Warum heißt Königswinter Königswinter?

Königswinter: Mehr als nur Drachenfels

03/05/2013

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Königswinter, malerisch am Fuße des berühmten Drachenfelsens und inmitten des sagenumwobenen Siebengebirges gelegen, ist eine Stadt, die weit mehr zu bieten hat als nur ihre bekannteste Erhebung. Sie erstreckt sich über ein vielfältiges Gebiet vom Rheintal bis in die Höhen des Naturparks und beherbergt eine Fülle von Geschichte, Kultur und beeindruckenden Landschaften. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Facetten dieser einzigartigen Stadt.

Warum heißt Königswinter Königswinter?
Der Name Königswinter entstand angeblich, nachdem Karl der Große am Drachenfels eine Weindomäne erworben hatte, es somit ein königlicher Winzerort (lateinisch Vinetum „Weingarten“) geworden war, wofür es jedoch keinerlei Nachweis gibt.
Übersicht

Geographie und Struktur

Das Stadtgebiet von Königswinter zeichnet sich durch einen deutlichen Berg- und Talbereich aus. Es erstreckt sich etwa 10 km in Nord-Süd-Richtung und rund 14,5 km in Ost-West-Richtung. Der höchste Punkt liegt auf dem Oelberg mit 461 m über NNN, während der niedrigste Punkt im Rheintal bei 51 m über NNN zu finden ist.

Die Gesamtfläche der Gemeinde beträgt 7.619 ha. Diese Fläche gliedert sich wie folgt:

  • Landwirtschaftliche Fläche: 3.198 ha
  • Wald: 2.105 ha
  • Gebäude: 1.202 ha
  • Straßen, Wege, Plätze: 567 ha
  • Sonstige Flächen/Naturparkgebiet: 535 ha
  • Weinberge: 12 ha

Königswinter ist in insgesamt 79 Stadtteile gegliedert. Diese Stadtteile sind aus dem Zusammenschluss von ehemals neun eigenständigen Gemeinden hervorgegangen: Stieldorf, Königswinter, Niederdollendorf, Oberdollendorf, Heisterbacherrott, Ittenbach, Oberpleis, Eudenbach und Thomasberg.

Hier ist eine Auflistung der bekannten Stadtteile:

  • Altstadt
  • Frankenforst
  • Hüscheid
  • Oberdollendorf
  • Schnepperroth
  • Bellinghausen
  • Freckwinkel
  • Jüngsfeld
  • Oberpleis
  • Schwirzpohl
  • Bellinghauserhof
  • Friedrichshöhe
  • Ittenbach
  • Oberscheuren
  • Siefen
  • Bennerscheid
  • Frohnhard
  • Kappesbungert
  • Oelinghoven
  • Sonderbusch
  • Berghausen
  • Gratzfeld
  • Kellersboseroth
  • Perlenhardt
  • Sonnenbergerhof
  • Bockeroth
  • Gräfenhohn
  • Kippenhohn
  • Pleiserhohn
  • Stieldorf
  • Bönschenhof
  • Hartenberg
  • Kochenbach
  • Pützstück
  • Stieldorferhohn
  • Boseroth
  • Heiderhof
  • Komp
  • Quirrenbach
  • Thelenbitze
  • Dahlhausen
  • Hasenboseroth
  • Kotthausen
  • Rauschendorf
  • Thomasberg
  • Düferoth
  • Heisterbach
  • Lahr
  • Ruttscheid
  • Uthweiler
  • Döttscheid
  • Heisterbacherrott
  • Margarethenhöhe
  • Rostingen
  • Vinxel
  • Eisbach
  • Höhnchen
  • Niederdollendorf
  • Rübhausen
  • Wahlfeld
  • Elsfeld
  • Höhnerhof
  • Niederscheuren
  • Römlinghoven
  • Wahlfelderhof
  • Eudenbach
  • Hühnerberg
  • Niederbuchholz
  • Sand
  • Waschpohl
  • Faulenbitze
  • Hünscheiderhof
  • Nonnenberg
  • Sandscheid
  • Weiler
  • Eudenberg
  • Oberbuchholz
  • Sassenberg
  • Willmeroth

Das Stadtgebiet verfügt über zwei Ortsnetze mit unterschiedlichen Vorwahlen. Die Vorwahl 0 22 23 deckt Alt-Königswinter, Niederdollendorf, Oberdollendorf sowie teilweise Heisterbacherrott, Vinxel und Ittenbach ab. Die Vorwahl 0 22 44 (Königswinter-Oberpleis) ist für Oberpleis, Stieldorf, Thomasberg, Rauschendorf, Bockeroth, Eudenbach sowie teilweise Ittenbach und Heisterbacherrott zuständig.

