Netto Marken-Discount: Hintergründe & mehr

08/09/2022

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Netto Marken-Discount ist einer der bekanntesten Discounter in Deutschland, dessen gelb-rotes Logo vielen Verbrauchern vertraut ist. Aufgrund der Namensähnlichkeit kommt es jedoch häufig zu Verwechslungen mit der Netto ApS & Co. KG, die ein gelb-schwarzes Logo mit Hund-Silhouette nutzt und oft als „Netto mit Hund“ bezeichnet wird. Es ist wichtig zu betonen, dass es sich hierbei um zwei vollständig eigenständige Unternehmen handelt. Der Netto Marken-Discount gehört zur Edeka Zentrale Stiftung & Co. KG, einem der führenden Lebensmittelhändler Europas und die Nummer eins in Deutschland.

Obwohl die Unternehmen getrennt sind, gab es in der Vergangenheit eine Verbindung: Edeka, der Eigentümer von Netto Marken-Discount, besaß von 2005 bis 2012 eine Beteiligung von 25 Prozent an der deutschen Tochter der Netto-Handelskette (dem „Netto mit Hund“). Diese Verflechtung trug möglicherweise zusätzlich zur Verwirrung bei. Heute ist Netto Marken-Discount ein integraler Bestandteil der Edeka-Gruppe und agiert als deren Discounter-Schiene.

Übersicht

Die Geschichte von Netto Marken-Discount

Die Wurzeln des heutigen Netto Marken-Discount reichen weit zurück. Das Unternehmen wurde bereits 1928 von dem deutschen Einzelhändler Michael Schels in Regensburg als Lebensmittelgroßhandel gegründet. Zunächst konzentrierte man sich auf das Großhandelsgeschäft, doch im Jahr 1971 erfolgte ein entscheidender Schritt: Die Eröffnung der ersten eigenen Einzelhandelsfiliale unter dem Namen SuDi, was für „SuperDiscount“ stand, in Beilngries. Bis 1983 folgten weitere SuDi-Filialen, die das Fundament für das spätere Discounter-Konzept legten.

Das eigentliche Netto-Discountkonzept, wie wir es heute kennen, wurde 1983 entwickelt und ebenfalls in Regensburg mit der ersten Netto-Filiale umgesetzt. Dieser neue Ansatz erwies sich als erfolgreich, und so wurden die damals bereits bestehenden rund 50 SuDi-Filialen sukzessive, also schrittweise, bis 1990 auf das neue Netto-Konzept umgebaut. In dieser Zeit begann auch die Expansion in die neuen Bundesländer Mittel- und Ostdeutschlands, was den Aufbau einer neuen Niederlassung in Guteborn bei Meerane erforderlich machte.

Die fortschreitende Expansion erforderte eine leistungsfähige Logistik. Zwischen 1991 und 1992 entstand ein neues, zentrales Logistikzentrum in Ponholz nahe Regensburg, strategisch günstig direkt an der Autobahn 93 gelegen. In den folgenden Jahren expandierte Netto Marken-Discount weiter, unter anderem durch die Übernahme von 126 ehemaligen Prima-Märkten, was das Filialnetz erheblich vergrößerte. Weitere Niederlassungen und Logistikzentren kamen bundesweit hinzu, beispielsweise in Worms, Hodenhagen, Dettingen am Albuch und Thiendorf, um die wachsende Anzahl an Filialen effizient beliefern zu können.

Wichtige Übernahmen und die Edeka-Ära

Ein bedeutender Wendepunkt in der Unternehmensgeschichte war die Übernahme im November 2004 durch die Tiwi Vermögensverwaltungsgesellschaft, einer Tochtergesellschaft des Spar-Hauptaktionärs Les Mousquetaires-ITM Entreprises. Diese Phase war jedoch nur von kurzer Dauer, denn bereits im April 2005 wurde Netto an Edeka verkauft. Dieser Verkauf markierte den Beginn der Zugehörigkeit zur Edeka-Gruppe, die als genossenschaftlich organisierter Konzern zu den führenden Lebensmitteleinzelhändlern in Europa zählt.

