19/05/2018
Die Marke Nina Ricci ist seit Jahrzehnten ein Synonym für Eleganz, Romantik und exquisite Parfüms. Gegründet in Paris, hat sie eine reiche Geschichte, die eng mit dem Leben und Wirken ihrer Gründer und Nachfolger verbunden ist. Doch hinter dem kreativen Erbe steht auch eine Unternehmensstruktur, die sich im Laufe der Zeit gewandelt hat. Wer genau steckt heute hinter diesem Namen?
Die Gründerin: Maria Adélaide Nielli alias Nina Ricci
Die Geschichte beginnt mit Maria Adélaide Nielli, die 1895 geboren wurde. Im Alter von nur 12 Jahren zog sie mit ihrer Familie über Monaco nach Frankreich und ließ sich in Paris nieder. Schon mit 13 Jahren begann sie eine Schneiderlehre, was den Grundstein für ihre spätere Karriere in der Modewelt legte. Im Jahr 1904 heiratete sie den Juwelier Luigi Ricci. Aus dieser Ehe ging 1905 ihr Sohn Robert hervor, der später eine entscheidende Rolle im Familienunternehmen spielen sollte. Maria Ricci, von ihrem Umfeld liebevoll Nina genannt, sammelte bereits vor der Gründung ihres eigenen Hauses umfangreiche Erfahrung. Ab 1908 war sie zwei Jahrzehnte lang als Modedesignerin für das renommierte Modehaus Raffin tätig.

Die Gründung des Hauses Nina Ricci
Mit finanzieller Unterstützung ihres Mannes wagte Nina Ricci 1932 den Schritt in die Selbstständigkeit. Sie etablierte ihr eigenes Unternehmen in Paris, unweit des Place Vendôme in der Rue des Capucines. Von Anfang an konzentrierte sich Nina Ricci auf luxuriöse Haute Couture. Ihr Stil war unverwechselbar: romantisch, betont feminin und geprägt von leichten, eleganten Stoffen, oft verziert mit aufwändigen Stickereien. Eine Besonderheit ihrer Arbeitsweise war das Drapieren der Stoffe direkt am Modell, um die perfekte Form zu gewährleisten. Diese hochpreisige Mode fand schnell großen Anklang in der wohlhabenden französischen Gesellschaft und war selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, wie den Jahren nach der Weltwirtschaftskrise, kommerziell erfolgreich. Ende der 1930er Jahre beschäftigte das Haus Nina Ricci bereits rund 500 Mitarbeiter. Der Betrieb wurde sogar während der Kriegsjahre aufrechterhalten.
Robert Riccis visionäre Führung und Expansion
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs übernahm Nina Riccis Sohn, Robert Ricci, die Geschäftsführung des Unternehmens. Robert Ricci erwies sich als visionärer Geschäftsmann mit einem Gespür für internationale Märkte. Bereits ab 1946 erschloss er den US-amerikanischen Markt im Bereich Prêt-à-porter. Der internationale Durchbruch gelang dem Unternehmen kurz darauf durch die Teilnahme an einer bedeutenden Modenschau von Pariser Couturiers im Louvre-Museum, bei der auch andere berühmte Häuser wie Balenciaga vertreten waren. Es folgten weitere Ausstellungen zusammen mit anderen französischen Designern in Europa und den USA, was den Aufstieg zum heutigen internationalen Modekonzern markierte.
Neben der Expansion im Modebereich hatte Robert Ricci eine weitere geniale Idee: das Parfümgeschäft. Bereits 1941 hatte er eine eigene Parfümsparte innerhalb des Hauses gegründet. Dies sollte sich als entscheidender Schritt erweisen.

Der Erfolg im Parfümgeschäft
Das Parfüm wurde zu einem Eckpfeiler des Erfolgs von Nina Ricci. 1946 kreierte Robert Ricci das erste Parfüm mit dem Namen Coeur Joie. Nur zwei Jahre später, 1948, folgte in Zusammenarbeit mit dem Parfümeur Francis Fabron ein weiterer Duft, der zur Legende wurde: L’Air du Temps. Abgefüllt in ikonische Flakons, entworfen von Marc Lalique, dem Sohn des berühmten René Lalique, avancierte L’Air du Temps zum bis heute bekanntesten und meistverkauften Duft des Unternehmens. Dieser Duft ist ein zeitloser Klassiker geblieben.
In den folgenden Jahrzehnten brachte Nina Ricci zahlreiche weitere Parfüms auf den Markt, sowohl für Damen als auch für Herren:
- 1952: Damenduft Fille d’Eve
- 1961: Damenduft Capricci
- 1967: Damenduft Mademoiselle Ricci und Herrenduft Signoricci
- 1971: Damenduft Bigarade
- 1974: Damenduft Farouche
- 1976: Herrenduft Signoricci 2
- 1980: Fleur de Fleurs
- 1984: Herrenduft Philéas
- 1987: Nina (erste Version)
- 1989: Herrenduft Ricci Club
- 1994: Deci Delà
- 1996: Duftserie Les Belles de Ricci
Ende der 1950er Jahre zog sich Nina Ricci aus der aktiven Tätigkeit im Unternehmen zurück. Sie verstarb 1970 im Alter von 87 Jahren. Robert Ricci führte das Unternehmen erfolgreich weiter, insbesondere im Parfüm- und Geschäftsbereich, bis zu seinem Tod im Jahr 1988 im Alter von 83 Jahren.
Unternehmensführung und Eigentümerwechsel
Nach dem Tod von Robert Ricci übernahm sein Schwiegersohn, Gilles Fuchs, die Leitung des Unternehmens. Dies markierte eine weitere Phase in der Geschichte des Hauses. Allerdings sollte die größte Veränderung in Bezug auf die Eigentümerstruktur noch bevorstehen.

