20/12/2017
Viele kreative Köpfe, egal ob Anfänger oder Fortgeschrittene, stoßen irgendwann auf den Namen Faber-Castell. Die Marke hat eine lange und reiche Geschichte und ist weltweit bekannt für ihre Schreib- und Zeicheninstrumente. Doch angesichts der Vielfalt der angebotenen Produkte und der unterschiedlichen Preisklassen stellt sich oft die Frage: Sind Faber-Castell Stifte wirklich gut? Und sind sie die richtige Wahl, besonders wenn man neu im Bereich des Zeichnens ist oder ein begrenztes Budget hat, wie im Fall von Buntstiften für das Zeichnen unterwegs?
Die Antwort ist, wie so oft, nicht ganz einfach, denn 'gut' hängt stark davon ab, wofür man die Stifte verwenden möchte und welche Erwartungen man hat. Faber-Castell bietet eine breite Palette an Produkten, von einfachen Schulstiften bis hin zu professionellen Künstlerbedarf. Es lohnt sich also, einen genaueren Blick auf die verschiedenen Linien zu werfen.

Faber-Castell Buntstifte: Eine Frage der Serie
Wenn es um Buntstifte geht, hat Faber-Castell mehrere Serien im Angebot, die sich in Qualität, Pigmentierung, Lichtechtheit und natürlich im Preis unterscheiden. Die bekanntesten sind wohl:
- Polychromos: Dies sind die professionellen Farbstifte von Faber-Castell. Sie basieren auf Öl und Wachs, sind hoch pigmentiert, sehr lichtecht (was bedeutet, dass die Farben unter Lichteinwirkung nicht so schnell verblassen) und lassen sich hervorragend schichten und verblenden. Sie sind bei Künstlern sehr beliebt, aber auch in einer höheren Preisklasse angesiedelt.
- Albrecht Dürer: Diese Serie besteht aus wasserlöslichen Farbstiften, auch Aquarellstifte genannt. Sie haben ähnliche Eigenschaften wie die Polychromos (hohe Pigmentierung, gute Lichtechtheit), können aber mit Wasser vermalt werden, um Aquarelleffekte zu erzielen. Auch diese gehören zum professionellen Sortiment und sind entsprechend teurer.
- Colour Grip / Classic Colour: Diese Serien richten sich eher an Schüler, Studenten und Hobbykünstler. Sie sind deutlich preisgünstiger als die Polychromos oder Albrecht Dürer. Die Pigmentierung ist für den Anfang gut, aber nicht so intensiv oder lichtecht wie bei den Profi-Stiften. Sie sind gut für den täglichen Gebrauch, zum Ausmalen oder für erste Zeichenversuche.
Wenn man, wie du, neu im Bereich der Buntstifte ist und hauptsächlich mit Gouache arbeitet, kann der Umstieg auf Farbstifte eine interessante Ergänzung sein, besonders für Skizzen oder Details unterwegs. Die Sorge, nicht Gutes über Faber-Castell gehört zu haben, könnte darauf zurückzuführen sein, dass jemand vielleicht eine der günstigeren Serien mit den teureren Profi-Stiften verglichen hat. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Leistung je nach Serie variiert.
Sind Faber-Castell Classic Colour / Colour Grip gut genug für Anfänger?
Absolut ja. Für einen Anfänger, der Buntstifte ausprobieren möchte, ohne gleich ein Vermögen auszugeben, sind die Serien wie Classic Colour oder Colour Grip oft mehr als ausreichend. Sie bieten eine gute Farbpalette, sind angenehm zu handhaben und ermöglichen es dir, grundlegende Techniken wie Schattieren und Mischen zu lernen. Sie sind robust genug für den Transport und ideal, um unterwegs Skizzen oder farbige Notizen zu machen.
Im Vergleich zu Prismacolor, die ebenfalls als sehr hochwertig gelten, aber oft deutlich teurer sind und auf einer weicheren, wachsbasierteren Mine basieren, bieten die Faber-Castell Classic Colour Stifte eine festere Mine, die weniger leicht bricht und länger hält. Für das Zeichnen unterwegs kann das ein Vorteil sein.
Wenn dein Budget es zulässt und du etwas mehr Qualität möchtest, ohne gleich in die teuren Polychromos zu investieren, gibt es manchmal auch kleinere Sets der Polychromos oder Albrecht Dürer, die einen guten ersten Einblick in die Profi-Qualität geben können. Aber für den Anfang ist eine gute Auswahl aus der Classic Colour oder Colour Grip Serie eine solide Basis.
Faber-Castell Kugelschreiber: Qualität und Tradition
Neben Buntstiften stellt Faber-Castell auch eine breite Palette an Schreibgeräten her, darunter Kugelschreiber, Füllfederhalter und Fineliner. Die Frage, wo diese hergestellt werden, führt uns zur Geschichte des Unternehmens.

