27/04/2012
Mehrfachsteckdosen, auch bekannt als Steckdosenleisten, Verteilersteckdosen oder einfach nur Steckerleisten, sind in modernen Haushalten und Büros unverzichtbare Helfer. Sie ermöglichen es uns, mehrere elektrische Geräte gleichzeitig über eine einzige Wandsteckdose mit Strom zu versorgen. Ihre Bequemlichkeit macht sie allgegenwärtig, doch birgt ihre Nutzung auch potenzielle Risiken, wenn man nicht auf die richtigen Sicherheitsaspekte achtet. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Facetten von Mehrfachsteckdosen – von ihren Funktionen und Typen bis hin zu wichtigen Sicherheitsvorkehrungen und Energiespartipps.

Die Notwendigkeit, mehrere Geräte anzuschließen, hat zur Entwicklung verschiedenster Arten von Mehrfachsteckdosen geführt. Einfache Modelle bieten lediglich zusätzliche Steckplätze, während fortschrittlichere Varianten integrierte Schalter, Überspannungsschutz, Energiesparfunktionen oder sogar Fernsteuerungsoptionen aufweisen. Unabhängig vom Modell ist es jedoch entscheidend, die Grundlagen der sicheren Nutzung zu verstehen, um Überlastung und Brandgefahren zu vermeiden.
Arten und Funktionen von Mehrfachsteckdosen
Es gibt nicht die eine Mehrfachsteckdose. Die Modelle unterscheiden sich stark in ihren Funktionen und dem Grad der eingebauten Intelligenz:
Einfache Steckerleisten
Die grundlegendste Form bietet einfach eine Erweiterung der verfügbaren Steckdosen. Sie verfügen in der Regel über einen einfachen Ein-/Ausschalter, der alle angeschlossenen Geräte gemeinsam steuert. Dies ist nützlich für Geräte, die gleichzeitig ein- und ausgeschaltet werden können, wie z. B. Beleuchtung. Für Geräte, die einen ordnungsgemäßen Herunterfahrvorgang benötigen (wie die meisten Computer), ist ein einfaches Ausschalten per Schalter jedoch nicht geeignet, da dies zu Datenverlust oder Beschädigung führen kann.
Steckerleisten mit einzelnen Schaltern
Einige Modelle bieten für jeden Steckplatz einen separaten Schalter. Dies ermöglicht es, einzelne Geräte am selben Verteiler unabhängig voneinander ein- und auszuschalten. Dies erhöht die Flexibilität und kann helfen, den Stromverbrauch von Geräten zu reduzieren, die nicht ständig benötigt werden.
Master-Slave-Steckerleisten
Diese intelligente Art von Steckerleisten erkennt, wenn ein Hauptgerät (der „Master“, z. B. ein Computer oder Fernseher) ausgeschaltet wird oder in den Standby-Modus wechselt. Daraufhin schaltet die Leiste automatisch alle angeschlossenen „Slave“-Geräte (wie Monitor, Drucker, Lautsprecher oder DVD-Player) ebenfalls aus. Schaltet man das Master-Gerät wieder ein, werden auch die Slave-Geräte aktiviert. Dies ist eine effektive Methode, um den Standby-Verbrauch von Peripheriegeräten zu reduzieren. Allerdings kann es Probleme geben, wenn das Master-Gerät auch im Standby noch relativ viel Strom verbraucht (z. B. manche Plasmafernseher) – die Leiste erkennt dann möglicherweise keinen Standby-Modus. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, ein Gerät mit geringerem Standby-Verbrauch (z. B. einen DVD-Player) als Master zu verwenden.
Fernsteuerbare Steckerleisten
Diese Leisten können aus der Ferne geschaltet werden, oft über eine Fernbedienung oder sogar über das Internet. Sie werden häufig in Rechenzentren oder Heimkinosystemen eingesetzt, um Geräte remote neu starten oder steuern zu können.
Steckerleisten mit Zeitschaltuhr oder Bewegungssensor
Modelle mit integrierter Zeitschaltuhr schalten die Stromzufuhr zu bestimmten Zeiten automatisch ab. Steckerleisten mit Bewegungssensor (Infrarot oder Ultraschall) schalten die Stromzufuhr ab, wenn für eine vordefinierte Zeit keine Bewegung im Raum erkannt wird. Dies ist besonders in Büros nützlich, um Geräte wie Monitore oder Schreibtischlampen auszuschalten, wenn niemand anwesend ist. Ein Steckplatz bleibt oft dauerhaft aktiv für Geräte, die nicht abgeschaltet werden dürfen.
