05/08/2018
Das Kaufhaus Oberpollinger ist seit über einem Jahrhundert eine feste Größe in der Münchner Innenstadt. Als erste Adresse für Luxus, Mode und Lifestyle zieht es nationale und internationale Kunden an. Doch hinter der glänzenden Fassade verbargen sich zuletzt erhebliche finanzielle Herausforderungen, insbesondere im Zusammenhang mit extrem hohen Mietkosten und der Insolvenz der Muttergesellschaft.

Die finanzielle Situation des Oberpollinger, der zur KaDeWe Group gehört, geriet in den Fokus der Öffentlichkeit, als bekannt wurde, welche Mieten für das prestigeträchtige Gebäude anfallen. Diese Kosten waren so hoch, dass sie selbst für ein Luxus-Kaufhaus als schwindelerregend galten und maßgeblich zu den wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Gruppe beitrugen.
- Schwindelerregende Miethöhen: Eine Belastung für den Oberpollinger
- Insolvenz der KaDeWe Group und die Signa-Verbindung
- Neustart unter Central Group: Sicherung der Zukunft durch neue Mietverträge
- Die Welt des Luxus: Was der Oberpollinger seinen Kunden bietet
- Häufig gestellte Fragen zum Oberpollinger
- Fazit
Schwindelerregende Miethöhen: Eine Belastung für den Oberpollinger
Die Mietkosten für das Kaufhaus Oberpollinger in München erreichten im Geschäftsjahr 2021 eine bemerkenswerte Summe. Laut Recherchen der „Abendzeitung München“ musste das Unternehmen insgesamt 25,902 Millionen Euro Miete zahlen. Das entspricht einer monatlichen Belastung von fast 2,16 Millionen Euro pro Monat.
Diese enormen Kosten wurden unter anderem auf sogenannte Index-Mietverträge zurückgeführt. Solche Verträge koppeln die Miete an die Inflationsrate, was in Zeiten steigender Preise zu einer kontinuierlichen Erhöhung der Mietbelastung führt. Die Signa-Unternehmensgruppe, zu der die Immobilie gehörte, soll durch solche Verträge den Wert der Immobilie über Jahre hinweg gesteigert haben. Der hohe Mietzins entsprach etwa 20 Prozent des geschätzten Jahresumsatzes von 130 Millionen Euro, was von Experten als „an der absoluten Schmerzgrenze“ bezeichnet wurde.
Insolvenz der KaDeWe Group und die Signa-Verbindung
Der Oberpollinger ist Teil der KaDeWe Group, zu der neben dem Münchner Haus auch das berühmte KaDeWe in Berlin und das Alsterhaus in Hamburg gehören. Die KaDeWe Group wiederum war eng mit dem Firmengeflecht des österreichischen Immobilieninvestors René Benko verbunden, dessen Signa-Gruppe im Herbst 2023 in eine schwere Krise geriet und Insolvenz anmelden musste.
Diese Krise zog auch die KaDeWe Group in Mitleidenschaft. Angesichts der finanziellen Belastungen, insbesondere durch die hohen Mieten für die von Signa gehaltenen Immobilien, meldete die KaDeWe Group im Januar Insolvenz in Eigenverwaltung an. Der Geschäftsbetrieb in den Kaufhäusern lief zwar weiter, aber die Zukunft der Gruppe und ihrer Standorte schien unsicher.

Neustart unter Central Group: Sicherung der Zukunft durch neue Mietverträge
Nach einer Phase der Unsicherheit scheint die Zukunft des Oberpollinger nun gesichert. Die thailändische Central Group, die bereits vor der Insolvenz Mehrheitsgesellschafterin der KaDeWe Group war, hat den Geschäftsbetrieb des Oberpollinger im Juni übernommen und entscheidende Mietverhandlungen geführt.
Die Central Group verhandelte mit dem Insolvenzverwalter der Signa-Immobilien über neue Mietkonditionen. Insidern zufolge konnten sich die Central Group und der Insolvenzverwalter auf neue Mietverträge zu marktüblichen Konditionen für die Häuser in München und Hamburg einigen. Diese Einigung ist von entscheidender Bedeutung, da sie eine nachhaltige wirtschaftliche Basis für den Weiterbetrieb schafft, die unter den alten Mietbedingungen kaum möglich war. Das Gebäude des KaDeWe in Berlin hatte die Central Group bereits im April selbst übernommen.
Der Handelsverband Bayern begrüßte die Einigung als „gute Nachricht für den Einzelhandelsstandort München und die Mitarbeiter“. Der Oberpollinger sei ein „Flaggschiff der Münchner Innenstadt“, dessen Fortbestand wichtig sei, auch um drohenden Leerstand zu vermeiden.
Allerdings bringt die Einigung auch Veränderungen für die Belegschaft mit sich. Von den zuletzt über 1.500 Mitarbeitern im Oberpollinger werden rund 100 Stellen wegfallen, hauptsächlich in der Verwaltung. Dies wurde den Mitarbeitern im Rahmen eines Interessenausgleichs und Sozialplans mitgeteilt.
Die Welt des Luxus: Was der Oberpollinger seinen Kunden bietet
Seit seiner Eröffnung am 14. März 1905 hat sich der Oberpollinger immer wieder neu erfunden. Nach einem mehrjährigen Umbau seit 2016, der nach Plänen des Architekten John Pawson erfolgte, präsentiert sich das Kaufhaus heute als modernes Einkaufserlebnis, das auf die Bedürfnisse nationaler und internationaler Kunden zugeschnitten ist.

