Margaret Rutherford: Leben und Rätsel

19/10/2018

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Margaret Rutherford ist vielen als die unvergessliche Darstellerin der exzentrischen Detektivin Miss Marple in den Filmen der 1960er Jahre in Erinnerung geblieben. Doch hinter der liebenswerten Fassung verbarg sich ein Leben, das von frühen Tragödien und persönlichen Herausforderungen geprägt war. Ihr Weg zum Ruhm war lang und ungewöhnlich, und selbst ihr Ende birgt – zumindest basierend auf den uns vorliegenden Informationen – ein gewisses Rätsel.

Eine Jugend überschattet von Dunkelheit

Margaret Rutherfords Geschichte beginnt mit einer dunklen Familiengeschichte. Ihre Eltern, William Rutherford Benn und Florence Nicholson, heirateten im Dezember 1882. Kurz nach der Hochzeit erlitt ihr Vater eine schwere depressive Phase und wurde in eine psychiatrische Anstalt, das Bethnal House Lunatic Asylum, eingewiesen. Obwohl er nach kurzer Zeit entlassen wurde, verschlechterte sich sein Zustand dramatisch. Im März 1883, während er sich mit seinem Vater, Reverend Julius Benn, in einem Kurort erholte, ereignete sich eine schreckliche Tat: William erschlug seinen schlafenden Vater mit einem Nachttopf und versuchte anschließend, sich selbst das Leben zu nehmen. Er wurde als geisteskrank eingestuft und in das Broadmoor Hospital eingewiesen, eine sorgfältig gesicherte Anstalt für psychisch kranke Straftäter. Um der öffentlichen Schande zu entgehen, änderte die Familie später ihren Namen in Rutherford.

Wo wurde Miss Marple mit Margaret Rutherford gedreht?
Der Film-Ort Milchester in den Miss Marple Filmen ist fiktiv. Die Hauptdrehorte befanden sich in Denham Village (dort steht auch das Miss Marple Haus) und Amersham Old Town. Als Nebenschauplätze dienten die Ortschaften Aldenham, Taplow, Watford, Sarratt, Elstree, St.

Margaret wurde am 11. Mai 1892 in London geboren. Ihre Eltern wanderten kurz nach ihrer Geburt nach Indien aus. Dort nahm sich ihre Mutter Florence Ende 1894 das Leben, während sie mit einem zweiten Kind schwanger war. William Rutherford kehrte daraufhin mit der kleinen Margaret nach Großbritannien zurück und übergab sie in die Obhut ihrer Tante Bessie Nicholson, der Schwester ihrer verstorbenen Mutter. William Rutherford selbst ging wieder nach Indien, lebte in Paris und wurde 1904 erneut in das Broadmoor Hospital eingewiesen. Die genauen Gründe für diese zweite Einweisung sind nicht mehr bekannt.

Aufwachsen im Verborgenen

Die unverheiratete Tante Bessie Nicholson nahm die Nichte liebevoll auf. Die Familien Benn und Nicholson beschlossen, Margaret die Wahrheit über das Schicksal ihrer Eltern vorerst zu verheimlichen. So wuchs Margaret bis zu ihrem zwölften Lebensjahr in dem Glauben auf, Vollwaise zu sein. Sie erhielt zunächst Hausunterricht und besuchte später die Wimbledon High School. Dort zeigte sich bereits ihr künstlerisches Talent, etwa bei einem Klavierauftritt. Ihr Wunsch, Schauspielerin zu werden, wurde durch eine private Theateraufführung verstärkt, bei der sie eine Doppelrolle spielte.

Eine einschneidende Erfahrung war die Enthüllung der Wahrheit über ihre Eltern im Jahr 1904. Die zwölfjährige Margaret öffnete die Tür einem Mann, der ihr Grüße von ihrem Vater überbrachte. Als sie sagte, ihr Vater sei tot, offenbarte er ihr, dass er lebe und in Broadmoor eingesperrt sei. Tante Bessie musste ihr daraufhin die tragischen Ereignisse offenbaren. Diese Offenbarung stürzte Margaret in eine depressive Phase. Nach Aussage einer Freundin lebte sie lange Zeit in der Angst, ihr Vater könnte aus Broadmoor entkommen und ihr Leid zufügen. Diese Erfahrung prägte sie tief und weckte zeitlebens die Sorge, sie könnte mental ähnlich instabil sein wie er. In ihrer Autobiografie von 1971 hielt sie die Geschichte ihrer Eltern für die Öffentlichkeit vereinfacht und beschönigt fest, um das düstere Geheimnis zu wahren.

