Wo produziert Kaweco?

Kaweco: Eine Reise durch die Geschichte

15/02/2016

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Die Marke Kaweco steht heute weltweit für hochwertige Schreibgeräte mit einer tiefen historischen Verwurzelung. Sie ist Teil der h & m gutberlet gmbh mit Sitz in Nürnberg, deren Kernkompetenz in der Herstellung und dem Vertrieb ebensolcher Instrumente sowie des dazugehörigen Zubehörs liegt. Doch die Geschichte von Kaweco reicht weit zurück, bis ins späte 19. Jahrhundert, und ist geprägt von Innovation, Wachstum, Herausforderungen und einer beständigen Leidenschaft für das Schreiben.

Welche Marke ist Kaweco?
Kaweco ist eine Marke des in Nürnberg ansässigen Unternehmens H & M Gutberlet (Eigenschreibweise h & m gutberlet gmbh), deren Kernkompetenz auf der Herstellung und dem Vertrieb von hochwertigen Schreibgeräten nebst ihres Zubehörs liegt.

Alles begann im Jahr 1883 in Heidelberg. Dort gründeten die Herren Luce und Enßlen die Heidelberger Federhalterfabrik. In dieser frühen Phase konzentrierte sich das Unternehmen auf die Produktion von Federhaltern aus Holz und Füllhaltern. Zusätzlich importierten sie Goldfedern aus New York von einem Unternehmen namens A. Morton & Co., was bereits damals den Blick über die nationalen Grenzen hinaus zeigte.

Sechs Jahre später, im Jahr 1889, übernahmen Heinrich Koch und Rudolph Weber das Ruder der Heidelberger Federhalterfabrik. Unter ihrer Führung expandierte das Unternehmen. Sie bauten eine neue Produktionsstätte außerhalb von Heidelberg, im Stadtteil Handschuhsheim. Die Produkte, die dort gefertigt wurden, erhielten verschiedene Markennamen. Neben Perkeo und Omega etablierte sich bereits damals der Name Kaweco. Ein zusätzliches Zeichen auf den Produkten, „HF“, verwies auf den Ursprung als Heidelberger Federhalterfabrik. Es dauerte nicht lange, bis der Markenname Kaweco so dominant wurde, dass er auch zum Firmennamen avancierte, unter dem die Produkte bis heute bekannt sind und vertrieben werden.

Die Expansion setzte sich fort. Ab 1912 wurde in Heidelberg ein neues Fabrikgebäude errichtet, das architektonische Elemente des Jugendstils und des Heimatstils vereinte – ein Zeichen für das Selbstbewusstsein und den Erfolg des Unternehmens zu jener Zeit.

Ein bedeutender Meilenstein in der Produktentwicklung war das Jahr 1909. In diesem Jahr entstand der erste Kaweco-Sicherheitsfüllfederhalter. Diese Innovation wurde unter dem Patent KAWECO. D.R.G.M. 224101 angemeldet und intensiv beworben. Sicherheitsfüllfederhalter waren zu dieser Zeit eine wichtige Entwicklung, die ein Auslaufen der Tinte verhinderte und somit das Schreiben komfortabler machte.

Aufgrund der hohen Nachfrage nach den hochwertigen Schreibgeräten baute Kaweco in den folgenden Jahren seinen Vertrieb massiv aus. Es entstanden eigene Filialen in bedeutenden europäischen Städten wie Berlin, Paris, Zürich und Wien. Darüber hinaus wurden internationale Vertretungen aufgebaut, was die wachsende globale Präsenz der Marke unterstrich. Der Katalog aus dem Jahr 1911 dokumentiert eindrucksvoll die große Vielfalt der damals angebotenen Füllfederhalter und Füllsysteme. In dieser Zeit finden sich auch erste Erwähnungen von besonders handlichen Taschenfüllhaltern, die speziell für Zielgruppen wie Damen, Offiziere und Sportsleute konzipiert waren. Dies war die Geburtsstunde des legendären Kaweco Sport Modells, das später zu einem der bekanntesten Produkte der Marke werden sollte.

Der Erste Weltkrieg (1914-1918) stellte auch für Kaweco eine Herausforderung dar. Die Produktion von Schreibwaren war eingeschränkt, da das Unternehmen – wie viele Industriebetriebe jener Zeit – auch Rüstungsgüter herstellen musste.

Trotz der Einschränkungen während des Krieges gab es auch bedeutende Entwicklungen. Im Jahr 1914 übernahm Kaweco das amerikanische Unternehmen A. Morton aus New York, jenen Betrieb, von dem sie einst Goldfedern importiert hatten. Morton galt als die älteste Goldfederfabrik der Welt. Die Anlagen wurden nach Heidelberg überführt, und Kaweco baute eine eigene Goldfederproduktion auf. Zu diesem Zeitpunkt war Kaweco ein stattliches Unternehmen: Es beschäftigte 600 Mitarbeiter und produzierte jährlich etwa 130.000 Füllfederhalter. Dieser Erfolg und die Größe des Unternehmens führten 1921 zur Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Das Produktportfolio wurde weiter ausgebaut, unter anderem wurden Hebelfüllhalter in die Produktion aufgenommen.

