27/05/2015
Melitta ist heute vielen Menschen vor allem als Synonym für den klassischen Kaffeefilter bekannt. Doch hinter diesem Namen verbirgt sich eine lange und bewegte Geschichte eines Familienunternehmens, das weit über die reine Kaffeezubereitung hinausgeht. Geführt wird die Melitta Unternehmensgruppe derzeit von Jero Bentz, einem Mitglied der Gründerfamilie, und Volker Stühmeier, der als erstes familienfremdes Mitglied in die Geschäftsführung eintrat. Doch wie begann diese Reise und was macht Melitta zu dem Unternehmen, das es heute ist?
- Die revolutionäre Idee – Die Anfänge von Melitta
- Wachstum, Herausforderungen und Expansion
- Umzug, Wandel und neue Produkte
- Dunkle Zeiten und Nachkriegsära
- Diversifizierung und Neuausrichtung
- Strukturelle Veränderungen und Fokus auf Kernkompetenzen
- Jüngste Entwicklungen
- Melitta Geschichte im Überblick: Wichtige Daten
- Häufig gestellte Fragen zu Melitta
Die revolutionäre Idee – Die Anfänge von Melitta
Die Ursprünge von Melitta reichen zurück bis ins Jahr 1908 und sind eng mit dem Namen Amalie Auguste Melitta Bentz verbunden. In Dresden lebend, störte sie sich an den üblichen Methoden der Kaffeezubereitung ihrer Zeit. Oft wurden Siebe verwendet, in die Leinentücher oder zugeschnittenes Löschpapier eingelegt wurden. Diese Methoden führten häufig zu Kaffeesatz in der Tasse oder einem bitteren Geschmack durch die Tücher. Melitta Bentz suchte nach einer besseren Lösung.

Ihre bahnbrechende Idee war einfach, aber genial: ein Filtertopf, der speziell für die Verwendung mit passenden, runden Filtrierpapier-Scheiben konzipiert war. Ihre ersten Experimente führte sie Berichten zufolge mit einer durchlöcherten Konservendose und einem Blatt Löschpapier durch. Diese praktischen Versuche führten zur Entwicklung eines optimierten Filtersystems.
Am 20. Juni 1908 meldete Melitta Bentz ihre Erfindung beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin an. Unter der Nummer 347895 wurde das Gebrauchsmuster für einen „Kaffeefilter mit nach unten gewölbtem, mit einem Abflussloch versehenem Boden und lose einliegendem Siebe“ eingetragen. Die ersten Filtergeräte waren zylindrisch geformt, bestanden aus Aluminium und trugen die Prägung „Original Melitta No. 2“. Sie waren darauf ausgelegt, eine runde Scheibe Einweg-Filtrierpapier aufzunehmen. Ein solches Filtergerät kostete damals 1,25 Mark. Die Qualität und Effizienz der Erfindung wurden schnell anerkannt. Bereits 1910 gewann der Filtrierapparat erste Preise auf der internationalen Hygieneausstellung in Dresden.
Melitta Bentz’ Mann, Hugo Bentz, betrieb seit 1906 ein Haushaltswarengeschäft. Gemeinsam nutzte das Ehepaar Hugos Erfahrung im Handel und gründete 1909 ein Kommissionsgeschäft für Haushaltswaren. Dieses Geschäft diente primär dem Vertrieb der 1908 angemeldeten Kaffeefilter. Das Unternehmen wuchs zügig, angetrieben durch die Beliebtheit des innovativen Kaffeefilters. Melitta Bentz war auch nach ihrer ersten Erfindung kreativ und entwickelte weitere Produkte für den Haushalt, darunter Sparbüchsen, Rasierapparate, Konservengläser und Fruchtsaftfilter. Frühzeitig erkannte das Unternehmen die Bedeutung des Markenschutzes. Der Name Melitta und die charakteristische Farbkombination aus Rot und Grün im Logo wurden als Warenzeichen geschützt, um die Einzigartigkeit und Qualität der Produkte zu sichern.
