12/02/2026
Die Bestimmung des eigenen Standorts ist eine grundlegende Fähigkeit in der Navigation, sei es zu Wasser oder an Land. Eine der klassischen und verlässlichsten Methoden hierfür ist das Peilen. Dabei handelt es sich um das Anvisieren eines bekannten Objekts im Gelände, dessen Position auch auf einer Karte verzeichnet ist, um daraus Rückschlüsse auf die eigene Position zu ziehen. Je nach verfügbarer Ausrüstung und Anzahl der nutzbaren Geländepunkte gibt es verschiedene Techniken, die zum Ziel führen.
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Grundlegend funktioniert das Peilen, indem man einen markanten Punkt im Gelände auswählt, der auch auf der Karte eindeutig identifizierbar ist. Man peilt diesen Punkt mit einem Kompass an und dreht den Skalenring des Kompasses, bis die Nordmarkierung mit dem Nordpfeil übereinstimmt. Anschließend legt man den Kompass mit der Anlegekante am angepeilten Punkt auf der Karte an. Nun dreht man den Kompass um diesen Punkt auf der Karte, bis die Linien am Dosenboden unter der Kompassnadel mit der Nordrichtung der Karte (Kartennord) übereinstimmen. Entlang der Anlegekante zieht man einen Strich auf der Karte. Dieser Strich repräsentiert eine sogenannte Standlinie. Ihr eigener Standort befindet sich irgendwo auf dieser Linie.

Um den genauen Standort zu erfahren, reicht eine einzelne Peilung nicht aus. Man benötigt eine zweite Standlinie. Dies erreicht man, indem man das Verfahren mit einem zweiten markanten Punkt im Gelände wiederholt. Dort, wo sich die beiden auf der Karte eingezeichneten Standlinien schneiden, befindet sich Ihr genauer Standort. Dieses grundlegende Vorgehen bildet die Basis für komplexere Peilmethoden.
- Kreuzpeilung: Der Klassiker der Positionsbestimmung
- Versegelungspeilung: Standortbestimmung mit nur einem Punkt
- Doppelte Horizontalwinkelmessung: Präzision ohne Kompassfehler
- Peilung und Abstand: Kombination für klare Ergebnisse
- Peilung und Lotung: Standortbestimmung unter Wasser
- Versegeln von Standlinien: Ein wichtiges Konzept
- Großkreisnavigation: Der kürzeste Weg
- Vergleich der Peilmethoden
- Häufig gestellte Fragen zum Peilen
- Fazit
Kreuzpeilung: Der Klassiker der Positionsbestimmung
Die Kreuzpeilung, oft auch als „rückwärts einschneiden“ bezeichnet, ist eine weit verbreitete und relativ einfache Methode zur Positionsbestimmung. Sie erfordert das Peilen von mindestens zwei sichtbaren Objekten im Gelände, deren genaue Position auf der Karte bekannt ist. Für die Durchführung benötigt man neben den beobachtbaren Geländepunkten einen Peilkompass, eine Karte, ein Lineal und idealerweise ein Kursdreieck.
Zunächst wird die Richtung zu einem ersten markanten Punkt bestimmt. Auf der Karte wird nun vom Standort dieses Punktes aus eine Standlinie in der gemessenen Richtung eingezeichnet. Der eigene Standort liegt irgendwo auf diesem „Peilstrahl“. Möglichst gleichzeitig wird ein zweiter Geländepunkt angepeilt und dessen Richtungswinkel ermittelt. Auch für diesen Punkt wird eine Standlinie auf der Karte eingezeichnet.
Die Position des Beobachters befindet sich genau am Schnittpunkt der beiden Standlinien. Um Ungenauigkeiten durch „schleifende Schnitte“ zu vermeiden, sollte der Winkel zwischen den beiden Peilungen idealerweise nicht kleiner als 20 Grad sein. Für eine höhere Genauigkeit können auch mehr als zwei Punkte gepeilt werden. Die zusätzlichen Standlinien ergeben dann meist ein kleines, unregelmäßiges Vieleck auf der Karte. Der Flächenschwerpunkt dieses Vielecks wird dann als der bestmöglich gemittelte Standort angesehen.
Neben dem Anvisieren sichtbarer Objekte können auch andere Quellen Standlinien für die Kreuzpeilung liefern, zum Beispiel Funkpeilungen oder das Anpeilen akustischer Signalgeber mit speziellen Richtmikrofonen.