Der lange Weg zur Bühne

Nachdem sie ein Mädcheninternat in Sussex besucht hatte, kehrte Margaret 1911 nach Wimbledon zurück, um bei ihrer Tante zu leben. Ihre Tante erlitt Schlaganfälle und benötigte Pflege, was Margaret übernahm. Obwohl sie seit ihrer Schulzeit den tiefen Wunsch hatte, Schauspielerin zu werden, verdiente sie ihren Lebensunterhalt zunächst als Klavierlehrerin, wofür sie ein Diplom der Royal Academy of Music besaß. Sie erwarb zusätzlich ein Diplom als Sprecherzieherin und gab auch Sprechunterricht, was im damaligen Großbritannien für den gesellschaftlichen Aufstieg von großer Bedeutung war.

Wie starb Margaret Rutherford?
AlzheimerIm Alter litt Rutherford an der Alzheimer-Krankheit. Sie starb 1972, elf Tage nach ihrem 80. Geburtstag, an Komplikationen, die sich aus einem zahnärztlichen Eingriff ergeben hatten.

Während dieser Zeit ist unklar, wie intensiv der Kontakt zu ihrem Vater war. Ein Antrag der Familie Benn auf seine Entlassung aus Broadmoor wurde 1909 abgelehnt, unter anderem mit der Begründung, dass ein Treffen mit seiner Tochter deren psychische Stabilität gefährden könnte. Akten deuten darauf hin, dass er seiner Tochter schreiben durfte, die Briefe aber zensiert wurden. Obwohl William Rutherford seine Tochter sehen wollte, verhinderte die Familie dies im Interesse Margarets. Zu einer persönlichen Begegnung kam es nie.

William Rutherford, mittlerweile auch körperlich krank, wurde 1921 in eine andere Anstalt verlegt, wo er kurz darauf zwei Schlaganfälle erlitt, eine Lungenentzündung bekam und am 4. August 1921 im Alter von 66 Jahren starb. Es ist wichtig festzuhalten, dass dies der Tod ihres Vaters war, nicht der von Margaret Rutherford selbst.

Nach dem Tod ihrer Tante Bessie im Jahr 1923 investierte Margaret Rutherford ihr Erbe in ihre Schauspielausbildung. Über eine Schulfreundin kam sie in Kontakt mit Lilian Baylis, der Leiterin des renommierten Old Vic Theatre in London. Dies war der entscheidende Schritt, der ihre lange und erfolgreiche Karriere auf der Bühne und später im Film einleitete.

Die Ära der Miss Marple

Margaret Rutherford wurde weltberühmt für ihre Darstellung der Amateurdetektivin Miss Jane Marple in einer Reihe von Filmen in den frühen 1960er Jahren. Ihre einzigartige Mischung aus schrulliger Exzentrik und scharfsinniger Intelligenz machte sie zur perfekten Besetzung für die Figur von Agatha Christie. Die Filme, darunter „16 Uhr 50 ab Paddington“ (Murder She Said), „Der Wachsblumenstrauß“ (Murder at the Gallop), „Vier Frauen und ein Mord“ (Murder Most Foul) und „Mörder ahoi!“ (Murder Ahoy!), sind bis heute beliebt.

War Margaret Rutherford mit Tony Benn verwandt?
Margaret Taylor Rutherford, das einzige Kind von William und Florence, wurde 1892 in Balham im Süden Londons geboren. Margarets Onkel, Sir John Benn, 1. Baronet, war Politiker, und ihr Cousin ersten Grades war der Labour-Politiker Tony Benn.

Die Drehorte für die fiktive Stadt Milchester und andere Schauplätze der Filme waren hauptsächlich in englischen Dörfern und Städten. Zu den Hauptdrehorten zählten Denham Village (wo auch das fiktive Haus von Miss Marple stand) und Amersham Old Town. Daneben wurden Szenen in Aldenham, Taplow, Watford, Sarratt, Elstree, St. Mawes (Cornwall), Little Marlow, Pinner und Aylesbury gedreht. Diese malerischen Orte trugen maßgeblich zur Atmosphäre der Filme bei.

Die ungewöhnliche Freundschaft mit Agatha Christie

Die Beziehung zwischen Margaret Rutherford und Agatha Christie, der Schöpferin von Miss Marple, war Gegenstand des Theaterstücks „Murder, Margaret and Me“. Das Stück beleuchtet die unwahrscheinliche Freundschaft zwischen den beiden „National Treasures“. Obwohl Agatha Christie zunächst Bedenken hatte, dass Rutherford nicht dem Bild ihrer Figur entsprach, entwickelte sich eine herzliche Beziehung. Der Autor des Stücks, Philip Meeks, nutzte Originalbriefe von Agatha Christie an Rutherfords Ehemann, Stringer Davis (der in den Miss Marple-Filmen Mr. Stringer spielte), um die Authentizität der dargestellten Beziehung zu untermauern. Es stellte sich heraus, dass die beiden Frauen eine Beziehung pflegten, die über ihr erstes, möglicherweise etwas unbeholfenes Treffen am Set hinausging. Diese Freundschaft zwischen zwei so unterschiedlichen, aber ikonischen Frauen war faszinierend und zeugt von der gegenseitigen Wertschätzung.

Verwandtschaft mit Tony Benn?

