13/10/2015
Der Begriff „Hipster“ hat in den letzten Jahrzehnten viel Aufmerksamkeit erfahren. Er beschreibt eine bestimmte Subkultur, die oft mit einem ausgeprägten Bewusstsein für Mode, Musik und Kunst in Verbindung gebracht wird. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Phänomen, wie hat es sich entwickelt, und ist der Hipster-Trend heute noch aktuell? Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Facetten des Hipstertums, von seinen historischen Ursprüngen bis hin zu den potenziellen Nachfolgebewegungen, und versucht zu verstehen, was einen Hipster ausmacht.

Die Ursprünge des Hipstertums
Obwohl der Begriff „Hipster“ oft mit dem frühen 21. Jahrhundert assoziiert wird, hat das Phänomen tiefere Wurzeln. Der ursprüngliche Hipster des 20. Jahrhunderts war Teil einer Subkultur, die vor allem in den USA verbreitet war. Diese Bewegung zeigte Ähnlichkeiten mit dem europäischen Bohemien-Stil des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Prägend für die damalige Hipster-Szene waren avantgardistische Künstler, insbesondere schwarze Musiker und weiße Dichter der Beat-Generation. Sie verkörperten einen Lebensstil, der sich bewusst von bürgerlichen Normen abgrenzte und Kreativität sowie Unangepasstheit in den Vordergrund stellte. Diese frühe Form des Hipstertums war stark von Jazzmusik und einem intellektuellen, oft rebellischen Geist geprägt.
Der moderne Hipster: Merkmale und Mode
Der Begriff „Hipster“ erlangte im frühen 21. Jahrhundert breitere Bekanntheit, oft von den Medien mit einer leicht spöttischen Konnotation verwendet. Er beschrieb meist junge, urbane Menschen und junge Erwachsene, die ein starkes Szenebewusstsein und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit entwickelten, oft in bewusster Abgrenzung zum Mainstream. Die heutige Begriffsverwendung greift zwar auf die Wurzeln der avantgardistischen Subkultur des 20. Jahrhunderts zurück, doch das Erscheinungsbild und die Merkmale haben sich weiterentwickelt.
Ein zentrales Merkmal des modernen Hipstertums ist die Mode. Hipster kleiden sich betont lässig, legen aber großen Wert darauf, nicht nachlässig zu wirken. Ein besonderes Kennzeichen der Hipster-Mode ist ihre androgyne Natur; Herren- und Damenmode unterscheiden sich oft nur wenig voneinander. Ein absolutes Muss für viele Hipster ist die Röhrenjeans, die bevorzugt sehr eng getragen wird. Dazu werden häufig T-Shirts, Hoodies oder Flanellhemden kombiniert. Während männliche Hipster oft zu figurbetonten Schnitten greifen, bevorzugen weibliche Hipster bei den Oberteilen oft ein bis zwei Nummern größere Größen, was den lässigen Look unterstreicht.
Charakteristisch ist auch das Übereinanderziehen mehrerer Kleidungsstücke (Layering) sowie das Kombinieren von Farben und Mustern, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen. Dies ist oft eine bewusste Stilentscheidung, die eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber konventionellen Moderegeln ausdrücken soll. Es geht darum, Individualität und einen eigenen, unkonventionellen Stil zu betonen.

Accessoires spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Männliche Hipster setzen oft auf auffällige, dicke Brillengestelle (auch ohne Sehstärke), ausgefallene Hüte und Mützen, um ihrem Stil Ausdruck zu verleihen. Weibliche Hipster suchen oft nach ungewöhnlichen Vintage-Kleidern, gerne mit Spitze oder Blümchenmuster, die sie nicht selten in den Kleiderschränken von Müttern oder Großmüttern finden. Diese „Schätzchen aus alten Zeiten“ werden dann oft mit bedruckten oder farbigen Strumpfhosen kombiniert. Beim Schuhwerk bevorzugen Hipster oft abgelaufene oder gebraucht aussehende Schuhe wie Boots, Biker- oder Cowboystiefel sowie Sneaker, die den lässigen, authentischen Look komplettieren.
Ein nahezu unverzichtbares Accessoire für viele Hipster ist der Jutebeutel. Er wird oft mit Motiven oder Schriftzügen bedruckt getragen und dient nicht nur als praktische Tasche, sondern auch als Statement-Piece, das Nachhaltigkeit oder eine bestimmte Botschaft transportieren kann.
