11/08/2021
Henkel ist ein Name, der vielen sofort mit bekannten Marken wie Persil oder Schwarzkopf in Verbindung gebracht wird. Als global agierendes Unternehmen mit einer langen und reichen Geschichte hat sich das Sortiment von Henkel über die Jahrzehnte stark verändert und weiterentwickelt. Die Wahrnehmung, dass bestimmte Henkel-Produkte, möglicherweise aus dem Bereich Bürobedarf oder anderen Sparten, heute weniger präsent sind oder nicht mehr existieren, kann auf die dynamische Portfolio-Strategie des Konzerns zurückgeführt werden.

- Henkel: Ein globaler Konzern mit langer Geschichte und diversen Wurzeln
- Die Entwicklung der Geschäftsfelder: Von Waschmittel zu Klebstoffen und Kosmetik
- Strategische Veränderungen und die Anpassung des Portfolios
- Henkel heute: Fokus auf Adhesive Technologies und Consumer Brands
- Häufig gestellte Fragen zu Henkel Produkten
Henkel: Ein globaler Konzern mit langer Geschichte und diversen Wurzeln
Die Geschichte von Henkel beginnt im Jahr 1876 in Aachen. Friedrich Karl Henkel, besser bekannt als Fritz Henkel, gründete damals die Waschmittelfabrik Henkel & Cie. Sein erstes Produkt war ein Universalwaschmittel auf Basis von Wasserglas. Bereits zwei Jahre später zog das Unternehmen nach Düsseldorf um, angelockt von besseren Verkehrsanbindungen und höheren Absatzchancen. Dort landete Henkel mit seinem Produkt Henkel’s Bleich-Soda einen frühen Markterfolg. Im Gegensatz zu den damals üblichen losen Waschmitteln bot Henkel sein Produkt in handlichen Päckchen an. Dieser Erfolg führte schnell zum Bedarf nach einer eigenen Fabrik, die schließlich ab März 1900 in Düsseldorf-Holthausen errichtet wurde – einem Standort, der bis heute die Firmenzentrale beherbergt.
Die Expansion begann früh. Im Jahr 1903 brachte die Firma Schwarzkopf, die später eine Tochtergesellschaft von Henkel wurde, das erste Haarwaschpulver in Deutschland auf den Markt. 1906 wurde in Minden die Firma Cordes & Co GmbH gegründet, ein Spezialist für Klebstoffe, der 1970 zu Henkel kam. Ein Meilenstein war die Einführung von Persil im Juni 1907, beworben als „erstes selbsttätiges Waschmittel der Welt“. Es folgten weitere bekannte Marken wie Sil (1918) und das Scheuermittel Ata (1920). Die Diversifizierung in den Bereich der Industriereiniger begann 1929 mit den P3-Reinigern.
Die Entwicklung der Geschäftsfelder: Von Waschmittel zu Klebstoffen und Kosmetik
Henkels Wachstum wurde maßgeblich durch strategische Übernahmen und die Erschließung neuer Geschäftsfelder vorangetrieben. Die Produktion von Klebstoff für den Eigenbedarf begann bereits 1922 und entwickelte sich zu einem bedeutenden Bereich. Die Übernahme der Chemnitzer Firma Böhme Fettchemie GmbH im Jahr 1935 brachte Fewa ins Sortiment, das erste vollsynthetische Feinwaschmittel der Welt. Nach dem Zweiten Weltkrieg, der das Unternehmen mit Enteignungen und Zwangsarbeitern konfrontierte, nahm die Produktion wieder Fahrt auf. 1946 wurde die Polycolor chemisch-pharmazeutische Gesellschaft mbH gegründet, die später als TheraChemie flüssige Haarfärbemittel anbot und 1950 von Henkel übernommen wurde. Das Spülmittel Pril (in Pulverform) kam 1951 auf den Markt, gefolgt von der Feinseife Fa (über die Tochterfirma Dreiring-Werke) im Jahr 1954.
Der Klebstoffbereich wuchs ebenfalls stark. 1962 ging der Konkurrent Sichel-Werke AG in Hannover in den Besitz von Henkel über. Ein besonders innovatives Produkt, das vielen ein Begriff ist, wurde 1969 eingeführt: der erste Klebestift, bekannt unter der Marke Pritt. Unter dieser Marke, so der vorliegende Text, führte Henkel im Laufe der Zeit weitere Produkte für Papier-, Büro- und Schreibwaren ein. Dies zeigt, dass Henkel historisch eine Präsenz in diesem Segment hatte.
