Wie viel kann man mit einer Füllerpatrone schreiben?

Druckreichweite von Patronen verstehen

28/09/2018

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Eine der häufigsten Fragen beim Kauf eines neuen Tintenstrahldruckers oder von Nachfüllpatronen ist: Wie viele Seiten kann ich eigentlich mit einer einzigen Druckerpatrone drucken? Die Antwort darauf ist leider nicht so einfach, wie man es sich wünschen würde. Es gibt keine pauschale Zahl, die für alle Patronen und alle Drucksituationen gilt. Die tatsächliche Druckreichweite einer Patrone hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, die wir im Folgenden detailliert beleuchten werden. Wer kostengünstig drucken möchte, muss diese Faktoren verstehen.

Wie viel kann man mit einer Füllerpatrone schreiben?
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Übersicht

Warum gibt es keine einfache Antwort?

Die Vielfalt auf dem Markt für Drucker und Druckerpatronen ist riesig. Es gibt unzählige Druckermodelle von verschiedenen Herstellern, und jedes Modell verwendet spezifische Patronentypen. Diese Patronen unterscheiden sich nicht nur in ihrer physischen Form und Größe, sondern auch in der Menge an Tinte, die sie enthalten. Einfache, kompakte Tintenstrahldrucker verwenden oft kleinere Kombipatronen (die alle Farben in einer Patrone bündeln oder separate, aber kleine Farbpatronen neben einer kleinen Schwarzpatrone haben), während höherwertige Modelle oder solche für Vieldrucker oft größere, separate Farb- und Schwarzpatronen nutzen können.

Diese Unterschiede in der Patronengröße und -kapazität sind der Hauptgrund dafür, dass die mögliche Seitenanzahl stark variiert. Eine kleine Standardpatrone kann eine sehr viel geringere Seitenleistung haben als eine Patrone, die speziell für hohe Druckvolumen konzipiert wurde.

Standard vs. XL vs. XXL: Ein Blick auf die Kapazitäten

Um den unterschiedlichen Druckbedürfnissen gerecht zu werden, bieten die Hersteller oft verschiedene Größen von Druckerpatronen für dasselbe Druckermodell an. Die gängigsten Bezeichnungen hierfür sind Standard, XL und XXL. Diese Bezeichnungen deuten auf die Tintenmenge in der Patrone und somit auf die zu erwartende Druckreichweite hin:

  • Standardpatronen: Diese Patronen haben die kleinste Tintenmenge und dementsprechend die geringste Reichweite. Sie sind oft in den Druckern beim Kauf enthalten oder für Nutzer gedacht, die nur sehr selten drucken. Die Reichweite kann hier beispielhaft nur bei rund 190 Seiten liegen.
  • XL-Patronen: Diese Patronen enthalten eine größere Menge Tinte als die Standardvarianten. Sie sind für Nutzer konzipiert, die regelmäßig, aber nicht extrem viel drucken. Die Reichweite ist deutlich höher als bei Standardpatronen und kann je nach Modell und Hersteller bei 500 Seiten oder mehr liegen.
  • XXL-Patronen: Dies sind die Patronen mit der größten Tintenkapazität. Sie richten sich an Vieldrucker, die hohe Druckvolumen bewältigen müssen und das häufige Auswechseln der Patronen vermeiden möchten. Die Reichweite von XL-Patronen oder XXL-Patronen kann leicht 1.200 Seiten oder sogar weit darüber hinaus erreichen. Bei speziellen Drucksystemen wie HP PageWide gab es sogar riegelförmige Patronen, die für Reichweiten von 5.000 Seiten in Schwarzweiß und Farbe ausgelegt waren.

Es liegt auf der Hand, dass Patronen mit höherer Reichweite in der Anschaffung zunächst teurer sind als Standardpatronen. Auf die einzelne gedruckte Seite gerechnet sind sie aber oft kostengünstiger, was sie für regelmäßiges Drucken attraktiv macht.

Die entscheidende "5% Deckung" verstehen

Wenn Sie die Produktbeschreibung einer Druckerpatrone lesen, werden Sie fast immer eine Angabe zur Seitenreichweite finden. Dieser Angabe liegt jedoch eine sehr wichtige Annahme zugrunde: die sogenannte 5% Deckung. Die meisten Drucker- und Patronenhersteller geben die Reichweite basierend auf einem standardisierten Testverfahren an, bei dem angenommen wird, dass durchschnittlich nur 5% der Papierfläche mit Tinte bedeckt sind.

Was bedeutet diese 5% Deckung in der Praxis? Stellen Sie sich eine typische Textseite vor. 5% Deckung entspricht ungefähr einem kurzen Absatz oder vielleicht einem kleinen Bild und einer Überschrift. Es ist eine sehr geringe Tintenmenge pro Seite.

Die Hersteller nutzen diesen Standard, um eine Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Patronen und Druckern zu ermöglichen. Es ist ein Richtwert, aber es ist entscheidend zu verstehen, dass dieser Wert in vielen realen Drucksituationen nicht erreicht wird.

