Was macht Eastman Kodak heute?

Kodak: Vom Foto-Giganten zur Neuausrichtung

01/11/2015

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Eastman Kodak war über ein Jahrhundert lang ein Name, der untrennbar mit der Fotografie verbunden war. Von den ersten erschwinglichen Kameras bis hin zu professionellen Filmen, die sogar auf dem Mond zum Einsatz kamen (das berühmte erste Bild der Apollo 11 Mission wurde mit einer Kodak-Kamera aufgenommen), prägte Kodak die Art und Weise, wie Menschen Erinnerungen festhielten. Das Schlagwort „Kodak Moments“ wurde zum Synonym für besondere, festzuhaltende Augenblicke. Doch trotz dieser dominanten Position und einer reichen Geschichte der Innovation erlebte das Unternehmen Ende des 20. Jahrhunderts einen abrupten Niedergang. Was geschah mit dem einst mächtigen Giganten, und was macht Kodak heute?

Übersicht

Die goldene Ära von Kodak

Die Geschichte von Kodak begann im Jahr 1888 mit der Einführung der ersten Kodak-Kamera durch George Eastman. Dieses revolutionäre Gerät war einfach zu bedienen und erschwinglich. Mit dem berühmten Slogan „You Press the Button, We Do the Rest“ (Sie drücken den Knopf, wir erledigen den Rest) versprach Kodak ein sorgenfreies Fotografieerlebnis. Man kaufte die Kamera mit Film für 100 Aufnahmen, schickte sie nach Gebrauch an Kodak zurück, erhielt die entwickelten Bilder und Negative sowie eine neu geladene Kamera zurück.

Warum gibt es Kodak nicht mehr?
Mitte der 90er Jahre wurde die japanische Firma Fujifilm immer bekannter. Fujifilm verkaufte ebenfalls Kameratechnologie, bot diese jedoch zu einem günstigeren Preis bei einer gleichzeitig höheren Bildqualität an. Nach und nach wurde Kodak vom Markt verdrängt, bis die Firma 2012 Insolvenz anmeldete.

Dieser Ansatz, der sich auf den Verkauf des Films und der Entwicklung konzentrierte (ein „Rasierer und Klingen“-Modell), sicherte Kodak über Jahrzehnte eine marktbeherrschende Stellung. Produkte wie die Brownie-Kamera (eingeführt 1900) machten die Fotografie für die breite Masse zugänglich, auch für Kinder. Kodak investierte stark in Forschung und Entwicklung und brachte wichtige Innovationen hervor, darunter den Kodachrome-Farbfilm in den 1930er Jahren.

Das Unternehmen war eng mit seiner Heimatstadt Rochester, New York, verbunden und galt als Vorreiter des „Wohlfahrtskapitalismus“. George Eastman führte Mitarbeiterleistungen wie Gewinnbeteiligungen und Aktienverkäufe unter Marktwert ein, um die Loyalität zu fördern und Gewerkschaften fernzuhalten. Allerdings schloss das Unternehmen unter Eastman bestimmte Gruppen wie katholische Einwanderer, Afroamerikaner und Juden bei der Einstellung weitgehend aus.

Während des Zweiten Weltkriegs stellte Kodak nicht nur Film her, sondern trug auch mit der Produktion von militärischem Material zur Kriegsanstrengung bei. Nach dem Krieg erreichte Kodak seinen Höhepunkt. Die Umsätze stiegen, und Produkte wie die Instamatic-Kameras (ab 1963) festigten die Marktführerschaft im Amateursegment. Kodak war so allgegenwärtig, dass „Kodak moment“ in den allgemeinen Sprachgebrauch überging.

Die digitale Revolution und Kodaks Fehltritt

In den 1990er Jahren begann die digitale Fotografie aufzukommen. Anfangs waren Digitalkameras teuer und lieferten eine geringere Bildqualität als Film. Ironischerweise war Kodak selbst führend in der Forschung auf diesem Gebiet. Bereits 1975 entwickelte der Kodak-Mitarbeiter Steven Sasson die erste tragbare Digitalkamera. Kodak besaß zahlreiche Patente im Bereich der digitalen Bildgebung und entwickelte frühe Digitalkameras.

Warum gibt es Kodak nicht mehr?
Mitte der 90er Jahre wurde die japanische Firma Fujifilm immer bekannter. Fujifilm verkaufte ebenfalls Kameratechnologie, bot diese jedoch zu einem günstigeren Preis bei einer gleichzeitig höheren Bildqualität an. Nach und nach wurde Kodak vom Markt verdrängt, bis die Firma 2012 Insolvenz anmeldete.

Doch anstatt diese Technologie aggressiv zu verfolgen, zögerten die Führungskräfte von Kodak. Sie fürchteten, das hochprofitable Filmgeschäft zu kannibalisieren. Die interne Einschätzung war, dass die Digitalfotografie nur eine Nische bleiben würde. Man versuchte sogar, die Entwicklung dieser Technologie zu verlangsamen, um das Filmgeschäft zu schützen.