Unter dem Dach von Edeka setzte Netto Marken-Discount seinen Wachstumskurs fort. Im Winter 2006/2007 wurde beispielsweise der Discounter Kondi nach und nach übernommen und in das Netto-Netz integriert. Das Warensortiment in den verbleibenden Kondi-Märkten wurde bereits Anfang 2007 auf das umfassendere Netto-Sortiment umgestellt.

Eine der weitreichendsten strategischen Entscheidungen war die Bekanntgabe der Bildung eines Gemeinschaftsunternehmens mit Plus im November 2007. Edeka und Tengelmann vereinbarten, dass die zahlreichen Plus-Filialen schrittweise in Netto-Filialen umgewandelt werden sollten. Dieser Prozess erforderte die Zustimmung des Bundeskartellamtes, die am 9. Dezember 2008 erteilt wurde, wenn auch unter der Auflage, dass Edeka 379 Plus-Filialen an die Konkurrenz abtreten musste, um eine übermäßige Marktkonzentration zu verhindern. Seit dem 1. Januar 2009 gehört Plus offiziell zum Netto Marken-Discount und damit zur Edeka-Gruppe. Die Integration der rund 2300 Plus-Märkte in das Netto-Filialnetz war bis Mitte 2010 abgeschlossen, was Netto Marken-Discount zu einem der größten Discounter in Deutschland machte.

Zum 1. Januar 2021 übernahm Edeka schließlich die vom Tengelmann-Konzern noch gehaltenen Anteile am Gemeinschaftsunternehmen und besitzt seitdem 100 % am Netto Marken-Discount.

Netto Marken-Discount heute: Größe und Ausrichtung

Im Jahr 2024 betrieb Netto Marken-Discount beeindruckende 4.350 Filialen und war damit, gemessen an der Anzahl der Standorte, der größte Discounter in Deutschland. Die Zahl der Beschäftigten war ebenfalls beachtlich und lag 2024 bei 87.300. Der Hauptsitz des Unternehmens, der Netto Marken-Discount Stiftung & Co. KG, befindet sich im bayerischen Maxhütte-Haidhof.

Das Unternehmen engagiert sich auch im Bereich Nachhaltigkeit. Seit Sommer 2015 kennzeichnet Netto nachhaltige Produkte in verschiedenen Schwerpunktthemen wie Fisch/Meeresfrüchte, Holz/Papier/Tissue, Palmöl, Soja, Klima, Süßwasser sowie Verpackungen mit einem WWF-Logo, um Verbrauchern eine Orientierung zu geben.

Im Sommer 2018 führte Netto eine visuelle Neuerung ein: Das Logo wurde überarbeitet. Der bisherige gelbe, füllende Rahmen entfiel, und die Schriftart wurde geändert, was dem Markenauftritt ein frischeres Aussehen verlieh.

Das Thema Mindestlohn bei Netto und in Deutschland

Für viele Arbeitnehmer, insbesondere im Einzelhandel und in der Logistik, ist die Frage der Entlohnung von zentraler Bedeutung. Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland spielt hierbei eine wichtige Rolle, da er eine Lohnuntergrenze für alle Arbeitnehmer festlegt. Eingeführt wurde der gesetzliche Mindestlohn im Jahr 2015 mit einem Stundenlohn von 8,50 Euro. Seitdem wurde er schrittweise angepasst, um der Inflation und den steigenden Lebenshaltungskosten Rechnung zu tragen. Die Entwicklung des gesetzlichen Mindestlohns sah wie folgt aus:

  • 2016 und 2018: Keine Erhöhung
  • 2017, 2019 und 2020: Jeweils eine Erhöhung
  • 2021: Zwei Erhöhungen
  • 2022: Insgesamt drei Erhöhungen
  • 2023: Keine Erhöhung
  • 2024 und 2025: Jeweils eine Erhöhung

