25/09/2018
Die Geschichte von Pinocchio, der neugierigen Holzpuppe, die davon träumt, ein echter Junge zu sein, hat Generationen verzaubert. Sie ist eine Erzählung über Abenteuer, Lügen, Reue und die Bedeutung von Ehrlichkeit und Mut. Doch wer hat diese berühmte Figur ins Leben gerufen und welche aufregenden Erlebnisse musste Pinocchio meistern, um seinen sehnlichsten Wunsch zu erfüllen?

- Der Schöpfer von Pinocchio: Carlo Collodi
- Die Entstehung der Holzpuppe
- Pinocchios erste Abenteuer und Irrwege
- Die Blaue Fee und das Gewissen Jiminy Grille
- Das Abenteuer auf der Vergnügungsinsel und die Verwandlung
- Pinocchio im Bauch des Wals
- Die Verwandlung zum echten Jungen
- Pinocchio und Disney
- Häufig gestellte Fragen zu Pinocchio
Der Schöpfer von Pinocchio: Carlo Collodi
Die Figur Pinocchio stammt aus der Feder des italienischen Autors Carlo Collodi. Seine Abenteuer erschienen erstmals 1881 in einer italienischen Wochenzeitung unter dem Titel „Le Avventure Di Pinocchio: Storia Di Un Burattino“, was übersetzt so viel bedeutet wie „Abenteuer des Pinocchio: Geschichte eines Hampelmanns“. Diese Fortsetzungsgeschichten erfreuten sich großer Beliebtheit, was Collodi dazu bewegte, sie 1883 in Buchform unter dem Namen „Le avventure di Pinocchio“ zu veröffentlichen. Das Buch wurde später in viele Sprachen übersetzt und ist bis heute ein Klassiker der Kinderliteratur.
Die Entstehung der Holzpuppe
Die Geschichte beginnt, als der Tischler Antonio, auch „Meister Kirsche“ genannt, ein sprechendes Holzscheit findet. Da ihm das unheimlich ist, schenkt er es seinem Freund, dem Holzschnitzer Geppetto. Geppetto ist von dem Holzklotz begeistert und beschließt, daraus eine Holzpuppe zu schnitzen. Er gibt ihr den Namen Pinocchio, ein Wortspiel, das auf die Pinie und das italienische Wort für Dummkopf anspielt.

Zu Geppettos großer Überraschung erwacht die Puppe zum Leben. Anstatt dankbar und artig zu sein, reißt Pinocchio sofort aus. Dies führt dazu, dass Geppetto sogar kurzzeitig im Gefängnis landet. Als Geppetto wieder frei ist, findet er Pinocchio ausgehungert und reumütig zu Hause. Pinocchio verspricht, sich zu bessern und zur Schule zu gehen. Trotz seiner Armut verkauft Geppetto seine einzige Jacke, um Pinocchio eine Fibel zu kaufen, damit er lernen kann.
Pinocchios erste Abenteuer und Irrwege
Auf dem Weg zur Schule lässt sich Pinocchio jedoch leicht ablenken. Er gerät an ein Marionettentheater und schwänzt den Unterricht. Die anderen Puppen erkennen ihn als einen der ihren, und es kommt zu einer ausgelassenen Feier. Der Theaterdirektor Feuerfresser ist zunächst verärgert und will Pinocchio als Brennholz verwenden, bekommt aber Mitleid und schenkt ihm fünf Goldstücke für seinen Vater Geppetto.
Auf dem Heimweg trifft Pinocchio auf den Fuchs und den Kater, zwei hinterlistige Gauner. Leichtgläubig erzählt er ihnen von seinem Reichtum. Sie überreden ihn, das Geld auf dem sogenannten Wunderfeld zu vergraben, wo es sich angeblich vermehren soll. Nach einer Übernachtung in einer Herberge versuchen die beiden, Pinocchio zu berauben. Da er die Goldstücke im Mund versteckt, gelingt ihnen das nicht sofort, und sie hängen ihn an einem Ast einer Eiche auf. In letzter Minute wird er jedoch von einer Fee mit dunkelblauen Haaren gerettet.
Die Fee pflegt Pinocchio gesund und ermahnt ihn, ehrlich zu sein. Doch Pinocchio lernt nicht sofort. Auf dem Weg nach Hause trifft er erneut auf den Fuchs und den Kater, die ihn wieder zum Wunderfeld locken. Dieses Mal gelingt es ihnen, ihm das Geld zu stehlen. Als Pinocchio den Diebstahl anzeigt, landet er paradoxerweise selbst im Gefängnis. Nach vier Monaten kann er fliehen, wird aber von einem Bauern gefangen und gezwungen, als Wachhund zu arbeiten, bis er auch von dort entkommt.
Die Blaue Fee und das Gewissen Jiminy Grille
In einer anderen Version der Geschichte spielt die Blaue Fee eine noch direktere Rolle von Anfang an. Nachdem Geppetto sich wünscht, dass Pinocchio ein echter Junge wird, erscheint die Fee und erweckt die Puppe zum Leben. Sie erklärt jedoch, dass Pinocchio selbst dazu beitragen muss, indem er Mut, Ehrlichkeit und Selbstlosigkeit zeigt. Die Fee ernennt die wandernde Grille Jiminy zu Pinocchios Gewissen, das ihm helfen soll, den richtigen Weg zu finden.
Auch in dieser Version gerät Pinocchio schnell in Schwierigkeiten. Der Fuchs und der Kater versuchen, ihn an den Puppenspieler Stromboli zu verkaufen. Pinocchio lässt sich überreden, wird zum Star des Theaters, aber Stromboli sperrt ihn ein, um ihn nicht zu verlieren. Nur mit Hilfe der Blauen Fee kann er entkommen.

