11/01/2018
Falkenberg/Elster ist eine Stadt, die im Landkreis Elbe-Elster im Bundesland Brandenburg gelegen ist. Ihre geografische Position ist bemerkenswert, da sie etwa 90 Kilometer südlich von Berlin, 65 Kilometer nordöstlich von Leipzig und 80 Kilometer westlich von Cottbus liegt. Diese zentrale Lage in Mitteldeutschland hat die Geschichte und Entwicklung der Stadt maßgeblich geprägt, insbesondere durch ihre Rolle als wichtiger Verkehrsknotenpunkt.

Die Stadt Falkenberg/Elster liegt im südbrandenburgischen Raum und ist Teil des Landkreises Elbe-Elster. Geografisch wird das Stadtgebiet vom Fluss Schwarze Elster durchflossen. Dieser ist ein rechter Nebenfluss der Elbe und erstreckt sich über knapp 180 Kilometer. Er entspringt am Sibyllenstein in der Oberlausitz und mündet etwa 40 Kilometer nordöstlich von Falkenberg im Stadtgebiet von Zahna-Elster in die Elbe. Obwohl der namensgebende Fluss heute das Stadtgebiet durchquert, war dies historisch nicht immer der Fall für das ursprüngliche Dorf Falkenberg.
Zum Stadtgebiet von Falkenberg/Elster gehören neben dem Kerngebiet mehrere Ortsteile und Wohnplätze. Dazu zählen die Ortsteile Beyern, Großrössen, Kölsa, Rehfeld und Schmerkendorf, die durch Eingemeindungen hinzugekommen sind. Ergänzt wird das Stadtgebiet durch die Wohnplätze Forsthaus Görnewitz, Kiebitz, Kleinrössen, Kölsa-Siedlung und Neuhof. Diese Struktur spiegelt die historische Entwicklung und das Wachstum der Gemeinde wider.
- Ein Blick in die frühe Geschichte
- Entwicklung zur Eisenbahnerstadt
- Stadtrecht und jüngere Entwicklung
- Einwohnerentwicklung
- Häufig gestellte Fragen
- Wo liegt Falkenberg/Elster?
- Wie viele Einwohner hat Falkenberg/Elster?
- Warum ist Falkenberg/Elster eine "Eisenbahnerstadt"?
- Seit wann ist Falkenberg/Elster eine Stadt?
- Wann wurde Falkenberg/Elster erstmals urkundlich erwähnt?
- Warum heißt Falkenberg/Elster so, obwohl es ursprünglich nicht an der Schwarzen Elster lag?
Ein Blick in die frühe Geschichte
Die erste bekannte urkundliche Erwähnung von Falkenberg datiert auf das Jahr 1251. In einer Schenkungsurkunde an das Kloster Nimbschen bei Grimma wird der Ort als Valkenberch durch den Markgrafen Heinrich von Meißen genannt. Dies markiert den Beginn der dokumentierten Geschichte des Ortes, der zunächst ein eher unbedeutendes Straßendorf war.
Für die Mitte des 14. Jahrhunderts ist die Existenz eines Rittergutes in Falkenberg belegt. Dieses befand sich zunächst im Besitz eines Ritters von Rostoc. Tragischerweise wurde dieser von seinen eigenen Söhnen erschlagen. Die Söhne teilten das Gut in einen sogenannten Oberen Hof und einen Unteren Hof auf. Im Laufe der Jahrhunderte wechselten diese Höfe mehrfach den Besitzer und waren im Besitz verschiedener Adelsgeschlechter.
Eine bemerkenswerte Figur in der Geschichte des Rittergutes war Johann Friedrich von Schönberg (1543–1614). Er übernahm im Jahr 1576 den Unteren Hof von seinem Vater, dem kurfürstlichen Hofmarschall Heinrich von Schönberg. Johann Friedrich von Schönberg nutzte das Gut als Landgut. Interessanterweise war er auch schriftstellerisch tätig und gilt als Verfasser der bekannten Schildbürgergeschichten, die ab dem Jahr 1597 veröffentlicht wurden. Dies verbindet Falkenberg auf unerwartete Weise mit einem Stück deutscher Literaturgeschichte.
Falkenberg und die Schlacht bei Mühlberg
Mitte des 16. Jahrhunderts spielte sich in unmittelbarer Nähe von Falkenberg ein Ereignis von europäischer Tragweite ab. Im Jahr 1547 kam es am 24. April zur entscheidenden Schlacht bei Mühlberg, die den Schmalkaldischen Krieg beendete. Die protestantischen Truppen unter der Führung des sächsischen Kurfürsten Johann Friedrich von Sachsen (1503–1554) erlitten eine Niederlage.
