09/08/2018
Logbücher sind faszinierende Zeitzeugen, die uns detaillierte Einblicke in vergangene Ereignisse ermöglichen. Sie sind mehr als nur einfache Aufzeichnungen; sie sind chronologische Protokolle von Geschehnissen, Fahrten oder Tätigkeiten und dienen oft als wertvolle Beweismittel. Die berühmten Logbücher von Christoph Kolumbus oder William Bligh von der Bounty sind herausragende Beispiele dafür, wie solche Aufzeichnungen Geschichte dokumentieren und für die Nachwelt erhalten.

Schon seit Jahrhunderten werden Logbücher in verschiedenen Bereichen geführt. Doch woher stammt eigentlich der Name und was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff, der heute so vielfältige Anwendungen findet?
Die Ursprünge des Begriffs „Logbuch“
Der Begriff „Logbuch“ leitet sich vom englischen Wort „Log“ ab, was wörtlich übersetzt „Holzklotz“ bedeutet. Dies mag auf den ersten Blick verwirrend erscheinen, hat aber einen direkten Bezug zur Seefahrt und der Bestimmung der Schiffsgeschwindigkeit. Früher wurde ein bleibeschwertes Holzbrett, das „Log“, an einer Leine befestigt und von einem fahrenden Schiff ins Wasser geworfen. Die Leine war in regelmäßigen Abständen mit Knoten versehen. Während einer bestimmten Zeitspanne, die mit einer Sanduhr, dem sogenannten Logglas, gemessen wurde, zählte man, wie viele Knoten der Leine abgelaufen waren. Aus der Anzahl der abgelaufenen Knoten und der gemessenen Zeit konnte die Geschwindigkeit des Schiffes im Wasser berechnet werden. Diese Einheit wird heute noch als „Knoten“ bezeichnet.
Im Logbuch wurden dann die mit diesem „Log“ gemessene Geschwindigkeit, die daraus errechnete täglich zurückgelegte Strecke sowie alle wichtigen täglichen Ereignisse und Vorgänge während der Fahrt eingetragen. So entwickelte sich das Logbuch vom reinen Messprotokoll zu einem umfassenden Tagebuch der Seereise.
Was genau ist ein Logbuch heute?
Ähnlich wie ein Tagebuch oder ein Protokoll ist ein Logbuch grundsätzlich chronologisch aufgebaut. Es ist ein fortlaufendes Verzeichnis wichtiger Ereignisse, Daten und Beobachtungen, die in einem bestimmten Kontext anfallen. Die Art der einzutragenden Informationen variiert stark je nach Anwendungsbereich, aber das Prinzip der zeitlich geordneten Dokumentation bleibt bestehen. Das Führen eines Logbuchs kann freiwillig sein oder, insbesondere in reglementierten Bereichen wie der gewerblichen Schifffahrt, der Luftfahrt oder der Medizin, sogar verbindlich vorgeschrieben sein.
Die Verbindlichkeit ergibt sich oft aus der Funktion des Logbuchs als Beweismittel. Bei Rechtstreitigkeiten, nach Unfällen oder zur Klärung von Haftungsfragen können die Eintragungen im Logbuch entscheidend sein. Aus diesem Grund unterliegen Logbücher oft strengen Anforderungen an ihre Führung und Aufbewahrung.
Logbücher in der Seefahrt: Pflicht und Inhalt
Die Seefahrt ist der klassische und wohl bekannteste Anwendungsbereich für Logbücher. Hier sind sie seit jeher unverzichtbar. In der gewerblichen Seeschifffahrt ist das Führen eines Logbuchs, oft als Seetagebuch oder Schiffstagebuch bezeichnet, zwingend vorgeschrieben. Das Internationale Abkommen zum Schutz des Lebens auf See (SOLAS-Abkommen) schreibt diese Pflicht vor.
Auch in Deutschland ist die Dokumentation auf See vorgeschrieben. Die Schiffssicherheitsverordnung (SCHSV) verlangt, dass dokumentierende Aufzeichnungen an Bord geführt werden, und das schließt auch Sportboote ein, auch wenn einige andere Länder Sportboote von dieser Regelung ausgenommen haben. Laut SCHSV (Anlage I, B.II) sind Seetagebücher an Bord mitzuführen, und eine Eintragungspflicht wird, wenn nicht anders bestimmt, durch Eintragung in das Schiffstagebuch erfüllt.