Wachstum, Herausforderungen und Expansion
Das junge Unternehmen Melitta befand sich auf Wachstumskurs, doch die äußeren Umstände stellten bald erste Herausforderungen dar. Während des Ersten Weltkriegs wurde das Unternehmenswachstum vorübergehend durch erhebliche Papierknappheit gebremst. Papier war für die Herstellung der Filtertüten unerlässlich, und die Verfügbarkeit war stark eingeschränkt. Zusätzlich erschwerte eine Einfuhrsperre für Kaffee das Geschäft, da die Menschen weniger Kaffee konsumierten, für den die Filter benötigt wurden. Während dieser schwierigen Zeit dienten Hugo Bentz und sein Sohn als Soldaten an der Front. Melitta Bentz hielt das Geschäft und die Familie durch den Verkauf von Kartonage über Wasser, was zeigt, wie flexibel das Unternehmen agieren musste.
Nach Kriegsende im Jahr 1918 erlebte das Unternehmen einen erneuten und deutlichen Aufschwung. Die Nachfrage nach Kaffee und Kaffeefiltern stieg wieder an. Melitta begann, über die Grenzen Deutschlands hinaus zu expandieren und erste Produkte in die Schweiz und in die Tschechoslowakei zu exportieren. Dieser Schritt markierte den Beginn der Internationalisierung des Unternehmens.
Umzug, Wandel und neue Produkte
Die nächste Generation trat in das Familienunternehmen ein und prägte dessen Entwicklung maßgeblich. 1919 trat Sohn Willy in das Geschäft ein, gefolgt von seinem Bruder Horst im Jahr 1929. Das Unternehmen firmierte fortan unter dem Namen Bentz & Sohn. Während der turbulenten Zeit der Weltwirtschaftskrise im Jahr 1923 wurde das Logo um den Schriftzug Melitta-Werke A.G. ergänzt. Die Gesellschaft Bentz & Sohn wurde in eine Familien-Aktiengesellschaft umgewandelt, um die Struktur des wachsenden Unternehmens zu formalisieren.
Ein bedeutender Einschnitt war der Umzug des Unternehmens von Dresden nach Minden im Jahr 1929. Dieser Schritt wurde notwendig, da die Gewerbesteuer in Dresden erhöht wurde und es an geeigneten, größeren Räumlichkeiten mangelte, um der Expansion gerecht zu werden. Die Stadt Minden bot Melitta Anreize, darunter den Erlass der Realsteuern für die ersten fünf Jahre, was die Entscheidung begünstigte. In Minden übernahm Horst Bentz eine zentrale Rolle und leitete die Melitta-Filterwerke über einen langen Zeitraum von 1929 bis 1980.
Im Jahr 1932 zogen sich Melitta und Hugo Bentz aus dem aktiven Geschäftsleben zurück und übergaben die Leitung vollständig an ihre Söhne. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Unternehmen offiziell umbenannt, und der Vorname der Gründerin, Melitta, wurde zum alleinigen Firmennamen. Im selben Jahr wurde der sogenannte Schnellfilter zusammen mit dem passenden Filterpapier auf den Markt gebracht, eine Weiterentwicklung des ursprünglichen Konzepts. Die Belegschaft wuchs in diesen Jahren stark an, von 85 Mitarbeitern im Jahr 1929 auf 232 Mitarbeiter im Jahr 1933, was das schnelle Wachstum des Unternehmens unterstreicht.
Eine weitere wichtige Produktinnovation folgte im Jahr 1937. Die nach unten spitz zulaufende Filtertüte, wie wir sie heute kennen, und der dazugehörige Aufsatz mit Ablaufrillen wurden patentiert und erfolgreich am Markt eingeführt. Diese Form optimierte den Filterprozess und wurde zu einem Markenzeichen von Melitta.