Hipster als Subkultur und Mainstream
Der moderne Hipster versteht sich zwar oft als Teil einer Subkultur, die sich vom Massengeschmack abhebt, doch paradoxerweise ist das Hipstertum im Laufe der Zeit selbst immer mehr zum Mainstream geworden. Was einst als Nischenbewegung begann, hat viele Elemente hervorgebracht, die heute weit verbreitet sind. Dies führt zu einer interessanten Spannung: Die bewusste Abgrenzung vom Mainstream ist ein Kernaspekt des Hipster-Ethos, doch die Popularität hat diese Abgrenzung erschwert oder gar aufgehoben.
Hipster sind heute häufig im kreativen und universitären Umfeld zu finden. Sie legen Wert auf ein gepflegtes Erscheinungsbild, auch wenn es lässig wirkt. Besonders bei Männern sind Schnurrbärte oder Vollbärte zu einem ikonischen Merkmal geworden, die oft sorgfältig gestylt werden. Der Wunsch nach Individualität und Abgrenzung bleibt bestehen, auch wenn die Symbole und Stile teilweise vom Mainstream adaptiert wurden.

Das Ende einer Ära? Der Hipster im Wandel
Es wird oft diskutiert, ob der Hipster-Trend bereits sein Ende erreicht hat oder sich zumindest in einer Endphase befindet. Während einige argumentieren, dass das reine Hipstertum als dominante Subkultur auf dem Rückzug ist, haben bestimmte Elemente des Stils überlebt und sich etabliert. Dazu gehören beispielsweise die bereits erwähnten Bärte, die nach wie vor populär sind, oder die erneute Liebe und Wiederentdeckung von vinylen Tonträgern und analogen Medien, die lange als veraltet galten. Das Hipstertum hat somit Spuren hinterlassen und bestimmte Trends nachhaltig beeinflusst.
Die Situation ist komplex, da sich das Hipstertum teilweise selbst in den Mainstream verwandelt hat, von dem es sich ursprünglich abgrenzen wollte. Dies schafft eine schwierige Position für diejenigen, die sich weiterhin als Teil einer exklusiven Subkultur verstehen möchten. Doch wie in der Welt der Trends üblich, entstehen ständig neue Bewegungen und Subkulturen, die bereit sind, die Rolle des „Next Big Thing“ zu übernehmen.
Die Nachfolger: Was kommt nach dem Hipster?
Die Dynamik von Subkulturen und Trends ist ein ständiger Prozess der Veränderung und Ablösung. Eine Subkultur bleibt oft so lange eine Nische, bis sie genügend Anhänger gefunden hat und beginnt, sich in Richtung Mainstream zu bewegen. Sobald sie eine kritische Masse erreicht, entstehen oft neue Bewegungen als Reaktion oder Weiterentwicklung. Die provided text lists several potential successor trends, highlighting the ongoing evolution:
- Yuccie: Beschrieben als weiterentwickelte Hipster. Gut ausgebildete, urbane Kreative, die in Großstädten leben. Sie streben nach kreativer und finanzieller Unabhängigkeit und lehnen traditionelle 08/15-Jobs ab. Ihr Ziel ist oft der schnelle, große Erfolg, der das Leben verändert.
- Cutester: Ein Trend, bei dem Erwachsene ihre Nostalgie für die Kindheit durch Kleidung und Accessoires ausdrücken. Dies kann sich in verspielten Elementen wie Unicorn-Motiven oder der Pusheen-Welle zeigen. Es wird interpretiert als Versuch, dem Erwachsensein zu entfliehen und sich jung zu fühlen.
- Health Goth: Eine Weiterentwicklung des Gothic-Trends. Anhänger verbinden den dunklen Gothic-Stil mit einem Fokus auf gesunde Ernährung und Fitness. Sie tragen oft schwarze Freizeitkleidung und hören weiterhin düstere Musik.
- Normcore: Einer der stärksten Kandidaten für die Nachfolge des Hipsters. Dieser Trend zeichnet sich durch bewusst unauffällige, „normale“ Kleidung aus. Menschen sind gelangweilt von schnelllebiger Mode und schlechter Qualität und greifen auf zeitlose oder scheinbar altmodische Kleidungsstücke zurück (Jeans der Mutter, Mantel des Opas). Es ist ein Versuch, durch Unauffälligkeit aufzufallen, der paradoxerweise selbst zum Trend wird. Der Normcore-Stil ist oft auf der Straße zu sehen und kombiniert alte Stücke mit aktuellen Elementen.