Dies bedeutet jedoch nicht zwingend eine allgemeine, lückenlose Logbuchpflicht für jeden Freizeitskipper in jeder Situation. Ein Merkblatt des Bundes zum Thema stellt klar, dass der Staat auf die Eigenverantwortung des Einzelnen setzt. Allerdings kann es sehr wohl eine Pflicht geben, dass der Skipper in bestimmten Situationen, insbesondere sicherheitsrelevanter oder schadensrelevanter Art, Eintragungen vornehmen muss und insofern ein Schiffstagebuch zu führen hat.

Was muss in ein maritimes Logbuch eingetragen werden?
Die Liste der potenziellen Einträge in einem maritimen Logbuch ist lang und detailliert, da das Buch ein umfassendes Bild der Reise und des Zustands des Schiffes geben soll. Zu den typischen Eintragungen, die oft stündlich oder wachweise (alle vier Stunden) vorgenommen werden, gehören:
- Der gesteuerte Magnetkompass-Kurs und der tatsächliche Kurs über Grund (oft per GPS oder Peilung ermittelt).
- Die Fahrt durch das Wasser (gemessen per Log) und die Fahrt über Grund (per GPS).
- Die Geschwindigkeit und Richtung der Wasserströmung (Differenz zwischen Fahrt durch Wasser und über Grund).
- Die Abdrift, verursacht durch Strömung und Wind.
- Angaben zu Ebbe und Flut, je nach Seegebiet.
- Zeiten des Aus- und Einlaufens in Häfen.
- Namen der an Bord befindlichen Personen und jede Veränderung (wichtig für Notfälle).
- Alle Unfälle oder Zwischenfälle, die dem Schiff oder den Personen an Bord zustoßen.
- Bei Motorschiffen: Motorleistung (Drehzahl) und Manöver mit der Maschine.
- Bei Segelschiffen: Details zur Segelführung, Windrichtung und -stärke, Witterung, Bewölkung, Barometer- und Thermometerstand.
- Handschriftliches Protokoll des Wetterberichtes und der Wettervorhersagen.
- Abgabe von Nebel-Signalen oder Verhalten bei Nebel/unsichtigem Wetter.
- Führen und Zeigen von Lichtern und Signalkörpern.
- Angaben über Ankern und Ankerlichten, Ankerverhältnisse, Wassertiefe.
- Angaben über Schleppvorgänge.
- Details zur Motorwartung, Betriebszeit, Kraftstoffverbrauch und -vorrat.
- Batterieverbrauch, Ladezeit, Alter und Zustand der Bordbatterie.
- Zustand der elektronischen Navigationshilfen (GPS, Radar, elektronische Seekarten).
- Zustand der Signal- und Rettungsmittel (Positionsbeleuchtung, Notraketen).
- Alle Beobachtungen von allgemeinem Interesse für die Schifffahrt (z.B. Veränderungen im Seegebiet).
- Durchführung der Sicherheitseinweisung.
- Vermerke bei unterlassener Hilfeleistung in Seenotfällen (mit Begründung und Alarmierung des Such- und Rettungsdienstes).
- Einzelheiten zur Tätigkeit eines Lotsen.
- Eintragungen zu Ebbe- und Flutstrom im Hafen oder auf Reede.
- Aktivitäten, die sich aus dem Seezeremoniell ergeben (z.B. Salute).
Diese detaillierten Aufzeichnungen dienen nicht nur der Navigation und der Dokumentation der Reise, sondern sind, wie bereits erwähnt, von entscheidender Bedeutung im Falle von Unfällen oder rechtlichen Auseinandersetzungen.
Logbuch als Beweismittel in der Seefahrt
Die Praxis zeigt, dass Logbücher bei Kontrollen auf See zwar nicht immer standardmäßig geprüft werden, aber im Falle eines Seeunfalls oder einer Havarie von Gerichten als Beweismittel herangezogen werden. Insbesondere in „Aussage-gegen-Aussage“-Situationen nach Kollisionen können sorgfältig geführte Logbücher dem Logbuchführenden zum Vorteil gereichen, wenn der Unfallgegner keine oder keine ordnungsgemäßen Aufzeichnungen vorlegen kann.