Weitere bedeutende Übernahmen in den folgenden Jahrzehnten stärkten Henkels Position in verschiedenen Märkten:
- 1986: Bauchemie-Geschäft von Beecham Group (Rubson, Unibond-Copydex, Ceresit)
- 1995: Firma Dorus
- 1997: Klebstoffhersteller Loctite
- 2004: Dial Corporation in den USA
- 2008: ICI-Geschäftsfelder „Adhesives“ und „Electronic Materials“ (National Starch)
- 2012: Hochleistungs-Haftklebstoffe von Cytec Industries
- 2014: US-amerikanische Haarpflegeunternehmen (Sexy Hair, Alterna, Kenra) und Bergquist (wärmeableitende Lösungen)
- 2015: Waschmittelmarken von Colgate-Palmolive in Australien/Neuseeland
- 2016: Sun Products (Wasch- und Reinigungsmittel) in Nordamerika
Diese Liste zeigt, wie Henkel sein Portfolio durch gezielte Akquisitionen in den Kernbereichen Konsumgüter und Klebstoffe ausgebaut hat.
Strategische Veränderungen und die Anpassung des Portfolios
Die Frage, warum bestimmte Henkel-Produkte nicht mehr erhältlich zu sein scheinen, hängt oft mit strategischen Entscheidungen zur Anpassung des Geschäftsportfolios zusammen. Henkel hat im Laufe seiner Geschichte nicht nur zugekauft, sondern sich auch von Geschäftsbereichen getrennt, die nicht mehr zur Kernstrategie passten oder verkauft wurden.
Ein prominentes Beispiel ist die Ausgliederung des Unternehmensbereichs Chemieprodukte unter dem Namen Cognis im Jahr 1999. Dieser Bereich wurde 2001 an eine Gruppe Finanzinvestoren verkauft. Auch das 1921 gegründete und 1990 zurückgekaufte Persil-Werk in Genthin wurde 2009 wieder verkauft. Ein weiteres aktuelles Beispiel ist der Verkauf des Russland-Geschäfts im April 2023 als Reaktion auf den russischen Überfall auf die Ukraine.
Diese Verkäufe zeigen, dass Henkel sein Portfolio aktiv steuert und Geschäftsbereiche veräußert, um sich auf strategisch wichtigere Felder zu konzentrieren oder auf geopolitische Entwicklungen zu reagieren. Solche Entscheidungen können dazu führen, dass bestimmte Produkte oder sogar ganze Marken, die zuvor zu Henkel gehörten, nicht mehr unter dem Dach von Henkel vertrieben werden oder vom Markt verschwinden.

Eine weitere wichtige strukturelle Veränderung, die die Organisation und damit potenziell auch die Marktpräsenz von Produkten beeinflusst, wurde Ende Januar 2022 angekündigt: die Zusammenlegung der beiden Geschäftsfelder Wasch-/Reinigungsmittel und Kosmetik zu einem neuen Geschäftsbereich namens Consumer Brands. Als Begründung nannte das Unternehmen gestiegene Preise für Rohstoffe und Transport. Dies ist ein Beispiel für interne Umstrukturierungen zur Effizienzsteigerung und Fokussierung.
Henkel heute: Fokus auf Adhesive Technologies und Consumer Brands
Der vorliegende Text beschreibt Henkel im Geschäftsjahr 2024 als ein Unternehmen mit einem Umsatz von rund 21,586 Mrd. Euro und rund 47.150 Mitarbeitern in 75 Ländern. Die Kernaktivitäten sind klar in zwei Geschäftsfelder unterteilt:
- Adhesive Technologies (Klebstoffe): Dieser Bereich umfasst eine breite Palette von Klebstofflösungen für Industrie, Handwerk und Konsumenten. Marken wie Loctite und Pritt gehören hierher.
- Consumer Brands (Wasch-/Reinigungsmittel, Haar): Dieser Bereich bündelt das Geschäft mit Konsumgütern für Haushalt und Körperpflege. Bekannte Marken wie Persil, Schwarzkopf, Pril, Fa und Somat sind Teil dieses Segments.