Währenddessen erkannten Wettbewerber wie Fujifilm, Sony, Canon und Nikon das Potenzial der Digitalfotografie und investierten massiv in Forschung und Entwicklung. Fujifilm, ein langjähriger Konkurrent im Filmbereich, trat aggressiv in den US-Markt ein, bot günstigere Preise und sicherte sich wichtige Partnerschaften wie die als offizieller Film der Olympischen Spiele 1984 in Los Angeles. Der Wettbewerb mit Fujifilm verschärfte sich zu einem Preiskrieg, der Kodaks Gewinne schmälerte.

Der dramatische Niedergang

Kodaks strategische Fehltritte in der Übergangsphase zur Digitalisierung erwiesen sich als fatal. Das Unternehmen verließ sich zu lange auf sein traditionelles Filmgeschäft, während der digitale Markt explodierte. Zwar brachte Kodak später eigene Digitalkameras auf den Markt, wie die EasyShare-Familie, die zeitweise sogar Marktführer in den USA waren (2005). Doch der digitale Kameramarkt war durch niedrige Gewinnmargen und starken Wettbewerb gekennzeichnet, insbesondere durch günstigere Produkte aus Asien. Digitalkameras wurden oft mit Verlust verkauft, während das profitable Filmgeschäft schrumpfte.

Versuche, sich in anderen Bereichen wie Chemikalien oder Arzneimitteln zu diversifizieren, scheiterten weitgehend oder wurden später wieder abgestoßen (z.B. Eastman Chemical, Sterling Drug). Das Unternehmen verlor Marktanteile und musste Tausende von Mitarbeitern entlassen. Die Umsätze und Gewinne sanken rapide.

Die finanzielle Situation verschlechterte sich zusehends. Trotz des Verkaufs profitabler Geschäftsbereiche wie der Gesundheitssparte und Einnahmen aus Patentstreitigkeiten (Kodak besaß ein riesiges Portfolio an Patenten, auch im Digitalbereich) konnte der Schuldenberg nicht abgebaut werden. Die Cash-Reserven schwanden.

Was ist mit der Marke Kodak passiert?
Finanzieller Niedergang Das Unternehmen war daraufhin gezwungen, Tausende von Mitarbeitern zu entlassen. 2012 meldete Kodak Insolvenz an , was für den einst so mächtigen Fotogiganten das Ende einer Ära bedeutete.

Die Insolvenz und der steinige Weg zurück

Am 19. Januar 2012 meldete Eastman Kodak Company Insolvenz nach Chapter 11 des US-amerikanischen Insolvenzrechts an. Dies markierte das vorläufige Ende einer Ära und war ein schmerzhafter Einschnitt, insbesondere für die Stadt Rochester, die stark von Kodak abhängig war.

Während des Insolvenzverfahrens musste Kodak zahlreiche Patente (die einen Wert von rund 525 Millionen US-Dollar hatten) an ein Konsortium aus Technologieunternehmen wie Apple, Google und Microsoft verkaufen. Das Unternehmen stieß auch Geschäftsbereiche ab oder lagerte sie aus. Das Geschäft mit Fotofilm, Scannern und Fotokiosken wurde an das britische Kodak Pension Plan verkauft und als eigenständiges Unternehmen Kodak Alaris neu organisiert.

Im September 2013 trat Kodak aus der Insolvenz hervor, stark verkleinert und mit einer neuen strategischen Neuausrichtung. Das Unternehmen konzentrierte sich nun auf Bereiche, in denen seine Kernkompetenzen in der Bildgebungstechnologie weiterhin relevant waren.

Kodak heute: Ein Unternehmen im Wandel

Das heutige Eastman Kodak Company ist ein ganz anderes Unternehmen als der frühere Foto-Gigant. Die Hauptgeschäftsfelder nach der Insolvenz umfassen:

  • Kommerzieller Digitaldruck: Kodak bietet Drucksysteme und Dienstleistungen für Unternehmen an.
  • Filmgeschäft: Überraschenderweise ist Kodak weiterhin im Filmgeschäft tätig, insbesondere als Lieferant von Bewegtbildfilm für die Filmindustrie. Studio-Vereinbarungen sichern dieses Geschäft.
  • Analogfilm für Hobbyisten: In den letzten Jahren gab es eine Renaissance des Analogfilms, insbesondere bei jungen Leuten, die das „Retro Look and Feel“ suchen. Kodak profitiert davon und hat sogar angekündigt, neue Filmtechniker einzustellen.
  • Lizenzierung: Kodak lizenziert seine Marke an andere Unternehmen für verschiedene Produkte, darunter Digitalkameras (hergestellt von JK Imaging), Smartphones (Kodak Ektra), Tablets. Einige dieser Versuche waren jedoch weniger erfolgreich (z.B. gescheiterte Krypto-Projekte wie KodakCoin).
  • Pharmazie: Ein neuer Bereich ist die Herstellung pharmazeutischer Komponenten durch die Abteilung Kodak Pharmaceuticals, die während der Corona-Pandemie staatliche Förderung erhielt.
  • Anti-Counterfeiting: Eine Ausgründung, eApeiron, nutzt Technologie zur Bekämpfung von Produktfälschungen.