Dunkle Zeiten und Nachkriegsära
Die Zeit des Nationalsozialismus stellte das Unternehmen vor moralische und existenzielle Herausforderungen. Laut vorliegenden Informationen unterstützte die Firma in dieser Zeit die Nationalsozialisten. Horst Bentz trat nur wenige Monate nach der Machtergreifung, im Jahr 1933, in die NSDAP ein und wurde Mitglied der SS. Im April 1942 erreichte er den Rang eines SS-Obersturmführers. Sein Bruder Willy Bentz trat der Partei oder SS nicht bei.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde die ursprüngliche Produktion von Kaffeefiltern verboten. Stattdessen wurde Melitta gezwungen, Kriegsgüter herzustellen, darunter Munitionsgurte sowie Pfannen und Töpfe. Trotz oder gerade wegen dieser Anpassung erhielt Melitta in dieser Zeit Auszeichnungen vom NS-Regime, wie ein „Gaudiplom für hervorragende Leistungen“ (1939) und die „Goldene Fahne“ als Nationalsozialistischer Musterbetrieb in den Jahren 1941, 1942 und 1943. Das Unternehmen beschäftigte während des Krieges auch Zwangsarbeiter. In den Jahren nach dem Krieg und insbesondere ab 1999 beteiligte sich der Melitta-Konzern am Zwangsarbeiter-Fonds der deutschen Wirtschaft und zahlte in die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ ein, um sich seiner historischen Verantwortung zu stellen. In dieser Zeit des Krieges wuchs die Firma auch territorial und gründete Zweigwerke in Karlsbad und Düren.
Nach dem Krieg wurde Horst Bentz inhaftiert und musste sich einem Entnazifizierungsverfahren stellen. Währenddessen führten Willy und Melitta Bentz das Unternehmen weiter. Über die Umstände seiner Freilassung und Rückkehr in die Unternehmensführung gibt es unterschiedliche Darstellungen. Laut dem Unternehmen erhielt Horst Bentz nach einem Gerichtsurteil von 1948 „volle Bewegungsfreiheit und Verfügung über sein Vermögen“ und konnte die Leitung bei Melitta wieder übernehmen, da er für den Wiederaufbau der Werke als unentbehrlich galt. Andere Quellen berichten von einer Verurteilung zu einer Geldstrafe und der Einstufung als „Mitläufer“ (Kategorie 4) durch den Mindener „Denazification Panel“ im September 1949, wobei ihm die Rückkehr nach Minden nur unter Auflagen gestattet war. Das Werk selbst war bis 1957 durch die britische Besatzungsmacht beschlagnahmt und die Produktion auf mehrere Standorte in der Umgebung verteilt.
Die umfassende Aufarbeitung der Zusammenarbeit mit dem NS-Regime wurde später im Buch „100 Jahre Melitta. Geschichte eines Markenunternehmens“ (2008) veröffentlicht.
Diversifizierung und Neuausrichtung
Die Nachkriegszeit brachte eine Phase der Diversifizierung und Expansion. Im Jahr 1952 trennten sich die Brüder Willy und Horst Bentz geschäftlich. Willy Bentz übernahm die Papierfabrik Friedenau in Düren-Kreuzau, während Horst Bentz das Werk in Minden weiterführte und von dort aus expandierte. Unter seiner Führung in den Fünfziger- und Sechzigerjahren baute Melitta das Kaffeegeschäft deutlich aus. Gleichzeitig stieg das Unternehmen in den Verkauf weiterer Haushaltswaren ein und verfolgte eine aggressive Akquisitionsstrategie. Melitta kaufte mehrere Unternehmen, darunter die Schokoladenfabrik Haller, einen Porzellanhersteller, den Saftproduzenten Granini und den Zigarrenproduzenten Dannemann. Diese Zukäufe zeigen die breite Aufstellung, die Melitta in dieser Zeit anstrebte.
Eine bedeutende Gründung war die Porzellanfabrik Friesland. Sie wurde 1953 als Zweigniederlassung der Melitta-Werke Bentz & Sohn in Varel gegründet und firmierte später als „Porzellanfabrik Friesland Bentz KG“. Hier wurde unter anderem Melitta-Porzellan produziert, das in den 1960er Jahren neben anderen Produkten wie Süßigkeiten und Kaffee eingeführt wurde. Melitta war zu dieser Zeit auch ein Pionier im Kaffeemarkt, als es als erster Hersteller filterfein gemahlenen und vakuumverpackten Kaffee anbot, was die Lagerung und Zubereitung für die Verbraucher vereinfachte.
Ein weiterer wichtiger Schritt war der Eintritt in den Markt für Kaffeemaschinen. Ab 1965 vertrieb Melitta die Wigomat, die erste elektrische Filterkaffeemaschine, unter eigenem Namen und mit einem angepassten Gehäuse als Melitta MA 120. Damit war das Unternehmen nicht mehr nur Anbieter von Filtern und Kaffee, sondern auch von Geräten zur Kaffeezubereitung.