Die Frage nach einer möglichen Verwandtschaft mit dem bekannten britischen Politiker Tony Benn ergibt sich aus dem Namen Benn. Tony Benn war der Enkel von William Benns älterem Bruder John. Da Margaret Rutherfords Vater William Rutherford Benn war, war ihr Großvater Julius Benn. Somit waren Margaret Rutherford und Tony Benn Cousins zweiten Grades. Die Familie Benn war politisch und gesellschaftlich prominent, was die Notwendigkeit der Namensänderung nach dem Mordfall durch William Rutherford Benn verständlich machte.

Wie starb Margaret Rutherford?

Die Frage nach dem Tod von Margaret Rutherford ist, basierend auf den uns zur Verfügung gestellten Informationen, nicht detailliert zu beantworten. Der Text beschreibt ausführlich die tragischen Umstände und das Datum des Todes ihres Vaters, William Rutherford Benn, am 4. August 1921. Über die Umstände von Margaret Rutherfords eigenem Tod gibt der vorliegende Text keine Auskunft. Er konzentriert sich auf ihre Herkunft, Kindheit, den Beginn ihrer Karriere und ihre bekannten Rollen und Beziehungen. Die genauen Umstände ihres Todes werden in diesem Material nicht beleuchtet.

Wie starb Margaret Rutherford?
AlzheimerIm Alter litt Rutherford an der Alzheimer-Krankheit. Sie starb 1972, elf Tage nach ihrem 80. Geburtstag, an Komplikationen, die sich aus einem zahnärztlichen Eingriff ergeben hatten.

Margaret Rutherford starb am 22. Mai 1972 im Alter von 80 Jahren. Sie litt in ihren letzten Lebensjahren an Alzheimer und wurde von ihrem Ehemann Stringer Davis gepflegt. Sie verstarb in ihrem Haus in Chalfont St Peter, Buckinghamshire. Die genauen medizinischen Ursachen ihres Todes sind öffentlich dokumentiert, aber nicht Teil des hier analysierten Textes.

Häufig gestellte Fragen

Wie starb Margaret Rutherford laut dem bereitgestellten Text?
Der bereitgestellte Text beschreibt den Tod von Margaret Rutherfords Vater im Jahr 1921, liefert aber keine Informationen darüber, wie Margaret Rutherford selbst gestorben ist.

War Margaret Rutherford mit Tony Benn verwandt?
Ja, Margaret Rutherford und Tony Benn waren Cousins zweiten Grades. Tony Benn war der Enkel des älteren Bruders von Rutherfords Vater.

Hat Agatha Christie Margaret Rutherford getroffen?
Ja, sie haben sich getroffen und entwickelten eine Freundschaft, wie durch das Theaterstück „Murder, Margaret and Me“ und Briefe von Agatha Christie belegt wird, obwohl Agatha Christie anfängliche Zweifel an Rutherfords Besetzung als Miss Marple hatte.

Hat Agatha Christie Margaret Rutherford getroffen?
Nach umfangreichen Recherchen nutzte der Autor Philip Meeks Originalbriefe von Agatha an Stringer Davies, um seine Geschichte zu belegen. Er kommentiert: „Es stellte sich heraus, dass die beiden großartigen Frauen über ihre unangenehme Begegnung am Set von ‚Marple‘ hinaus eine Beziehung aufgebaut hatten.

Wo wurden die Miss Marple Filme mit Margaret Rutherford gedreht?
Die Hauptdrehorte waren in Denham Village und Amersham Old Town in England. Daneben gab es viele weitere Drehorte in verschiedenen englischen Ortschaften wie Aldenham, Taplow, Watford, Sarratt, Elstree, St. Mawes (Cornwall), Little Marlow, Pinner und Aylesbury.

Was ist über die Jugend von Margaret Rutherford bekannt?
Ihre Jugend war von schweren familiären Tragödien geprägt. Ihr Vater ermordete seinen eigenen Vater und wurde in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen. Ihre Mutter nahm sich das Leben. Margaret wuchs bei ihrer Tante auf und erfuhr erst spät die Wahrheit über ihre Eltern, was sie tief erschütterte.

Das Vermächtnis einer einzigartigen Schauspielerin

Obwohl die Umstände ihres eigenen Todes in dem vorliegenden Material nicht detailliert beschrieben werden, zeichnet der Text ein faszinierendes Bild von Margaret Rutherfords Hintergrund und den Herausforderungen, die sie überwinden musste, um eine der beliebtesten Schauspielerinnen ihrer Zeit zu werden. Ihre Fähigkeit, trotz der dunklen Schatten ihrer Familiengeschichte eine so lebensfrohe und einprägsame Figur wie Miss Marple zu schaffen, ist ein Beweis für ihre Stärke und ihr Talent. Ihr langes Leben und ihre erfolgreiche Karriere bleiben eine Inspiration, und ihre Darstellung der schrulligen Detektivin ist bis heute legendär.

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