Das erwähnte Merkblatt bestätigt dies: Wenn ein Skipper nachweislich sicherheitsbezogene Sachverhalte, die später schadensrelevant werden, nicht eingetragen hat, kann sich dies im Haftungsfall belastend auswirken. Umgekehrt kann er sich durch den Hinweis auf rechtzeitige und sachgemäße Eintragungen entlasten. Der verantwortliche Skipper sollte sich bewusst sein, dass er sich und anderen durch angemessene Eintragungen nützen kann.
Auch im Versicherungsfall ist ein Logbuch hilfreich, um dem Versicherer alle relevanten Informationen zur Verfügung zu stellen und den Hergang detailliert darzulegen.
Handschriftlich oder digital?
In der modernen Seefahrt stellt sich die Frage, ob Logbücher handschriftlich oder digital geführt werden dürfen. Beides ist grundsätzlich erlaubt. Es gibt spezielle Logbuch-Apps für Smartphones und Tablets, die eine schnelle Eingabe ermöglichen und das Ausdrucken der Aufzeichnungen nach der Fahrt erlauben. Der Hauptnachteil digitaler Systeme ist die potenzielle Anfälligkeit der Technik. Ein handschriftliches Logbuch hat diesen Nachteil nicht.
Für handschriftliche Logbücher gibt es vorbereitete Bücher mit vorgedruckten Spalten und Inhalten, die die Arbeit erleichtern. Wichtig ist, dass das Logbuch gemäß Norm ISO 12757-2 dokumentenecht geführt wird. Eine Webseite oder ein Blog erfüllt dieses Kriterium grundsätzlich nicht, da Einträge nachträglich unbemerkt verändert werden könnten. Elektronische Tagebücher auf Seeschiffen unter deutscher Flagge müssen von der Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr zugelassen werden, um als rechtskonform zu gelten.
Aufbewahrungspflicht
In Deutschland müssen Seetagebücher ab dem Tag der letzten Eintragung für die Dauer von drei Jahren aufbewahrt werden. Dies unterstreicht erneut ihre Bedeutung als potenzielle Beweismittel über einen längeren Zeitraum hinweg.
Logbücher in anderen Bereichen
Das Prinzip des chronologischen Protokolls findet sich auch in vielen anderen Lebensbereichen, die oft ebenfalls als „Logbuch“ bezeichnet werden, auch wenn die spezifischen Vorschriften und Inhalte variieren.

Gerätetauchsport
Die meisten Gerätetaucher führen ein Logbuch, in dem sie jeden Tauchgang dokumentieren. Dies dient primarily dem Nachweis der eigenen Erfahrung und als Gedächtnisstütze für Details des Tauchgangs. Ein gut geführtes Taucher-Logbuch enthält typischerweise:
- Datum und Uhrzeit
- Tauchplatz
- Tauchpartner (Buddy)
- Maximale Tiefe
- Tauchzeit
- Sichtweite
- Wassertemperatur (Oberfläche und Tiefe)
- Verwendete Ausrüstung (z.B. Flaschengröße, Bleimenge)
- Besondere Ereignisse oder Beobachtungen (z.B. gesichtete Tiere)
Auf vielen Tauchbasen oder bei der Anmeldung zu Tauchkursen wird das Logbuch des Tauchers überprüft, um dessen Erfahrung einzuschätzen. Es ist auch üblich, dass Tauchpartner oder Tauchlehrer die Einträge im Logbuch unterschreiben oder abstempeln, um die Durchführung des Tauchgangs zu bestätigen. Neben gedruckten Tauchlogbüchern gibt es auch Software und Apps, oft von Tauchcomputerherstellern, zur digitalen Protokollierung und Analyse von Tauchgängen.
Luftfahrt
Auch in der Luftfahrt sind Logbücher unverzichtbar. Jeder Pilot muss ein Flugbuch (engl. Flight Logbook) führen, um seine Flugstunden und -erfahrung nachzuweisen. Dies ist für die Erlangung und Aufrechterhaltung von Lizenzen erforderlich. Für jedes einzelne Flugzeug wird zudem ein Bordbuch geführt, das technische Informationen, Wartungen und Flugbewegungen des spezifischen Flugzeugs dokumentiert. An Flugplätzen wird ein Hauptflugbuch geführt, das alle Flugbewegungen am Platz erfasst.
