14/05/2023
Der Name Porz – er klingt vertraut für viele im Rheinland, doch woher stammt er eigentlich? Der heutige Stadtbezirk im Südosten Kölns blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück, die untrennbar mit der Entwicklung seiner Siedlungen entlang des Rheins und auf den höher gelegenen Terrassen verbunden ist. Um die Herkunft des Namens zu verstehen, müssen wir tief in die Vergangenheit eintauchen, bis in die Zeit der Römer und Franken.

Porz ist heute der flächenmäßig größte Stadtbezirk Kölns und beherbergt über 113.000 Einwohner. Doch vor der Eingemeindung im Jahr 1975 war Porz eine eigenständige Großstadt am Rhein, Teil des Rheinisch-Bergischen Kreises. Dieses Gebiet war schon sehr früh besiedelt. Während die Niederterrasse nahe des Rheins aufgrund häufiger Überflutungen lange Zeit wohl siedlungsfrei blieb, finden sich auf der Mittelterrasse, insbesondere im Bereich der heutigen Wahner Heide, zahlreiche prähistorische Spuren menschlicher Anwesenheit.
- Die mögliche Herkunft des Namens: Tor oder Hafen?
- Von fränkischen Siedlungen zur Grafschaft Berg
- Verwaltungswandel unter französischer und preußischer Herrschaft
- Industrialisierung, Stadtrechte und Wachstum
- Die Eingemeindung nach Köln 1975
- Porz heute
- Häufig gestellte Fragen zum Namen und zur Geschichte von Porz
Die mögliche Herkunft des Namens: Tor oder Hafen?
Die wahrscheinlichste Erklärung für den Ortsnamen Porz führt uns in die römische Zeit zurück. Der Name wird als lateinischen Ursprungs vermutet. Zwei lateinische Wörter kommen dabei in Betracht: porta, was „Tor“ bedeutet, und portus, was „Hafen“ bedeutet. Während die Bedeutung als „Tor“ (vielleicht als Zugangsort) in Betracht gezogen wurde, gilt die Herleitung von portus, also „Hafen“, als deutlich wahrscheinlicher.
Diese Annahme wird durch die geografische Lage gestützt. Der Rheinbogen bei Porz, der in früherer Zeit möglicherweise weniger stark ausgeprägt war als heute, eignete sich hervorragend für die Anlage eines Naturhafens. Ein solcher Hafen wäre in römischer oder fränkischer Zeit ein wichtiger Umschlagplatz für Waren gewesen, was die Bedeutung des Ortes erklärt. Die alten Straßenverläufe in Porz, wie die Steinstraße, Bergerstraße, Kaiserstraße und Poststraße, unterstützen diese Theorie zusätzlich, da ihre gedachten Verlängerungen sich heute im Rhein schneiden würden – ein starkes Indiz für einen ehemaligen Hafenzugang.
Interessanterweise gibt es auch eine Verbindung zum lokalen Dialekt: Auf Kölsch bedeutet das Wort „Pooz“ ebenfalls „Tor“ und wird ähnlich wie „Porz“ ausgesprochen. Obwohl dies eine klangliche Ähnlichkeit darstellt, wird die lateinische Herleitung von portus aufgrund der historischen und geografischen Gegebenheiten als die wissenschaftlich fundiertere Erklärung angesehen.
Von fränkischen Siedlungen zur Grafschaft Berg
Die einzelnen Ortschaften, die heute den Stadtbezirk Porz bilden, entstanden überwiegend in fränkischer Zeit. Dies lässt sich sowohl durch die Untersuchung von Ortsnamen als auch teilweise durch historische Urkunden belegen. Um das Jahr 1000 war der grundlegende Landesaufbau in diesem Gebiet abgeschlossen. Einige der Ortsteile entwickelten sich direkt entlang des Rheins, darunter Westhoven, Ensen, Porz, Zündorf und Langel. Andere Siedlungen entstanden entlang eines ehemaligen Rheinarmes, der bereits zur Römerzeit trockengefallen war; hierzu gehören Eil, Urbach, Elsdorf und Wahn. Auch Libur und Lind gehören traditionell zu Porz.