Auf der Flucht wurde der Kurfürst in einem Wäldchen nahe Falkenberg/Elster von kaiserlichen Truppen umzingelt und gefangen genommen. An dieser Aktion waren spanische und ungarische Husaren sowie neapolitanische schwere Reiter beteiligt. Johann Friedrich wehrte sich tapfer und wurde dabei im Gesicht verletzt, bevor er gefangen genommen und zunächst vor den Herzog von Alba und schließlich vor Kaiser Karl V. geführt wurde. Dieses Ereignis besiegelte den Sieg des Kaisers und hatte weitreichende Folgen für die politische und religiöse Landkarte Europas. Falkenberg/Elster war somit Schauplatz eines entscheidenden Moments der Weltgeschichte.
Entwicklung zur Eisenbahnerstadt
Die größte Bedeutung erlangte Falkenberg/Elster ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zuvor ein einfaches Straßendorf, begann mit dem Bau der Eisenbahn eine rasante Entwicklung. Im Jahr 1848 erhielt Falkenberg eine Station an der Bahnstrecke Jüterbog–Riesa. Dies war der erste Schritt zur Transformation.
Der entscheidende Impuls kam jedoch im Jahr 1872 mit der Inbetriebnahme des Schienenkreuzes der Strecke Leipzig/Halle (Saale)–Eilenburg–Falkenberg–Cottbus. Falkenberg entwickelte sich zu einem zentralen Eisenbahnknotenpunkt an drei Hauptbahnen. Diese Entwicklung führte zu starkem Wachstum des Ortes und prägte seine Identität nachhaltig. Falkenberg wurde zur Eisenbahnerstadt.
Die Anwesenheit des großen Eisenbahnknotenpunkts zog zahlreiche weitere Unternehmen an. Neben den Bahnbetrieben siedelten sich auch viele Nebengewerke der Bahn an. Auch die Reichspost war ein wichtiger Arbeitgeber. Das Bevölkerungswachstum war signifikant: Hatte Falkenberg im Jahr 1875 noch etwa 1000 Einwohner, so war diese Zahl bis 1910 bereits auf 3641 angestiegen. Die Stadt wuchs, und mit ihr die notwendige Infrastruktur.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurden wichtige öffentliche Gebäude errichtet. Im Jahr 1910 wurde die neue Schule fertiggestellt, und 1913 folgte die Weihe der neuen evangelischen Kirche. Auch die wirtschaftliche Infrastruktur entwickelte sich weiter. 1908 wurde im benachbarten Liebenwerda die Überlandzentrale Liebenwerda gegründet, deren Sitz ab 1911 in Falkenberg war. Weitere Industriebetriebe siedelten sich an oder wurden neu gegründet, wie beispielsweise das Imprägnierwerk Kupsch und Seidel GmbH Berlin im Jahr 1914 oder das Kalksandsteinwerk Hartsteinwerk GmbH im Jahr 1922. Auch Freizeitanlagen entstanden, wie der Baggerteich, der heute als Erholungsgebiet Kiebitz bekannt ist. Die Wasserversorgung wurde verbessert: 1928 wurden ein Wasserturm und die zentrale Wasserversorgung gebaut.
Die Namensgebung und die Verwirrung
In den 1930er Jahren gab es im Deutschen Reich 36 Orte, die den Namen Falkenberg trugen. Um Verwechslungen zu vermeiden, wurden Unterscheidungen wie Falkenberg bei Torgau, Falkenberg, Bezirk Halle oder Falkenberg, Kreis Liebenwerda verwendet. Dies war umständlich und führte zu dem Wunsch nach einer eindeutigen Benennung.
Im Jahr 1937 beschloss der Gemeinderat, den Namen Falkenberg/Elster zu wählen. Dieser Name wurde im Januar 1938 vom Präsidenten der Provinz Sachsen bestätigt. Bemerkenswert ist, dass der Ort zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht direkt an der Schwarzen Elster lag. Der Bezug zum Fluss wurde gewählt, um eine klare geografische Zuordnung zu ermöglichen und Verwechslungen mit anderen Orten gleichen Namens zu vermeiden. Erst durch spätere Eingemeindungen erreichte das Stadtgebiet den Flusslauf der Schwarzen Elster.
Zweiter Weltkrieg und die Folgen
Aufgrund seiner strategischen Bedeutung als wichtiger Verkehrsknotenpunkt war Falkenberg/Elster im Zweiten Weltkrieg ein Ziel für Bombenangriffe. Der Ort wurde durch diese Angriffe stark zerstört. Der Krieg brachte millionenfaches Leid durch Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung in ganz Europa.