Ein wichtiger Aspekt bei der Kreuzpeilung ist, dass die Peilungen idealerweise gleichzeitig erfolgen sollten. Wenn dies nicht möglich ist, kann man einen einmal ermittelten Peilstrahl auch für eine Standortbestimmung zu einem späteren Zeitpunkt verwenden. Hierfür muss jedoch bekannt sein, wie weit und in welche Richtung sich das Schiff oder die Person inzwischen bewegt hat (Distanz und Kurs). Der ursprüngliche Peilstrahl wird dann in Richtung der zurückgelegten Strecke parallel verschoben. Dieses Verfahren nennt man Versegeln von Standlinien und es ermöglicht die Standortbestimmung mit nicht-gleichzeitigen Peilungen.
Querab-Peilung als Spezialfall
Ein besonderer Fall der Kreuzpeilung tritt auf, wenn man einer bekannten Standlinie folgt und ein weiteres Objekt peilt, das genau im rechten Winkel (querab) zur eigenen Standlinie liegt. Wenn die eigene Position auf einer bekannten Linie liegt (z.B. durch eine Deckpeilung, bei der zwei Objekte in eine Linie fallen), kann die Position durch eine Querab-Peilung eines dritten Objekts sehr genau bestimmt werden. Je näher sich das querab gepeilte Objekt an der Standlinie befindet, desto präziser ist das Ergebnis.
Versegelungspeilung: Standortbestimmung mit nur einem Punkt
Die Versegelungspeilung ist eine clevere Methode, die es ermöglicht, den eigenen Standort zu bestimmen, auch wenn nur ein einziger markanter Geländepunkt mit bekannter Position verfügbar ist. Im Gegensatz zur Kreuzpeilung, die (idealerweise) gleichzeitige Peilungen erfordert, nutzt die Versegelungspeilung zwei zeitversetzte Peilungen desselben Objekts.
Voraussetzung für diese Methode ist, dass die Fahrt über Grund (Geschwindigkeit) und der Kurs über Grund während der Zeit zwischen den beiden Peilungen bekannt sind. Diese Werte müssen gegebenenfalls aus der Fahrt durchs Wasser, Strömung und Windabdrift geschätzt oder berechnet werden.
Der Prozess beginnt mit der ersten Peilung des Geländepunkts. Wie bei der einfachen Peilung wird eine erste Standlinie auf der Karte eingezeichnet. Der Standort befindet sich irgendwo auf dieser Linie. Anschließend bewegt sich das Schiff oder die Person eine bekannte Strecke mit bekanntem Kurs. Während dieser Bewegung wird die Zeit gestoppt, um die zurückgelegte Distanz zu ermitteln (Strecke = Geschwindigkeit * Zeit).
Nachdem die bekannte Strecke zurückgelegt wurde, wird der gleiche Geländepunkt erneut angepeilt. Dies ergibt eine zweite Standlinie. Um nun den Standort zu finden, wird die erste Standlinie auf der Karte parallel in Richtung des gefahrenen Kurses und um die zurückgelegte Distanz verschoben. Diese verschobene Standlinie wird als "versegelte" Standlinie bezeichnet.
Der Schnittpunkt der zweiten (neuen) Standlinie mit der versegelten ersten Standlinie markiert den aktuellen Standort zum Zeitpunkt der zweiten Peilung.
Alternativ zur Parallelverschiebung kann der Abstand zum Peilobjekt zum Zeitpunkt der zweiten Peilung auch mithilfe des Sinussatzes berechnet werden, wenn alle Winkel im Dreieck (Standort 1, Standort 2, Peilobjekt) und die versegelte Strecke bekannt sind. In speziellen Fällen, wenn das Dreieck gleichschenklig ist (versegelte Distanz gleich Abstand zum Peilobjekt), erübrigt sich die Berechnung. Ein besonders bekannter Spezialfall ist die Vierstrichpeilung, bei der das Dreieck gleichschenklig und rechtwinklig ist, was auftritt, wenn die Winkel zwischen Kurslinie und Peilung 45 Grad betragen (früher 4 nautische Strich). Obwohl diese Sonderfälle die Konstruktion vereinfachen können, erfordern sie oft einen hohen Beobachtungsaufwand, um den exakten Zeitpunkt für die zweite Peilung zu treffen.
Doppelte Horizontalwinkelmessung: Präzision ohne Kompassfehler
Die Positionsbestimmung mittels doppelter Horizontalwinkelmessung ist eine Methode, die drei bekannte Geländepunkte nutzt und den Vorteil hat, dass sie weniger anfällig für Kompassfehler wie Missweisung und magnetische Störungen ist. Statt Richtungen zu peilen, misst man die Winkel zwischen den drei Punkten von der eigenen Position aus.