Das Sortiment des Oberpollinger erstreckt sich über zahlreiche Etagen und bietet eine exquisite Auswahl in verschiedenen Bereichen:
Mode & Accessoires
Die Abteilung für Damenmode & Accessoires erstreckt sich über vier Etagen. Im Erdgeschoss finden sich die Stores internationaler High Fashion Brands. Die 2. Etage präsentiert eine breite Auswahl an Fashion, Schuhen und Accessoires von etablierten Designern und Contemporary Brands. In der 3. Etage finden Kunden Lingerie, Sleepwear, Swimwear sowie eine Auswahl an Trachten.
Herrenmode & Accessoires sind im Erdgeschoss sowie im Men’s Designer Department in der 1. Etage zu finden. Hier reicht das Angebot von Casual über Classic bis hin zu Contemporary Brands.
Das Untergeschoss ist mit modernem Industrial Flair der Anlaufpunkt für Urbanwear, Activewear und Sneakers für Damen und Herren. Auch für die Kleinen ist im Untergeschoss gesorgt, mit einem Bereich für Kindermode.
Beauty
Das großzügige Beauty Department im Erdgeschoss, das 2018 wiedereröffnet wurde, bietet eine einzigartige Auswahl an ausgewählten Beauty Brands und Produkten. Das offene Designkonzept schafft ein besonderes Raumerlebnis. Kunden finden hier die Beauty-Linien internationaler Marken, ausgewählte Skin Care Brands, Make-up-Klassiker und Neuheiten sowie Organic Beauty und Nischenbrands für Düfte. Ergänzt wird das Angebot durch Beauty Lounges im Erdgeschoss für individuelle Behandlungen sowie HaarWerk in der 2. Etage für professionelle Haarstylings.
Zuhause & Unterwegs
Die 4. Etage widmet sich dem Thema Home & Away. Hier finden Kunden ausgewählte Einrichtungsstücke, Designermarken und Produkte für den Wohnbereich wie Möbel, Leuchten und Textilien. Auch handgefertigte Duftkerzen, Produkte für eine schön gedeckte Tafel, Porzellan, Kristall, Table- und Barware sowie innovative Helfer für die Küche gehören zum Sortiment.

Ebenfalls in der 4. Etage sind Travel Goods und Essentials wie Koffer zu finden. Multimedia-Gadgets, Technologie und Instant Cameras runden das Angebot ab. Die Papeterie umfasst eine Auswahl an Schreibwaren und kuratierte Bücher.
Gastronomie
Für eine Pause während des Einkaufs bietet der Oberpollinger verschiedene Möglichkeiten: das Café Wolke 4 für Kaffee und Sweets, die Ivy Tagesbar in der 2. Etage mit Blick auf den Lenbachplatz und die Herzog Tagesbar im Erdgeschoss. In der 4. Etage lädt die Vinothek mit einer großen Auswahl an Weinen und Schaumweinen sowie eine Abteilung für Gin und Spirituosen zum Verweilen ein.
Services
Zusätzliche Serviceangebote wie Personal Shopping und die bereits erwähnten Beauty Lounges tragen zum exklusiven Einkaufserlebnis bei.
Häufig gestellte Fragen zum Oberpollinger
| Frage | Antwort |
|---|---|
| War der Oberpollinger insolvent? | Der Oberpollinger selbst hat keine Insolvenz angemeldet, aber die Muttergesellschaft, die KaDeWe Group, zu der er gehört, meldete im Januar Insolvenz in Eigenverwaltung an. Der Geschäftsbetrieb lief jedoch weiter. |
| Wer ist der neue Eigentümer des Geschäftsbetriebs? | Die thailändische Central Group, die bereits Mehrheitsgesellschafterin der KaDeWe Group war, hat den operativen Geschäftsbetrieb übernommen. |
| Wie hoch war die Miete des Oberpollinger? | Im Geschäftsjahr 2021 betrug die Miete rund 25,9 Millionen Euro pro Jahr, was etwa 2,16 Millionen Euro pro Monat entspricht. |
| Warum waren die Mieten so hoch? | Die hohen Mieten wurden unter anderem auf Index-Mietverträge zurückgeführt, die an die Inflation gekoppelt waren und von der ehemaligen Immobilieneigentümerin Signa zur Wertsteigerung genutzt wurden. |
| Welche Art von Produkten finde ich im Oberpollinger? | Der Oberpollinger bietet ein breites Sortiment an Luxusgütern, darunter Designer Fashion für Damen, Herren und Kinder, Beauty-Produkte und -Services, Artikel für Zuhause und unterwegs sowie Travel Goods und Papeterie. |
| Ist die Zukunft des Oberpollinger gesichert? | Durch neue Mietverträge zu marktüblichen Konditionen, die zwischen der Central Group und dem Insolvenzverwalter der Immobilieneigentümerin vereinbart wurden, gilt der Fortbestand des Geschäftsbetriebs am Standort München als gesichert. |
Fazit
Der Oberpollinger in München hat turbulente Zeiten hinter sich. Die extrem hohen Mietkosten, die zur Insolvenz der KaDeWe Group beitrugen, stellten eine erhebliche Belastung dar. Die Übernahme des operativen Geschäftsbetriebs durch die Central Group und die erfolgreichen Verhandlungen über neue, marktübliche Mietverträge markieren jedoch einen wichtigen Wendepunkt. Sie sichern den Fortbestand des traditionsreichen Kaufhauses und ermöglichen es ihm, weiterhin als erste Adresse für Luxus, Mode und Lifestyle in München zu agieren. Trotz eines notwendigen Stellenabbaus blickt der Oberpollinger nun mit einer stabileren finanziellen Basis in die Zukunft und kann sich weiterhin darauf konzentrieren, seinen Kunden ein einzigartiges und exklusives Einkaufserlebnis zu bieten.
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