Sicherheit geht vor: Überlastung und Schutzmechanismen
Die größte Gefahr bei der Nutzung von Mehrfachsteckdosen ist die Überlastung. Jede Steckdosenleiste ist für eine bestimmte maximale Stromstärke oder Leistung ausgelegt (oft auf einem Etikett angegeben, z. B. 10 A oder 3600 W bei 230 V). Werden Geräte angeschlossen, deren Gesamtleistungsaufnahme diese Grenze überschreitet, kann die Leiste überhitzen. Dies kann zur Beschädigung der Isolation, zum Schmelzen der Kunststoffteile und im schlimmsten Fall zu einem Brand führen.
Um dies zu verhindern, verfügen viele Mehrfachsteckdosen über eingebaute Schutzmechanismen:
Überlastschutz
Einige Mehrfachsteckdosen sind mit einem Überlastschutz ausgestattet, meist in Form eines Sicherungsschalters oder einer Schmelzsicherung. Dieser unterbricht automatisch die Stromzufuhr, wenn die zulässige Stromstärke überschritten wird. Bei einem Sicherungsschalter kann die Stromzufuhr nach Behebung der Überlastung (also dem Entfernen einiger Geräte) oft durch Drücken eines Reset-Knopfes oder Umlegen eines Schalters wiederhergestellt werden. Bei einer Schmelzsicherung muss die Sicherung ausgetauscht werden. In Ländern wie Großbritannien, die den BS 1363 Steckerstandard verwenden, ist der Stecker selbst mit einer Sicherung (meist 13 A) ausgestattet, die als primärer Überlastschutz für die angeschlossene Leiste und die Geräte dient.

Vermeidung von Hintereinanderschaltung (Daisy-Chaining)
Es ist absolut unsicher und in den meisten Bau- und Elektrovorschriften verboten, Mehrfachsteckdosen hintereinanderzuschalten (eine Leiste in eine andere zu stecken). Dies erhöht das Risiko einer Überlastung dramatisch, da die erste Leiste in der Kette die gesamte Last aller nachfolgenden Leisten tragen muss. Dies kann zu starker Erwärmung und Brandgefahr führen.
Qualität und Prüfung
Investieren Sie in hochwertige Mehrfachsteckdosen von renommierten Herstellern. Achten Sie auf Prüfzeichen wie das GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit) oder das CE-Zeichen (in Europa, insbesondere bei Leisten mit zusätzlichen Funktionen wie Überspannungsschutz oder Energiesparfunktionen). Diese Zeichen bestätigen, dass das Produkt bestimmte Sicherheitsstandards erfüllt.
Regelmäßige Überprüfung
Kontrollieren Sie Ihre Steckerleisten regelmäßig auf Anzeichen von Beschädigung, wie z. B. ausgefranste Kabel, Risse in der Isolation oder lockere Steckplätze. Beschädigte Leisten müssen sofort ausgetauscht werden.
Überspannungsschutz und Filter
Viele moderne Mehrfachsteckdosen bieten einen integrierten Überspannungsschutz. Dieser schützt angeschlossene Geräte vor schädlichen Spannungsspitzen, die beispielsweise durch Blitzeinschläge in der Nähe oder Schaltvorgänge im Stromnetz verursacht werden können. Solche Spitzen können empfindliche Elektronik beschädigen oder zerstören.
Der häufigste Baustein für Überspannungsschutz in Steckerleisten sind sogenannte Metalloxid-Varistoren (MOVs). Diese Bauteile verhalten sich wie sehr schnelle Schalter und begrenzen kurzzeitig die Spannung, wenn diese einen bestimmten Schwellenwert überschreitet. Sie leiten die überschüssige Energie ab. Da MOVs bei jedem Schutzvorgang leicht altern, haben sie eine begrenzte Lebensdauer, die schwer vorhersehbar ist. Bessere Modelle verwenden oft mehrere MOVs, die zwischen allen Leiterpaaren (Phase-Neutral, Phase-Erde, Neutral-Erde) geschaltet sind, um umfassenderen Schutz zu bieten.
