Wieso schließt Karstadt?

Galeria: Dritte Rettung, hoher Preis

15/07/2019

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Nach turbulenten Zeiten und der dritten Insolvenz innerhalb von weniger als vier Jahren gibt es nun Hoffnung für Galeria Karstadt Kaufhof. Die Gläubiger des angeschlagenen Warenhauskonzerns haben einem umfassenden Sanierungsplan zugestimmt und damit den Weg für eine Rettung geebnet. Dieser Schritt war laut Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus die einzige Möglichkeit, einen vollständigen Zerfall des Unternehmens zu verhindern.

Was ist mit Kaufhof passiert?
Die Gläubiger haben einem Sanierungsplan für die Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof zugestimmt und das Unternehmen damit vor der Zerschlagung bewahrt. Der Einzelhändler Galeria Karstadt Kaufhof konnte erneut vor der Insolvenz gerettet werden, nachdem er innerhalb von weniger als vier Jahren bereits zum dritten Mal insolvent war .
Übersicht

Der Sanierungsplan und die neuen Eigentümer

Die Zustimmung der Gläubiger ebnet den Weg für eine Übernahme des Unternehmens durch ein Investorenkonsortium, die für Juli geplant ist. Angeführt wird dieses Konsortium von der US-amerikanischen Private-Equity-Firma NRDC und der BB Kapital SA, einem Unternehmen des deutschen Unternehmers Bernd Beetz. Diese neuen Investoren stehen vor der Aufgabe, Galeria wieder auf Kurs zu bringen.

Der genehmigte Plan sieht tiefgreifende Umstrukturierungsmaßnahmen vor. Ziel ist es, das Unternehmen finanziell zu stabilisieren und zukunftsfähig aufzustellen. Dies erfordert jedoch schmerzhafte Einschnitte, die sowohl Filialen als auch Mitarbeiter betreffen.

Harter Schnitt: Filialschließungen und Stellenabbau

Die Rettung von Galeria hat einen hohen Preis. Ein zentraler Bestandteil des Sanierungsplans ist die Reduzierung der Anzahl der Filialen und der Abbau von Arbeitsplätzen. Ursprünglich betrieb Galeria 92 Warenhäuser. Im Zuge der Restrukturierung werden 16 dieser Standorte geschlossen. Dies bedeutet, dass zukünftig 76 Filialen unter dem Dach von Galeria weitergeführt werden.

Auch beim Personal sind deutliche Einschnitte geplant. Von den derzeit 12.800 Mitarbeitern werden 1.400 ihre Stelle verlieren. Dies ist zweifellos eine schwierige Nachricht für die Betroffenen, wenn auch die Kürzungen weniger drastisch ausfallen als von manchen Kommentatoren im Vorfeld befürchtet, die zeitweise nur 20 bis 30 verbleibende Filialen für möglich hielten.

Diese Filialschließungen und der Stellenabbau sind notwendige, aber schmerzhafte Maßnahmen, um die Kostenstruktur des Unternehmens zu verbessern und die Rentabilität zu steigern. Die verbleibenden Standorte und Mitarbeiter sollen die Basis für den zukünftigen Erfolg bilden.

Die finanzielle Seite der Sanierung

Die finanzielle Schieflage von Galeria zeigte sich deutlich im Umfang der angemeldeten Forderungen der Gläubiger. Bei einem nicht-öffentlichen Treffen in Essen, an dem rund 120 Personen teilnahmen, wurden die Details des Insolvenzplans besprochen. Gläubiger wie Vermieter, Lieferanten und die Bundesregierung hatten Forderungen in Höhe von insgesamt 886,1 Millionen Euro angemeldet.

Im Rahmen des Sanierungsplans wird jedoch nur ein Bruchteil dieser Summe tatsächlich zurückgezahlt. Erwartet wird, dass lediglich 22,5 Millionen Euro an die Gläubiger fließen. Dies verdeutlicht das Ausmaß des finanziellen Schadens, der durch die wiederholten Insolvenzen entstanden ist.

Wohin mit alten Büchern in Kiel?
Unverkäufliche Exemplare müssen zum Abfall-Wertstoff-Hof gebracht werden. Ob Krimi, Bildband, Comic oder Roman, gelesen oder ungelesen – im Werkforum des KIELER FENSTER in Wellsee sind Bücher willkommen, sofern sie mindestens in einem guten Zustand und nicht älter als ca. 5 bis max. 7 Jahre alt sind.

Neben den Einschnitten bei Filialen und Personal plant Galeria auch, die Verwaltung zu verschlanken und die Mietkosten zu senken. Es wird auch erwartet, dass der Namenszusatz "Karstadt Kaufhof" entfernt wird und das Unternehmen zukünftig nur noch unter dem Namen "Galeria" firmiert.

Galeria als Arbeitgeber: Ein Blick auf die Mitarbeiter-Vorteile

Trotz der herausfordernden Situation, die mit Sanierung und Stellenabbau einhergeht, bietet Galeria seinen verbleibenden Mitarbeitern und potenziellen zukünftigen Angestellten auch eine Reihe von Vorteilen. Diese Aspekte sind wichtig, um die Attraktivität des Unternehmens als Arbeitgeber zu bewerten, insbesondere in Zeiten des Wandels.