Warum die tatsächliche Reichweite oft geringer ist

Die Angabe der Druckreichweite bei 5% Deckung ist, wie erwähnt, ein theoretischer Wert. In der Praxis drucken die meisten Nutzer Dokumente, die eine deutlich höhere Tintendeckung aufweisen. Hier sind einige Beispiele, die den Tintenverbrauch stark erhöhen und die tatsächliche Seitenleistung einer Patrone erheblich reduzieren können:

  • Drucken von Fotos: Ein vollformatiges Foto bedeckt nahezu 100% der Seite mit Tinte, und das oft in mehreren Farben. Dies verbraucht ein Vielfaches der Tinte, die für eine Seite mit 5% Deckung benötigt wird.
  • Drucken von Dokumenten mit viel Text: Auch wenn es nur Text ist, kann eine Seite, die fast vollständig mit Schrift gefüllt ist (z.B. ein längerer Brief oder Bericht), eine Deckung von 10%, 15% oder sogar mehr erreichen.
  • Drucken von Grafiken, Diagrammen oder farbigen Tabellen: Diese Elemente erhöhen die Tintendeckung ebenfalls deutlich über die 5% hinaus.
  • Drucken von gescannten Dokumenten: Das Einscannen und anschließende Ausdrucken eines Dokuments, insbesondere aus Zeitungen oder Magazinen, verbraucht oft sehr viel Tinte. Der Grund liegt darin, dass der Scanner nicht nur schwarzen Text, sondern auch feinste Graustufen, Hintergrundstrukturen oder leichte Verschmutzungen erfasst. Beim Ausdrucken versucht der Drucker, diese Graustufen und Details wiederzugeben, was insbesondere bei Schwarzweiß-Scans die schwarze Patrone stark belastet. Eine Seite Text, die Sie selbst in einem Textverarbeitungsprogramm eingeben und dann ausdrucken, verbraucht in der Regel wesentlich weniger Tinte als der Ausdruck desselben Textes nach dem Scannen.

Wenn Sie häufig Dokumente mit hoher Deckung drucken, kann die tatsächliche Druckreichweite Ihrer Patrone drastisch von der Herstellerangabe abweichen. Anstatt der angegebenen 400 Seiten erreichen Sie vielleicht nur 150 Seiten, bevor die Patrone leer ist.

Der Chip und seine Tücken

Nahezu alle modernen Druckerpatronen, sowohl Originale als auch viele kompatible Varianten, sind mit einem kleinen Chip ausgestattet. Dieser Chip hat verschiedene Funktionen, unter anderem die Kommunikation mit dem Drucker und die Speicherung von Informationen. Eine dieser Informationen ist die geschätzte maximale Seitenanzahl, die mit der Patrone gedruckt werden kann, basierend auf der 5% Deckungsannahme.

Nach jedem Druckvorgang zieht der Drucker bzw. der Chip eine gedruckte Seite von diesem Zähler ab. Wenn der Zähler null erreicht oder ein bestimmtes Minimum unterschreitet, meldet der Drucker die Patrone als leer oder nahezu leer und fordert einen Austausch. Das Problem dabei ist, dass dieser Zähler starr auf der 5% Regel basiert und nicht den tatsächlichen Tintenverbrauch berücksichtigt. Wenn Sie also Seiten mit hoher Deckung drucken, verbrauchen Sie schneller Tinte als der Chip 'mitzählt'. Umgekehrt kann der Chip die Patrone als leer melden, obwohl sich physikalisch noch Tinte in der Patrone befindet, weil die gezählte Seitenanzahl erreicht ist, aber der tatsächliche Verbrauch (aufgrund sehr geringer Deckung) niedriger war als angenommen.

Einige Nutzer, die die volle Kapazität ihrer Patronen ausschöpfen möchten, versuchen, die Füllstandskontrolle des Druckers zu umgehen, indem sie den Chip zurücksetzen oder die Füllstandsüberwachung in den Druckereinstellungen deaktivieren. Dies kann es ermöglichen, noch weitere Seiten zu drucken, auch wenn der Drucker die Patrone bereits als leer gemeldet hat. Allerdings birgt dies auch Risiken. Ohne die Chip-Kontrolle müssen Sie den tatsächlichen Tintenstand selbst überwachen, um zu vermeiden, dass der Drucker während eines wichtigen Druckauftrags plötzlich keine Tinte mehr hat. Außerdem könnte das Drucken mit einer tatsächlich leeren Patrone theoretisch den Druckkopf beschädigen, obwohl moderne Drucker oft Mechanismen haben, um dies zu verhindern.