Das Abenteuer auf der Vergnügungsinsel und die Verwandlung
Trotz seiner Versprechen, brav zu sein, gerät Pinocchio erneut in schlechte Gesellschaft. Der Fuchs und der Kater oder, in der anderen Version, ein Mitschüler namens „Kerzendocht“, locken ihn auf eine Insel, das „Land der Spielereien“ oder „Vergnügungsinsel“, auf der Kinder nur spielen und Spaß haben dürfen. Pinocchio gibt der Verlockung nach und verbringt dort eine Nacht des ungezügelten Vergnügens.
Doch das Paradies entpuppt sich als Falle. Alle Kinder, die sich auf der Insel aufhalten, verwandeln sich nach und nach in Esel. Pinocchio wachsen ebenfalls Eselsohren und ein Schwanz. In der einen Erzählung wird er mit den anderen Eseln verkauft, entkommt aber, als er ins Meer geworfen wird und die Fische seine Eselshaut abfressen. In der anderen Version entkommt er, obwohl er bereits Eselmerkmale hat, zusammen mit Jiminy Grille von der Insel.
Pinocchio im Bauch des Wals
Ein zentrales und oft zitiertes Abenteuer ist Pinocchios Begegnung mit einem riesigen Meerestier. In der ursprünglichen Geschichte von Collodi ist es ein Riesenhai, in der bekannteren Disney-Version ein Wal namens Monstro. Die Umstände, wie Pinocchio dort landet, variieren leicht.
In einer Version sucht Pinocchio am Meer nach seinem Vater Geppetto, der sich ebenfalls auf die Suche nach ihm gemacht hat und von einer Welle erfasst wurde. Pinocchio stürzt sich mutig in die Fluten, um ihn zu retten, wird aber erschöpft an Land gespült. Später wird er von dem Riesenhai verschluckt.
In einer anderen Darstellung schwimmt Pinocchio im Meer, als er vom Wal verschluckt wird. Im Bauch des Wals ist es stockdunkel. Die Luft rauscht wie ein Sturm, weil der Wal Asthma hat. Pinocchio hört die Stimme eines verschluckten Thunfischs. Dann entdeckt er einen Lichtschimmer, der von einer Kerze auf einem Tisch kommt. Dort findet er zu seiner großen Freude seinen Vater Geppetto wieder.
Geppetto hat zwei Jahre im Wal überlebt, weil der Wal zufällig auch ein Handelsschiff mit Vorräten wie Büchsenfleisch, Zwieback, Wein, Kerzen und Streichhölzern verschluckt hatte. Pinocchio und Geppetto beschließen zu fliehen. Sie gehen durch die Kehle des Wals, die im Dunkeln zum aufgerissenen Maul führt. Der Wal schläft mit offenem Maul, weil er an Herzbeschwerden leidet. Pinocchio und Geppetto klettern vorsichtig über die Zunge und die Zahnreihen und springen ins Meer. Der Thunfisch folgt ihnen, und alle drei schwimmen in Sicherheit.