Parallel zur Produkt- und Markterweiterung im Inland setzte Melitta die internationale Expansion fort. In den 1960er Jahren wurden Niederlassungen in den USA, Kanada und Brasilien gegründet. 1966 übernahm Melitta die Bremer Großrösterei Carl Ronning GmbH, um das eigene Kaffeegeschäft weiter zu stärken. 1967 wurde die Firma Granini übernommen, die heute allerdings nicht mehr zu Melitta gehört.
Ende der 1960er Jahre kam es zu Auseinandersetzungen mit den Gewerkschaften, insbesondere um die Einführung der 40-Stunden-Woche. Diese Konflikte ebbten erst in den 1970er Jahren ab, als Melitta die tariflichen Vereinbarungen übernahm.
Strukturelle Veränderungen und Fokus auf Kernkompetenzen
Im Jahr 1981 übernahmen die Söhne von Horst Bentz – Jörg, Thomas und Stephan Bentz – die Unternehmensführung. Sie leiteten eine grundlegende Umstrukturierung ein. Im Zuge dessen wurde die Produktpalette kritisch überprüft und teilweise aussortiert. Die verbleibenden Produkte wurden neuen Marken zugeordnet. Das Unternehmen konzentrierte sich fortan auf die Kernbereiche Filtertüten, das Röstkaffeegeschäft in Europa, Brasilien und den USA, Kaffeemaschinen sowie das Geschäft mit den Marken Swirl (bekannt für Staubsaugerbeutel und Müllbeutel) und Toppits (Haushaltsfolien und -papiere). Die Marke Melitta selbst wurde nun strategisch positioniert und stand einzig für die Produkte rund um Kaffee und Kaffeezubereitung.
Um die neue Struktur zu unterstützen, wurden einzelne Unternehmensteile rechtlich selbständig in einer Holding zusammengefasst, der Melitta Unternehmensgruppe Bentz KG. Dieser Konzentrationsprozess führte auch zu einem Stellenabbau. Waren Ende der 1980er Jahre noch rund 7300 Mitarbeiter beschäftigt, sank die Zahl bis 1993 auf etwa 5900.
Die rechtliche Struktur wurde 1990 weiter angepasst, mit der Melitta Unternehmensgruppe Bentz KG an der Spitze. Die Melitta-Werke Bentz & Sohn wurden in Melitta-Haushaltsprodukte GmbH & Co. KG umbenannt. Im Jahr 1995 wurde der Staubsaugerbeutel-Hersteller West-Clean AB in Schweden erworben, dessen Produktion jedoch im Jahr 2000 eingestellt wurde. Ende der 1990er Jahre zeigte sich die wirtschaftliche Stärke des Konzerns. 1999 erzielte Melitta einen konsolidierten weltweiten Umsatz von 2,125 Mrd. DM (entspricht 1,087 Mrd. Euro).
Anfang der 2000er Jahre sah sich Melitta auch mit kartellrechtlichen Fragen konfrontiert. Am 21. Juni 2000 untersagte das Bundeskartellamt einen geplanten Zusammenschluss mit der belgischen Airflo Europe N.V. im Bereich Staubsaugerbeutel, da dies die einzelmarktbeherrschende Stellung auf diesem Markt verstärkt hätte.
Jüngste Entwicklungen
Die Führung des Familienunternehmens wird kontinuierlich weitergegeben. Im Jahr 2013 wurde die Geschäftsleitung an Jero Bentz, den Sohn von Jörg Bentz, übergeben und somit die nächste Generation der Gründerfamilie in die Verantwortung genommen. Bereits drei Jahre zuvor, im Jahr 2010, war Volker Stühmeier als erster familienfremder Manager in die Geschäftsleitung eingetreten, was eine Öffnung der Unternehmensführung signalisierte.
In jüngster Zeit zeigte Melitta auch seine Anpassungsfähigkeit an globale Herausforderungen. Im Jahr 2020 reagierte das Unternehmen auf die COVID-19-Pandemie, indem es die Produktion auf Nasen- und Mundschutzmasken umstellte. Diese Masken bestanden aus einem dreilagigen Vlies und wurden international produziert. Als Beitrag zur Bewältigung der Krise spendete Melitta die erste Million Masken an Gesundheitseinrichtungen.