Bereits sehr früh in seiner Geschichte gehörte das Gebiet von Porz zur Grafschaft Berg. Aufgrund seiner strategisch günstigen Lage am Rhein wurde Porz Sitz eines Amtes, des sogenannten Amtes Porz. Dieses Amt umfasste eine deutlich größere Fläche als die spätere eigenständige Stadt Porz oder der heutige Stadtbezirk. Kirchlich war das Gebiet in die Pfarreien Zündorf, Heumar und Urbach gegliedert. Obwohl Teile des Herzogtums Berg im Zuge der Reformation evangelisch wurden, blieb das Porzer Gebiet überwiegend katholisch.
Verwaltungswandel unter französischer und preußischer Herrschaft
Während der Zugehörigkeit zum Großherzogtum Berg unter napoleonischer Herrschaft (1806 bis 1813) wurde die Verwaltung umfassend reformiert. Nach französischem Vorbild wurden Mairien eingerichtet. Die neu gebildeten Mairien Heumar und Wahn wurden dem Kanton Mülheim im Departement des Rheins zugeordnet.
Nach den Vereinbarungen des Wiener Kongresses im Jahr 1815 kam die Region zu Preußen. Die französischen Mairien wurden in preußische Bürgermeistereien umgewandelt. Heumar und Wahn gehörten nun zum Landkreis Köln im Regierungsbezirk Köln und ab 1822 zur Rheinprovinz. Das damalige Dorf Porz war nur ein Teil der Gemeinde Heumar innerhalb der Bürgermeisterei Heumar und zählte um 1830 gerade einmal 268 Einwohner. Zur Bürgermeisterei Heumar gehörten damals neben Porz auch die Orte Eil, Elsdorf, Ensen, Grengel, Heumar, Urbach und Westhoven.
Ein wichtiger Schritt in der Entwicklung von Porz war die Verlegung des Amtssitzes der Bürgermeisterei von Heumar nach Porz im Jahr 1875. Im Jahr 1910 wurde in Porz ein Rathaus für die Bürgermeisterei Heumar errichtet. Die preußischen Bürgermeistereien wurden 1927 in Ämter umbenannt. Nur ein Jahr später, 1928, erfolgte die Umbenennung der Gemeinde Heumar in Gemeinde Porz. Mit Wirkung vom 1. Juli 1929 wurden die beiden Landgemeinden Porz (die ehemalige Gemeinde Heumar) und Wahn zu einer neuen, größeren Landgemeinde namens Porz zusammengelegt. Gleichzeitig wurden die Ämter Heumar und Wahn aufgelöst und zu einem neuen Amt Porz vereinigt.
Industrialisierung, Stadtrechte und Wachstum
Mit dem Beginn der Industrialisierung gewann Porz zunehmend an Bedeutung. Die günstige Lage am Rhein und die verbesserte Infrastruktur förderten das Wachstum. Eine allmähliche Verstädterung setzte ein. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Porz einen sehr starken Bevölkerungszuwachs, der weit über dem Durchschnitt lag. Dieser rapide Aufstieg führte dazu, dass Porz im Jahr 1951 die Stadtrechte verliehen bekam.
In dieser Zeit entstanden auch neue Ortsteile oder bestehende wurden erweitert. Mit dem Ausbau des militärischen Standortes auf der Wahner Heide entwickelte sich der Ortsteil Köln-Wahnheide. Der Ausbau des Rangierbahnhofs Gremberg führte zur Entstehung des Ortsteils Gremberghoven. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Ortsteile Grengel und schließlich Finkenberg gegründet. Zum heutigen Stadtbezirk Porz gehören zudem einige größere, ehemals landwirtschaftlich genutzte Hofanlagen wie Gut Leidenhausen, Schloss Röttgen und Gut Maarhausen, die ebenfalls auf Porzer Gebiet liegen.

Die Eingemeindung nach Köln 1975
Ein einschneidendes Datum in der jüngeren Geschichte von Porz ist der 1. Januar 1975. Im Rahmen der Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen und durch das sogenannte Köln-Gesetz wurde die eigenständige Großstadt Porz am Rhein in die kreisfreie Stadt Köln eingemeindet. Dies führte zu einer Neugliederung der Stadtteile im südöstlichen Köln.