In der Version mit Monstro dem Wal landen Pinocchio und Jiminy Grille ebenfalls im Bauch des Wals, nachdem sie erfahren, dass Geppetto dort gefangen ist. Sie treffen Geppetto und finden einen Weg, den Wal zum Niesen zu bringen, um zu entkommen. Der Wal verfolgt sie jedoch. Bei dem Versuch, durch eine Felslücke zu entkommen, prallt der Wal gegen den Felsen und zerschmettert ihr Floß. Pinocchio scheint dabei sein Leben zu verlieren.
Die Verwandlung zum echten Jungen
Der Höhepunkt der Geschichte ist die Verwandlung von Pinocchio von einer Holzpuppe in einen echten Jungen aus Fleisch und Blut. Dies geschieht nicht einfach so, sondern ist eine Belohnung für sein verändertes Verhalten.
In der Version, in der er im Bauch des Wals/Hais landet und seinen Vater rettet, verspricht Pinocchio, von da an endlich ein ehrlicher und verantwortungsbewusster Junge zu sein. Als er diesen Vorsatz erfolgreich umsetzt und durchhält, wacht er eines Tages als richtiger Junge auf. Seine Bemühungen und seine Reue führen zur Erfüllung seines Wunsches und des Wunsches seines Vaters Geppetto.
In der Version mit der Blauen Fee, die ihn schon mehrmals gerettet hat, verspricht Pinocchio nach seinen Fehlern, sich zu bessern und zur Schule zu gehen. Die Fee verspricht ihm im Gegenzug, dass er eines Tages ein richtiger Junge werden würde, wenn er seinen Vorsatz hält. Als er nach dem Abenteuer mit Monstro dem Wal, bei dem er sein Leben riskiert, wiederbelebt wird, geschieht die endgültige Verwandlung. Seine tapferen und selbstlosen Taten, besonders der Versuch, seinen Vater zu retten, beweisen, dass er die Eigenschaften eines echten Jungen besitzt. Während Pinocchio und Geppetto dies feiern, wird Jiminy Grille von der Fee für seine Rolle als Gewissen ausgezeichnet.
Die Geschichte betont immer wieder, dass es nicht reicht, menschlich auszusehen; man muss auch menschlich handeln. Ehrlichkeit, Mut, Selbstlosigkeit und das Übernehmen von Verantwortung sind die Eigenschaften, die eine Holzpuppe in einen echten Jungen verwandeln.
Pinocchio und Disney
Die Geschichte von Pinocchio wurde weltweit durch die Verfilmung von Walt Disney Pictures im Jahr 1940 sehr bekannt. Dieser Zeichentrickfilm prägte maßgeblich das Bild, das viele Menschen heute von Pinocchio, Geppetto, Jiminy Grille und den anderen Charakteren haben. Die Disney-Version weicht in einigen Details von Collodis Buch ab, behält aber die Kernbotschaft bei.

Disney arbeitet auch an einer Realverfilmung des Pinocchio-Stoffs. Die Pläne dafür wurden bereits 2015 bekannt. Verschiedene Drehbuchautoren und Regisseure waren im Gespräch, darunter Peter Hedges, Chris Weitz, Sam Mendes und Paul King. Schließlich wurde Robert Zemeckis als Regisseur und Drehbuchautor zusammen mit Chris Weitz bestätigt. Die Dreharbeiten begannen im März 2021 in England und waren im April 2021 abgeschlossen. Für die visuellen Effekte wurden renommierte Studios wie Moving Picture Company und DNEG engagiert. Der Soundtrack, komponiert von Alan Silvestri und Glen Ballard, enthält auch Musikstücke aus dem Original-Zeichentrickfilm von 1940, darunter das berühmte Lied „When You Wish Upon a Star“, gesungen von Cynthia Erivo, die in der Verfilmung die Blaue Fee darstellt.
Häufig gestellte Fragen zu Pinocchio
Wie heißt der Hersteller von Pinocchio?
Pinocchio wurde von dem Holzschnitzer namens Geppetto hergestellt oder geschnitzt. Er wünschte sich sehnlichst einen Sohn.
Hat Pinocchio in einem Wal gelebt?
Ja, in den verschiedenen Versionen der Geschichte lebt Pinocchio zeitweise im Bauch eines riesigen Meerestiers. In Collodis Buch ist es ein Riesenhai, in der Disney-Version ein Wal namens Monstro. In beiden Fällen trifft er dort seinen Vater Geppetto wieder und entkommt.
Wie wird Pinocchio zum Jungen?
Pinocchio wird zum echten Jungen, nachdem er Mut, Ehrlichkeit und Selbstlosigkeit bewiesen hat und gelernt hat, verantwortungsbewusst zu handeln. Seine Verwandlung ist eine Belohnung für sein gutes Verhalten und die Erfüllung seines Wunsches, ein richtiger Junge zu sein.
Ist Pinocchio von Disney?
Die Figur Pinocchio stammt ursprünglich aus einem Buch des italienischen Autors Carlo Collodi. Walt Disney Pictures produzierte jedoch 1940 einen sehr bekannten Zeichentrickfilm basierend auf der Geschichte, der maßgeblich zu ihrer weltweiten Popularität beitrug. Disney arbeitet auch an einer neueren Realverfilmung.
Wenn du mehr spannende Artikel wie „Pinocchio: Vom Holzscheit zum echten Jungen“ entdecken möchtest, schau doch mal in der Kategorie Bürobedarf vorbei!