Medizin
Im medizinischen Bereich dienen Logbücher im Rahmen der ärztlichen Weiterbildung zur Dokumentation des Fortschritts und der erworbenen Fähigkeiten. Seit 2003 sind standardisierte Muster-Logbücher in Deutschland ein Hilfsmittel, um Weiterbildungsinhalte, absolvierte Prozeduren (z.B. Operationen) und die jährlichen Personalgespräche mit dem Weiterbilder festzuhalten. Sie sind Teil des Prozesses zur Erlangung der Facharztkompetenz. Auch in Österreich werden Logbücher in der medizinischen Ausbildung eingesetzt, z.B. zur Dokumentation von Famulaturen oder spezifischen Eingriffen.
Für Schiffsärzte oder medizinisch Verantwortliche an Bord von Kauffahrteischiffen unter deutscher Flagge sind zudem Krankenbücher und Betäubungsmittelbücher vorgeschrieben. Diese gehören zur medizinischen Ausstattung und dienen der Dokumentation von Behandlungen und der Verwaltung von Medikamenten.
Funkverkehr
Im öffentlichen Funkdienst ist das Führen eines Logbuches Pflicht. Eingetragen werden typischerweise Datum, Zeit, Frequenz, Modulationsart und eine Beurteilung der Funkverbindung. Auch lizenzierte Funkamateure können unter Umständen zum Führen eines Logbuches verpflichtet werden, beispielsweise zur Klärung von Funkstörungen. Bei den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) spricht man hier vom Funktagebuch oder funktechnischen Betriebsbuch.
Betriebsprotokolle und Logdateien
Der Begriff Logbuch wird auch in einem allgemeineren Sinne für chronologisch fortlaufende Betriebsprotokolle verwendet. Dies ist besonders bei komplexen Anlagen und Maschinen wie Kernkraftwerken oder Teilchenbeschleunigern der Fall, wo alle relevanten Betriebszustände und Vorkommnisse dokumentiert werden müssen. Auch in der Informatik sind „Logs“ oder „Logdateien“ allgegenwärtig. Sie protokollieren Ereignisse in Softwaresystemen, wie z.B. Fehlermeldungen, Benutzeraktionen oder Systemzustände. Ein „Changelog“ dokumentiert Änderungen an Softwareprojekten. Sogar „Weblogs“ (Blogs) sind im Grunde eine Form eines chronologischen Protokolls, wenn auch in einem anderen Kontext.
Militär
Im militärischen Bereich bezeichnet ein Logbuch oft eine Serie offizieller, rechtlich bindender Dokumente, die chronologisch sortiert sind und wichtige Aktionen oder Zeitpunkte festhalten. Bei Veranstaltungen mit Munitionsverschuss wird eine spezielle „Schießkladde“ geführt, die ebenfalls eine Form des Logbuchs darstellt.
Geocaching
Selbst im Hobbybereich findet sich das Konzept des Logbuchs: In jedem Geocache befindet sich ein physisches Logbuch (oft ein kleines Buch oder sogar nur ein Papierstreifen), in das sich Finder mit ihrem Nickname und Datum eintragen. Hier können auch kurze Kommentare oder Notizen zu getauschten Gegenständen hinzugefügt werden. Parallel dazu existiert in der Regel auch ein Online-Logbuch auf der Geocaching-Plattform im Internet.

Anforderungen an ein Logbuch
Besonders wenn ein Logbuch als Beweismittel dienen soll oder gesetzlich vorgeschrieben ist, muss es bestimmte Anforderungen erfüllen:
- Sämtliche Eintragungen müssen wahrheitsgetreu sein.
- Es dürfen keine Seiten entfernt oder herausgerissen werden.
- Durchgestrichene Einträge müssen leserlich bleiben. Man streicht Fehler mit einem Strich durch, sodass der ursprüngliche Text noch erkennbar ist.
- Nachträgliche Ergänzungen müssen eindeutig als solche gekennzeichnet werden.
- Wie bereits erwähnt, sollte das Logbuch dokumentenecht geführt sein, sofern dies für den Verwendungszweck (z.B. als Beweismittel) relevant ist.
Diese Regeln sollen die Integrität des Dokuments gewährleisten und Manipulationen erschweren.