Man misst zwei Horizontalwinkel: den Winkel zwischen dem ersten und zweiten Punkt (z.B. Tempel und Haus) und den Winkel zwischen dem zweiten und dritten Punkt (z.B. Haus und Fabrik), immer vom eigenen Standort aus gesehen. Diese Winkel können entweder direkt mit einem geeigneten Messgerät wie einem Sextanten gemessen oder als Differenz von Kompasspeilungen zu den drei Punkten errechnet werden.
Die eigene Position liegt auf einem sogenannten Fasskreis. Ein Fasskreis ist der geometrische Ort aller Punkte, von denen aus eine bestimmte Strecke unter einem bestimmten Winkel erscheint. Für jeden gemessenen Winkel (zwischen Punkt 1 & 2 und Punkt 2 & 3) gibt es einen solchen Fasskreis. Die gesuchte Position ist der Schnittpunkt der beiden relevanten Fasskreise, wobei man darauf achten muss, dass die Geländepunkte vom Schnittpunkt aus in der korrekten Reihenfolge erscheinen.
Diese Methode versagt, wenn die drei bekannten Punkte und der eigene Standort alle auf einem einzigen Kreis liegen. Für die meisten Fälle ist ein praktisches „Probierverfahren“ eine gute Alternative zur geometrischen Konstruktion mit dem Zirkel: Man stellt die gemessenen Winkel an einem Doppelwinkelmesser mit verstellbaren Schenkeln ein und verschiebt diesen dann auf der winkeltreuen Karte, bis die Schenkel über den entsprechenden Geländepunkten liegen. Der Scheitelpunkt des Winkelmessers markiert dann den Standort. Dies kann auch mit Pauspapier und eingezeichneten Winkeln erfolgen. Dieses Verfahren entspricht dem Rückwärtsschnitt in der Geodäsie.
Es gibt auch ein Konstruktionsverfahren, das ohne Zirkel auskommt, die sogenannte Pothenotsche Konstruktion.

Die Pothenotsche Konstruktion
Die Pothenotsche Konstruktion ist ein spezifisches geometrisches Verfahren zur Standortbestimmung mithilfe dreier bekannter Punkte (Landmarken) und zweier gemessener Horizontalwinkel. Die Lage des Standorts (P) wird als Schnittpunkt zweier Kreise ermittelt. Das Verfahren beinhaltet das Abtragen von Winkeln (90° minus den gemessenen Horizontalwinkeln) von bestimmten Punkten der Basislinie und das Errichten von Senkrechten, um Hilfspunkte zu finden, die die Mittelpunkte der benötigten Kreise definieren. Die genaue Durchführung ist komplex und erfordert präzises Zeichnen.
Peilung und Abstand: Kombination für klare Ergebnisse
Eine weitere Methode zur Standortbestimmung kombiniert eine Peilung mit der Kenntnis des Abstands zu dem gepeilten Objekt. Hierfür müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein: Man muss die Peilung zu einem Objekt mit bekannter Position bestimmen können, und der Abstand zu diesem Objekt muss ebenfalls bekannt sein.
Auf der Karte wird zunächst die Peilungslinie vom bekannten Objekt ausgehend in der gemessenen Richtung eingezeichnet. Anschließend wird um das bekannte Objekt ein Kreis mit dem bekannten Abstand als Radius gezogen. Der Schnittpunkt dieses Kreises mit der Peilungslinie markiert den eigenen Standort.
Der Abstand zum Objekt wird im Allgemeinen durch eine Höhenwinkelmessung ermittelt. Dabei misst man den Winkel zur Spitze eines Objekts, dessen Höhe bekannt ist (z.B. die Feuerträgerhöhe eines Leuchtturms aus einem Leuchtfeuerverzeichnis). Mithilfe der Trigonometrie, speziell des Tangens, kann aus der bekannten Höhe (h) und dem gemessenen Höhenwinkel (φ) die Entfernung (e) berechnet werden: e = h / tan(φ). Für kleine Winkel gibt es auch eine vereinfachte Näherungsformel.
Wenn die Höhe des Objekts nicht bekannt ist, kann der Abstand dennoch durch eine zweite Höhenwinkelmessung zu einem späteren Zeitpunkt bestimmt werden, ähnlich wie bei der Versegelungspeilung. Man fährt mit bekannter Geschwindigkeit geradlinig auf das Objekt zu und misst die Zeit zwischen den beiden Höhenwinkelmessungen, um die zurückgelegte Strecke zu ermitteln. Aus diesen Daten kann dann der Abstand zum Objekt berechnet werden.
