Wann schließt die Druckerei Mayer & Söhne in Aichach?

Druckerei Mayer & Söhne Aichach schließt

10/06/2016

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Die Nachricht hat sich schnell verbreitet und betrifft nicht nur die Druckbranche, sondern auch viele Unternehmen in der Region, die auf gedruckte Materialien für ihren täglichen Betrieb und ihre Kommunikation angewiesen sind. Die Mayer & Söhne Druck- und Mediengruppe, ein traditionsreiches Unternehmen mit Wurzeln bis ins Jahr 1862, wird ihre Druckerei am Standort Aichach bis zum Jahresende 2023 weitgehend stilllegen. Diese Entscheidung markiert das Ende einer Ära für einen wichtigen Lieferanten von Printprodukten, die auch einen wesentlichen Teil des Bürobedarfs vieler Firmen darstellen.

Wann schließt die Druckerei Mayer & Söhne in Aichach?
Die Mayer & Söhne Druck- und Mediengruppe wird ihre Druckerei in Aichach (Bayern) zum Jahresende 2023 weitgehend stilllegen. Rund 150 Beschäftigte verlieren nach derzeitigem Stand ihren Arbeitsplatz.

Die Gründe für diesen drastischen Schritt sind vielfältig und spiegeln die aktuellen Herausforderungen wider, mit denen die gesamte Druckindustrie konfrontiert ist. Firmeninhaber Thomas Sixta spricht von einer Verschlechterung zahlreicher Marktfaktoren in den vergangenen Monaten und Jahren. Besonders ins Gewicht fallen dabei die stark gestiegenen Kosten, die die Rentabilität von Druckaufträgen massiv beeinträchtigen.

Übersicht

Warum die Druckerei Mayer & Söhne in Aichach schließt

Der Hauptgrund für die Stilllegung ist ein deutlicher Rückgang der Druckaufträge. Dieses sinkende Auftragsvolumen ist direkt mit den massiven Kostensteigerungen verbunden, die Kunden und Druckereien gleichermaßen belasten. Ein entscheidender Faktor sind die Papierpreise, die sich laut Aussage des Unternehmens auf bis zum Dreifachen erhöht haben. Papier ist ein fundamentaler Bestandteil vieler Druckerzeugnisse, von Flyern und Broschüren über Geschäftspapiere bis hin zu Zeitungen und Beilagen, die zum unverzichtbaren Bürobedarf zählen. Solche Preissteigerungen machen gedruckte Werbematerialien und Informationsprodukte erheblich teurer.

Zusätzlich zu den Papierpreisen haben auch Mehrkosten bei der Weiterverarbeitung und Zustellung von Printprodukten die Situation verschärft. Die Erhöhung des Mindestlohns hat insbesondere die Kosten für das Einstecken von Beilagen und die Zustellung von Zeitungen und anderen Druckerzeugnissen in die Höhe getrieben. Diese operativen Kosten sind essenziell für die Fertigstellung und Distribution vieler Druckaufträge.

Der Krieg in der Ukraine hat ebenfalls indirekt zu den Problemen beigetragen, indem er die Energiekosten in die Höhe schnellen ließ. Energie ist ein wichtiger Kostenfaktor in der Druckproduktion, sowohl direkt für den Betrieb der Maschinen als auch indirekt über die Herstellung von Materialien wie Papier, Farben und Druckplatten. Diese erhöhten Energiekosten wurden an die Druckkunden weitergegeben, was wiederum zu einer Werbezurückhaltung führte. Angesichts der hohen Inflation waren viele Unternehmen gezwungen, ihre Ausgaben für Marketing und Werbung zu kürzen, wovon insbesondere gedruckte Medien betroffen waren.

Ein weiterer schmerzlicher Punkt war der Wegfall größerer, auslastungsrelevanter Aufträge. Die „Stadtzeitung“, ein Anzeigenblatt für den Wirtschaftsraum Augsburg, dessen Druckauftrag bislang die Kapazitäten in Aichach mit ausgelastet hatte, wurde Ende 2022 eingestellt. Der Verlust solcher Großaufträge reißt Lücken in die Produktionsplanung, die schwer zu füllen sind.