Obwohl der Text die historische Verbindung zu "Papier-, Büro- und Schreibwaren" unter der Marke Pritt erwähnt, liegt der heutige Fokus klar auf den großen globalen Segmenten Adhesive Technologies und Consumer Brands. Produkte, die nicht mehr in diese Kernbereiche passen oder aus strategischen Gründen weniger priorisiert werden, könnten im Laufe der Zeit weniger sichtbar werden oder aus dem Sortiment genommen werden, auch wenn der Text keine expliziten Details zu spezifischen Büroartikel-Linien außerhalb von Pritt liefert.
| Geschäftsfeld (Heute) | Historische/Bekannte Marken (Auswahl laut Text) |
|---|---|
| Adhesive Technologies | Pritt, Loctite, Ceresit, Sichel-Werke (historisch), Cordes & Co (historisch) |
| Consumer Brands | Persil, Schwarzkopf, Sil, Ata, Fewa, Pril, Fa, Somat, Dial, Sexy Hair, Alterna, Kenra, Sun Products Marken, Colgate-Palmolive Marken (Australien/Neuseeland) |
| Ausgegliedert/Verkauft | Cognis (Chemieprodukte), Persil-Werk Genthin, Russland-Geschäft |
Häufig gestellte Fragen zu Henkel Produkten
Ist Henkel noch ein aktives Unternehmen?
Ja, Henkel ist ein sehr großes und aktives globales Unternehmen. Laut den bereitgestellten Informationen erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von über 21 Milliarden Euro und beschäftigt rund 47.000 Mitarbeiter weltweit. Es ist in 75 Ländern vertreten.
Welche Hauptgeschäftsfelder hat Henkel heute?
Henkel konzentriert sich heute auf zwei Hauptgeschäftsfelder: Adhesive Technologies (Klebstoffe) und Consumer Brands (eine Zusammenlegung der früheren Bereiche Wasch-/Reinigungsmittel und Kosmetik/Haar).
Stellt Henkel noch Büro- und Papierwaren her?
Der vorliegende Text erwähnt, dass Henkel unter der Marke Pritt, die zum Bereich Adhesive Technologies gehört, historisch den ersten Klebestift einführte und im Laufe der Zeit weitere Produkte für Papier-, Büro- und Schreibwaren entwickelte. Der Text liefert keine Information darüber, dass dieser Bereich komplett eingestellt wurde, auch wenn der Fokus heute stark auf den breiteren Segmenten Klebstoffe und Konsumgüter liegt. Es ist daher wahrscheinlich, dass zumindest bestimmte Produkte wie Klebestifte weiterhin Teil des Sortiments sind, auch wenn die Vielfalt im Vergleich zu reinen Büromaterialherstellern geringer sein mag.
Warum wurden bestimmte frühere Henkel-Sparten oder Produkte verkauft?
Basierend auf dem Text hat Henkel im Laufe der Geschichte Geschäftsbereiche wie Cognis (Chemieprodukte) ausgegliedert und verkauft oder Werke wie das in Genthin veräußert. Solche Entscheidungen werden in der Regel im Rahmen der strategischen Portfolio-Optimierung getroffen, um sich auf Wachstumsbereiche zu konzentrieren oder aus bestimmten Märkten oder Segmenten auszusteigen, wie das jüngste Beispiel des Verkaufs des Russland-Geschäfts zeigt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Vielfalt der Henkel-Produkte enorm ist und sich im Laufe der langen Unternehmensgeschichte ständig wandelt. Während ikonische Marken wie Persil und Schwarzkopf weiterhin zentrale Säulen im Konsumgüterbereich darstellen und Henkel ein führender Anbieter von Klebstofftechnologien ist, hat das Unternehmen sein Portfolio immer wieder angepasst. Dies kann dazu führen, dass Produkte aus bestimmten Nischen, wie beispielsweise spezifische Büroartikel außerhalb des Kernsortiments, weniger präsent sind oder nicht mehr von Henkel angeboten werden, auch wenn die Marke Pritt und damit eine historische Verbindung zum Büromaterialbereich weiterhin besteht. Die fortlaufende strategische Entwicklung sichert Henkels Position als globaler Player.
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