29/10/2016
Die Mainzelmännchen sind seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil des deutschen Fernsehens und untrennbar mit dem Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) verbunden. Mit ihrem unverwechselbaren Gruß „Guud’n Aahmd!“ haben sich die kleinen Kobolde in die Herzen vieler Zuschauer gespielt. Ursprünglich als charmante Werbetrenner konzipiert, haben sie eine reiche Geschichte und interessante Entwicklung durchlaufen, die weit über ihre kurzen Auftritte hinausgeht.

- Ursprung und Entwicklung der Mainzelmännchen
- Optische Veränderungen und die Neuauflage 2003
- Die sechs Mainzelmännchen: Namen und Charaktere
- Die Mainzels und weitere Entwicklungen
- Der Mainzelmännchen-Effekt in der Werbewirkungsforschung
- Musikalische Konzepte und Parodien
- Häufig gestellte Fragen zu den Mainzelmännchen
Ursprung und Entwicklung der Mainzelmännchen
Die Geschichte der Mainzelmännchen begann am 2. April 1963, dem Tag, an dem sie erstmals im ZDF zu sehen waren. Ihre Schöpfung diente einem ganz praktischen Zweck: Sie sollten helfen, die staatsvertragliche Verpflichtung zur klaren Trennung von Werbung und Programm zu erfüllen. Die Idee und das ursprüngliche Design stammen von dem talentierten Grafiker und Bühnenbauer Wolf Gerlach. Der Name selbst ist ein cleveres Wortspiel, das die Heinzelmännchen mit der Heimatstadt des Senders, Mainz, verbindet. Laut Gerlach war „Mainzelmännchen“ zunächst ein Spitzname für die fleißigen Mitarbeiter des ZDF in Berlin, die am Sendestart arbeiteten.
Anfänglich wurden die kurzen Werbetrenner in Schwarz-Weiß ausgestrahlt. Erst ab 1967 erstrahlten die Mainzelmännchen in Farbe, was ihren Auftritten noch mehr Leben verlieh. In den folgenden Jahrzehnten gab es immer wieder kleinere optische Anpassungen und Modernisierungen. So wurden beispielsweise in den 1980er und 1990er Jahren die Kinderschürzen abgeschafft. Die Trickfilme wurden von Beginn an nicht in Mainz, sondern in Wiesbaden von der Neuen Film Produktion hergestellt. Auch heute noch werden die Animationen von einem Team um Chefzeichner Jürgen Titus König Bild für Bild mit dem Bleistift gezeichnet, wobei das Ausmalen inzwischen vom Computer übernommen wird.
Die Produktivität war von Anfang an hoch. Bereits 1975 gab es über 10.000 Folgen der Mainzelmännchen, und jährlich kamen etwa 500 hinzu. Mittlerweile existieren rund 50.000 Spots, und etwa 1000 weitere entstehen jedes Jahr. Neben den kurzen Trennern gab es Ende der 1960er Jahre auch längere Filmchen namens „Kapriolen“, gefolgt von „Mini-Krimis“, Märchen und „Retter in der Not“. Anfang der 1970er gab es sogar Sammelbildchen, die in Alben geklebt Comics ohne Sprechblasen ergaben.
Optische Veränderungen und die Neuauflage 2003
Die Mainzelmännchen haben im Laufe ihrer langen Geschichte mehrere optische Entwicklungsstufen durchlaufen. Hier ist eine Übersicht der wichtigsten Phasen:
- 1963–1969: Die Anfänge in Schwarz-Weiß.
- 1969–1990er: Mit der Einführung des Farbfernsehens werden die Mainzelmännchen farbig.
- 1990er–2003: Die Charaktere werden weiterentwickelt und erhalten individuelle Persönlichkeiten. Edi und Fritzchen tragen ab dieser Zeit keine Mützen mehr.
- seit 2003: Eine deutliche Modernisierung im Stil japanischer Mangas erfolgt. Diese Neuauflage führte zu einigen Zuschauerprotesten, da das Aussehen stark verändert wurde. Auch die Gegenstände, die die Mainzelmännchen verwenden, wurden modernisiert – aus Notizblöcken wurden beispielsweise Notebooks.
