24/02/2015
Weihnachten in Deutschland ist ein Fest reich an Traditionen, das tief in der Geschichte und Kultur verwurzelt ist. Der 25. Dezember markiert den eigentlichen Festtag der Geburt Jesu Christi, doch die Feierlichkeiten beginnen bereits am Vorabend, dem Heiligen Abend am 24. Dezember. Die Weihnachtszeit selbst kann je nach Konfession bis zum 6. Januar, dem Fest der Erscheinung des Herrn, oder dem darauffolgenden Sonntag dauern. Interessanterweise prägen weihnachtliche Symbole, Lieder und Dekorationen heutzutage oft schon ab Ende November das Stadtbild, lange vor dem eigentlichen Fest.

Das Weihnachtsbrauchtum in Deutschland ist vielfältig, regional unterschiedlich ausgeprägt und einem ständigen Wandel unterworfen. Ausgangspunkt ist die Feier der Geburt Jesu Christi. Im Laufe der Zeit haben sich ältere, vorchristliche Winter- und Lichtbräuche mit christlichen Motiven vermischt, was zu der reichen Palette an Traditionen führte, die wir heute kennen. In den anderen Ländern Mitteleuropas wird Weihnachten in ähnlicher Weise gefeiert.
- Geistliche Aufführungen und Darstellungen
- Die Adventszeit: Vorbereitung auf das Fest
- Weihnachtsmärkte: Treffpunkt in der Vorweihnachtszeit
- Der Weihnachtsbaum: Ein zentrales Symbol
- Kirchgang: Gemeinsamer Gottesdienstbesuch
- Die Tradition des Schenkens: Bedeutung und Wandel
- Weitere Weihnachtliche Bräuche
- Weihnachtssingen: Melodien der Festzeit
- Weihnachtsessen: Kulinarische Traditionen
- Häufig gestellte Fragen zum deutschen Weihnachtsfest
Geistliche Aufführungen und Darstellungen
Eine zentrale Form der weihnachtlichen Darstellung sind die Krippenspiele. Diese besonderen geistlichen Schauspiele haben das weihnachtliche Brauchtum verchristlicht. Die szenischen Darstellungen der Weihnachtsgeschichte, die die Geburt Jesu anschaulich nachgestalten, sind erstmals im 11. Jahrhundert in Frankreich fassbar geworden. Seit dem 16. Jahrhundert werden diese Szenen auch in den Weihnachtskrippen dargestellt, die heute ein selbstverständlicher Bestandteil des Weihnachtsfestes sind. Um die Weihnachtskrippe versammeln sich Familien oft am Weihnachtsabend, um der Geburt Christi zu gedenken. In der Burgkapelle Hocheppan bei Bozen wurde um das Jahr 1200 die Geburt Jesu Christi erstmals im deutschsprachigen Raum dargestellt, was die tiefe historische Verwurzelung dieses Brauchs zeigt. Neben den Krippenspielen sind auch Aufführungen von Weihnachtsoratorien verbreitet, insbesondere im evangelisch-lutherischen Bereich, die in der Zeit vor und nach Weihnachten besucht werden.
Die Adventszeit: Vorbereitung auf das Fest
Dem Weihnachtsfest am 25. Dezember geht die vierwöchige Adventszeit voraus. Ursprünglich war dies eine Fastenzeit, die von der Alten Kirche zwischen dem 11. November und dem 6. Januar festgelegt wurde. Die heutige Form der Adventszeit mit vier Sonntagen geht auf das 7. Jahrhundert zurück, wobei Papst Gregor I. die Zahl der Adventssonntage für den römischen Ritus auf vier festlegte. Im ambrosianischen Ritus dauert die Adventszeit übrigens auch heute noch sechs Wochen. Seit 1917 ist das Adventsfasten im katholischen Kirchenrecht nicht mehr verpflichtend. In die Adventszeit fallen zahlreiche Bräuche, die die Vorfreude auf Weihnachten steigern. Dazu gehören der Adventskalender, der die verbleibenden Tage bis Weihnachten zählt, das Aufhängen eines Nikolausstiefels am Abend vor dem Nikolaustag (6. Dezember) und der Besuch der weit verbreiteten Weihnachtsmärkte.