Der alte Porzer Stadtteil Heumar wurde mit dem Kölner Stadtteil Rath zusammengelegt und dem Kölner Stadtbezirk Kalk zugeordnet (heute Rath/Heumar). Im Gegenzug wurde der bereits seit 1888 zu Köln gehörende Stadtteil Poll dem neu geschaffenen Stadtbezirk Porz zugeordnet. Poll ist damit der einzige Stadtteil im heutigen Stadtbezirk 7, der bereits vor 1975 zu Köln gehörte. Diese historische Besonderheit zeigt sich noch heute in einigen spezifischen Merkmalen für Poll im Vergleich zu den anderen Porzer Stadtteilen:
| Merkmal | Poll (Köln-Altstadt) | Andere Porzer Stadtteile |
|---|---|---|
| Telefonvorwahl | 0221 (Kölner Vorwahl) | 02203 (Porzer Vorwahl) |
| Postleitzahl | 51105 | 5114x |
| Zuständige Polizeiwache | Polizeiwache Köln-Kalk | Polizeiwache Porz |
Im Jahr 2007 kam es zu einer weiteren Änderung innerhalb des Stadtbezirks: Das Gebiet, das bis dahin zu Porz-Eil gehörte, wurde als 86. Stadtteil von Köln unter dem Namen Finkenberg eigenständig.
Porz heute
Der heutige Stadtbezirk Porz umfasst die Stadtteile Eil, Elsdorf, Ensen, Finkenberg, Gremberghoven, Grengel, Langel, Libur, Lind, Poll, Porz (das Zentrum), Urbach, Wahn, Wahnheide, Westhoven und Zündorf. Mit seiner großen Fläche und vielfältigen Struktur, die sowohl Rheinlagen als auch ausgedehnte Waldgebiete wie die Wahner Heide umfasst, sowie urbanen Zentren und ländlichen Bereichen, spiegelt Porz seine lange und facettenreiche Geschichte wider.
Auch wenn die genaue Herkunft des Namens letztlich eine wissenschaftliche Interpretation bleibt, spricht vieles dafür, dass Porz seinen Namen nicht von einem einfachen Tor, sondern von einem bedeutenden Naturhafen am Rhein erhielt, der den Grundstein für die Entwicklung dieser Region legte.
Häufig gestellte Fragen zum Namen und zur Geschichte von Porz
Hier beantworten wir einige häufige Fragen rund um den Namen und die Geschichte des Kölner Stadtbezirks Porz.
Woher kommt der Name Porz?
Der Name Porz stammt sehr wahrscheinlich aus dem Lateinischen. Die am häufigsten akzeptierte Theorie ist die Ableitung von portus, was „Hafen“ bedeutet. Die geografische Lage am Rheinbogen spricht für die Existenz eines frühen Naturhafens, der dem Ort seinen Namen gab.
Wann wurde Porz nach Köln eingemeindet?
Die Eingemeindung der eigenständigen Stadt Porz am Rhein nach Köln erfolgte am 1. Januar 1975 im Rahmen der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen.
Welche Stadtteile gehören heute zu Köln-Porz?
Zum heutigen Stadtbezirk Porz (Stadtbezirk 7) gehören die Stadtteile Eil, Elsdorf, Ensen, Finkenberg, Gremberghoven, Grengel, Langel, Libur, Lind, Poll, Porz (Zentrum), Urbach, Wahn, Wahnheide, Westhoven und Zündorf.
War Porz schon immer Teil von Köln?
Nein. Porz war lange Zeit eine eigenständige Stadt und gehörte vor der Eingemeindung 1975 zum Rheinisch-Bergischen Kreis. Lediglich der Stadtteil Poll, der 1975 zu Porz kam, gehörte bereits seit 1888 zu Köln.
Warum hat Poll andere Vorwahlen und Postleitzahlen als der Rest von Porz?
Poll gehörte bereits vor der Eingemeindung von Porz zu Köln. Daher behielt Poll die Kölner Telefonvorwahl (0221) und eine Kölner Postleitzahl (51105), während die anderen Stadtteile des ehemaligen Porz ihre traditionelle Vorwahl (02203) und Postleitzahlen aus dem Bereich 5114x behielten, die das ehemalige Porzer Gebiet kennzeichnen.
Die Geschichte von Porz ist ein Spiegelbild der regionalen Entwicklung im Rheinland, geprägt von seiner Lage am Fluss, administrativen Veränderungen und starkem Wachstum. Die Herleitung seines Namens von einem Hafen unterstreicht die frühe Bedeutung des Ortes als Handels- und Verkehrsknotenpunkt.
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