04/06/2015
Der Name NORMA ist vielen Menschen in Deutschland und darüber hinaus ein Begriff. Doch was steckt wirklich hinter diesem Namen? Interessanterweise verbirgt sich dahinter nicht nur ein einziges Unternehmen, sondern mindestens zwei voneinander unabhängige Akteure, die in völlig unterschiedlichen Branchen tätig sind. Auf der einen Seite steht ein international agierender Spezialist für industrielle Verbindungstechnik, und auf der anderen Seite ein bekannter Lebensmittel-Discounter. Dieser Artikel beleuchtet beide Unternehmen basierend auf den verfügbaren Informationen, um Klarheit über ihre Identität, Geschichte und Geschäftsfelder zu schaffen.
Es ist wichtig zu verstehen, dass die Gemeinsamkeit im Namen rein zufällig ist und die Geschäftsmodelle, Produkte und Zielgruppen grundlegend verschieden sind. Während sich das eine Unternehmen auf technische Lösungen für Industrie und Infrastruktur konzentriert, bietet das andere ein breites Sortiment an Artikeln des täglichen Bedarfs zu günstigen Preisen an. Lassen Sie uns diese beiden Welten im Detail betrachten.
Die NORMA Group SE: Globaler Experte für Verbindungstechnik
Hinter dem Namen NORMA verbirgt sich unter anderem die Norma Group SE, ein börsennotiertes Unternehmen, das sich auf Verbindungstechnik spezialisiert hat. Mit Sitz in Maintal, Deutschland, ist dieses Unternehmen ein globaler Akteur in seinem Bereich.
Geschichte und Entwicklung der NORMA Group SE
Die Ursprünge der Norma Group SE reichen bis ins Jahr 2006 zurück, als sie durch den Zusammenschluss zweier etablierter Unternehmen entstand: der „Rasmussen GmbH“ aus Deutschland und der „ABA Group“ aus Schweden.
Die Rasmussen GmbH wurde bereits 1949 von Ove Skafte Rasmussen gegründet, dem Sohn des bekannten Unternehmers Jørgen Skafte Rasmussen. Dieses deutsche Unternehmen konzentrierte sich auf die Herstellung von Verbindungs- und Befestigungselementen sowie technischen Lösungen für medienleitende Systeme. Bis 2006 befand sich Rasmussen im Besitz der Gründerfamilie, bevor es an den Finanzinvestor 3i Group verkauft wurde.
Die schwedische ABA Group kann auf eine noch längere Geschichte zurückblicken. Sie wurde bereits 1896 unter dem Namen Allmänna Brandredskaps Affären gegründet. Die ABA Group spezialisierte sich von Anfang an auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb spezifischer Schlauch- und Rohrverbindungen sowie von Verbindungselementen, vor allem für industrielle Anwendungen. Seit 1999 wuchs die ABA Group durch verschiedene Akquisitionen in der Verbindungstechnikbranche, darunter Unternehmen wie Terry (Großbritannien), Serratub (Italien), Serflex (Frankreich) und GEMI (Deutschland).
Der Zusammenschluss von Rasmussen und ABA im Jahr 2006 bildete die Grundlage für die heutige Norma Group. Das neu entstandene Unternehmen vertreibt seine Produkte weltweit unter verschiedenen Markennamen, darunter auch der Markenname Norma.
Globale Präsenz und Strategische Akquisitionen
Die Norma Group SE ist ein Unternehmen von globaler Reichweite. Sie betreibt 26 Produktionsstätten sowie zahlreiche weitere Vertriebsstandorte, die sich über Europa, Amerika und Asien erstrecken. Das Unternehmen beliefert Kunden in rund 100 Ländern weltweit, was die internationale Ausrichtung und Bedeutung im Bereich der Verbindungstechnik unterstreicht.
Ein wesentlicher Teil der Wachstumsstrategie der Norma Group sind gezielte Akquisitionen. Diese Übernahmen haben es dem Unternehmen ermöglicht, sein Produktportfolio zu erweitern, neue Märkte zu erschließen und seine globale Präsenz zu stärken.