- Haulster: Primär im weiblichen Umfeld zu finden. Frauen, die ihre Einkäufe filmen („Hauls“) und die Videos online teilen. Es handelt sich oft um Konsumentinnen, die ihren Lifestyle dokumentieren und damit eine große Anhängerschaft erreichen, die diesen Konsum indirekt unterstützt.
- Seapunk: Ein Trend, der 2011 entstand, oft auf Plattformen wie Tumblr. Charakteristisch sind blau- oder türkisfarbene Haare und Kleidung in Grün-, Blau- und Türkistönen, die eine Ästhetik der Unterwasserwelt aufgreifen, oft mit punkigen Elementen kombiniert.
- Witch House: Eine Bewegung, die um 2009 begann. Anhänger orientieren sich optisch an alten italienischen Horrorfilmen. Sie nutzen dunkle und okkulte Symbolik sowie Symbole aus dem alten Ägypten. Der Stil umfasst oft minimalistische Tattoos und zerrissene, dunkle Kleidung. Diese Subkultur wird als stark wachsend beschrieben und oft mit Anhängern aus unteren sozialen Schichten in Verbindung gebracht.
- Soft Grunge: Ähnlich dem Gothic-Stil, aber in einer „abgeschwächten“ Form. Der Look beinhaltet oft Jeans, alte Band-Shirts (wie sie auf Flohmärkten zu finden sind) und orientiert sich musikalisch an neuen, rebellischen Künstlern der Szene. Ein Stil, der häufig auf Musikfestivals anzutreffen ist.
Diese Beispiele zeigen, dass die Suche nach Identität und Abgrenzung durch Stil und Konsumverhalten ein fortlaufender Prozess ist. Neue Subkulturen entstehen, entwickeln sich und beeinflussen den breiteren Trendmarkt.
Häufig gestellte Fragen zum Thema Hipster
Was ist ein Hipster?
Ein Hipster ist eine Person, die sich einer Subkultur zugehörig fühlt, die Wert auf Individualität, unkonventionelle Mode, bestimmte Musikgenres und oft auch auf Nachhaltigkeit oder Vintage-Ästhetik legt. Sie versuchen sich bewusst vom Mainstream abzugrenzen, auch wenn der Begriff selbst mittlerweile weit verbreitet ist.

Wie kleidet sich ein Hipster?
Typische Hipster-Mode ist lässig, aber nicht nachlässig, oft androgyn. Dazu gehören enge Röhrenjeans, Flanellhemden, T-Shirts, Hoodies, Vintage-Kleider, bedruckte Strumpfhosen, abgelaufene Boots oder Sneaker. Layering und das Kombinieren scheinbar unpassender Muster und Farben sind ebenfalls charakteristisch. Wichtige Accessoires sind dicke Brillengestelle und Jutebeutel.
Ist der Hipster-Trend vorbei?
Der Hipster-Trend als dominante, klar definierte Subkultur mag sich in einer Übergangsphase befinden oder bereits abgelöst werden. Viele Elemente des Hipster-Stils (wie Bärte oder die Liebe zu Vinyl) sind jedoch in den Mainstream übergegangen und haben sich etabliert. Neue Subkulturen und Trends treten an seine Stelle.
Welche Trends könnten auf den Hipster folgen?
Basierend auf aktuellen Beobachtungen könnten Trends wie Yuccie, Cutester, Health Goth, Normcore, Haulster, Seapunk, Witch House oder Soft Grunge als Nachfolger des Hipsters betrachtet werden. Jede dieser Bewegungen hat eigene charakteristische Merkmale und Ästhetiken.
Fazit
Das Hipstertum war und ist mehr als nur eine Modeerscheinung. Es ist Ausdruck eines Lebensgefühls, das nach Individualität, Authentizität und bewusster Abgrenzung strebt. Auch wenn sich der Trend wandelt und neue Subkulturen entstehen, hat der Hipster bestimmte Ästhetiken und Verhaltensweisen nachhaltig beeinflusst und in den breiteren Kulturkontext eingebracht. Die fortlaufende Entstehung neuer Trends zeigt, dass die Suche nach Identität und Zugehörigkeit durch Stil und Subkultur ein fester Bestandteil der modernen Gesellschaft bleibt.
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