Öffentliche Einrichtungen und Infrastruktur

Königswinter beherbergt verschiedene wichtige öffentliche Einrichtungen.

Das Amtsgericht Königswinter hat seinen Sitz in der Stadt und ist für die Städte Königswinter und Bad Honnef zuständig. Es gehört zum Bezirk des Landgerichtes Bonn.

Die Geschichte der Post in Königswinter reicht weit zurück. Eine Postexpedition wurde bereits 1808 erwähnt, gefolgt von einer Postwärterei im Jahr 1817. Die 1825 genannte Postexpedition wurde 1863 zur Postexpedition erster Klasse erhoben. 1871 gab es eine Postverwaltung, die 1876 zum Postamt zweiter Klasse und schließlich 1901 zum Postamt erster Klasse aufstieg. Eine Postagentur existierte ab 1880 sogar auf dem Drachenfels, diese war jedoch nur im Sommer geöffnet und besteht heute nicht mehr. Auch in anderen Stadtteilen gab es Posteinrichtungen, so seit 1904 eine Postagentur in Ittenbach und seit 1871 eine Postexpedition in Oberdollendorf, die 1876 zum Postamt dritter Klasse wurde. Heute gibt es im Stadtgebiet Königswinter nur noch Postagenturen, die sich in den Stadtteilen Altstadt, Berghausen, Ittenbach, Oberdollendorf, Oberpleis, Stieldorf und Thomasberg befinden.

Die Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit Bonn, die früher in Königswinter-Altstadt ansässig war, hat heute ihren Sitz im Stadtteil Oberdollendorf.

Im Bereich des Gesundheitswesens verfügte Königswinter seit 1845 über ein Krankenhaus im Tomberger Hof. Dieses dem heiligen Josef geweihte Krankenhaus wurde 1910 an einen neu errichteten Standort an der Bismarckstraße verlegt. Ab 1980 wurde es gemeinsam mit dem Katholischen Krankenhaus in Bad Honnef von der CURA gGmbH betrieben, jedoch 2011 zugunsten des Standortes in Bad Honnef geschlossen. Das Gebäude wurde 2013 bis auf eine denkmalgeschützte Kapelle abgerissen, und an seiner Stelle entstand das Seniorenzentrum Katharina.

Die Infrastruktur der Stadt wird durch ein umfangreiches Straßennetz geprägt. Es gibt 63 km Bundes-, Landes- und Kreisstraßen, 210 km Gemeindestraßen und 234 km Wirtschaftswege.

Wie alt ist Königswinter?
Königswinter, die Stadt zwischen Rhein und dem Naturpark Siebengebirge, ist untrennbar mit dem Drachenfels verbunden. Als „Winetre“ trat Königswinter 1015 in die schriftlich überlieferte Geschichte ein.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Königswinter zieht mit seinen vielfältigen kulturellen Angeboten und Sehenswürdigkeiten zahlreiche Besucher an.

Die Drachenfelsbahn, eine historische Zahnradbahn, ist seit 1883 in Betrieb und transportiert Touristen auf die Spitze des Drachenfelsens. Sie überwindet dabei eine Steilstrecke und rund 220 Höhenmeter. An der Talstation ist auch das heimliche Wappentier Königswinters beheimatet: der Esel vom Drachenfels.

Auf halber Höhe des Drachenfelsens liegt die Nibelungenhalle. Sie wurde 1913 zum 100. Geburtstag Richard Wagners erbaut und beherbergt eine Gemäldesammlung zum ‚Ring des Nibelungen’ und zum ‚Parsival’. Durch einen Höhlengang gelangt man zu einem Teich mit dem 13 Meter langen Steindrachen Fafner. Angeschlossen ist ein Reptilienzoo mit Alligatoren, Kaimanen, Stumpfkrokodilen und verschiedenen Schlangenarten.

Direkt an der Mittelstation der Drachenfelsbahn befindet sich das beeindruckende Schloss Drachenburg. Es wurde zwischen 1882 und 1884 von Stephan von Sarter als opulentes Gesamtkunstwerk der Gründerzeit erbaut und ist eingebettet in eine Parkanlage. Architektur und Ausstattung entführen Besucher in vergangene Zeiten.

Direkt am Rhein in der Altstadt Königswinters liegt das Sea Life Königswinter. Es präsentiert eine Darstellung der Unterwasserwelt des Rheins von der Quelle bis zur Mündung. Bei der Gestaltung des Rundgangs wurden Sagen und Mythen des Siebengebirges aufgegriffen, so wacht beispielsweise der Drache über seinen Nibelungenschatz.