- 2007: Erwerb der US-amerikanischen „Breeze Industrial Products Corporation“. Breeze, gegründet 1948, hatte bereits sein Angebot um Verbindungstechnologien für Hochleistungsanwendungen erweitert, die in Märkten wie Nutzfahrzeugen, PKWs, Motoren, Flugzeugen und verschiedenen Industrie- und Handelssegmenten eingesetzt werden. Breeze selbst hatte bereits 2003 das auf Verbindungstechnologie spezialisierte US-Unternehmen Torca Products übernommen.
- 2010: Übernahme des US-amerikanischen Unternehmens R.G.Ray. R.G.Ray, gegründet 1972, belieferte industrielle Erstausrüster und Kunden im Ersatzteilgeschäft mit Verbindungskomponenten für Motoren, Pumpen, Filter, Nutzfahrzeuge, die Luftfahrtindustrie und andere Industrieanwendungen. Im selben Jahr wurde auch Craig Assembly Inc., ein US-Hersteller von Lösungen für industrielle Kühltechnologie, übernommen.
- 2012: Weitere strategische Zukäufe. Die Norma Group übernahm die Connectors Verbindungstechnik AG in der Schweiz, die sich auf Verbindungssysteme für die Pharmazeutik und Biotechnologie spezialisiert hat. Ebenfalls erworben wurde Groen Bevestigingsmaterialien BV in den Niederlanden, ein Distributor für Verbindungsprodukte für die Industrie, Agrar- und Bauwirtschaft sowie Sanitärtechnik.
- Einstieg ins Wassermanagement (ab 2012): Mit der Übernahme von Chien Jin Plastic in Malaysia, einem Hersteller von thermoplastischen Verbindungssystemen, stieg die Norma Group 2012 in das weltweite Wassermanagement ein. Dieser Kurs wurde 2013 mit den Übernahmen der beiden australischen Unternehmen Davydick & Co. und Guyco fortgesetzt, die auf Pumpen und Ventile für die Frischwasserversorgung, Bewässerung und Landwirtschaft spezialisiert sind. 2014 weitete die Norma Group ihre Aktivitäten im Wassermanagement auf den US-amerikanischen Markt aus, indem sie National Diversified Sales, Inc. erwarb, einen Anbieter für Regenwassermanagement und Landschaftsbewässerung.
- Jüngere Akquisitionen: Im Juni 2016 wurde die Übernahme der Parker Autoline, einer Tochtergesellschaft von Parker-Hannifin, bekanntgegeben, um das Wachstum im asiatischen Raum zu stärken. Im Januar 2017 erwarb die Norma Group den portugiesischen Hersteller von Metallschellen Lifial – Indústria Metalúrgica de Águeda, Lda., wodurch neue Endkunden in Nordafrika gewonnen wurden. Im März 2017 übernahm die Norma Group 80 Prozent der Anteile am chinesischen Hersteller von Verbindungsprodukten Fengfan Fastener.
Die Norma Group SE hat sich somit durch organisches Wachstum und strategische Akquisitionen zu einem führenden Anbieter von technischer Verbindungstechnik für eine Vielzahl von Industrien entwickelt.
Börsengang und Unternehmensform
Die Entwicklung der Norma Group spiegelt sich auch in ihrer Unternehmensform wider. Zum 14. März 2011 wurde die Muttergesellschaft der Gruppe, die Norma Group GmbH, in die Norma Group AG umgewandelt. Kurz darauf, am 8. April 2011, erfolgte die Erstnotierung im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Diese Entwicklung unterstreicht die gewachsene Größe und Bedeutung des Unternehmens. Im Juli 2013 wurde die Gesellschaft schließlich in die Europäische Gesellschaft Norma Group SE umgewandelt, was ihre internationale Ausrichtung weiter betont.
NORMA: Der bekannte Lebensmittel-Discounter
Neben der Norma Group SE gibt es in Deutschland und anderen Ländern einen sehr bekannten Akteur mit demselben Namen: den NORMA Lebensmittel-Discounter. Dieses Unternehmen ist in einer ganz anderen Branche tätig und verfolgt ein spezifisches Geschäftsmodell im Einzelhandel.