Als der Krieg nach Deutschland zurückkehrte, setzte eine massive Fluchtwelle von Millionen Deutschen aus den östlichen Gebieten ein. Da der Bahnhof Falkenberg ein bedeutender Umsteigebahnhof und Verkehrsknotenpunkt war, spielten sich hier unzählige menschliche Schicksale ab. Menschen auf der Flucht passierten diesen Bahnhof, suchten hier Schutz oder warteten auf Weiterreise. Um an das Schicksal dieser Menschen und derer, die nach dem Krieg ihre Heimat verlassen mussten, zu erinnern, wurde am 5. Oktober 2021 auf dem Bahnhofsvorplatz ein Denkmal errichtet.

Dieses Denkmal wurde im September 2022 von Unbekannten zerstört, was auf die Sensibilität des Themas hinweist. Es wurde jedoch wiederhergestellt und im April 2023 anlässlich des 78. Jahrestages der Bombardierung des Bahnhofs erneut eingeweiht. Es dient als Mahnung und Erinnerung an die Opfer von Krieg, Flucht, Vertreibung und Gewalt.
Stadtrecht und jüngere Entwicklung
Ein wichtiger Schritt in der Entwicklung von Falkenberg/Elster war die Verleihung des Stadtrechts. Dies geschah am 17. Oktober 1962. Zu diesem Zeitpunkt war die Einwohnerzahl des Ortes auf über 7000 angewachsen, was die Bedeutung und Größe widerspiegelte, die Falkenberg durch die Eisenbahnentwicklung erreicht hatte.
Ein weiterer Meilenstein war die Eingliederung umliegender, bisher selbstständiger Ortschaften. Am 31. Dezember 2001 wurden Beyern, Großrössen, Kölsa und Rehfeld in die Stadt Falkenberg/Elster eingemeindet. Durch diese Eingemeindungen vergrößerte sich das Stadtgebiet erheblich. Mit der Eingliederung dieser Orte, insbesondere von Beyern, Kölsa und Rehfeld, bekam das vergrößerte Stadtgebiet erstmals direkten Kontakt zum namensgebenden Fluss, der Schwarzen Elster. Am 26. Oktober 2003 kam mit Schmerkendorf eine weitere Ortschaft hinzu.
Im März 2019 traf die Stadtverordnetenversammlung eine wegweisende Entscheidung: Falkenberg/Elster sollte sich zum 1. Januar 2020 mit den Städten Bad Liebenwerda, Mühlberg/Elbe und Uebigau-Wahrenbrück (alle ebenfalls im Landkreis Elbe-Elster gelegen) zur Verbandsgemeinde Liebenwerda zusammenschließen. Dieser Zusammenschluss ist eine Form der interkommunalen Zusammenarbeit, bei der die beteiligten Gemeinden ihre Eigenständigkeit weitgehend behalten, aber bestimmte Verwaltungsaufgaben gemeinsam wahrnehmen.
Neben diesen strukturellen Entwicklungen wurde Falkenberg/Elster auch für sein gesellschaftliches Engagement gewürdigt. Seit dem 25. Mai 2009 führt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“. Dies unterstreicht das Bekenntnis der Stadt zu Toleranz, Weltoffenheit und einem vielfältigen Miteinander.
Verwaltungsgeschichte
Die Zugehörigkeit von Falkenberg zu verschiedenen Verwaltungseinheiten hat sich im Laufe der Zeit mehrfach geändert. Von 1817 bis 1952 gehörte Falkenberg zum Landkreis Liebenwerda. Dieser war bis 1947 Teil der preußischen Provinz Sachsen und von 1947 bis 1952 im Land Sachsen-Anhalt angesiedelt. Mit der Verwaltungsreform in der DDR im Jahr 1952 wurde Falkenberg Teil des Kreises Herzberg. Dieser Kreis gehörte bis zur Wiedervereinigung 1990 zum Bezirk Cottbus und danach zum Land Brandenburg. Seit der Kreisreform im Jahr 1993, bei der die Landkreise neu gegliedert wurden, liegt Falkenberg/Elster im heutigen Landkreis Elbe-Elster.
Der Waldbrand 2022
Ein jüngeres, einschneidendes Ereignis war ein großer Waldbrand, der am 25. Juli 2022 in der Nähe von Falkenberg ausbrach. Das Feuer breitete sich auf einer Fläche von mehr als 800 Hektar aus und stellte die Einsatzkräfte vor enorme Herausforderungen. Die Löscharbeiten dauerten bis zum 2. August 2022 an und erforderten einen Großeinsatz. Neben zahlreichen Feuerwehren aus verschiedenen Landkreisen in Brandenburg waren auch Kräfte der Bundeswehr, der Polizei und des Technischen Hilfswerks (THW) beteiligt. Zusätzlich kamen Feuerwehrleute aus vier weiteren Bundesländern zur Unterstützung, was die Dimension dieses Brandes verdeutlicht.