Seit 1998 gehört die Marke Nina Ricci zur spanischen Gruppe Puig. Puig ist ein globales Unternehmen in den Bereichen Mode und Duft und besitzt eine Vielzahl anderer bekannter Marken. Diese Übernahme bedeutete, dass Nina Ricci Teil eines größeren Konzerns wurde, was Auswirkungen auf die strategische Ausrichtung hatte, insbesondere im Parfümsegment.
Unter der Ägide von Puig wurde das Parfümportfolio neu strukturiert. Während L’Air du Temps (und seine Variationen) weiterhin ein Kernprodukt blieb, wurden andere klassische Düfte wie Cœur Joie, Fille d’Eve, Capricci und Farouche in hochpreisigen Lalique-Flakons in einer Prestige-Kollektion zusammengefasst. Alle Herrenparfüms der Marke wurden eingestellt. Neue Damendüfte wurden lanciert, darunter Neuauflagen von Nina (2006) und Mademoiselle Ricci (2012) sowie komplett neue Kreationen wie Premier Jour (2001), Love in Paris (2004), Ricci Ricci (2009), L'Extase (2015) und Luna (2016).
Auch im Bereich der Mode gab es unter der Eigentümerschaft von Puig Wechsel bei den Kreativdirektoren. Nach Nathalie Gervais (deren letzte Kollektion Herbst 2001 war) folgten James Aguiar (2002), Lars Nilsson (2003), Olivier Theyskens (2006), Peter Copping (2009), Guillaume Henry (2015), das Duo Rushemy Botter und Lisi Herrebrugh (2018) und zuletzt Harris Reed (2022), bekannt für seine gender-fluiden Designs. Diese Wechsel zeigen den Versuch, die Marke modisch neu zu positionieren und relevant zu halten.
Fazit: Wer besitzt Nina Ricci heute?
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Mode- und Parfümhaus Nina Ricci eine reiche und bewegte Geschichte hat, die von der Gründerin Nina Ricci und ihrem Sohn Robert maßgeblich geprägt wurde. Nach Roberts Tod und einer Übergangsphase unter seinem Schwiegersohn erfolgte im Jahr 1998 ein entscheidender Eigentümerwechsel. Seitdem gehört die Marke Nina Ricci zur spanischen Gruppe Puig. Puig verantwortet seither die strategische Entwicklung, insbesondere im globalen Parfümmarkt, während das Modehaus weiterhin unter wechselnden Kreativdirektoren Kollektionen präsentiert. Das Erbe von Eleganz und Weiblichkeit, das Nina Ricci einst begründete, wird unter der Leitung von Puig in einem modernen Kontext fortgeführt.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Wer hat Nina Ricci gegründet?
Das Modehaus Nina Ricci wurde 1932 von Maria „Nina“ Ricci und ihrem Sohn Robert Ricci in Paris gegründet.
Wann wurde das Unternehmen Nina Ricci gegründet?
Die Gründung des Modehauses erfolgte im Jahr 1932.
Wer übernahm die Leitung nach Nina Ricci?
Nachdem sich Nina Ricci Ende der 1950er Jahre zurückzog, führte ihr Sohn Robert Ricci das Unternehmen als Geschäftsführer. Nach Roberts Tod 1988 übernahm sein Schwiegersohn Gilles Fuchs die Leitung.

Wem gehört Nina Ricci aktuell?
Seit 1998 gehört die Marke Nina Ricci zur spanischen Mode- und Duftgruppe Puig.
Welches ist das bekannteste Produkt von Nina Ricci?
Das bekannteste und meistverkaufte Produkt des Unternehmens ist das Parfüm L’Air du Temps, das 1948 lanciert wurde.
Ist Nina Ricci eine französische oder italienische Marke?
Obwohl die Gründerin Maria Adélaide Nielli in Italien geboren wurde und im Alter von 12 Jahren nach Frankreich auswanderte, wurde das Unternehmen 1932 in Paris, Frankreich, gegründet. Es ist somit ein französisches Modehaus mit italienischen Wurzeln.
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