Weihnachtsmärkte: Treffpunkt in der Vorweihnachtszeit
Die in den meisten deutschsprachigen Stadtzentren verbreiteten Weihnachtsmärkte sind ein bedeutender Bestandteil der Adventszeit und des vorweihnachtlichen Brauchtums. Sie weisen teilweise bis ins Mittelalter reichende Traditionen auf und werden oft auch Christkindlesmarkt oder Glühweinmarkt genannt. Diese Märkte sind geprägt von Verkaufsständen für Weihnachtsartikel und Geschenke, Glühweinständen und einer zunehmenden Zahl von Verpflegungsstationen. Sie sind ein beliebter Treffpunkt und tragen wesentlich zur festlichen Atmosphäre in der Vorweihnachtszeit bei.
Der Weihnachtsbaum: Ein zentrales Symbol
Der Weihnachtsbaum, in einigen Regionen auch Christbaum genannt, ist heute ein zentrales Element der familiären Weihnachtsfeier in Mitteleuropa. Er wird in Kirchen, Wohnungen und auf öffentlichen Plätzen aufgestellt und mit Lichterketten, Kerzen, Glaskugeln, Lametta, Engeln oder anderen Figuren geschmückt. Der häusliche Baum bleibt oft noch lange nach Weihnachten stehen, manchmal bis zum Ende der liturgischen Weihnachtszeit. Zwei kerzengeschmückte Tannenbäume stehen beispielsweise seit 1621 jedes Jahr bei den Augustinern in Neustift rechts und links der Krippe.
Der Ursprung des Tannenbaums wird im Paradiesbaum der mittelalterlichen Mysterienspiele am 24. Dezember vermutet. Seit etwa 1800 war der geschmückte Weihnachtsbaum in den gehobenen Bürgerhäusern von Zürich, München, Wien und Siebenbürgen zu finden. Er galt zunächst als evangelisch und wurde erst allmählich von den Katholiken übernommen. Henriette Alexandrine von Nassau-Weilburg führte ihn 1816 in Wien ein. Der Krieg 1870/71 trug zur Popularisierung des Weihnachtsbaums auch in Frankreich bei. 1912 stand der erste „öffentliche“ Baum in New York.
Bis ins 18. Jahrhundert war der Christbaum nur an Fürstenhöfen und dann in der bürgerlichen Oberschicht zu finden. Seine Popularität im Kleinbürgertum stieg unter anderem dadurch, dass der preußische König im Krieg 1870/71 Weihnachtsbäume in Unterständen und Lazaretten aufstellen ließ. Danach verbreitete sich der Weihnachtsbaum weiter und erhielt die heute als selbstverständlich empfundene zentrale Rolle im Zeremoniell der häuslichen Familienfeier: Kinder warten vor der verschlossenen Tür, die Kerzen am Baum werden angezündet, die Tür wird geöffnet, es wird gemeinsam gesungen, Geschenke werden geöffnet und ein gemeinsames Mahl findet statt. Diese Form des Weihnachtsfestes in der Familie, mit Baum, Liedern, Krippe, Geschenken und Gottesdienstbesuch, ist eine kulturelle Ausformung der Bürgerfamilie des 19. Jahrhunderts (Biedermeier).
Kirchgang: Gemeinsamer Gottesdienstbesuch
Der gemeinsame Besuch von Christvesper, Christmette oder Christnacht ist ein fester Bestandteil des Weihnachtsfestes, nicht nur für regelmäßige Kirchgänger. Die Kirchen sind zu diesen Gottesdiensten im deutschsprachigen Raum meist sehr gut besucht. Gottesdienste finden an allen Weihnachtstagen statt, beginnend am Heiligabend oft mit einem Kindergottesdienst am Tag. Die Lesung der Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium und das Singen von Weihnachtsliedern gehören dabei zur Liturgie.
Die Tradition des Schenkens: Bedeutung und Wandel
Die Tradition des Schenken an Weihnachten hat tiefe christliche Wurzeln. Die Geschenke sollen an die Geburt Jesu erinnern, der als weihnachtliches Geschenk Gottes an die Menschen verstanden wird. Die Weihnachtsgeschichte selbst berichtet kaum von Geschenken, lediglich das Matthäus-Evangelium erwähnt die Gaben der Heiligen Drei Könige an das Jesuskind: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Diese Gaben werden oft in Krippenspielen hervorgehoben. Das Schenken ist bis heute auch ein Akt der Nächstenliebe.