Tradition und Modernisierung

Die Druckerei Mayer & Söhne blickt auf eine sehr lange Geschichte zurück. Seit 1862 ist das Unternehmen in Aichach verwurzelt und hat die Entwicklung der Drucktechnik über Generationen miterlebt und mitgestaltet. Gedruckt wurde in Aichach im Coldset-Rollenoffset, im Bogenoffset- und im Digitaldruck. Der Schwerpunkt lag dabei traditionell auf Zeitungsprodukten.

In den Jahren 2012 und 2013 hatte das Unternehmen noch erheblich in die Modernisierung und den Ausbau seiner Technik investiert, insbesondere in die Coldset-Produktion und den Versandraum. Diese Investitionen zeugen vom Bestreben, wettbewerbsfähig zu bleiben und den Anforderungen des Marktes gerecht zu werden. Dennoch konnten die jüngsten massiven Verschlechterungen der Rahmenbedingungen diesem positiven Trend nicht standhalten.

Auswirkungen auf Mitarbeiter und die Region

Die Stilllegung der Druckerei in Aichach hat schwerwiegende soziale Folgen. Nach derzeitigem Stand verlieren rund 150 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz. Für diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird aktuell ein Sozialplan ausgehandelt, um die Auswirkungen der Kündigungen abzumildern. Thomas Sixta betonte, wie schwer ihm diese Entscheidung falle, insbesondere angesichts der langjährigen Geschichte des Familienunternehmens und des hohen persönlichen Einsatzes der Belegschaft in den vergangenen Jahren.

Die Schließung in Aichach wird als alternativlos betrachtet, um die verbleibenden 70 Arbeitsplätze in anderen Unternehmensbereichen zu sichern. Der Kampf um jeden einzelnen Arbeitsplatz, der durch sinnvolle Kooperationen erhalten werden kann, unterstreicht die menschliche Dimension dieser wirtschaftlichen Entscheidung.

Was bleibt und wie geht es weiter?

Trotz der weitgehenden Stilllegung der Druckerei in Aichach wird die Mayer & Söhne Unternehmensgruppe nicht vollständig verschwinden. Wichtige Teile des Geschäftsbetriebs bleiben erhalten und sichern weiterhin die Versorgung mit bestimmten Printprodukten, die für Unternehmen und Privatpersonen gleichermaßen relevant sind.

Die „Aichacher Zeitung“, das Herzstück des Verlagsgeschäfts, wird es auch in Zukunft geben. Ebenso bleiben der Verlag selbst sowie die Tochterverlage und -druckereien in Betrieb. Dazu gehören insbesondere die Druckereien AS Druck in Lahr und Mindl Print & Lettershop in Passau.

Diese verbleibenden Standorte ermöglichen es, bestimmte Aufträge weiterhin innerhalb der Unternehmensgruppe zu produzieren. Insbesondere Bogendruck-Aufträge, die oft für hochwertigen Bürobedarf wie Briefpapier, Visitenkarten oder Broschüren benötigt werden, können an anderen Standorten weiterbearbeitet werden. Auch die eigenen Printprodukte des Verlags, wie die Aichacher Zeitung, werden weiterhin erscheinen.

Die Zukunft gedruckten Bürobedarfs

Die Schließung einer so großen und traditionsreichen Druckerei wie Mayer & Söhne in Aichach ist ein deutliches Zeichen für die Veränderungen in der Medien- und Drucklandschaft. Sie unterstreicht die Herausforderungen, denen sich Unternehmen gegenübersehen, die auf gedruckte Materialien angewiesen sind. Steigende Kosten und die zunehmende Digitalisierung verändern die Art und Weise, wie Firmen ihren Bürobedarf im Bereich Print beschaffen und nutzen.