Der aktuell gültige gesetzliche Mindestlohn beträgt 12,82 EUR pro Stunde (Stand 2025). Das Mindestlohngesetz (MiLoG) sichert jedem Arbeitnehmer ab 18 Jahren in Deutschland dieses Recht auf einen Stundenlohn in Höhe des aktuellen Mindestlohns zu. Eine Erhöhung des Mindestlohns wirkt sich direkt auf diejenigen aus, die zuvor unterhalb der neuen Grenze verdient haben. Ob es über 2025 hinaus weitere Anpassungen des gesetzlichen Mindestlohns geben wird, ist derzeit noch ungewiss.

Wer ist vom gesetzlichen Mindestlohn ausgeschlossen?

Es gibt bestimmte Personengruppen, die nicht unter die Regelungen des gesetzlichen Mindestlohns fallen. Dies sind:

  • Auszubildende (für sie gilt eine separate Mindestausbildungsvergütung)
  • Pflichtpraktikanten (mit bestimmten Ausnahmen)
  • Selbstständige
  • Minderjährige (Personen unter 18 Jahren)
  • Langzeitarbeitslose (während der ersten sechs Monate einer neuen Beschäftigung nach Beendigung der Langzeitarbeitslosigkeit)
  • Personen, die ehrenamtlich tätig sind

Für Auszubildende ist die Entlohnung anders geregelt. Seit 2025 erhalten Azubis im ersten Lehrjahr eine Mindestausbildungsvergütung von 682,00 Euro pro Monat. Diese Vergütung steigt in den folgenden Ausbildungsjahren an. Dennoch verdienen Auszubildende im Verhältnis zur Arbeitszeit oft wenig, da sie in Vollzeit arbeiten, aber ein festgelegtes Gehalt erhalten. Pflichtpraktikanten haben laut Gesetzgeber grundsätzlich keinen Anspruch auf Vergütung, auch wenn bezahlte Pflichtpraktika in seltenen Fällen vorkommen.

Arbeitgeber, die den gesetzlichen Mindestlohn unterschreiten oder andere Verstöße gegen das Mindestlohngesetz begehen, machen sich strafbar. Ihnen drohen extreme Bußgelder von bis zu 500.000 Euro gemäß § 21 MiLoG Absatz 3. Das Gesetz regelt die Festsetzung, die zivilrechtliche Durchsetzung sowie die Kontrolle und Durchsetzung durch staatliche Behörden.

Netto-Mindestlohn in verschiedenen Arbeitsverhältnissen

Die Höhe des Nettolohns, der vom Mindestlohn übrig bleibt, hängt stark vom Arbeitsverhältnis ab, da sich die Abzüge für Steuern und Sozialversicherungen unterscheiden. Betrachten wir verschiedene Beschäftigungsarten anhand eines Beispiels (Annahmen: Arbeitnehmer Single, gesetzlicher Mindestlohn 12,82 EUR/h als Brutto, Kurzfristige Beschäftigung 14 EUR/h Brutto, Zeitarbeit 14,53 EUR/h Brutto ab 1.3.25, 8h/Tag, 40h/Woche Vollzeit, 20h/Woche Werkstudent, Student kurzfristig beschäftigt unter Grundfreibetrag):

ArbeitsverhältnisMaximale Arbeitszeit (ca.)Monatliches Gehalt (Brutto)Steuer-/Abgaben (Arbeitnehmer)Netto-Mindestlohn (ca.)
Reguläre Beschäftigung (Vollzeit/Teilzeit)160 Stunden / Monat2.051,20 EURca. 43 %7,31 EUR / Stunde
Geringfügige Beschäftigung (Minijob)43,37 Stunden / Monatmax. 556 EURmax. 3,6 %*12,36 EUR / Stunde
Midijob156 Stunden / Monatmax. 2.000 EURmax. 21 %10,13 EUR / Stunde
Werkstudent80 Stunden / Monat1.025,60 EURca. 9 %11,67 EUR / Stunde
Kurzfristige Beschäftigung (Student)70-Tage-Regelung1.008 EUR (bei 72h/Monat)keine (unter Grundfreibetrag)14,00 EUR / Stunde

*Hinweis: Wenn Minijobber sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen, fallen keine Abzüge für den Arbeitnehmer an, und der Netto-Stundenlohn entspricht dem Brutto-Stundenlohn (12,82 EUR).