Setup-Patronen: Geringere Reichweite bei der Ersteinrichtung

Wenn Sie einen neuen Tintenstrahldrucker kaufen, werden diesem in der Regel ein Satz Tintenpatronen für die Ersteinrichtung beigelegt. Diese Setup-Patronen (manchmal auch Initialpatronen genannt) haben oft eine deutlich geringere Tintenmenge als die Standardpatronen, die Sie später im Handel kaufen können. Die Reichweite dieser Setup-Patronen liegt meist nur bei rund 100 Seiten.

Der Hauptgrund für die geringere Reichweite ist, dass ein erheblicher Teil der Tinte aus diesen Patronen nicht für das Drucken von Dokumenten verwendet wird, sondern für die erstmalige Inbetriebnahme des Druckers. Beim Einsetzen der Setup-Patronen führt der Drucker umfangreiche Vorbereitungsaufgaben durch:

  • Befüllen des Tintensystems: Die Tinte muss durch Schläuche und Kanäle zum Druckkopf geleitet werden, um das gesamte System erstmals mit Tinte zu füllen.
  • Reinigung und Ausrichtung des Druckkopfs: Der Drucker führt automatische Reinigungszyklen durch, um Luftblasen zu entfernen und die Düsen zu spülen, sowie Ausrichtungsroutinen, um eine gute Druckqualität zu gewährleisten.

Diese Prozesse verbrauchen eine erhebliche Menge Tinte, die von den Setup-Patronen bereitgestellt wird. Daher ist die verbleibende Tintenmenge für tatsächliche Druckaufträge geringer als bei vollen Standardpatronen. Seien Sie sich dessen bewusst, wenn Sie einen neuen Drucker in Betrieb nehmen und nicht enttäuscht sind, wenn die ersten Patronen schneller leer sind als erwartet.

Fazit: Es kommt auf die Patrone und die Nutzung an

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es keine universelle Antwort auf die Frage gibt, wie viele Seiten man mit einer Druckerpatrone drucken kann. Die Herstellerangaben zur Druckreichweite basieren auf einer standardisierten 5% Deckung, die in der realen Nutzung oft nicht erreicht wird. Die tatsächliche Seitenleistung hängt stark von der Größe und Art der Patrone (Standard, XL, XXL), dem Drucker selbst und vor allem vom Inhalt der gedruckten Dokumente (Text, Bilder, Grafiken, Scans) ab.

Wenn Sie die voraussichtliche Druckreichweite einer Patrone abschätzen möchten, schauen Sie auf die Herstellerangabe, aber seien Sie sich bewusst, dass dies ein Idealwert ist. Für Dokumente mit höherer Tintendeckung müssen Sie mit einer deutlich geringeren Seitenanzahl rechnen. Berücksichtigen Sie bei der Auswahl von Patronen Ihr typisches Druckverhalten. Für Vieldrucker lohnen sich in der Regel XL-Patronen oder XXL-Patronen, da sie auf lange Sicht kostengünstiger pro Seite sind, auch wenn der Anschaffungspreis höher ist.

Eine genaue Übersicht über die Seitenleistung von Patronen verschiedener Hersteller ist oft in den Produktdetails der jeweiligen Patronen zu finden. Beachten Sie dabei immer den Hinweis auf die 5% Deckung als Basis dieser Angabe.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Wie viele Seiten kann ich mit einer Druckerpatrone drucken?

Es gibt keine feste Zahl. Die Seitenleistung hängt vom Druckermodell, der Größe der Patrone (Standard, XL, XXL) und vor allem vom Tintenverbrauch pro Seite (Deckungsgrad) ab. Hersteller geben die Reichweite meist bei 5% Deckung an.

Was bedeutet 5% Deckung bei der Seitenreichweite?

5% Deckung ist ein international standardisierter Wert, der einer geringen Tintenbedeckung der Seite entspricht, z.B. einem kurzen Textabsatz. Die tatsächliche Deckung bei Fotos, Grafiken oder viel Text ist deutlich höher, was die tatsächliche Seitenleistung reduziert.

Drucken XL-Patronen wirklich mehr Seiten?

Ja, XL-Patronen und XXL-Patronen enthalten mehr Tinte als Standardpatronen und ermöglichen daher bei gleichem Deckungsgrad eine höhere Druckreichweite.

Warum sind die ersten Patronen bei einem neuen Drucker so schnell leer?

Die sogenannten Setup-Patronen, die einem neuen Drucker beiliegen, haben eine geringere Tintenmenge. Ein Teil der Tinte wird bei der Ersteinrichtung für das Befüllen des Tintensystems und automatische Reinigungs- und Ausrichtungszyklen verbraucht.

Meldet der Drucker die Patrone immer korrekt als leer?

Moderne Patronen haben einen Chip, der die gedruckten Seiten zählt (basierend auf 5% Deckung) und den Füllstand schätzt. Bei hohem Tintenverbrauch pro Seite kann der Drucker die Patrone als leer melden, obwohl sich physikalisch noch Tinte darin befindet. Eine Deaktivierung der Füllstandskontrolle ist möglich, erfordert aber manuelle Überwachung.

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