Peilung und Lotung: Standortbestimmung unter Wasser
Diese Methode ist primär für die Navigation auf See relevant und kombiniert eine Peilung mit der Kenntnis der Wassertiefe. Die Voraussetzungen sind: Man muss ein Objekt mit bekannter Position peilen können, und die Wassertiefe an der eigenen Position muss bekannt sein.
Zunächst wird die Peilungslinie auf der Seekarte eingezeichnet, ausgehend vom bekannten gepeilten Objekt. Anschließend sucht man auf dieser Peilungslinie auf der Karte nach einer Stelle, bei der die dort verzeichnete Wassertiefe mit der aktuell gemessenen Wassertiefe übereinstimmt. Dieser Punkt auf der Linie ist der eigene Standort.
Wenn keine zweite Standlinie verfügbar ist (z.B. durch Peilung eines zweiten Objekts), kann eine sogenannte Reihenlotung durchgeführt werden. Dabei lotet man in festgelegten Abständen die Wassertiefe und trägt diese Messwerte auf einen Streifen Pauspapier oder Ähnlichem auf, entsprechend den abgefahrenen Abständen. Diesen Streifen verschiebt man dann im Bereich des geschätzten Standorts (gekoppelter Ort) auf der Karte, wobei das Pauspapier in Richtung des gefahrenen Kurses ausgerichtet wird. Man sucht eine Position, bei der die gemessenen Tiefenwerte auf dem Streifen mit den Tiefenwerten auf der Seekarte entlang der Peilungslinie übereinstimmen.
Dieses Verfahren ist nur dann effektiv, wenn sich der Meeresboden schnell genug verändert, sodass sich die gemessenen Tiefenwerte auf einer kurzen Strecke merklich ändern. In Gebieten mit sehr gleichmäßigem Meeresboden ist diese Methode weniger genau.
Versegeln von Standlinien: Ein wichtiges Konzept
Das Konzept des Versegelns von Standlinien ist fundamental, insbesondere bei der Versegelungspeilung, aber auch nützlich, wenn eine zu einem früheren Zeitpunkt ermittelte Standlinie für eine Standortbestimmung zu einem späteren Zeitpunkt benötigt wird. Es bedeutet, dass eine Standlinie auf der Karte parallel verschoben wird. Die Verschiebung erfolgt in Richtung des inzwischen gefahrenen Kurses und um die Distanz, die seit der Ermittlung der ursprünglichen Standlinie zurückgelegt wurde. Diese verschobene Linie repräsentiert dann die neue Standlinie zum aktuellen Zeitpunkt. Dieses Verfahren ermöglicht es, aus einer oder wenigen nicht-gleichzeitigen Peilungen den aktuellen Standort zu ermitteln, vorausgesetzt, der gefahrene Kurs und die zurückgelegte Distanz sind bekannt.
Obwohl die Großkreisnavigation keine Methode der Standortbestimmung mittels Peilung im engeren Sinne ist, wird sie im Kontext der Navigation oft erwähnt, da sie sich mit der Routenplanung beschäftigt. Ziel ist es, den kürzesten Weg zwischen Start- und Zielpunkt auf der Erdoberfläche zu finden. Diese kürzeste Verbindung liegt auf einem Großkreis, der sogenannten Orthodrome. Im Allgemeinen unterscheidet sich die Orthodrome von der Loxodrome, der Linie konstanten Kurswinkels. Nur wenn Start- und Zielpunkt auf demselben Meridian oder dem Äquator liegen, fallen Orthodrome und Loxodrome zusammen.
Für die Großkreisnavigation wird die Erde als ideale Kugel betrachtet. Es gibt verschiedene Näherungsverfahren, um den auf der Orthodrome benötigten, sich ständig ändernden Kurswinkel zu bestimmen. Dies kann durch Berechnungen (z.B. mithilfe der Abweitung), Tabellenwerke oder die Verwendung spezieller Karten mit gnomonischer Projektion erfolgen. Moderne Navigationsrechner übernehmen diese Anpassung des Kurses automatisch. Für kürzere Entfernungen (unter ca. 500 km) ist der Unterschied zwischen Orthodrome und Loxodrome oft vernachlässigbar.
