28/07/2015
Schmetterlinge sind wundervolle Boten des Sommers und machen jeden Garten schöner und lebendiger. Ihre Anwesenheit fördert nicht nur die Artenvielfalt, sondern ist auch eine Freude für jeden Naturfreund. Um diese schönen Insekten in Ihren Garten zu locken, können Sie gezielte Maßnahmen ergreifen, die auf die Bedürfnisse von Schmetterlingen zugeschnitten sind. Es geht darum, ihnen sowohl Nahrung als auch Schutz zu bieten und schädliche Einflüsse zu vermeiden.

Die Wahl der richtigen Pflanzen ist dabei von zentraler Bedeutung. Schmetterlinge benötigen Energie zum Leben, und diese gewinnen sie hauptsächlich aus dem Nektar von Blüten. Nicht jede Blüte ist jedoch gleichermaßen attraktiv für sie. Schmetterlinge haben Präferenzen, was Farbe und Form angeht.
- Welche Farben locken Schmetterlinge besonders an?
- Die Bedeutung nektarreicher Pflanzen
- Ein durchgehendes Buffet: Pflanzen, die die ganze Saison über blühen
- Mehr als nur Nektar: Futter für Raupen
- Pflanzenauswahl für einen Schmetterlingsgarten
- Schutz und Wasser: Ein sicherer Hafen für Schmetterlinge
- Die Stille Gefahr: Vermeiden Sie Pestizide
- Warum Schmetterlinge unsere Hilfe brauchen
- Konkrete Schritte: Wie Sie Schmetterlingen helfen können
- Ein inspirierendes Beispiel aus der Praxis
- Häufig gestellte Fragen zum Anlocken von Schmetterlingen
- Fazit
Welche Farben locken Schmetterlinge besonders an?
Schmetterlinge orientieren sich bei der Nahrungssuche stark an visuellen Reizen. Bestimmte Farben wirken für sie besonders anziehend und signalisieren oft eine reiche Nektarquelle. Intensiven Farben wie Rot, Orange, Gelb oder Lila sind besonders beliebt. Diese leuchtenden Farbtöne scheinen Schmetterlinge magisch anzuziehen und leiten sie zu den Blüten, die ihnen die notwendige Energie liefern.
Wenn Sie also gezielt Schmetterlinge anlocken möchten, sollten Sie bei der Auswahl Ihrer Pflanzen auf diese Farbtöne achten. Eine bunte Mischung aus Blumen in diesen Farben macht Ihren Garten zu einem wahren Anziehungspunkt für eine Vielzahl von Schmetterlingsarten.
Die Bedeutung nektarreicher Pflanzen
Neben der Farbe spielt der Nektargehalt einer Pflanze eine entscheidende Rolle. Schmetterlinge benötigen Nektar, der ihnen die zum Leben notwendige Energie bietet. Daher sollten Sie auf nektarreiche Pflanzen setzen, wenn Sie Schmetterlinge in Ihren Garten locken möchten.
Pflanzen mit hohem Nektargehalt sind besonders attraktiv. Dazu gehören beispielsweise:
- Lavendel
- Eisenkraut
- Salbei
- Echinacea (Sonnenhut)
- Flammenblumen (Phlox)
- Schmetterlingsflieder (Buddleja)
- Purpurglöckchen (Heuchera)
- Stockrosen (Alcea)
- Rosen
- Astern
- Glockenblumen (Campanula)
- Großblütige Levkoje (Matthiola incana)
- Pfeifensträucher (Philadelphus)
- Strohblumen (Helichrysum)
- Ysop (Hyssopus)
- Thymian
- Oregano
- Bohnenkraut
- Flieder (Syringa)
Eine vielfältige Auswahl aus dieser Liste bietet Schmetterlingen eine reichhaltige Nahrungsquelle.
Ein durchgehendes Buffet: Pflanzen, die die ganze Saison über blühen
Schmetterlinge besuchen Gärten, in denen sie eine große Pflanzenvielfalt erwarten können und vor allem, wo sie über einen langen Zeitraum Nahrung finden. Bei der Planung Ihres Gartens sollten Sie Pflanzen mit unterschiedlichen Blütezeiten auswählen. So stellen Sie sicher, dass immer etwas Attraktives für Schmetterlinge blüht und bieten ihnen die ganze Saison über Nahrung – vom Frühling bis in den Herbst.