Die Entwicklung des modernen Weihnachtsgeschenks wurde maßgeblich von Martin Luther beeinflusst. Luther wollte die Verehrung des Heiligen Nikolaus von Myra abschaffen, in dessen Gedenken am 6. Dezember kleine Geschenke verteilt wurden. Er verlegte den Brauch des Schenkens auf den Heiligabend. Der evangelische Gabenbringer war nun nicht mehr der Heilige Nikolaus, sondern der „Heilige Christ“, wie Luther das Jesuskind nannte. Aus dieser Abstraktion entstand die Figur des engelsgleichen Christkind. Es erscheint seit dem 17. Jahrhundert in weihnachtlichen Umzugsbräuchen, ähnlich den heutigen Sternsingern, begleitet von als Engel verkleideten Mädchen und angeführt vom verschleierten Christkind. Nach 1800 entwickelte sich aus Knecht Ruprecht, ursprünglich der strafende Begleiter von Nikolaus und Christkind, allmählich der Weihnachtsmann.
Noch 1930, laut dem Deutschen Atlas der Volkskunde, brachte der Weihnachtsmann (vorwiegend im evangelischen Norden und Nordosten) und das Christkind (vorwiegend im Westen, Süden und in Schlesien) die Geschenke. Die Grenze verlief durch Westfalen und Friesland, Hessen und Niedersachsen, Thüringen und zwischen Bayern und Thüringen bis nach Schlesien. Im 18. Jahrhundert war die Verteilung noch anders: Nikolaus brachte in katholischen Gebieten Geschenke, das Christkind in evangelischen. Mit zunehmender Beliebtheit des Weihnachtsfestes und des Christkindes wurde der Geschenktermin auch in katholischen Gebieten vom Nikolaustag auf Heiligabend verschoben und die Figur des Christkindes übernommen.
Der Weihnachtsmann ist eine synkretistische Gestalt, die Elemente aus Nikolaus, Knecht Ruprecht und dem rauen Percht in entdämonisierter Form vereint. Seine Kleidung, die in Deutschland erst nach 1945 überwiegend rot dargestellt wird, übernahm er von Knecht Ruprecht, den wallenden Bart von gängigen Gott-Vater-Vorstellungen. Im Brauchtum für Kleinkinder bringt er Geschenke, bösen Kindern jedoch eine Rute. Die nordische Sagengestalt des Nisse, deutsch adaptiert als Wichtel, erinnert mit ihrer roten Mütze an den Weihnachtsmann. Davon abgeleitet ist der Brauch des Wichtelns in der Vorweihnachtszeit, bei dem sich Menschen anonym beschenken.
Was schenkte man sich früher zu Weihnachten? Eine Reise durch die Zeit
Die Geschichte der Weihnachtsgeschenke spiegelt die jeweilige Zeit wider, von Mangelwirtschaft bis zum Überfluss. Die ersten bekannten Gaben waren Gold, Weihrauch und Myrrhe, die die Heiligen Drei Könige dem Jesuskind brachten. Vom Jahr 0 an bis heute hat sich viel verändert, was das Schenken betrifft.
In den 1940er und 1950er Jahren, der Mangelzeit nach dem Zweiten Weltkrieg, war das Leben selbst ein Geschenk. Da kaum Geld für herkömmliche Geschenke vorhanden war, behalf man sich mit dem Vorhandenen. Aus Lederflecken und Lumpen wurden Fußbälle und Puppen genäht, aus Brettern Schlitten gebastelt. Ein gestrickter Topflappen für die Mutter oder am Schwarzmarkt besorgte Zigaretten für den Vater waren üblich. Äpfel und Nüsse waren kostbare Leckerbissen. Mit dem langsam einsetzenden Aufschwung in den ausgehenden 1950ern wurden Kofferradios und Küchengeräte wie Hand-Mixer und Brotschneidemaschinen beliebte Geschenke.
Die 1960er und 1970er Jahre brachten eine Revolution auf dem Spielzeugmarkt. Neben handgefertigtem Spielzeug kamen Spiel- und Stecksysteme aus Plastik auf. Lego und Playmobil traten ihren Siegeszug an und sind bis heute beliebte Geschenke. Mit der Technisierung in den 1970ern stiegen Auto-Rennbahnen und elektrische Modelleisenbahnen unter dem Baum in der Beliebtheit. Mädchen bekamen oft Barbie-Puppen, während Männer sich über einen Rumtopf und Frauen über einen Terrakotta-Römertopf freuen durften.