Einige Steckerleisten mit Überspannungsschutz verfügen über Statusanzeigen (oft LEDs), die signalisieren sollen, ob der Schutz noch aktiv ist. Diese Anzeigen sind jedoch nicht immer zuverlässig und können nicht alle Fehlerzustände erkennen.
Hochwertigere Überspannungsschutzgeräte, die seltener in einfachen Steckerleisten zu finden sind, verwenden möglicherweise komplexere Schaltungen mit Induktivitäten und Kondensatoren (LC-Netzwerke). Diese sind in der Regel langlebiger und widerstandsfähiger gegen Alterung als MOVs.
Wichtig: Das Hintereinanderschalten von Steckerleisten mit Überspannungsschutz erhöht den Schutz nicht unbedingt. Die Schutzkomponenten werden parallel geschaltet, aber aufgrund von Fertigungstoleranzen wird die Stoßenergie wahrscheinlich hauptsächlich über die Komponente abgeleitet, die zuerst anspricht.
Es wird auch oft davon abgeraten, eine Steckerleiste mit Überspannungsschutz an eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) anzuschließen. Die USV selbst bietet in der Regel einen Überspannungsschutz, und das Ansprechen des Schutzes in der Steckerleiste kann zu Problemen für die USV führen.

Energiesparen mit der Steckerleiste
Während die Steckerleiste selbst in der Regel nur sehr wenig Strom verbraucht (es sei denn, sie hat viele LEDs oder komplexe Steuerelektronik), ist sie ein hervorragendes Werkzeug, um den Stromverbrauch der daran angeschlossenen Geräte zu reduzieren, insbesondere den oft unterschätzten Standby-Verbrauch.
Geräte im Standby-Modus sind nicht vollständig ausgeschaltet, sondern warten auf ein Signal (z. B. von einer Fernbedienung), um schnell wieder einsatzbereit zu sein. Dieser Komfort kostet Strom – oft unbemerkt über Stunden hinweg. Kaffeemaschinen, Fernseher, Spielekonsolen, Netzteile und viele andere Geräte verbrauchen auch im vermeintlichen Ruhezustand Energie.
Eine Steckerleiste mit Schalter ermöglicht es, mehrere Geräte gleichzeitig vollständig vom Stromnetz zu trennen und so den Standby-Verbrauch auf null zu reduzieren. Laut Verbraucherberatungen können Haushalte durch konsequentes Ausschalten von Standby-Geräten erhebliche Mengen an Energie und Geld sparen.
Besonders effektiv sind hier die bereits erwähnten Master-Slave-Steckerleisten, die das manuelle Ausschalten überflüssig machen, indem sie die Slave-Geräte automatisch mit dem Master-Gerät koppeln. Auch Modelle mit Zeitschaltuhr oder Bewegungssensor tragen dazu bei, dass Geräte nur dann mit Strom versorgt werden, wenn sie tatsächlich benötigt werden.
Es gibt jedoch Ausnahmen: Router sollten in der Regel eingeschaltet bleiben, um WLAN bereitzustellen und Updates zu erhalten. Moderne OLED-Fernseher führen im Standby-Modus Wartungsprozesse durch, die für die Bildqualität wichtig sind; hier ist eine programmierbare Steckerleiste, die erst nach einer gewissen Zeit abschaltet, eine mögliche Lösung.
Um herauszufinden, welche Geräte in Ihrem Haushalt Stromfresser im Standby sind, können Sie ein Strommessgerät verwenden. Viele Verbraucherzentralen verleihen solche Geräte kostenlos.
Die Europäische Union hat Grenzwerte für den maximalen Standby-Verbrauch festgelegt (Ökodesign-Richtlinie). Neuere Geräte müssen diese Vorgaben erfüllen (z. B. maximal 0,5 Watt für Geräte ohne Netzwerkverbindung im Standby). Bei älteren Geräten, die vor diesen Vorschriften hergestellt wurden, kann der Standby-Verbrauch deutlich höher sein, was eine Neuanschaffung unter Umständen energieeffizienter macht.
Anordnung der Steckplätze
Die Anordnung der Steckplätze auf einer Mehrfachsteckdose kann je nach Hersteller und Modell variieren. Einfache Leisten haben oft eine einzige Reihe von eng beieinander liegenden Steckplätzen. Dies kann problematisch werden, wenn man Netzteile mit großen Gehäusen („Steckernetzteile“ oder „Wandwarzen“) verwenden möchte, die oft benachbarte Steckplätze blockieren. Einige Designs lösen dieses Problem durch größere Abstände zwischen den Steckplätzen, drehbare Steckplätze oder sternförmig angeordnete kurze Kabel. Die Wahl der richtigen Anordnung hängt von den Geräten ab, die Sie anschließen möchten.