Mitten in der Altstadt befindet sich auch das Siebengebirgsmuseum der Stadt Königswinter. Eine erweiterte und neu gestaltete Dauerausstellung widmet sich schwerpunktmäßig der „Rheinromantik“ sowie Themen wie Landschaftsnutzung, Geschichte in der Landschaft und Rheintourismus.

Die Abtei Heisterbach ist eine ehemalige Zisterzienserabtei im Siebengebirge, gelegen im Heisterbachtal. Seit ihrer Gründung im Jahr 1189 war sie ein bedeutender geistiger und wirtschaftlicher Mittelpunkt. Auf dem erhaltenen Gelände, umgeben von der historischen Klostermauer, stehen der imposante Chor der ehemaligen Abteikirche und Gebäude aus dem 18. Jahrhundert. Die Stiftung Abtei Heisterbach bietet Informationen, Führungen und Literatur zur Welt der Zisterzienser.

Königswinter in der Weltliteratur

Königswinter hat auch Eingang in die Weltliteratur gefunden, insbesondere während der englischen Rheinromantik-Reisewelle der 1830er-Jahre.

William Makepeace Thackeray nennt Königswinter (neben anderen Orten am Rhein) namentlich in seinem berühmten Roman „Vanity Fair“ (Jahrmarkt der Eitelkeit), der 1847 erschien (Kapitel LXII).

Wie viele Ortsteile hat Königswinter?
Königswinter gliedert sich in einen Berg- und Talbereich mit 79 Stadtteilen die aus den ehemaligen sieben Gemeinden Stieldorf, Königswinter, Niederdollendorf, Oberdollendorf, Heisterbacherrott, Ittenbach, Oberpleis, Eudenbach und Thomasberg stammen: Hier eine Auflistung aller Stadtteile: Altstadt.

Der Bestseller-Autor John le Carré lebte in den 1960er-Jahren in Königswinter. Nach eigenen Aussagen verfasste er sein bekanntestes Buch „Der Spion, der aus der Kälte kam“ (The Spy Who Came In from the Cold) teilweise in Königswinter, unter anderem auf dem Weg zu seiner Arbeitsstelle in der Britischen Botschaft. Sein Werk „Eine kleine Stadt in Deutschland“ (A Small Town in Germany) erwähnt Königswinter mehrfach und nutzt es als Schauplatz und Kapitelüberschrift.

Bevölkerungsentwicklung

Die Bevölkerungszahlen von Königswinter haben sich über die Jahrzehnte wie folgt entwickelt:

  • 1970: 31.106 Einwohner
  • 1980: 34.957 Einwohner
  • 1990: 42.630 Einwohner
  • 2000: 33.041 Einwohner
  • 2011: 38.752 Einwohner
  • 2017: 42.731 Einwohner

Es ist zu beachten, dass die Zahl für das Jahr 2000 im Vergleich zu den umliegenden Jahren einen Rückgang zeigt.

Fragen und Antworten

Warum heißt Königswinter Königswinter?

Die vorliegenden Informationen geben keine Auskunft über die genaue Herkunft oder Bedeutung des Namens „Königswinter“.

Wie viele Stadtteile hat Königswinter?

Königswinter gliedert sich in 79 Stadtteile. Diese stammen aus dem Zusammenschluss von ehemals neun Gemeinden.

Wie alt ist Königswinter?

Die vorliegenden Informationen nennen kein spezifisches Gründungsdatum für die Stadt Königswinter. Es werden jedoch historische Daten einzelner Einrichtungen und Erwähnungen genannt, wie die Gründung der Abtei Heisterbach im Jahr 1189 oder die erste Erwähnung einer Postexpedition im Jahr 1808.

Welche berühmten Sehenswürdigkeiten gibt es in Königswinter?

Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten gehören die Drachenfelsbahn, die Nibelungenhalle mit Reptilienzoo, das Schloss Drachenburg, das Sea Life Königswinter, das Siebengebirgsmuseum und die Abtei Heisterbach.

Welche öffentlichen Einrichtungen sind in Königswinter angesiedelt?

In Königswinter gibt es ein Amtsgericht, Postagenturen, eine Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit und ehemals ein Krankenhaus.

Welche bekannten literarischen Werke spielen teilweise in Königswinter oder erwähnen die Stadt?

Königswinter wird in William Makepeace Thackerays Roman „Vanity Fair“ und in mehreren Werken von John le Carré, insbesondere in „Der Spion, der aus der Kälte kam“ und „Eine kleine Stadt in Deutschland“, erwähnt.

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