13/03/2012
Das Weiße Haus, englisch White House, in Washington, D.C. ist weit mehr als nur ein Gebäude. Es ist der offizielle Amtssitz und Regierungssitz des Präsidenten der Vereinigten Staaten und ein Symbol amerikanischer Macht und Geschichte. Gelegen an der Pennsylvania Avenue mit der Hausnummer 1600, ist es ein zentraler Punkt in der Stadtplanung Washingtons.

Oft wird der Begriff „Weißes Haus“ auch als Metonym verwendet. Er bezeichnet dann nicht nur das Bauwerk selbst, sondern steht auch für den gesamten Mitarbeiterstab des US-Präsidenten, bekannt als Executive Office of the President of the United States. In manchen Fällen kann „Weißes Haus“ sogar die gesamte US-Regierung meinen, ähnlich wie Begriffe wie 10 Downing Street in Großbritannien oder der Ballhausplatz in Österreich.
- Warum heißt es „Weißes Haus“? Der Ursprung des Namens
- Die Geschichte des Weißen Hauses: Von der Grundsteinlegung bis heute
- Architektur und Aufbau des Weißen Hauses
- Historische Ereignisse und Bewohner
- Öffentlicher Zugang und Sicherheit
- Häufig gestellte Fragen zum Weißen Haus
- Wann wurde das Weiße Haus gebaut und erstmals genutzt?
- Wer hat dem Weißen Haus seinen Namen gegeben?
- Warum wurde es weiß gestrichen?
- Wurde das Weiße Haus jemals angegriffen oder beschädigt?
- Hat jeder US-Präsident im Weißen Haus gewohnt?
- Wie viele Räume hat das Weiße Haus?
- Kann man das Weiße Haus besichtigen?
- Gibt es Gärten am Weißen Haus?
- Was ist die Truman Reconstruction?
Warum heißt es „Weißes Haus“? Der Ursprung des Namens
Die Frage, warum das Weiße Haus seinen Namen trägt, ist zentral für das Verständnis dieses ikonischen Gebäudes. Der Name „Weißes Haus“ wurde dem Gebäude offiziell im Jahr 1901 von Präsident Theodore Roosevelt verliehen. Der Grund für diese offizielle Benennung war sein charakteristischer weißer Außenanstrich.
Es wird jedoch angenommen, dass das Gebäude bereits lange vor 1901 umgangssprachlich als „weißes Haus“ bezeichnet wurde. Dies deutet darauf hin, dass die weiße Farbe schon früh ein prägnantes Merkmal war, das dem Gebäude seinen informellen Namen gab, bevor Roosevelt ihn formalisierte.
Die Geschichte des Weißen Hauses: Von der Grundsteinlegung bis heute
Die Geschichte des Weißen Hauses ist lang und bewegt. Die Entscheidung über die Lage des Weißen Hauses trafen Präsident George Washington und der Stadtplaner Pierre L’Enfant gemeinsam. Der irische Architekt James Hoban wurde mit dem Entwurf beauftragt und orientierte sich dabei am Leinster House in Dublin, das heute Sitz des irischen Parlaments ist.
Der Grundstein für den ersten Bau wurde am 13. Oktober 1792 gelegt. Das Gebäude wurde aus bräunlichem bis hellgrauem Aquia Creek Sandstein errichtet, der aus einem 45 Meilen entfernten Steinbruch stammte. Die Bauarbeiten dauerten acht Jahre und waren am 1. November 1800 abgeschlossen, dem Datum, an dem das Weiße Haus erstmals genutzt wurde. Die Kosten für den Erstbau beliefen sich auf 232.371 Dollar, was in heutiger Kaufkraft rund 3,35 Millionen Dollar entspricht.