Die Figuren selbst erinnerten optisch an Heinzelmännchen, waren aber bartlos und trugen eine phrygische Mütze – eine antike Kopfbedeckung mit einem nach vorne ragenden Zipfel. Ihre Gestalt war rundlich und unverwechselbar. Trotz der Modernisierung im Jahr 2003 behielten sie ihre grundlegende Form bei, auch wenn der Stil „Anime-hafter“ wurde.
Die sechs Mainzelmännchen: Namen und Charaktere
Die ursprünglichen sechs Mainzelmännchen erhielten ihre Namen spontan von Wolf Gerlach nach dem Alphabet: Anton, Berti, Conni, Det, Edi und Fritzchen. Während Det als Erster durch seine Brille charakterisiert wurde, erhielten die anderen erst ab 1993 vollständig ausgeprägte Persönlichkeiten. Jedes Mainzelmännchen hat seine eigene Rolle und spezifische Merkmale, die sich auch in ihrer Kleidung widerspiegeln.
| Name | Charakter (ab 1990er) | Aussehen (ab 1990er) | Aussehen (ab 2003) |
|---|---|---|---|
| Anton | Der Praktiker mit handwerklichem Geschick, vollem Tatendrang. Oft draußen bei Garten- oder Baustellenarbeiten zu finden. | graue (später braune) Mütze, rotes (später orange) Hemd, weiße Schürze, blaue Hose, graue (später braune) Schuhe | braune Mütze, oranger Pullover, blaue Latzhose mit braunen Knöpfen, braune Schuhe |
| Berti | Der Spaßvogel und Ideenlieferant, Bastler und Tüftler der Gruppe. | rote (später orange) Mütze, weißes Hemd hängt rechts aus der Hose, graue (später blaue) Hose, blaue Schürze | orange Mütze, grünes Polohemd, graue Hose, orange Schuhe |
| Conni | Hat das kindlichste Auftreten, wird oft von Det umsorgt. Vermutlich der Jüngste. | graue Mütze, brauner Overall, weißes Hemd | hellblaue Mütze, weißes Hemd, orangefarbener Pullover, hellblaue Hose, braune Schuhe |
| Det | Der Schlaueste und Anführer der Gruppe. Erkennbar an seiner Brille und einem grauen Wams, das ihn älter und autoritärer wirken lässt. | weiße Mütze, Brille, graues Hemd hängt links aus der Hose, schwarzer Overall, weiße Schuhe | weiße Mütze, Brille, weißes Hemd, blauer Pullunder, graue Hose, weiße Schuhe |
| Edi | Der Schelm und das Schlitzohr, hat die meisten Flausen im Kopf. Trägt ab den 90ern keine Mütze mehr und hat rote Haare. | rote (später orange) Mütze (ab 90er keine), blaue Jacke, weiße Hose, helle (später blaue) Schuhe | keine Mütze, rote (gefärbte) Haare, hellblaues Hemd, blaue Hose, rote (später braune) Schuhe |
| Fritzchen | Der Sportlichste und Pfiffigste der Gruppe. Trägt ab den 90ern ein Stirnband statt Mütze. | blaue Mütze (ab 90er keine), rote (später orange) Jacke, graue (später blaue) Hose, graue (später braune) Schuhe | sportlich, keine Mütze, schwarze Haare, roter Pullover, weiße Hose, rot-weiße Sportschuhe |
Die Mainzels und weitere Entwicklungen
Im Zuge der Neuauflage 2003 gab es auch eine eigene Zeichentrickserie im Kinderprogramm namens „Die Mainzels“. In dieser Serie, die von 2003 bis 2004 lief, konnten die Mainzelmännchen – hier als „Mainzels“ bezeichnet – tatsächlich sprechen. Sie erlebten kleine Abenteuer rund um ihr Haus, das sie mit zwei neuen Charakteren bewohnten: den Mainzelmädchen Zara und Lea sowie ihrem Zottelhund Guudnberg. Der Name des Hundes ist ein weiteres Wortspiel, das den traditionellen Mainzelmännchen-Ausruf „Gud’n Aamd“ mit Johannes Gutenberg, einer weiteren berühmten Persönlichkeit aus Mainz, verbindet. Die Ästhetik der „Mainzels“ in der Serie ähnelte dabei signifikant den ursprünglichen Mainzelmännchen, im Gegensatz zum modernisierten Stil der Werbetrenner ab 2003.