Wie aus der bereitgestellten Information hervorgeht, verdankt das Unternehmen einen grossen Teil seines Erfolgs Freiherr Lothar von Faber im 19. Jahrhundert. Er modernisierte die Firma grundlegend, nachdem er Handwerk und Ideenreichtum in den damaligen Handelsmetropolen Paris und London kennengelernt hatte. Dies legte den Grundstein für die internationale Ausrichtung des Unternehmens.
Heute produziert Faber-Castell an verschiedenen Standorten weltweit. Die Hauptproduktionsstätte für viele der hochwertigeren Produkte sowie der Hauptsitz des Unternehmens befinden sich jedoch immer noch in Stein bei Nürnberg, Deutschland. Andere Produkte, insbesondere aus den günstigeren Segmenten oder spezielle Komponenten, können auch in anderen Ländern wie Brasilien, Indonesien oder China hergestellt werden. Unabhängig vom spezifischen Produktionsort legt Faber-Castell Wert auf die Einhaltung seiner Qualitätsstandards, die auf der langen Tradition und dem Anspruch des Unternehmens basieren.
Die Kugelschreiber von Faber-Castell reichen von einfachen Modellen für den Schulbedarf oder das Büro bis hin zu luxuriösen Schreibgeräten. Auch hier gilt: Die Qualität und das Schreibgefühl variieren je nach Serie und Preisklasse. Generell gelten die Schreibgeräte von Faber-Castell als zuverlässig und gut verarbeitet.
Vergleich: Faber-Castell Buntstifte Serien
Um dir die Entscheidung zu erleichtern, hier eine vereinfachte Tabelle zum Vergleich der wichtigsten Buntstiftserien:
| Serie | Basis | Lichtechtheit | Pigmentierung | Zielgruppe | Preisniveau | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Polychromos | Öl/Wachs | Sehr hoch | Sehr hoch | Künstler, Profis | Hoch | Hervorragend zum Schichten und Verblenden |
| Albrecht Dürer | Wasserlöslich | Hoch | Hoch | Künstler, Profis | Hoch | Mit Wasser vermalbar für Aquarelleffekte |
| Classic Colour / Colour Grip | Wachs | Mittel | Gut | Schüler, Studenten, Hobbykünstler | Niedrig | Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für den Anfang, Grip-Zone bei Colour Grip |
Für deine Bedürfnisse, Buntstifte für unterwegs auszuprobieren, ohne viel Geld auszugeben, scheinen die Classic Colour oder Colour Grip Stifte die passendste Wahl zu sein. Sie ermöglichen dir den Einstieg und das Sammeln erster Erfahrungen mit dem Medium.
Häufig gestellte Fragen zu Faber-Castell Stiften
Sind Faber-Castell Buntstifte lichtecht?
Das hängt stark von der Serie ab. Die professionellen Serien wie Polychromos und Albrecht Dürer haben eine sehr hohe Lichtechtheit, was wichtig ist, wenn du Kunstwerke erstellst, die lange halten sollen. Günstigere Serien wie Classic Colour sind weniger lichtecht, was bedeutet, dass die Farben bei längerer Lichteinwirkung verblassen können. Für Skizzen und Übungen ist das aber oft kein Problem.
Kann ich Faber-Castell Buntstifte mischen und schichten?
Ja, alle Faber-Castell Buntstifte lassen sich mischen und schichten. Die professionellen Polychromos eignen sich aufgrund ihrer Öl/Wachs-Basis und hohen Pigmentierung besonders gut für komplexe Schichtungen und feine Übergänge. Aber auch mit den Classic Colour Stiften kann man gute Effekte erzielen, auch wenn die Anzahl der möglichen Schichten begrenzter sein mag.

Welches Papier soll ich mit Faber-Castell Buntstiften verwenden?
Für Buntstifte eignen sich Papiere mit einer leichten Körnung (auch "Zahn" genannt) am besten, da die Pigmente daran haften können. Für Polychromos und Classic Colour sind Papiere für trockene Techniken ideal. Wenn du die Albrecht Dürer Stifte mit Wasser vermalen möchtest, benötigst du Aquarellpapier, das dicker ist und sich beim Kontakt mit Wasser nicht so stark wellt.
Lohnen sich die teuren Polychromos für einen Anfänger?
Das ist eine Frage des Budgets und der Ambition. Wenn du sehr ernsthaft bist und schnell mit hochwertigen Materialien arbeiten möchtest, können auch für einen Anfänger kleinere Sets der Polychromos eine Investition wert sein. Allerdings ist es oft ratsamer, mit günstigeren Stiften die Grundlagen zu erlernen und später auf professionelle Qualität umzusteigen, wenn man sicher ist, dass das Medium das Richtige ist. Die Classic Colour Stifte sind für den Anfang definitiv ausreichend.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen: Ja, Faber-Castell Stifte sind gut, aber man muss die richtige Serie für den jeweiligen Zweck und das verfügbare Budget wählen. Für deine Situation als Anfängerin, die Buntstifte für unterwegs ausprobieren möchte und ein begrenztes Budget hat, sind die Faber-Castell Classic Colour oder Colour Grip Buntstifte eine ausgezeichnete Wahl. Sie bieten eine gute Qualität für den Einstieg, sind erschwinglich und robust. Du kannst damit die Grundlagen des Zeichnens mit Farbstiften erlernen, ohne gleich in die teuren Profi-Serien investieren zu müssen.
Die Geschichte von Faber-Castell, geprägt von Persönlichkeiten wie Lothar von Faber, zeigt das langjährige Engagement des Unternehmens für Qualität bei Schreib- und Zeicheninstrumenten. Egal ob Buntstifte oder Kugelschreiber, die Marke steht für Tradition und eine breite Produktpalette, die versucht, die Bedürfnisse verschiedener Nutzer zu erfüllen, vom Schüler bis zum professionellen Künstler.
Probiere es einfach aus! Ein kleines Set Classic Colour Buntstifte könnte genau das Richtige sein, um zu entdecken, ob dir das Zeichnen mit Farbstiften Spaß macht, besonders als Ergänzung zu deiner Arbeit mit Gouache.
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