Eine dramatische Zäsur in der Geschichte des Weißen Hauses ereignete sich im Jahr 1814 während des Krieges von 1812. Britische Truppen brannten das Gebäude nieder. Der Wiederaufbau im klassizistischen Stil begann 1819 unter der erneuten Leitung von James Hoban. Während des Wiederaufbaus wurden Rauchschäden, die durch den Brand entstanden waren, weiß übertüncht. Dies könnte ein weiterer Faktor sein, der zur Etablierung des Namens „Weißes Haus“ beitrug oder die Notwendigkeit des weißen Anstrichs verstärkte.
In den folgenden Jahren wurde das Gebäude weiter umgestaltet und erweitert. 1824 wurde der Südportikus und 1829 der Nordportikus hinzugefügt oder umgestaltet, nun mit freistehenden Säulen aus Seneca Sandstein aus Maryland.
Unter Präsident Theodore Roosevelt, der dem Gebäude 1901 offiziell den Namen „Weißes Haus“ gab, wurde das Bauwerk saniert und der Westflügel mit Bürotrakt angebaut. Das berühmte präsidiale Arbeitszimmer, das Oval Office, entstand 1909 auf Initiative von William Howard Taft. Ein weiteres Feuer beschädigte am 24. Dezember 1929 den Westflügel.
Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich das Weiße Haus in einem schlechten Zustand aufgrund jahrelanger mangelhafter Instandhaltung. Teile der Fundamente wurden 1948 als unterdimensioniert eingestuft. Unter Präsident Harry S. Truman fand von 1949 bis 1952 eine Kernsanierung statt, bekannt als Truman Reconstruction. Das Gebäude wurde vollständig entkernt und die Innenstruktur in Stahlbeton neu errichtet. Während dieser Arbeiten residierte die Regierung im Blair House und kehrte erst am 27. März 1952 ins Weiße Haus zurück.
Architektur und Aufbau des Weißen Hauses
Der Komplex des Weißen Hauses, offiziell White House Complex, besteht heute aus mehreren Teilen. Die zumeist in den Medien abgebildete weiße Villa ist nur der mittlere Teil, die sogenannte Executive Mansion oder das Haupthaus. Dieses ist durch Galerien, englisch colonnades, mit dem Westflügel (West Wing) und dem Ostflügel (East Wing) verbunden. Westlich des Westflügels befindet sich das Eisenhower Executive Office Building, getrennt durch die West Executive Avenue.
Die Executive Mansion beherbergt in der ersten Etage die repräsentativen Staatsräume. Der East Room ist der größte Saal im Weißen Haus und Schauplatz zahlreicher Veranstaltungen wie Empfänge, Pressekonferenzen, Konzerte und Bälle. Staatsbanketts finden meist im State Dining Room statt. Die Privatwohnung der Präsidentenfamilie befindet sich im zweiten Stock. In den angefügten Nebengebäuden, dem West Wing und East Wing, sind die Büros des Präsidenten, der First Lady und ihrer Mitarbeiter untergebracht.
Das Weiße Haus verfügt über eine beeindruckende Anzahl von Räumen und Einrichtungen. Das Anwesen umfasst 132 Räume, 35 Badezimmer, 412 Türen, 147 Fenster, 8 Treppenhäuser und 3 Aufzüge. Zur Ausstattung gehören außerdem ein Swimmingpool, ein Tennisplatz, ein Kinosaal und eine unter Präsident Richard Nixon eingerichtete Bowlingbahn. Präsident Barack Obama ließ zudem ein Basketballfeld errichten.
Fassaden: Nord- und Südansicht
Die Architektur des Weißen Hauses zeigt deutliche Einflüsse des Klassizismus und Palladianismus.
Die Nordfront, zur Pennsylvania Avenue ausgerichtet, hat drei Etagen. Das Erdgeschoss ist durch die höhere Geländebodenlinie und eine Brüstung teilweise verdeckt. Vor den zentralen drei Fenstern des ersten Stocks wurde um 1830 ein Portikus als Vorhalle angebaut. Die Fenster der ersten Etage zeichnen sich durch abwechselnd spitze und halbrunde Fensterverdachungen aus. Der Haupteingang in der Mitte der Säulenhalle besitzt ein Kämpferfenster, und die darüber liegende Wandfläche ist mit einem Girlandenrelief verziert. Eine Balustrade verdeckt die Dachlinie des moderneren dritten Stocks.