Melitta Geschichte im Überblick: Wichtige Daten
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1908 | Melitta Bentz erfindet und patentiert den Kaffeefilter. |
| 1909 | Gründung des Kommissionsgeschäfts durch Melitta und Hugo Bentz. |
| 1910 | Erste Preise auf der Hygieneausstellung in Dresden. |
| 1929 | Umzug des Unternehmens von Dresden nach Minden. |
| 1932 | Melitta und Hugo Bentz ziehen sich zurück, Söhne übernehmen, Umbenennung in „Melitta“. |
| 1937 | Patentierung und Einführung der spitz zulaufenden Filtertüte. |
| 1952 | Trennung der Brüder Willy und Horst Bentz. |
| 1953 | Gründung der Porzellanfabrik Friesland. |
| Ab 1960er | Einführung von Melitta-Porzellan, vakuumverpacktem Kaffee; Eintritt in Kaffeemaschinenvertrieb. |
| 1981 | Nächste Generation (Jörg, Thomas, Stephan Bentz) übernimmt, Beginn der Umstrukturierung. |
| 1990 | Veränderung der rechtlichen Struktur zur Holding KG. |
| 2013 | Jero Bentz übernimmt die Geschäftsleitung. |
| 2020 | Produktion von Gesichtsmasken während der COVID-19-Pandemie. |
Häufig gestellte Fragen zu Melitta
Wer hat Melitta gegründet?
Das Unternehmen wurde von Amalie Auguste Melitta Bentz gegründet, basierend auf ihrer Erfindung des Kaffeefilters im Jahr 1908.
Wofür ist Melitta am bekanntesten?
Melitta ist international am bekanntesten für die Erfindung und Produktion des Kaffeefilters und der passenden Filtertüten. Allerdings bietet das Unternehmen heute eine breite Palette an Produkten rund um Kaffee sowie Haushaltsartikel wie Staubsaugerbeutel (Swirl) und Frischhalteprodukte (Toppits).
Wann wurde der Kaffeefilter erfunden?
Der Einweg-Kaffeefilter wurde von Melitta Bentz im Jahr 1908 erfunden und patentiert.
Warum zog Melitta von Dresden nach Minden?
Der Umzug im Jahr 1929 erfolgte aufgrund von gestiegenen Gewerbesteuern in Dresden und dem Mangel an geeigneten, größeren Räumlichkeiten für das wachsende Unternehmen. Minden bot zudem steuerliche Anreize.
Welche anderen Produkte stellt Melitta her?
Neben Kaffeefiltern, Filtertüten und Kaffee produziert Melitta heute auch Kaffeemaschinen. Über andere Markennamen gehören auch Produkte wie Staubsaugerbeutel (Swirl) und Haushaltsfolien/-papiere (Toppits) zur Unternehmensgruppe. Historisch stellte Melitta auch Porzellan, Saft (Granini, heute nicht mehr Teil der Gruppe) und Zigarren (Dannemann, heute nicht mehr Teil der Gruppe) her.
Wie hat sich Melitta während des Zweiten Weltkriegs verhalten?
Während des Zweiten Weltkriegs stellte Melitta auf die Produktion von Kriegsgütern um und beschäftigte Zwangsarbeiter. Das Unternehmen erhielt Auszeichnungen vom NS-Regime. Nach dem Krieg stellte sich das Unternehmen seiner Verantwortung und zahlte in den Zwangsarbeiter-Fonds ein.
Ist Melitta immer noch ein Familienunternehmen?
Ja, Melitta ist auch heute noch ein Familienunternehmen. Es wird derzeit von Jero Bentz, einem Mitglied der Gründerfamilie, und Volker Stühmeier geleitet.
Die Geschichte von Melitta ist die Geschichte einer Erfindung, die den Alltag vieler Menschen veränderte, und die Geschichte eines Familienunternehmens, das sich über mehr als ein Jahrhundert hinweg immer wieder neu erfunden und an veränderte Märkte und Zeiten angepasst hat. Vom einfachen Kaffeefilter bis hin zu einer breiten Palette an Haushalts- und Kaffeeprodukten hat Melitta bewiesen, dass Tradition und Innovation Hand in Hand gehen können, um eine erfolgreiche Weltmarke zu formen.
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