Finanziell hat sich Kodak nach der Insolvenz stabilisiert und 2016 sogar wieder einen Jahresgewinn erzielt. Allerdings hat das Unternehmen nie wieder seine frühere Dominanz oder Bekanntheit in der breiten Öffentlichkeit erreicht. Der Wandel vom Konsumgüterunternehmen zum Nischenplayer im B2B-Bereich und spezialisierten Märkten war tiefgreifend. Die Geschichte von Kodak dient oft als warnendes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, technologische Veränderungen zu erkennen und sich schnell anzupassen, selbst wenn dies bedeutet, profitable bestehende Geschäftsmodelle in Frage zu stellen.

Vergleich: Kodak damals und heute

AspektKodak (Blütezeit)Kodak (Heute nach Insolvenz)
HauptgeschäftFotofilm, Kameras (Amateur & Profi), Fotochemie, EntwicklungKommerzieller Digitaldruck, Bewegtbildfilm, Spezialchemie (Pharma), Markenlizenzierung, Spezialfilm (Hobby)
ZielgruppeBreite Öffentlichkeit (Amateure), Profifotografen, FilmindustrieUnternehmen (Druck, Pharma), Filmindustrie, Nischenmarkt (Analogfotografie), Lizenznehmer
Geschäftsmodell„Rasierer und Klingen“ (Kameras günstig, Film teuer), vertikal integriert (Produktion & Entwicklung)B2B-Lösungen, Spezialprodukte, Lizenzgebühren, Fokus auf Margen in Nischen
MarktpositionWeltweit dominant, Synonym für FotografieNischenplayer, spezialisiert auf bestimmte B2B-Märkte und Filmproduktion
BekanntheitHaushaltsname, sehr hohe MarkenbekanntheitDeutlich geringere Bekanntheit in der breiten Öffentlichkeit, bekannt in Fachkreisen

FAQ zu Kodak

Warum ging Kodak pleite?

Kodak ging hauptsächlich pleite, weil das Unternehmen die disruptive Kraft der digitalen Fotografie unterschätzte und zögerte, sein hochprofitables Filmgeschäft zugunsten der neuen Technologie aufzugeben. Während Wettbewerber aggressiv in den digitalen Markt investierten, hielt Kodak zu lange am Film fest, was zu einem rapiden Verlust von Marktanteilen und finanziellen Schwierigkeiten führte, als der digitale Wandel unaufhaltsam wurde.

Wer ist Kodaks Ex-Freundin?
Maranda Johnson, die Ex-Freundin von Kodak Black, möchte den Einsatz ihrer Unterhaltszahlungen an den Rapstar erhöhen.

Was macht Kodak heute?

Heute ist Kodak ein deutlich kleineres Unternehmen, das sich auf Bildgebungstechnologien für Geschäftskunden konzentriert. Die Hauptgeschäftsfelder sind kommerzieller Digitaldruck, die Herstellung von Bewegtbildfilm für die Filmindustrie, Spezialchemie (einschließlich Pharmazeutika) und die Lizenzierung seiner Marke für bestimmte Produkte wie Kameras und andere Elektronik. Sie profitieren auch von der Wiederbelebung der Analogfotografie.

Stellt Kodak noch Kameras her?

Kodak stellt selbst keine Digitalkameras für den Massenmarkt mehr her. Das Unternehmen hat dieses Geschäft nach der Insolvenz eingestellt. Allerdings wird die Marke „Kodak“ von anderen Unternehmen wie JK Imaging im Rahmen von Lizenzvereinbarungen für bestimmte Kameramodelle (z.B. Sofortbildkameras, Action-Kameras, spiegellose Kameras) genutzt.

Gibt es noch Kodak Film?

Ja, Kodak stellt weiterhin Film her. Sie sind der Hauptlieferant von Bewegtbildfilm für Hollywood und andere Filmindustrien. Darüber hinaus produzieren sie weiterhin Analogfilm für die Fotografie, da es eine wachsende Nachfrage von Hobbyisten und Künstlern gibt, die das Aussehen und Gefühl des analogen Films schätzen.

Was bedeutet „Kodak Moment“?

„Kodak Moment“ war ein berühmter Werbeslogan von Kodak, der in den allgemeinen Sprachgebrauch überging. Er beschrieb einen besonderen, wertvollen oder denkwürdigen persönlichen Moment (wie Geburtstage, Feiertage, Familienereignisse), der es wert war, mit einer Kodak-Kamera festgehalten und für die Nachwelt dokumentiert zu werden.

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