Für Unternehmen in der Region Aichach und Umgebung, die bisher auf Mayer & Söhne für ihre Druckaufträge vertrauten, bedeutet dies, dass sie sich nach neuen Dienstleistern umsehen müssen. Die verbleibenden Standorte der Mayer & Söhne Gruppe können eventuell einen Teil des Bedarfs abdecken, aber für viele spezifische Aufträge werden alternative Druckereien gesucht werden müssen.

Die Notwendigkeit, Druckereien zu finden, die wettbewerbsfähige Preise für Papierprodukte, Marketingmaterialien und Geschäftsdrucksachen anbieten können, wird für Einkäufer von Bürobedarf eine wichtige Aufgabe. Gleichzeitig stellt sich die Frage, inwieweit Unternehmen ihre Prozesse digitalisieren und den Bedarf an physischen Druckerzeugnissen reduzieren können, um Kosten zu sparen.

Dennoch bleibt gedruckter Bürobedarf in vielen Bereichen unverzichtbar. Visitenkarten sind im Geschäftsleben weiterhin wichtig, hochwertige Broschüren vermitteln einen professionellen Eindruck, und Formulare oder Briefpapier sind für bestimmte Geschäftsprozesse notwendig. Die Herausforderung liegt darin, diese Materialien effizient und kostengünstig zu beschaffen.

Die Entwicklungen bei Mayer & Söhne zeigen, dass die Druckindustrie einem enormen Druck ausgesetzt ist. Die Anpassung an neue Marktbedingungen, technologische Entwicklungen und vor allem die Bewältigung der Kostenexplosion bei Material und Energie sind entscheidend für das Überleben in dieser Branche. Die Stilllegung in Aichach ist ein trauriges Beispiel dafür, welche Konsequenzen das Scheitern dieser Anpassung haben kann.

Häufig gestellte Fragen zur Schließung der Druckerei Mayer & Söhne

Hier beantworten wir einige häufige Fragen im Zusammenhang mit der Stilllegung der Druckerei in Aichach:

Wann genau schließt die Druckerei Mayer & Söhne in Aichach?

Die Druckerei wird nach derzeitigem Stand weitgehend zum Jahresende 2023 stillgelegt.

Warum schließt die Druckerei in Aichach?

Die Hauptgründe sind ein deutlicher Rückgang der Druckaufträge, massiv gestiegene Kosten (insbesondere für Papier, Energie und Lohnkosten für Weiterverarbeitung/Zustellung) sowie der Wegfall wichtiger Großaufträge. Diese Faktoren haben die Rentabilität des Betriebs stark beeinträchtigt.

Wie viele Mitarbeiter sind von der Schließung betroffen?

Rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren durch die Stilllegung in Aichach ihren Arbeitsplatz. Für sie wird ein Sozialplan ausgehandelt.

Wird die „Aichacher Zeitung“ weiterhin gedruckt?

Ja, die „Aichacher Zeitung“ und der zugehörige Verlag bleiben bestehen und werden weiterhin publiziert. Der Druck wird voraussichtlich an einem anderen Standort innerhalb der Unternehmensgruppe oder bei einem Partner erfolgen.

Bleiben andere Teile der Mayer & Söhne Gruppe bestehen?

Ja, die Tochterdruckereien AS Druck in Lahr und Mindl Print & Lettershop in Passau bleiben in Betrieb. Dort können weiterhin Druckaufträge, wie z.B. Bogendruck, bearbeitet werden.

Was bedeutet die Schließung für Unternehmen, die dort gedruckt haben?

Unternehmen, die bisher Druckaufträge bei Mayer & Söhne in Aichach platziert haben, müssen sich nach alternativen Druckereien umsehen. Die verbleibenden Standorte der Gruppe können eventuell einen Teil des Bedarfs abdecken, insbesondere im Bogendruck.

Die Stilllegung der Druckerei Mayer & Söhne in Aichach ist ein prägnantes Beispiel für die Herausforderungen, denen sich traditionelle Industrien in Zeiten rapiden Wandels gegenübersehen. Sie hat direkte Auswirkungen auf die Verfügbarkeit und Kosten von gedrucktem Bürobedarf und zwingt Unternehmen zur Anpassung ihrer Beschaffungsstrategien.

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