Vergleich der Peilmethoden
| Methode | Benötigte Objekte/Punkte | Benötigte Ausrüstung (basierend auf Text) | Ergebnis | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Grundlegendes Peilen | 1 (für Standlinie), 2 (für Standort) | Kompass, Karte | Standlinie (1 Punkt), Standort (2 Punkte) | Basis für andere Methoden |
| Kreuzpeilung | Mind. 2 bekannte Punkte | Peilkompass, Karte, Lineal, Kursdreieck | Standort (Schnittpunkt) | Peilungen idealerweise gleichzeitig; Winkel zw. Peilungen > 20° empfohlen |
| Querab-Peilung | 1 Objekt querab, Position auf bekannter Standlinie | Peilkompass, Karte | Genauer Standort | Spezialfall der Kreuzpeilung, Objekt im rechten Winkel zur Standlinie |
| Versegelungspeilung | 1 bekannter Punkt | Peilkompass, Karte, Wissen über Kurs & Fahrt über Grund | Standort zum Zeitpunkt der 2. Peilung | Zwei zeitversetzte Peilungen; benötigt Versegeln der 1. Standlinie |
| Doppelte Horizontalwinkelmessung | 3 bekannte Punkte | Sextant oder Kompass & Rechenweg, Karte | Standort (Schnittpunkt von Fasskreisen) | Weniger anfällig für Kompassfehler; kann mit Probierverfahren oder Pothenotscher Konstruktion gelöst werden |
| Peilung und Abstand | 1 bekanntes Objekt, Abstand zum Objekt | Peilkompass, Karte, Zirkel, (Sextant für Höhenwinkelmessung) | Standort (Schnittpunkt von Peillinie und Kreis) | Abstand kann durch Höhenwinkel oder Versegelung ermittelt werden |
| Peilung und Lotung | 1 bekanntes Objekt, Wassertiefe | Peilkompass, Seekarte, Lot (Tiefenmesser) | Standort auf Peillinie | Nur nützlich bei schnell wechselnder Wassertiefe; ggf. Reihenlotung |
| Versegeln von Standlinien | Standlinie, Kurs, Distanz | Karte, Lineal, Kursdreieck | Verschobene Standlinie | Hilfskonstruktion, z.B. für Versegelungspeilung |
Häufig gestellte Fragen zum Peilen
Was ist eine Standlinie? Eine Standlinie ist eine Linie auf der Karte, auf der sich der Beobachter befindet. Sie wird durch das Peilen eines bekannten Objekts ermittelt. Jeder Punkt auf dieser Linie hat die gleiche peilungsmäßige Richtung zum gepeilten Objekt.
Was bedeutet "versegeln" von Standlinien? Versegeln bezeichnet das Parallelverschieben einer Standlinie auf der Karte. Die Verschiebung erfolgt in Richtung des gefahrenen Kurses und um die seit der ursprünglichen Peilung zurückgelegte Distanz. Dies wird benötigt, um eine Standlinie von einem früheren Zeitpunkt für eine Positionsbestimmung zu einem späteren Zeitpunkt zu nutzen.
Warum benötige ich bei der Kreuzpeilung mindestens zwei Punkte? Eine einzelne Peilung ergibt nur eine Standlinie, auf der sich der Standort befindet, aber nicht den genauen Punkt auf dieser Linie. Erst der Schnittpunkt von mindestens zwei Standlinien, die von verschiedenen Objekten aus ermittelt wurden, liefert den exakten Standort.
Was ist der Vorteil der doppelten Horizontalwinkelmessung gegenüber der Kreuzpeilung? Der Hauptvorteil ist die geringere Anfälligkeit für Kompassfehler (Missweisung, magnetische Störungen). Die Winkelmessung selbst ist oft genauer als die Peilung der Richtung.
Wann ist die Methode Peilung und Lotung sinnvoll? Diese Methode ist primär in der Schifffahrt nützlich und nur dort, wo sich die Wassertiefe auf kurzen Distanzen signifikant ändert, da sonst die genaue Position auf der Peilungslinie schwer zu bestimmen ist.
Fazit
Die verschiedenen Methoden der Standortbestimmung durch Peilen bieten vielfältige Möglichkeiten, den eigenen Standort zu ermitteln, auch ohne moderne elektronische Navigationssysteme. Von der einfachen Kreuzpeilung mit zwei bekannten Punkten bis hin zu komplexeren Verfahren wie der Versegelungspeilung oder der Horizontalwinkelmessung – jede Methode hat ihre spezifischen Anforderungen und Einsatzbereiche. Die Kenntnis dieser Techniken ist nicht nur für die traditionelle Navigation auf See oder im Gelände wertvoll, sondern vermittelt auch ein tiefes Verständnis für die Prinzipien der Positionsbestimmung. Die Wahl der Methode hängt von der Verfügbarkeit von markanten Punkten, der vorhandenen Ausrüstung und den Umgebungsbedingungen ab. In vielen Situationen, insbesondere als Notfall-Backup, sind diese klassischen Peilverfahren unverzichtbar.
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