Einwohnerentwicklung
Die Einwohnerentwicklung von Falkenberg/Elster ist eng mit seiner Geschichte als Eisenbahnerstadt verbunden. Wie bereits erwähnt, wuchs die Bevölkerung ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stark an. Im Jahr 1875 zählte der Ort etwa 1000 Einwohner. Bis 1910 hatte sich diese Zahl mit 3641 Einwohnern bereits mehr als verdreifacht. Zum Zeitpunkt der Verleihung des Stadtrechts im Jahr 1962 war die Einwohnerzahl auf über 7000 angewachsen. Die zur Verfügung gestellten Informationen enthalten keine aktuelle Bevölkerungszahl für Falkenberg/Elster. Die historischen Zahlen zeigen jedoch eindrucksvoll das Wachstum, das durch die Entwicklung zum Eisenbahnknotenpunkt ermöglicht wurde. Die Eingemeindungen in den Jahren 2001 und 2003 haben ebenfalls zu einer deutlichen Vergrößerung der Stadtfläche und der Einwohnerzahl beigetragen, da die eingegliederten Ortsteile Beyern, Großrössen, Kölsa, Rehfeld und Schmerkendorf eigene Bevölkerungen mitbrachten.
Häufig gestellte Fragen
Hier finden Sie Antworten auf einige häufig gestellte Fragen zu Falkenberg/Elster:
Wo liegt Falkenberg/Elster?
Falkenberg/Elster liegt im südlichen Teil des Bundeslandes Brandenburg, eingebettet im Landkreis Elbe-Elster. Die Stadt befindet sich etwa 90 Kilometer südlich von Berlin, 65 Kilometer nordöstlich von Leipzig und 80 Kilometer westlich von Cottbus. Sie ist Teil der Verbandsgemeinde Liebenwerda.
Wie viele Einwohner hat Falkenberg/Elster?
Die uns vorliegenden Informationen geben historische Einwohnerzahlen an, wie 1000 im Jahr 1875, 3641 im Jahr 1910 und über 7000 im Jahr 1962. Eine aktuelle Einwohnerzahl der Stadt Falkenberg/Elster ist in den bereitgestellten Daten nicht enthalten.
Warum ist Falkenberg/Elster eine "Eisenbahnerstadt"?
Falkenberg/Elster entwickelte sich ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt an mehreren Hauptbahnen. Dies führte zu starkem Wachstum, zur Ansiedlung von Bahnunternehmen und関連Gewerben sowie zu einem Zuzug von Arbeitskräften im Eisenbahnbereich. Die Eisenbahn prägte das Leben und die Wirtschaft des Ortes über Jahrzehnte hinweg.
Seit wann ist Falkenberg/Elster eine Stadt?
Falkenberg/Elster erhielt am 17. Oktober 1962 das offizielle Stadtrecht.
Wann wurde Falkenberg/Elster erstmals urkundlich erwähnt?
Die erste urkundliche Erwähnung von Falkenberg als Valkenberch stammt aus dem Jahr 1251.
Warum heißt Falkenberg/Elster so, obwohl es ursprünglich nicht an der Schwarzen Elster lag?
Der Name Falkenberg/Elster wurde 1937/1938 gewählt, um den Ort von anderen gleichnamigen Orten zu unterscheiden und eine geografische Einordnung zu ermöglichen, auch wenn das ursprüngliche Dorf nicht direkt am Fluss lag. Erst durch die Eingemeindungen im Jahr 2001 erreichte das Stadtgebiet die Schwarze Elster.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1251 | Erste urkundliche Erwähnung als Valkenberch |
| 1547 | Ereignisse der Schlacht bei Mühlberg nahe Falkenberg |
| 1848 | Eröffnung der Bahnstrecke Jüterbog–Riesa mit Station in Falkenberg |
| 1872 | Inbetriebnahme des Schienenkreuzes (Strecke Leipzig–Cottbus), Beginn des starken Wachstums |
| 1938 | Bestätigung des Ortsnamens Falkenberg/Elster |
| 1962 | Verleihung des Stadtrechts |
| 2001 | Eingliederung von Beyern, Großrössen, Kölsa und Rehfeld |
| 2003 | Eingliederung von Schmerkendorf |
| 2020 | Zusammenschluss zur Verbandsgemeinde Liebenwerda |
| 2022 | Großer Waldbrand nahe der Stadt |
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