Auch aktuelle Ereignisse finden manchmal ihren Weg in die kurzen Spots. So traten die Mainzelmännchen im Frühjahr 2020 im Rahmen der COVID-19-Pandemie mit Botschaften wie #zuHausebleiben oder „Abstand halten“ auf, was ihre fortlaufende Relevanz und Anpassungsfähigkeit zeigt.

Der Mainzelmännchen-Effekt in der Werbewirkungsforschung
Die Mainzelmännchen haben nicht nur das Publikum unterhalten, sondern auch die Werbewirkungsforschung beschäftigt. Es gab die These, dass attraktive Werbetrenner wie die Mainzelmännchen den Erinnerungseffekt der eigentlichen Werbefilme beeinträchtigen könnten, indem sie die Aufmerksamkeit der Zuschauer ablenken. Dieses Phänomen wurde als „Mainzelmännchen-Effekt“ diskutiert und in verschiedenen empirischen Studien untersucht, die zu unterschiedlichen Ergebnissen kamen.
Das ZDF-Werbefernsehen ließ jedoch 2012 in einer eigenen Untersuchung bescheinigen, dass die Mainzelmännchen eine positive Wirkung auf die Akzeptanz und Aufmerksamkeit des Publikums für die Werbeblöcke hätten. Sie scheinen also eher als sympathische Brückenbauer zur Werbung zu fungieren als als reine Ablenkung.
Musikalische Konzepte und Parodien
Die Popularität der Mainzelmännchen führte auch zu verschiedenen musikalischen Projekten. Es gab Alben wie „Die Mainzelmännchen: Singt mit! Fernsehhits“ (1985), „Mainzelmännchens Hitparade“ (1981), „Mützenalarm“ (2004) und sogar einen Tekkno-Track namens „Guudnn Aaaabnd. Mainzelmännchen go Tekkno“ (1995). Ihre Bekanntheit machte sie zudem zu Objekten von Parodien in verschiedenen Medien.
Häufig gestellte Fragen zu den Mainzelmännchen
Wie heißen die 6 Mainzelmännchen?
Die sechs ursprünglichen Mainzelmännchen heißen Anton, Berti, Conni, Det, Edi und Fritzchen.
Wie heißt das Mainzelmännchen mit der Brille?
Das Mainzelmännchen mit der Brille ist Det. Er wird als der Schlaueste und Anführer der Gruppe dargestellt, und seine Brille ist ein charakteristisches Merkmal, das ihn auch optisch von den anderen unterscheidet und ihm ein autoritäreres Aussehen verleiht.
Wer ist Anton bei den Mainzelmännchen?
Anton ist der Praktiker unter den Mainzelmännchen. Er zeichnet sich durch sein handwerkliches Geschick und seinen Tatendrang aus. Man sieht ihn oft bei verschiedenen Arbeiten, sei es im Garten, auf Baustellen oder beim Heimwerken. Er trägt als einziges Mainzelmännchen eine Latzhose, in der er Werkzeug verstauen kann. Anton ist oft in der Natur oder auf Bauernhöfen anzutreffen und hat eine Vorliebe für Nutzfahrzeuge wie Traktoren.
Die Mainzelmännchen sind weit mehr als nur kurze Werbeunterbrechungen. Sie sind ein Stück deutsche Fernsehgeschichte, haben sich über Jahrzehnte entwickelt und sind mit ihren sympathischen Charakteren und ihrem unverwechselbaren Stil zu echten Kultfiguren geworden.
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