es ist eine große Herausforderung für westliche Unternehmen, diese Standards in den Produktionsländern vollumfänglich durchzusetzen. Gründe dafür sind vielfältig:
- Komplexe Lieferketten: Oft arbeiten Unternehmen nicht direkt mit den Fabriken zusammen, sondern über Vermittlungsagenturen und Subunternehmer. Dies macht die Überwachung der tatsächlichen Bedingungen schwierig.
- Staatliche Einflüsse: In einigen Ländern, wie beispielsweise China, kann der Staat selbst Produktionsaufträge vergeben oder lenken, was die Transparenz und Einflussnahme westlicher Auftraggeber einschränken kann.
- Mangelnde Infrastruktur: Auch die Sozial- und Infrastruktursysteme in diesen Ländern sind oft weniger entwickelt, was die Einhaltung bestimmter Standards erschwert.
KiK hat nach eigenen Angaben bereits 2006 einen sogenannten Code of Conduct entwickelt. Dieser Verhaltenskodex soll die Handelsbeziehungen mit den rund 800 Direktlieferanten regeln. Darin sind elementare Arbeitsrichtlinien und Sozialstandards beschrieben, die bei der Herstellung der Waren einzuhalten sind. Die Umsetzung und Überwachung dieser Standards in den komplexen globalen Lieferketten bleibt jedoch eine dauerhafte Aufgabe und ein Punkt, der immer wieder in der öffentlichen Diskussion steht.
Für europäische Kunden bedeutet dies auch ein Bewusstsein dafür, dass die sehr günstigen Preise Konsequenzen haben. Würde die Ware unter denselben Bedingungen und Lohnniveaus wie in Deutschland produziert, wären die Verkaufspreise deutlich höher. Es ist ein Spagat zwischen dem Wunsch der Kunden nach günstigen Produkten und der Forderung nach fairen Produktionsbedingungen.

Ein Blick auf die Geschichte und Struktur von KiK
Um die Herkunft der Ware besser zu verstehen, lohnt sich auch ein kurzer Blick auf die Unternehmensgeschichte und -struktur. KiK wurde 1994 von Stefan Heinig und der Tengelmann-Gruppe gegründet. Das Unternehmen wuchs rasant, zunächst in Deutschland, dann international.
Die Expansion führte KiK in viele europäische Länder, darunter Österreich, Tschechien, Polen, die Niederlande, Italien, Spanien und Portugal. Heute betreibt KiK über 4200 Filialen in ganz Europa, davon über 2400 allein in Deutschland. Seit 2013 gibt es auch einen Online-Shop.
KiK gehört zur Tengelmann Verwaltungs- und Beteiligungs GmbH. Das Unternehmen erzielte im Jahr 2023 einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro und beschäftigt rund 32.000 Mitarbeiter (Stand 2025), der Großteil davon in den Filialen.
Wichtig im Kontext der Warenherkunft: KiK besitzt, wie bereits erwähnt, keine eigenen Produktionsstätten. Das Geschäftsmodell basiert darauf, die Ware von externen Lieferanten, hauptsächlich in Asien, fertigen zu lassen. Der Import der Waren erfolgt zu 98 Prozent direkt über den Seeweg, was Zwischenhändler weitgehend ausschließt.
Das vielseitige Sortiment von KiK
Obwohl KiK oft als Textildiscounter wahrgenommen wird, ist das Sortiment deutlich breiter gefächert. Nur etwa die Hälfte des Angebots besteht aus Kleidung für Damen, Herren, Kinder und Babys. Die andere Hälfte machen sogenannte Non-Food-Artikel aus.
- Bekleidung: Von Basics über saisonale Mode bis hin zu Nacht- und Sportbekleidung.
- Wohntextilien: Vorhänge, Kissen, Bettwäsche, Tischdecken etc.
- Dekorationsprodukte: Saisonale Artikel, Wanddekoration, Kerzen, Vasen.
- Haushaltsprodukte: Küchenutensilien, Reinigungsprodukte, Aufbewahrungslösungen.
KiK sieht sich selbst als Nahversorger und legt Wert darauf, dass die Filialen leicht erreichbar sind. Das Ladendesign wird aktuell modernisiert, um die Warenpräsentation – von Bekleidung auf T-Ständern bis hin zu Non-Food-Regalsystemen – übersichtlicher zu gestalten.