Unter den definierten Annahmen erhalten kurzfristig Beschäftigte (sofern unter dem jährlichen Grundfreibetrag bleibend) den höchsten Netto-Stundenlohn, da brutto gleich netto gilt. Bei einem angenommenen Bruttolohn von 14 EUR pro Stunde für kurzfristig Beschäftigte ergibt sich hier ein Netto-Stundenlohn von 14,00 EUR. Bei anderen Arbeitsverhältnissen reduzieren Steuer- und Sozialversicherungsabgaben den Netto-Stundenlohn. Die Abgaben für Arbeitgeber unterscheiden sich ebenfalls je nach Beschäftigungsart: ca. 21% bei Vollzeit, ca. 32% bei Minijobs, max. 20% bei Midijobs, ca. 9% bei Werkstudenten und ca. 1,4% (Umlage 1,2 und Insolvenzumlage) bei kurzfristig Beschäftigten.

Branchenspezifische Mindestlöhne

Parallel zum allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn existieren in Deutschland auch branchenspezifische Mindestlöhne, die in der Regel höher sind als die gesetzliche Untergrenze. Diese werden in Tarifverträgen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden ausgehandelt. Gibt es in einer Branche keinen Tarifvertrag, gilt automatisch der gesetzliche Mindestlohn von 12,82 EUR pro Stunde (2025). Oft erhalten Arbeitnehmer mit höheren Qualifikationen innerhalb einer Branche einen höheren Mindestlohn. Hier eine Übersicht einiger branchenspezifischer Mindestlöhne (Stand 2025/2026):

Branche / BerufMindestlohn
Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit)14,00 EUR / Stunde (ab 1.3.25: 14,53 EUR / Stunde)
Ungelernte Pflegekräftebis 30.06.25: 15,50 EUR / Stunde; 01.07.25 bis 30.06.26: 16,10 EUR / Stunde
Gelernte Pflegekräftebis 30.06.25: 16,50 EUR / Stunde; 01.07.25 bis 30.06.26: 17,35 EUR / Stunde
Pflegefachkraftbis 30.06.25: 19,50 EUR / Stunde; 01.07.25 bis 30.06.26: 20,50 EUR / Stunde
Gebäudereinigung13,50 EUR / Stunde
Ungelernter Dachdeckerbis 31.12.25: 14,35 EUR / Stunde
Gelernter Dachdecker (Geselle)bis 31.12.25: 16,00 EUR / Stunde
Elektrikerbis 31.12.25: 14,41 EUR / Stunde; 01.01.26 bis 31.12.26: 14,93 EUR / Stunde; 01.01.27 bis 31.12.27: 15,49 EUR / Stunde; 01.01.28 bis 31.12.28: 16,10 EUR / Stunde
Schornsteinfeger14,50 EUR / Stunde
Maler und Lackiererbis 31.03.25: 13,00 EUR / Stunde (ungelernt); 15,00 EUR / Stunde (gelernt)
Gerüstbauerbis 30.09.25: 13,95 EUR / Stunde
Pädagogisches Personalbis 31.12.25: 19,37 EUR / Stunde; 01.01.26 bis 31.12.26: 20,24 EUR / Stunde
Pädagogisches Personal (zusätzl. Qual.)bis 31.12.25: 19,96 EUR / Stunde; 01.01.26 bis 31.12.26: 20,86 EUR / Stunde
Luftsicherheitskontrollpersonal (Entgeltgruppe II)bis 31.03.25: 22,39 EUR / Stunde
Sicherheitspersonal / Bordkartenkontrolle (Entgeltgruppe III)bis 31.03.25: 20,54 EUR / Stunde
Servicepersonal / Fluggastdienste (Entgeltgruppe IV)bis 31.03.25: 16,51 EUR / Stunde

Diese Tabelle zeigt, dass die Mindestlöhne je nach Branche und Qualifikation erheblich variieren können und teilweise deutlich über dem gesetzlichen Standard liegen.