Die Südfassade kombiniert Palladianismus und Neoklassizismus und zeigt alle drei Etagen deutlich. Das Mauerwerk im Erdgeschoss ist rustiziert. In der Mitte dominiert eine neoklassizistische Rotunde mit Säulen, einer Galerie und drei Fenstern. Diese Rotunde wird von fünf Fenstern flankiert, deren Verdachungen in der ersten Etage – ähnlich wie an der Nordfassade – abwechselnd halbruund und spitz sind. Vom Erdgeschoss des Bogens führen zwei Treppen zu einer ionischen Säulenloggia mit dem Truman Balcony in der zweiten Etage.
Gärten und Außenanlagen
Das Weiße Haus ist von mehreren Gärten umgeben, die das Anwesen verschönern und oft für Veranstaltungen genutzt werden. Zu den bekannten Gärten gehören der Rose Garden und der Jacqueline Kennedy Garden.
Seit 1923 wird jährlich in der Adventszeit am Weißen Haus der National Christmas Tree, der Nationale Weihnachtsbaum der USA, festlich geschmückt. Die Arbeiten, die von der jeweiligen First Lady geleitet werden, sind Teil einer monatelangen Festlichkeit, dem sogenannten Pageant of Peace (etwa: Schaulaufen des Friedens). Das Einschalten der Beleuchtung wird vom Fernsehen übertragen. Kleinere Weihnachtsbäume und Dekorationen, die zum National Christmas Tree hinführen, werden als Pathway to Peace (Pfad zum Frieden) bezeichnet.
Historische Ereignisse und Bewohner
Mit Ausnahme von George Washington, der noch in New York und Philadelphia residierte, hat jeder US-Präsident im Weißen Haus gewohnt. Das Gebäude war auch Schauplatz zahlreicher privater und offizieller Ereignisse.
Am 2. Juni 1886 heiratete Grover Cleveland als erster und bisher einziger Präsident seine Frau Frances Folsom im Weißen Haus. Zwischen 1812 und 1994 fanden insgesamt 17 Ehen dort statt, oft von Töchtern amtierender Präsidenten, darunter Tricia Nixon Cox, Lynda Johnson Robb und Alice Roosevelt Longworth.

Die zweite Tochter der Clevelands, Esther, ist das einzige Kind, das bislang im Weißen Haus zur Welt kam (1893).
Der East Room, als größter repräsentativer Saal, hat eine besondere historische Bedeutung. Hier fanden nicht nur Empfänge und Bälle statt, sondern auch bedeutsame Zeremonien. Präsident Gerald Ford wurde hier 1974 nach dem Rücktritt Richard Nixons vereidigt. Alle im Amt verstorbenen Präsidenten, wie Abraham Lincoln 1865 und John F. Kennedy 1963, wurden hier aufgebahrt.
Seit dem 19. Dezember 1960 ist das Weiße Haus als National Historic Landmark ausgewiesen, was seine historische und architektonische Bedeutung unterstreicht.
Öffentlicher Zugang und Sicherheit
Interessanterweise war das Weiße Haus von Beginn an bis Anfang des 20. Jahrhunderts für die Öffentlichkeit zugänglich, ähnlich den englischen und irischen Landhäusern, die als Vorbild dienten. Präsident Thomas Jefferson hielt 1805 einen Tag der offenen Tür ab, bei dem er Bürger im Blue Room empfing. Diese Praxis führte jedoch gelegentlich zu Tumulten. 1829 musste Präsident Andrew Jackson in ein Hotel ausweichen, als rund 20.000 Bürger seine Amtseinführung im Weißen Haus feierten. Der Mob musste schließlich mit Waschbottichen voller Orangen-Whisky-Cocktail nach draußen gelockt werden. Diese Tradition des offenen Hauses endete 1885.