Geschichte der Mehrfachsteckdosen
Die Idee, mehrere Geräte an eine einzige Wandsteckdose anzuschließen, ist nicht neu. Vorläufer der modernen Steckerleiste gab es bereits in den 1920er Jahren, auch wenn sie nicht immer die charakteristische „Streifenform“ hatten. Erste Patente für Geräte, die modernen Steckerleisten ähnelten, wurden in den USA ab den 1920er Jahren angemeldet. Eine frühe, kommerziell sehr erfolgreiche Variante, genannt „Power Board“, wurde 1972 in Australien entwickelt, aber nicht patentiert, was zur Verbreitung ähnlicher Produkte durch andere Hersteller führte.
Häufig gestellte Fragen
Wie nennt man eine Mehrfachsteckdose noch?
Eine Mehrfachsteckdose wird auch oft als Steckdosenleiste, Steckerleiste, Verteilersteckdose, Mehrfachstecker oder in informellen Kontexten als „Stromleiste“ bezeichnet.
Bekommt man eine Dreifachsteckdose?
Ja, Dreifachsteckdosen (oft als 3-fach Steckerleisten oder Adapter) sind im Handel weit verbreitet und erhältlich.
Was verbraucht eine Mehrfachsteckdose selbst?
Die Mehrfachsteckdose selbst verbraucht in der Regel nur einen sehr geringen Strom, oft nur Bruchteile eines Watts, hauptsächlich für eventuelle Kontrollleuchten oder interne Elektronik bei intelligenten Modellen. Der relevante Stromverbrauch, der mit der Steckerleiste in Verbindung steht, ist der der angeschlossenen Geräte, insbesondere deren Standby-Verbrauch, den eine Leiste mit Schalter oder Energiesparfunktion helfen kann zu reduzieren.
Ist es sicher, Mehrfachstecker in Ihren Steckdosen zu verwenden?
Ja, die Verwendung von Mehrfachsteckdosen ist sicher, wenn sie korrekt und gemäß den Herstellerangaben verwendet werden. Die wichtigsten Sicherheitsregeln sind, die maximale Belastbarkeit der Leiste nicht zu überschreiten, hochwertige Produkte mit Prüfzeichen zu verwenden, sie nicht hintereinanderzuschalten und sie regelmäßig auf Beschädigungen zu prüfen.
Was ist Überlastung und wie schützt eine Steckerleiste davor?
Überlastung tritt auf, wenn die Gesamtleistungsaufnahme der angeschlossenen Geräte die maximale Belastbarkeit der Steckerleiste überschreitet. Dies führt zu Überhitzung. Eine Steckerleiste mit integriertem Überlastschutz (Sicherung oder Sicherungsschalter) unterbricht bei Überlastung die Stromzufuhr und verhindert so gefährliche Überhitzung.
Kann ich eine Steckerleiste mit Überspannungsschutz an eine USV anschließen?
Es wird generell empfohlen, eine Steckerleiste mit Überspannungsschutz nicht an eine USV anzuschließen. Verlassen Sie sich stattdessen auf den Überspannungsschutz, den die USV selbst bietet. Das Ansprechen des Schutzes in der Steckerleiste kann die USV negativ beeinflussen.
Fazit
Mehrfachsteckdosen sind praktische Hilfsmittel, die unseren Alltag erleichtern. Um jedoch Sicherheit und Energieeffizienz zu gewährleisten, ist es unerlässlich, die richtige Leiste für den jeweiligen Zweck auszuwählen und grundlegende Sicherheitsregeln zu beachten. Achten Sie auf die maximale Belastbarkeit, nutzen Sie integrierte Schutzfunktionen wie Überlast- und Überspannungsschutz und ziehen Sie Modelle mit Energiesparfunktionen in Betracht, um unnötigen Stromverbrauch zu vermeiden. Eine informierte Nutzung stellt sicher, dass Ihre Geräte sicher betrieben werden und Sie gleichzeitig einen Beitrag zum Energiesparen leisten können.
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