Mindestlohn im europäischen Vergleich

Auch in anderen EU-Ländern gibt es Lohnuntergrenzen. Im Vergleich dazu steht Deutschland mit seinem gesetzlichen Mindestlohn von 12,82 EUR pro Stunde (2025) gut da und belegt den vierten Platz unter den EU-Staaten. Den höchsten Mindestlohn hat Luxemburg mit 15,25 Euro pro Stunde. Insgesamt haben sechs EU-Mitgliedstaaten einen Mindestlohn im zweistelligen Bereich: Luxemburg, Niederlande (14,06 €/h), Irland (13,50 €/h), Deutschland, Frankreich (11,88 €/h) und Belgien (11,71 €/h).

In den östlichen EU-Ländern sind die Mindestlöhne tendenziell geringer, beispielsweise in Polen (7,00 EUR/h) oder der Slowakei (4,69 EUR/h). Den niedrigsten Mindestlohn in Europa verzeichnete 2025 Bulgarien mit 3,18 Euro pro Stunde (Wert wechselkursabhängig). Es gibt allerdings auch EU-Länder, in denen gar kein gesetzlicher Mindestlohn existiert, wie beispielsweise Österreich, Italien, Dänemark, Finnland und Schweden. In diesen Ländern wird die Lohnfindung stark von Tarifverhandlungen geprägt.

Wirtschaftliche Ziele und Auswirkungen des Mindestlohns

Das primäre Ziel der Einführung und Erhöhung des Mindestlohns ist die Verbesserung der Einkommenssituation von niedrig entlohnten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Weitere angestrebte Ziele sind die Unterbindung von Lohnarmut, die Vorbeugung von Altersarmut, die Entlastung des Staatshaushalts (durch weniger Bedarf an aufstockenden Sozialleistungen), die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, die Förderung der sozialen Gerechtigkeit und Gleichberechtigung sowie die Verhinderung von Unterbezahlung und die Stärkung der Wirtschaft durch erhöhte Kaufkraft.

Die tatsächlichen Auswirkungen von Mindestlöhnen auf die Beschäftigung werden in der Wirtschaftswissenschaft kontrovers diskutiert. Theoretisch ist die Wirkung nicht eindeutig; sie kann positiv, negativ oder neutral sein. Arbeitgeber argumentieren oft, dass höhere Lohnkosten die Wettbewerbsfähigkeit einschränken und dazu führen könnten, dass weniger Personal eingestellt oder Arbeitszeiten gekürzt werden. Die empirische Überprüfung der tatsächlichen Effekte ist komplex und kann nicht pauschalisiert werden.

Handelsmarken: Qualität und Herkunft bei Netto & Co.

Handelsmarken, auch Eigenmarken genannt, sind für Verbraucher oft die preisgünstigere Alternative zu etablierten Markenprodukten. Bei Netto Marken-Discount ist „Beste Ernte“ eine solche Handelsmarke, die eine Vielzahl von Produkten anbietet.

Grundsätzlich gelten für alle Lebensmittel in Deutschland dieselben strengen Anforderungen und Qualitätsstandards, unabhängig davon, ob es sich um eine Handelsmarke oder ein Markenprodukt handelt. Man kann bei Handelsmarken also keineswegs von „B-Ware“ sprechen. Die günstigeren Preise ergeben sich oft aus Kosteneinsparungen bei Werbung, Marketing, Verpackung oder einer anderen Kalkulation. Sowohl klassische Supermärkte wie Edeka oder Rewe als auch Discounter wie Netto oder Aldi vertreiben Produkte unter eigenen Handelsmarken.