Die wirtschaftlich schwierigen Zeiten der späten 1920er Jahre, geprägt von Inflation und Währungsreform, trafen auch Kaweco hart. Im Jahr 1929 musste das Unternehmen ein Konkursverfahren eröffnen. Gebäude und Inventar wurden zwangsversteigert. In dieser Situation erwarb die badische Federhalterfabrik Knust Woringen und Grube aus Wiesloch, ein wesentlich kleineres Unternehmen, das unter der Marke Aurumia auftrat, den Kaweco-Firmennamen, die Maschinen, Warenbestände und Patente. Das historische Fabrikgebäude in Heidelberg wurde anderweitig verkauft, existiert aber bis heute als Wohn- und Geschäftshaus. Unter dem neuen Eigentümer verschmolzen die Marken und Modelle von Kaweco und Aurumia. In dieser Zeit entstand auch das bis heute verwendete und unverwechselbare Logo, das auf fast allen Geräten platziert wird: „KA WE CO“ im dreigeteilten Kreis als eindeutige Kennzeichnung.

Der Zweite Weltkrieg brachte erneut massive Einschränkungen mit sich, die Produktion wurde nahezu eingestellt. Doch nur wenige Monate nach Kriegsende gelang es, den Betrieb wieder aufzunehmen und an die Vorkriegstradition anzuknüpfen.

Nach dem Tod von Friedrich Grube senior am 5. Mai 1960 führten sein Sohn Friedrich, dessen Frau Liselotte und deren beide Söhne das Unternehmen fort. Die Produktpalette wurde dem Zeitgeschmack angepasst und stromlinienförmiger gestaltet.

Wie lang ist ein Kugelschreiber in cm?
Wir wissen jedoch, wie lang ein moderner Kugelschreiber ist. Die Länge von 415 Kugelschreibern wurde auf der Website des Händlers angegeben, und wir können sehen, dass die durchschnittliche Länge eines Kugelschreibers zwischen 130 und 140 mm, also 13–14 cm oder 5,11–5,51 Zoll, liegt.

Ein besonderer Höhepunkt in der jüngeren Geschichte war das Jahr 1971. Kaweco erwarb die Lizenz für die Olympischen Sommerspiele 1972 in München. Zu diesem Anlass präsentierte das Unternehmen Schreibgeräte des Sport Modells mit einer speziellen Olympiamünze, was die Verbindung von Kaweco zum Sport und sein ikonisches Taschenformat unterstrich.

Die Marke Kaweco geriet in den folgenden Jahren jedoch in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Im Jahr 1994 erfolgte ein entscheidender Schritt für die Zukunft: Das in Nürnberg ansässige Unternehmen H & M Gutberlet übernahm die Namensrechte für „Kaweco“. Unter der Ägide von H & M Gutberlet wurde die Marke revitalisiert. Man besann sich auf das erfolgreiche Design des Kaweco Sport Modells von 1935 und legte eine neue Serie auf. Diese Taschenschreibgeräte kamen in verschiedenen Varianten auf den Markt: als Füllhalter, Rollerball, Kugelschreiber, Druckbleistift und Fallbleistift. Für den weltweiten Vertrieb konnte zunächst die Firma Diplomat als exklusiver Partner gewonnen werden. Diese Partnerschaft währte bis 1999, als Diplomat von Herlitz übernommen wurde.

Seitdem baut Kaweco unter dem Dach der h & m gutberlet gmbh den weltweiten Vertrieb selbst aus. Durch die Zusammenarbeit mit zahlreichen länderbezogenen Distributoren sind Produkte der Marke Kaweco heute in mehr als 45 Ländern auf allen Kontinenten erhältlich. Die Marke hat sich erfolgreich als Anbieter hochwertiger, oft im Retro-Design gehaltener Schreibgeräte positioniert, die sowohl Sammler als auch alltägliche Nutzer ansprechen.

Die Geschichte von Kaweco ist eine Geschichte von Beständigkeit und Wandel. Sie zeigt, wie eine Marke durch verschiedene Epochen, wirtschaftliche Höhen und Tiefen sowie Eigentümerwechsel hinweg ihre Identität bewahren und sich immer wieder neu erfinden konnte. Das Erbe der Heidelberger Federhalterfabrik lebt in den modernen Schreibgeräten von Kaweco weiter, die Tradition und zeitgemäßes Design verbinden.

Häufig gestellte Fragen zu Kaweco

Wann wurde die Marke Kaweco ursprünglich gegründet?
Die Ursprünge der Marke Kaweco reichen bis ins Jahr 1883 zurück, als in Heidelberg die Heidelberger Federhalterfabrik von den Herren Luce und Enßlen gegründet wurde.

Wer ist heute der Eigentümer der Marke Kaweco?
Die Marke Kaweco gehört heute der h & m gutberlet gmbh mit Sitz in Nürnberg.

Was ist das Besondere am Kaweco Sport Modell?
Das Kaweco Sport Modell ist ein ikonisches Taschenschreibgerät, dessen Design auf das Jahr 1935 zurückgeht. Es zeichnet sich durch sein kompaktes Format im geschlossenen Zustand und seine normale Größe mit aufgesteckter Kappe aus und wurde ursprünglich für Zielgruppen wie Damen, Offiziere und Sportsleute konzipiert.

Wann wurde das heute bekannte Kaweco Logo mit dem dreigeteilten Kreis eingeführt?
Das Logo „KA WE CO“ im dreigeteilten Kreis entstand nach dem Konkurs im Jahr 1929, als die Marke von Knust Woringen und Grube (Aurumia) übernommen wurde und die Marken verschmolzen.

In wie vielen Ländern sind Kaweco Produkte heute erhältlich?
Dank des weltweiten Vertriebsnetzes der h & m gutberlet gmbh sind Kaweco Produkte heute in mehr als 45 Ländern erhältlich.

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