Die Eigenmarke ergee bei KiK
Neben bekannten Produkten bietet KiK auch Eigenmarken an. Ein Beispiel dafür ist die Marke ergee. ergee hat eine lange Tradition, die bis ins Jahr 1901 zurückreicht und ursprünglich als Strumpffabrik in Gelenau gegründet wurde. Nach einer wechselvollen Geschichte wurde ergee im Jahr 2009 eine Eigenmarke von KiK.
Unter der Marke ergee vertreibt KiK heute eine breite Palette an Textilien, die über Strumpfwaren hinausgeht:
- Unterwäsche und Strumpfwaren für Damen und Herren
- Heimtextilien
- Umfangreiches Sortiment an Textilien für Babys und Kinder (z.B. Bodys, Hosen, Jacken, Schneeanzüge, Socken, Strumpfhosen) in Größen von 42 bis 122.
Die Produkte der Marke ergee sind sowohl im KiK Online-Shop als auch in den Filialen erhältlich.
Image, Kritik und Kundenwahrnehmung
Das Image von KiK in der Öffentlichkeit ist gemischt. Einerseits verfügt das Unternehmen über einen sehr hohen Bekanntheitsgrad von 98 Prozent in Deutschland. Kunden schätzen die niedrigen Preise und die gute Erreichbarkeit der Filialen, was sich auch in den Verkaufszahlen widerspiegelt. KiK gehört zu den umsatzstärksten Textilunternehmen in Deutschland.
Andererseits steht KiK aufgrund vergangener Vorfälle und der Diskussionen um die Produktionsbedingungen in den Zulieferländern immer wieder in der Kritik. Studien zum Thema Corporate Social Responsibility (CSR) stuften KiK in der Vergangenheit eher kritisch ein. Obwohl das Unternehmen nach eigenen Angaben an der Verbesserung seines Images arbeitet und in Studien zur Arbeitgeberattraktivität besser abschneidet, bleibt die Wahrnehmung bei den Kunden geteilt. Viele kaufen bei KiK ein, sind sich aber der potenziellen Probleme in der Lieferkette bewusst.
Häufig gestellte Fragen zur Herkunft der KiK-Ware
Hier beantworten wir einige häufig gestellte Fragen zum Thema:
Wo lässt KiK seine Produkte herstellen?
KiK lässt seine Produkte hauptsächlich in Asien herstellen, mit Schwerpunkten in China (ca. 60%) und Bangladesch (ca. 20%).

Warum sind die Preise bei KiK so niedrig?
Die niedrigen Preise sind möglich, weil die Ware in Ländern mit vergleichsweise niedrigen Lohn- und Produktionskosten gefertigt wird.
Besitzt KiK eigene Fabriken?
Nein, KiK besitzt keine eigenen Produktionsstätten. Das Unternehmen arbeitet mit externen Lieferanten zusammen.
Wie versucht KiK faire Bedingungen in den Fabriken sicherzustellen?
KiK hat einen Code of Conduct für seine Lieferanten entwickelt, der Arbeitsrichtlinien und Sozialstandards festlegt. Die Überwachung in den komplexen Lieferketten bleibt jedoch eine Herausforderung.
Welche Eigenmarke hat KiK?
Eine bekannte Eigenmarke von KiK ist ergee, unter der Strumpfwaren, Unterwäsche, Heimtextilien sowie Baby- und Kinderkleidung vertrieben werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Ware von KiK, wie bei vielen Discountern üblich, global beschafft wird, um die bekannten günstigen Preise zu ermöglichen. Die Hauptbezugsländer sind dabei China und Bangladesch. Die damit verbundenen Herausforderungen bezüglich der Produktionsbedingungen sind dem Unternehmen bekannt und werden durch Maßnahmen wie den Code of Conduct adressiert, bleiben aber ein komplexes Thema in der globalen Textilproduktion.
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