Ein Vergleich zwischen Markenprodukten und Handelsmarken zeigt, dass der Preis allein nicht über den Geschmack entscheidet. Tests, wie sie beispielsweise vom Verbrauchermagazin „Guter Rat“ durchgeführt wurden, kommen oft zu unterschiedlichen Ergebnissen. Manchmal überzeugen Handelsmarken geschmacklich mehr als das teurere Markenprodukt (z.B. Netto Clarkys Erdnüsse vs. ültje), manchmal ist es umgekehrt (z.B. Milka vs. Rewe ja! Alpenvollmilch). Letztlich bleibt Verbrauchern oft nur das eigene Ausprobieren, um die persönlichen Favoriten zu finden.

Das Etikett richtig lesen

Beim Kauf von Lebensmitteln, ob Markenprodukt oder Handelsmarke, ist das Lesen des Etiketts informativ:

  • Der Name: Die Produktbezeichnung kann kreativ sein, muss aber gesetzlich korrekt angeben, um was es sich handelt (z.B. Saft oder Nektar).
  • Mindestens haltbar bis / Zu verbrauchen bis: Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist ein Qualitäts-, kein Verfallsdatum (Ausnahme: leicht verderbliche Lebensmittel mit „Zu verbrauchen bis“).
  • Die Zutaten: Werden bei verarbeiteten Lebensmitteln in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils aufgelistet. Der prozentuale Anteil muss nicht immer angegeben werden.
  • Die Herkunft: Muss bei verarbeiteten Produkten meist nicht aufgeführt werden (Ausnahme: Fisch – Fanggebiet/Zucht).
  • Die Zusatzstoffe: Dienen der Veränderung von Produkteigenschaften (Haltbarkeit, Farbe etc.) und müssen gesetzlich mit E-Nummern oder Namen angegeben werden.
  • Der Nutri-Score: Soll eine ernährungswissenschaftliche Bewertung geben, ist aber in der Praxis umstritten, da er die konsumierte Menge nicht berücksichtigt.
  • Der Produzent: Die Angabe des tatsächlichen Herstellers kann umgangen werden, indem stattdessen der Importeur oder haftende Unternehmer genannt wird.

Wer steckt hinter den Handelsmarken?

Ein interessantes Phänomen ist, dass Handelsmarken oft aus denselben Fertigungshallen stammen wie bekannte Markenartikel. Für viele namhafte Hersteller ist es wirtschaftlich sinnvoll, neben ihren Premium-Marken auch günstigere Produktlinien für Handelsketten zu produzieren. So kann es vorkommen, dass ein Handelsmarkenprodukt geschmacklich sehr ähnlich oder sogar identisch mit einem Markenprodukt ist, weil es vom selben Band läuft.

Beispiele dafür sind der Vitakrone Thunfischsalat von Lidl, der dem Produkt von Homann ähnelt und aus derselben Produktionsstätte stammen soll, oder die Sun Snacks von Aldi, hinter denen verschiedene Produzenten stecken können, darunter bekannte Namen wie Pom-Bär.

Markenhersteller haben naturgemäß wenig Interesse daran, dass Verbraucher wissen, dass eine günstigere Handelsmarke dasselbe Produkt sein könnte. Daher nutzen sie oft Subunternehmen oder alternative Firmenbezeichnungen, um die wahre Herkunft zu verschleiern. Es gibt jedoch Wege, dies herauszufinden:

  • Adressvergleich: Vergleichen Sie die auf der Verpackung angegebene Anschrift des Handelsmarken-Produzenten mit der des Markenherstellers.
  • Veterinärkontrollnummer: Bei Milchprodukten ist diese Nummer zwingend vorgeschrieben und ermöglicht die eindeutige Identifizierung des Herstellungsbetriebs.
  • Hersteller-Websites: Manchmal listen Markenhersteller auf ihren Websites ihre gesamte Produktpalette auf, einschließlich der für Handelsketten produzierten Artikel.