In den 1980er und 1990er Jahren, als eine gewisse Sättigung eintrat, wurde das Wünschen und Schenken schwieriger. Der Fokus verschob sich auf Materialien, zum Beispiel Lederkrawatten oder Kaschmirpullover. Das wachsende Gesundheitsbewusstsein zeigte sich in Geschenken wie der Müsli-Getreide-Mühle. Zugleich begann der Medien-Boom: Leistbare Unterhaltungselektronik wie der Walkman, das Tricotronic und der Gameboy erfreuten sich großer Beliebtheit. Auch die Computertechnik zog ein, mit Geschenken wie dem Atari-Computer, dem Commodore VC20 und Videospielen. Als Ausgleich zum vielen Sitzen und Spielen waren Sportgeschenke wie Skateboard, BMX-Rad und der Rubik-Zauberwürfel sowie die Dauerbrenner Ski, Rodel und Bob gern geschenkte Alternativen.
Seit der Jahrtausendwende waren Geschenke wie das Tamagotchi kurzzeitig populär. Ein anhaltender Trend ist jedoch der Wunsch nach hochwertigem Holzspielzeug wie Schaukelpferden, Gehrollern oder Holzzügen, der einen bewussten Gegenpol zur Technisierung darstellt und Nachhaltigkeit und Entschleunigung symbolisiert. Dennoch gehören Smartphones zu den derzeit beliebtesten Geschenken. Im Jahr 2017 zählten Bücher weiterhin zu den meist geschenkten Präsenten. Die größten Summen werden jedoch für Gutscheine und Bargeld ausgegeben; jährlich werden Kuverts mit rund 240 Millionen Euro Bargeld verschenkt.
Die tiefere Bedeutung des Schenkens
Die eigentliche Bedeutung des Schenkens geht über das Materielle hinaus. Das Wort „Schenken“ stammt aus dem Mittelalter und beschrieb ursprünglich das „Ausschenken“ von Wasser an durstige Wanderer – ein Akt des Teilens und der Nächstenliebe. Im christlichen Sinne bedeutet Schenken, sich einem Menschen zuzuwenden und Nächstenliebe zu zeigen, also „Liebe schenken“. Diese tiefere Bedeutung gerät manchmal angesichts der Freude über Spielsachen und schöne Dinge in Vergessenheit.
Weitere Weihnachtliche Bräuche
Neben den bereits genannten gibt es viele weitere Bräuche, die die Weihnachtszeit prägen. In der Adventszeit werden ab Einbruch der Dunkelheit zahlreiche Wohnungsfenster durch Schwibbögen erleuchtet. Dieser Brauch stammt aus dem 18. Jahrhundert in den Erzgebirgischen Bergbaugebieten und breitet sich zunehmend aus. Die Deutsche Post gibt jedes Jahr zu Weihnachten Sondermarken heraus. Ein weiterer Brauch am Heiligen Abend ist der Christklotz, auch „Weihnachtsscheit“ genannt. Im Berchtesgadener Land prägt das Christkindlschießen der Weihnachtsschützen die letzte Woche vor Heiligabend. Ein aus den USA importierter Brauch ist die „Weihnachtsgurke“, ein essiggurkenförmiger Christbaumschmuck, der versteckt wird und dessen Finder ein zusätzliches Geschenk erhält.

Weihnachtssingen: Melodien der Festzeit
Das Singen von Weihnachtsliedern ist ein fester Bestandteil des Festes. Im häuslichen Kreise wird am Heiligabend und an den Festtagen viel gesungen und musiziert. Weihnachtliche Volkslieder und Kirchenlieder gehören zum traditionellen Liedgut vieler Menschen im deutschsprachigen Raum. Im öffentlichen Raum hat sich das gemeinsame Singen von Weihnachtsliedern großer Menschengruppen, beispielsweise in Berlin, zu einer eigenen Tradition entwickelt. Bei solchen Veranstaltungen, oft von Rundfunkanstalten oder Vereinen organisiert, werden Texte verteilt, damit alle mitsingen können, begleitet von einer Band und Vorsängern.