Konzept des NORMA Discounters
NORMA zählt seit über 50 Jahren zu den bedeutenden und erfolgreichen Handelsunternehmen im Lebensmittel-Diskont-Bereich in Deutschland. Mit seinem Konzept, Auftritt, Sortiment, Erscheinungsbild, Preisgestaltung, Aktionsartikeln, Qualitätsanspruch und seiner Organisationsstruktur repräsentiert NORMA einen der großen deutschen Lebensmittel-Discounter. Das Unternehmen hat sich auch seit über 10 Jahren erfolgreich in Österreich etabliert.
Das Konzept von NORMA zeichnet sich durch mehrere Kernaspekte aus:
- Schnelligkeit und Rationalität: Prozesse sind darauf ausgelegt, effizient zu sein.
- Straffes Kostenmanagement: Fokus auf niedrige Betriebskosten, um günstige Preise anbieten zu können.
- Kreativität, Flexibilität und Reaktionsschnelligkeit: Anpassungsfähigkeit an Marktbedingungen und Kundenbedürfnisse.
- Innovationskraft: Ständige Weiterentwicklung des Angebots und der Prozesse.
- Hohe Qualität zum Niedrigpreis: Dies ist das zentrale Versprechen an die Kunden.
NORMA legt großen Wert auf die Qualität der angebotenen Produkte. Das Lebensmittel-Sortiment umfasst Qualitätsartikel zu Niedrigpreisen. Viele Artikel, insbesondere die Eigenmarken, tragen Prüfsiegel, die die gute Qualität bestätigen. Die angebotenen Lebensmittel reichen von täglich frischem Fleisch, Obst und Gemüse über frisches Brot und Tiefkühlkost bis hin zu vielen weiteren Produkten des täglichen Bedarfs.
Zusätzlich zum Grundsortiment bietet NORMA wöchentlich wechselnde Angebote aus dem Non-Food-Bereich. Diese Aktionsartikel umfassen praktische Dinge für Haushalt und Familie, Textilien, Elektrogeräte sowie Zier- und Topfpflanzen. Auch diese Artikel werden zu äußerst günstigen Preisen bei gleichzeitig hohem Qualitätsanspruch angeboten.
Moderne und freundliche Verkaufsräume sollen den Kunden ein schnelles und bequemes Einkaufserlebnis ermöglichen.
NORMA betont, dass Preisvorteile, die durch scharf kalkulierte Sortimente und Großeinkäufe auf dem Weltmarkt erzielt werden, dauerhaft an die Kunden weitergegeben werden. Preisreduzierungen werden als Beweis für diese Strategie hervorgehoben.
Regionale Verbundenheit und Filialnetz
Ein hoher Stellenwert wird auch der regionalen Verbundenheit beigemessen. Dies zeigt sich beispielsweise im Einlisten regionaler Artikel oder der Integration regionaler Marken, wie im Fall von Österreich mit der eigenen Produktgruppe "Qualität aus Österreich" unter dem Motto "Kenn ich, Mag ich, Kauf ich".
Der NORMA Discounter verfügt über ein ausgedehntes Filialnetz mit über 1.450 Filialen, die sich über Deutschland, Österreich, Frankreich und Tschechien erstrecken. Diese Filialen werden von insgesamt 16 Niederlassungen geleitet und versorgt.
Ungewöhnliche Angebote: Die Bunker-Story
Eine besonders ungewöhnliche Meldung bezüglich des NORMA Discounters war das Angebot von Bunkern oder Sicherheitssystemen. Dies wirft die Frage auf: Warum verkauft NORMA Bunker?
Laut Wolfgang Stütz, einem Mitglied der NORMA Geschäftsleitung, wurde dieses Angebot damit begründet, dass "aufgrund der aktuellen politischen Weltlage das Interesse am Thema Sicherheit stark gestiegen ist". NORMA selbst ist dabei nicht der direkte Hersteller, sondern arbeitet mit einem Partner zusammen: BSSD Defence. BSSD Defence ist ein Anbieter von Sicherheitssystemen in Berlin, der sich als "Schnittstelle zwischen militärischen und zivilen Sicherheitsanwendungen" versteht. Das bedeutet, BSSD verkauft nicht nur an Militärs oder öffentliche Einrichtungen, sondern auch an Privatpersonen. Solche Angebote richten sich unter anderem an sogenannte Prepper, also Personen, die sich auf mögliche Krisen oder Katastrophen vorbereiten, beispielsweise durch den Vorratskauf von Lebensmitteln und Ausrüstung. Es handelt sich hierbei um ein spezielles Angebot, das die gestiegene Nachfrage nach Sicherheitsprodukten bedienen soll, vermittelt über einen spezialisierten Partner.