Auch wenn ein Produkt aus derselben Fabrik stammt, garantiert dies nicht zwingend identische Zutaten. Hersteller hüllen sich oft in Schweigen bezüglich möglicher „Geheimzutaten“ in ihren Markenprodukten. Aus logistischer und Kostensicht ist es jedoch wahrscheinlich, dass in vielen Fällen tatsächlich das Originalprodukt oder eine sehr ähnliche Variante in der Handelsmarke landet. Hier kann sich der Griff zur günstigeren Alternative lohnen.

Häufig gestellte Fragen

Im Zusammenhang mit Netto Marken-Discount, seinen Produkten und Arbeitsbedingungen treten oft ähnliche Fragen auf. Hier einige Antworten auf häufig gestellte Fragen, basierend auf den bereitgestellten Informationen:

Wer ist der Eigentümer von Netto Marken-Discount?

Der Eigentümer von Netto Marken-Discount ist die Edeka Zentrale Stiftung & Co. KG. Netto Marken-Discount ist die Discounter-Schiene der Edeka-Gruppe.

Gibt es in Deutschland zwei Netto-Unternehmen?

Ja, es gibt zwei unabhängige Unternehmen mit dem Namen Netto in Deutschland: den Netto Marken-Discount (gelb-rotes Logo, gehört zu Edeka) und die Netto ApS & Co. KG (gelb-schwarzes Logo mit Hund, dänische Handelskette).

Wann wurde Netto Marken-Discount gegründet?

Das Unternehmen wurde 1928 als Lebensmittelgroßhandel gegründet. Das heutige Netto-Discountkonzept wurde 1983 entwickelt.

Was passierte mit den Plus-Filialen?

Die Mehrheit der Plus-Filialen wurde zwischen 2007 und 2010 in Netto Marken-Discount Filialen umgewandelt und in das Netto-Filialnetz integriert, nachdem Edeka und Tengelmann ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet hatten.

Wie hoch ist der aktuelle gesetzliche Mindestlohn in Deutschland?

Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland beträgt seit 2025 12,82 EUR pro Stunde.

Für wen gilt der gesetzliche Mindestlohn nicht?

Ausgeschlossen sind unter anderem Auszubildende, Pflichtpraktikanten (mit Ausnahmen), Selbstständige, Minderjährige und Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten einer neuen Beschäftigung.

In welchem Arbeitsverhältnis ist der Netto-Mindestlohn am höchsten?

Unter bestimmten Annahmen, z.B. wenn das Einkommen unter dem jährlichen Grundfreibetrag bleibt, kann der Netto-Stundenlohn bei einer Kurzfristige Beschäftigung am höchsten sein, da hier keine oder nur sehr geringe Abzüge anfallen.

Was sind branchenspezifische Mindestlöhne?

Das sind in bestimmten Sektoren (wie Pflege, Gebäudereinigung, Zeitarbeit) durch Tarifverträge festgelegte Lohnuntergrenzen, die oft höher sind als der allgemeine gesetzliche Mindestlohn.

Wie steht Deutschland beim Mindestlohn im Vergleich zu anderen EU-Ländern da?

Deutschland hat einen vergleichsweise hohen Mindestlohn und liegt im EU-Vergleich auf dem vierten Platz hinter Luxemburg, den Niederlanden und Irland.

Wer stellt die Eigenmarken von Netto her, z.B. „Beste Ernte“?

Oft sind es dieselben Hersteller, die auch bekannte Markenprodukte produzieren. Die genauen Hersteller werden auf der Verpackung jedoch oft verschleiert genannt.

Sind Handelsmarken von schlechterer Qualität als Markenprodukte?

Nein, für alle Lebensmittel in Deutschland gelten dieselben gesetzlichen Qualitätsanforderungen. Günstigere Preise ergeben sich eher aus Einsparungen bei Marketing, Werbung oder Verpackung.

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