Weihnachtsessen: Kulinarische Traditionen
Zu Weihnachten gehört meist ein aufwendiges Weihnachtsmahl. Typische Speisen am ersten Feiertag sind die Weihnachtsgans oder der Weihnachtskarpfen. Auch speziell für die Weihnachtszeit hergestelltes Weihnachtsgebäck ist beliebt, wie Stollen oder regionale Lebkuchen-Spezialitäten wie Aachener Printen, Nürnberger Lebkuchen, Pulsnitzer Pfefferkuchen oder die Liegnitzer Bombe. Am Heiligen Abend, am Ende der ursprünglichen Fastenzeit, gibt es traditionell oft einfachere Gerichte wie Eintopf oder Würstchen mit Kartoffelsalat. Laut einer Umfrage essen dies etwa 45 Prozent der Deutschen. Im Norden wird der Kartoffelsalat oft mit Mayonnaise zubereitet, im Süden mit Essig, Öl und Brühe. Ein einfaches Gericht der (nieder-)schlesischen Weihnacht ist der „Breslauer Mehlkloß“. In Altbayern wird das für den Weihnachtsschmaus gemästete Tier, meist ein Schwein oder eine Gans, mundartlich als Weihnachter bezeichnet. Im Vogtland und Erzgebirge wird das Neunerlei zubereitet, ein Weihnachtsmenü mit neun Gängen, das bereits am Heiligen Abend serviert wird und meist Bratwurst, Klöße, Sauerkraut, Gänse- oder Schweinebraten, Nüsse und Pilze umfasst. In vielen Familien wird Hartgeld unter die Teller gelegt.
Häufig gestellte Fragen zum deutschen Weihnachtsfest
Wie nennt man die Aufführungen zu Weihnachten?
Die bekanntesten Aufführungen sind die Krippenspiele, die die Weihnachtsgeschichte szenisch darstellen. Daneben gibt es auch Aufführungen von Weihnachtsoratorien.
Warum schenkt man sich zu Weihnachten etwas?
Das Schenken hat christliche Wurzeln und soll an die Geburt Jesu als Geschenk Gottes erinnern. Es ist auch ein Akt der Nächstenliebe und des Teilens. Die Tradition wurde maßgeblich von Martin Luther beeinflusst, der das Schenken vom Nikolaustag auf Heiligabend verlegte.
Wer bringt in Deutschland die Geschenke?
Traditionell bringen entweder das Christkind (eher im Süden und Westen) oder der Weihnachtsmann (eher im Norden und Osten) die Geschenke. Martin Luther hat die Figur des Christkindes als evangelischen Gabenbringer eingeführt. Der Weihnachtsmann ist eine spätere Figur, die Elemente aus verschiedenen Traditionen vereint.
Was wurde früher zu Weihnachten geschenkt?
Dies hat sich stark gewandelt. Nach dem Krieg waren es oft selbstgemachte Dinge oder knappe Güter wie Äpfel und Nüsse. Später kamen technische Geräte wie Kofferradios, dann Plastikspielzeug wie Lego und Playmobil, Rennbahnen, Computer und Unterhaltungselektronik. Heute sind neben Technik wie Smartphones auch Bücher, Gutscheine und Bargeld sehr beliebt. Es gibt auch einen Trend zu hochwertigem Holzspielzeug als Gegenpol zur Technisierung.
Welche Speisen sind typisch für das Weihnachtsessen?
Am ersten Weihnachtsfeiertag ist oft ein aufwendiges Mahl mit Weihnachtsgans oder -karpfen typisch. Am Heiligen Abend werden traditionell oft einfachere Gerichte wie Eintopf oder Würstchen mit Kartoffelsalat gegessen. Weihnachtsgebäck wie Stollen und Lebkuchen gehört ebenfalls zur Weihnachtszeit. Regional gibt es spezielle Menüs wie das Neunerlei im Vogtland und Erzgebirge.
Seit wann gibt es Weihnachtsbäume?
Der Ursprung wird im mittelalterlichen Paradiesbaum vermutet. Seit etwa 1800 war er in gehobenen Bürgerhäusern verbreitet und wurde im 19. Jahrhundert auch in breiteren Schichten populär. Seine heutige zentrale Rolle im Familienfest entwickelte sich im 19. Jahrhundert.
Die deutschen Weihnachtstraditionen sind ein lebendiges Zeugnis von Geschichte, Glauben und gesellschaftlichem Wandel. Sie verbinden Menschen über Generationen hinweg und schaffen eine einzigartige festliche Atmosphäre.
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