Gehaltsinformationen bei NORMA (Discounter)
Die Frage nach dem Verdienst bei NORMA (vermutlich bezogen auf den Discounter) ist ebenfalls von Interesse. Die verfügbaren Informationen hierzu basieren auf Schätzungen und Daten der kununu Community.
Die angezeigten Gehaltsbänder stellen eine Schätzung der Bruttojahresgehälter für vergleichbare Vollzeit-Positionen dar. Diese Schätzungen können mögliche variable Anteile des Gehalts beinhalten. Die Grundlage für diese unverbindliche Schätzung sind verschiedene statistische Verfahren, die Gehaltsinformationen aus der kununu Community einbeziehen.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Gehaltsbänder die üblichsten Gehälter darstellen sollen und Ausreißer, sowohl nach oben als auch nach unten, dabei nicht berücksichtigt werden. Abweichungen zu den tatsächlich gezahlten Gehältern sind möglich. Konkrete Gehaltszahlen oder Tabellen sind in den bereitgestellten Informationen nicht enthalten, lediglich die Methode und Einschränkungen der Schätzung werden beschrieben.
Fazit: Zwei unterschiedliche Unternehmen unter einem Namen
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass hinter dem Namen NORMA zwei sehr unterschiedliche Unternehmen stehen: die Norma Group SE, ein global agierender Spezialist für industrielle Verbindungstechnik mit einer Geschichte geprägt von Wachstum und Akquisitionen in technischen Märkten, und der NORMA Lebensmittel-Discounter, ein etablierter Einzelhändler mit einem Fokus auf hohe Qualität zu niedrigen Preisen im Bereich Lebensmittel und Non-Food-Artikel. Während die Norma Group SE in B2B-Märkten wie Automobil, Luftfahrt oder Wassermanagement tätig ist, richtet sich der NORMA Discounter direkt an Endverbraucher. Die Verwirrung, die durch den gemeinsamen Namen entstehen kann, ist verständlich, doch die Geschäftsfelder und Identitäten sind klar voneinander getrennt.
Häufig gestellte Fragen
Nachdem wir die Profile der beiden Unternehmen betrachtet haben, beantworten wir einige häufig gestellte Fragen basierend auf den vorliegenden Informationen.
Welche Firma steckt hinter NORMA?
Hinter dem Namen NORMA stecken mindestens zwei Hauptunternehmen: die Norma Group SE, ein globaler Anbieter von Verbindungstechnik, und der NORMA Lebensmittel-Discounter, eine Einzelhandelskette für Lebensmittel und Non-Food-Artikel.
Warum verkauft NORMA (Discounter) Bunker?
Der NORMA Lebensmittel-Discounter verkauft nicht direkt Bunker, sondern bietet diese über eine Partnerschaft mit dem Sicherheitssystemanbieter BSSD Defence an. Die Begründung für dieses ungewöhnliche Angebot ist das gestiegene Interesse am Thema Sicherheit aufgrund der aktuellen politischen Weltlage.
Wie viel verdient man bei NORMA?
Informationen zu Gehältern bei NORMA (vermutlich bezogen auf den Discounter) liegen als Schätzungen basierend auf Daten der kununu Community vor. Diese Gehaltsbänder zeigen geschätzte Bruttojahresgehälter für vergleichbare Vollzeit-Positionen. Konkrete Zahlen sind nicht öffentlich verfügbar, und die Schätzungen können von den tatsächlich gezahlten Gehältern abweichen.
Was ist das Konzept von NORMA (Discounter)?
Das Konzept des NORMA Lebensmittel-Discounters ist es, hohe Qualität zu niedrigen Preisen anzubieten. Dies wird durch ein scharf kalkuliertes Sortiment, Großeinkäufe, effizientes Kostenmanagement und schnelle Prozesse erreicht. Das Sortiment umfasst Lebensmittel sowie wöchentlich wechselnde Non-Food-Artikel.
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