Auf Basis von Mitarbeiterbewertungen wurden folgende Benefits am häufigsten positiv hervorgehoben:

  • GALERIA Familie: Das Unternehmen legt Wert darauf, neue Kollegen herzlich willkommen zu heißen und eine familiäre Atmosphäre zu schaffen. Dabei können neue Ideen eingebracht und gleichzeitig von der Erfahrung langjähriger Kollegen profitiert werden.
  • Attraktive Personalrabatte: Mit der GALERIA Nettocard erhalten Mitarbeiter dauerhaft bis zu 20 % Rabatt auf eine Vielzahl von Produkten und Marken.
  • 37,5-Stunden-Woche: Eine Vollzeit-Wochenarbeitszeit von lediglich 37,5 Stunden ermöglicht eine bessere Balance zwischen Beruf und Privatleben, sodass mehr Zeit für Familie, Freunde und persönliche Interessen bleibt.
  • Mobiles Arbeiten: Im Service Center besteht je nach Tätigkeitsbereich die Möglichkeit, von zu Hause oder einem anderen Ort aus zu arbeiten, was zusätzliche Flexibilität im Alltag bietet.
  • Individuelle Fort- und Weiterbildung: Galeria unterstützt die persönliche und berufliche Entwicklung seiner Mitarbeiter durch vielfältige Angebote, darunter Weiterbildungsprogramme und eine digitale E-Learning-Plattform, die selbstbestimmtes Lernen ermöglicht.
  • Optimale Verkehrsanbindung: Sowohl das Service Center als auch die zentral gelegenen Filialen sind gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden, was den Arbeitsweg bequem und umweltfreundlich gestaltet.
  • 30 Tage Urlaub: Bei einer Vollzeitstelle erhalten Mitarbeiter großzügige 30 Tage Urlaub pro Jahr, was sechs vollen Wochen entspricht und ausreichend Erholung ermöglicht.
  • Betriebliche und tarifliche Altersvorsorge: Das Unternehmen unterstützt seine Mitarbeiter dabei, für ihre Zukunft vorzusorgen, indem es betriebliche und tarifliche Altersvorsorgemodelle anbietet.

Diese Benefits zeigen, dass Galeria sich bemüht, trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten ein attraktiver Arbeitgeber zu sein und den Mitarbeitern Wertschätzung entgegenzubringen. Sie sind ein wichtiger Faktor für die Mitarbeiterbindung und die Anziehung neuer Talente.

Fazit und Ausblick

Die Zustimmung zum Sanierungsplan ist ein entscheidender Schritt für Galeria Karstadt Kaufhof und bietet eine Chance auf einen Neuanfang. Die Übernahme durch das Investorenkonsortium im Juli markiert den Beginn einer neuen Ära. Allerdings ist der Weg steinig und mit erheblichen Opfern verbunden, insbesondere für die Mitarbeiter und die betroffenen Standorte.

Die Reduzierung der Filialen auf 76 und der Abbau von 1.400 Stellen sind harte Maßnahmen, die notwendig erscheinen, um das Unternehmen wieder auf eine solide finanzielle Basis zu stellen. Die neuen Eigentümer stehen vor der Herausforderung, das Geschäftsmodell anzupassen, die verbleibenden Filialen erfolgreich zu führen und das Vertrauen der Kunden und Lieferanten zurückzugewinnen. Auch die Integration der Mitarbeiter in den Wandel und die Nutzung der bestehenden Vorteile als Arbeitgeber werden entscheidend sein.

Die Zukunft von Galeria bleibt spannend. Ob die dritte Rettung von Dauer sein wird, hängt maßgeblich von der Umsetzung des Sanierungsplans, dem Engagement der neuen Eigentümer und der Entwicklung des Handelsumfelds ab. Für die Mitarbeiter, die bleiben, und die neuen Eigentümer beginnt nun die Arbeit an der Zukunftsfähigkeit des Traditionsunternehmens.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wer übernimmt Galeria Karstadt Kaufhof?
Ein Konsortium bestehend aus der US-amerikanischen Private-Equity-Firma NRDC und der BB Kapital SA des deutschen Unternehmers Bernd Beetz wird das Unternehmen voraussichtlich im Juli übernehmen.
Wie viele Filialen von Galeria werden geschlossen?
Im Zuge der Sanierung werden 16 der ursprünglich 92 Warenhäuser geschlossen. Zukünftig werden 76 Filialen weitergeführt.
Was passiert mit den Schulden des Unternehmens?
Gläubiger hatten Forderungen in Höhe von 886,1 Millionen Euro angemeldet. Voraussichtlich werden im Rahmen des Sanierungsplans lediglich 22,5 Millionen Euro an sie zurückgezahlt.
Wie viele Mitarbeiter sind vom Stellenabbau betroffen?
Von den derzeit 12.800 Mitarbeitern werden 1.400 ihre Stelle verlieren.

Vergleich: Galeria vor und nach der Sanierung (geplant)

Um die Auswirkungen der Sanierung auf die Struktur von Galeria zu veranschaulichen, hier ein Vergleich der wichtigsten Kennzahlen basierend auf den vorliegenden Informationen:

KennzahlVor Sanierung (ca.)Nach Sanierung (geplant)
Anzahl Filialen9276
Anzahl Mitarbeiter12.80011.400
Angemeldete Forderungen (gesamt)886,1 Mio. €-
Erwartete Auszahlung an Gläubiger-22,5 Mio. €

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