Warum ist ein Logbuch wichtig? Die verschiedenen Zwecke
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Logbücher mehrere wichtige Zwecke erfüllen:
- Dokumentation: Sie halten den Verlauf von Ereignissen, Fahrten, Tätigkeiten oder Betriebszuständen fest.
- Beweismittel: Sie dienen zur Klärung von Sachverhalten bei Unfällen, Havarien oder rechtlichen Auseinandersetzungen und können vor Gericht oder gegenüber Versicherungen vorgelegt werden.
- Schulung und Fehleranalyse: Insbesondere in technischen oder sicherheitsrelevanten Bereichen können Logbücher zur Analyse von Fehlern und zur Schulung von Personal herangezogen werden, um Wiederholungen zu vermeiden.
- Information für Dritte: Im Notfall (z.B. Seenotfall) können Logbücher Rettungskräften wichtige Informationen über die Anzahl der Personen an Bord, den Zustand des Equipments oder den letzten bekannten Standort liefern.
- Gedächtnisstütze: Für den Führenden selbst dienen sie als detaillierte Erinnerung an vergangene Ereignisse oder Leistungen (z.B. beim Tauchen oder Fliegen).
- Nachweis: In reglementierten Bereichen dienen sie dem Nachweis der Erfüllung von Vorschriften oder dem Erwerb bestimmter Erfahrungen (z.B. ärztliche Weiterbildung, Flugstunden).
Häufig gestellte Fragen zum Logbuch
Ist das Führen eines Logbuches Pflicht?
Das kommt stark auf den Kontext an. In der gewerblichen Seeschifffahrt und der Luftfahrt ist es zwingend vorgeschrieben. In Deutschland gilt auch für Sportboote eine Dokumentationspflicht nach der Schiffssicherheitsverordnung, die durch ein Logbuch erfüllt werden kann. In anderen Bereichen wie Tauchen oder Geocaching ist es eher freiwillig, aber üblich und nützlich. Im medizinischen Bereich ist es Teil der formalen Weiterbildung.
Was muss in einem Logbuch stehen?
Der genaue Inhalt hängt vom Anwendungsbereich ab. Typische maritime Logbücher enthalten Kurse, Geschwindigkeiten, Positionen, Wetterdaten, Manöver und besondere Vorkommnisse. Tauchlogbücher dokumentieren Tiefe, Zeit, Ort und Bedingungen. Flugbücher erfassen Flugzeiten und -arten. Medizinische Logbücher protokollieren absolvierte Eingriffe oder Weiterbildungsinhalte.
Kann ein Logbuch digital geführt werden?
Ja, in vielen Bereichen ist die digitale Führung erlaubt. Allerdings muss, insbesondere wenn das Logbuch als Beweismittel dienen soll, die Dokumentenechtheit gewährleistet sein. Einfache ungesicherte Dateien oder Webseiten erfüllen diese Anforderung oft nicht. Zugelassene elektronische Systeme oder spezielle Apps können jedoch rechtskonform sein.
Dient ein Logbuch als Beweismittel?
Ja, das ist einer der Hauptzwecke, insbesondere in der Seefahrt, Luftfahrt oder bei Betriebsprotokollen komplexer Anlagen. Gut geführte Logbücher, die den Anforderungen an Wahrheitsgetreue und Unveränderlichkeit entsprechen, können in rechtlichen Auseinandersetzungen oder bei Versicherungsfällen eine wichtige Rolle spielen.
Wie lange muss ein Logbuch aufbewahrt werden?
Dies variiert je nach Vorschrift. In der deutschen Seeschifffahrt müssen Seetagebücher beispielsweise drei Jahre aufbewahrt werden.
Fazit
Das Logbuch ist ein traditionelles und gleichzeitig hochaktuelles Instrument zur Dokumentation. Ob auf hoher See, unter Wasser, in der Luft, im Krankenhaus oder im digitalen Raum – das Prinzip der chronologischen und wahrheitsgetreuen Aufzeichnung ist in vielen Bereichen unverzichtbar. Es dient der Sicherheit, der Nachvollziehbarkeit, dem Nachweis und nicht zuletzt der Beweissicherung. Für jeden, der in einem Bereich tätig ist, in dem präzise Aufzeichnungen wichtig sind, ist das Logbuch – in welcher Form auch immer – ein wertvoller Begleiter und ein Stück gelebter Geschichte der Dokumentation.
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