Jefferson erlaubte auch öffentliche Führungen, eine Praxis, die – außer in Kriegszeiten – fortgesetzt wurde. Die Tradition jährlicher Empfänge am 4. Juli endete Anfang der 1930er Jahre. Präsident Bill Clinton belebte den Neujahrsempfang kurzzeitig wieder.
Der Bürgersteig der Pennsylvania Avenue vor dem Weißen Haus ist heute eine beliebte Zone für Demonstrationen, da die Straße für den öffentlichen Verkehr gesperrt ist. Er dient auch als Wartebereich für öffentliche Führungen.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wurden die öffentlichen Führungen eingestellt und erst im September 2003 für Gruppen wieder aufgenommen, die sich zuvor über ihre Kongressvertreter angemeldet und Hintergrundüberprüfungen unterzogen hatten. Das Gebäude blieb für die allgemeine Öffentlichkeit geschlossen. Aufgrund von Haushaltszwängen wurden die Führungen 2013 für den größten Teil des Jahres ausgesetzt, aber im November 2013 wieder aufgenommen.
Als Amtssitz des Präsidenten ist das Weiße Haus eine Hochsicherheitszone. Es ist mit modernsten Sicherheitsanlagen ausgestattet. Zu den öffentlich bekannten Maßnahmen gehören:
- Sperrung der Pennsylvania Avenue für den öffentlichen Verkehr.
- Sicherheitspersonal des U.S. Secret Service.
- Spezialisierte Sicherheitseinrichtungen und -technologien.
Es ist davon auszugehen, dass es noch weitere, nicht öffentlich bekannte Sicherheitsvorkehrungen gibt, um die Sicherheit des Präsidenten und des Gebäudes zu gewährleisten.
Häufig gestellte Fragen zum Weißen Haus
Hier sind einige häufig gestellte Fragen zum Weißen Haus, basierend auf den verfügbaren Informationen:
Wann wurde das Weiße Haus gebaut und erstmals genutzt?
Der Grundstein wurde am 13. Oktober 1792 gelegt. Das Gebäude wurde am 1. November 1800 erstmals bezogen und genutzt.
Wer hat dem Weißen Haus seinen Namen gegeben?
Präsident Theodore Roosevelt gab dem Gebäude 1901 offiziell den Namen „Weißes Haus“.
Warum wurde es weiß gestrichen?
Der offizielle Name wurde aufgrund des weißen Außenanstrichs verliehen. Beim Wiederaufbau nach dem Brand von 1814 wurden Rauchschäden weiß übertüncht, was zur weißen Farbe beitrug.
Wurde das Weiße Haus jemals angegriffen oder beschädigt?
Ja, 1814 wurde es von britischen Truppen im Krieg von 1812 niedergebrannt. 1929 beschädigte ein Feuer den Westflügel.
Hat jeder US-Präsident im Weißen Haus gewohnt?
Mit Ausnahme des ersten Präsidenten, George Washington, haben alle US-Präsidenten im Weißen Haus gelebt.
Wie viele Räume hat das Weiße Haus?
Das Anwesen hat 132 Räume, sowie 35 Badezimmer, 412 Türen und 147 Fenster.
Kann man das Weiße Haus besichtigen?
Ja, öffentliche Führungen sind unter bestimmten Voraussetzungen möglich, die sich im Laufe der Zeit geändert haben, insbesondere nach 9/11.
Gibt es Gärten am Weißen Haus?
Ja, es gibt mehrere Gärten, darunter den Rose Garden und den Jacqueline Kennedy Garden.
Was ist die Truman Reconstruction?
Das war eine umfassende Kernsanierung des Weißen Hauses unter Präsident Harry S. Truman von 1949 bis 1952, bei der die Innenstruktur in Stahlbeton erneuert wurde.
Das Weiße Haus bleibt ein faszinierendes Gebäude mit einer reichen Geschichte, das weit über seine Funktion als Regierungssitz hinausgeht.
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