Mehr als nur Nektar: Futter für Raupen
Um Schmetterlinge langfristig in Ihrem Garten zu halten und ihre Population zu unterstützen, ist es wichtig, nicht nur die erwachsenen Falter zu versorgen, sondern auch ihre Larven, die Raupen. Raupen ernähren sich von spezifischen Futterpflanzen, die sich oft von den Nektarpflanzen der erwachsenen Tiere unterscheiden.

Einige Pflanzen, die oft als "Unkraut" abgetan werden, sind für Raupen überlebenswichtig. Dazu gehören beispielsweise:
- Brennnesseln
- Wegerich
- Klee
Wenn Sie eine Ecke Ihres Gartens etwas verwildern lassen und solche Pflanzen dulden, schaffen Sie wertvollen Lebensraum für die nächste Generation von Schmetterlingen.
Pflanzenauswahl für einen Schmetterlingsgarten
Hier ist eine Übersicht einiger empfohlener Pflanzen und ihrer Vorteile für Schmetterlinge, basierend auf den bereitgestellten Informationen:
| Pflanze | Vorteil für Schmetterlinge |
|---|---|
| Lavendel | Nektarreich, zieht stark an |
| Eisenkraut | Nektarreich |
| Salbei | Nektarreich |
| Echinacea (Sonnenhut) | Nektarreich |
| Flammenblumen (Phlox) | Nektarreich |
| Schmetterlingsflieder | Sehr nektarreich, oft als 'Schmetterlingsmagnet' bezeichnet |
| Purpurglöckchen | Nektarreich |
| Stockrosen | Nektarreich |
| Rosen | Nektarreich |
| Astern | Nektarreich, blühen oft spät |
| Glockenblumen | Nektarreich |
| Großblütige Levkoje | Nektarreich |
| Pfeifensträucher | Nektarreich |
| Strohblumen | Nektarreich |
| Flieder | Nektarreich |
| Ysop | Nektarreich, auch Küchenkräuter |
| Thymian | Nektarreich, auch Küchenkräuter |
| Oregano | Nektarreich, auch Küchenkräuter |
| Bohnenkraut | Nektarreich, auch Küchenkräuter |
| Brennnesseln | Futterpflanze für Raupen |
| Wegerich | Futterpflanze für Raupen |
| Klee | Futterpflanze für Raupen |
Diese Liste zeigt, wie vielfältig die Möglichkeiten sind, sowohl für die erwachsenen Falter als auch für ihre Raupen.
Schutz und Wasser: Ein sicherer Hafen für Schmetterlinge
Neben Nahrung benötigen Schmetterlinge auch Schutz. Sie sind empfindlich gegenüber Wind, Regen und Raubtieren. In Ihrem Garten können verschiedene Sträucher und Bäume diesen Schutz bieten. Dichte Bepflanzungen bieten Versteckmöglichkeiten. Empfehlenswert sind auch flache Steine oder Bänke, wo sich Schmetterlinge ausruhen und in der Sonne aufwärmen können. Die Sonne ist für ihre Flugfähigkeit entscheidend.
Wie alle anderen Organismen brauchen auch Schmetterlinge Wasser zum Leben. Ein kleiner Teich oder eine flache Wasserschale sind daher empfehlenswert, wenn Sie Schmetterlinge anziehen möchten. Es ist wichtig, dass das Wasser leicht zugänglich ist, idealerweise mit einem flachen Rand oder Steinen darin, auf denen die Schmetterlinge landen können, ohne ins Wasser zu fallen. Das Wasser muss immer sauber und frisch sein.
Die Stille Gefahr: Vermeiden Sie Pestizide
Eine der größten Bedrohungen für Schmetterlinge und andere Insekten ist der Einsatz von Pestiziden und Insektiziden. Diese Mittel sind hochgradig schädlich und können ganze Populationen dezimieren. Wenn Sie einen schmetterlingsfreundlichen Garten anstreben, sollten Sie diese Mittel unbedingt vermeiden.
Empfehlenswert sind stattdessen natürliche Mittel zur Schädlingsbekämpfung, die für Schmetterlinge weniger schädlich sind. Beispiele hierfür sind Kaliseife oder Neemöl. Der beste Ansatz ist jedoch oft, ein gesundes Ökosystem im Garten zu fördern, das Schädlinge auf natürliche Weise in Schach hält.
Warum Schmetterlinge unsere Hilfe brauchen
Viele heimische Schmetterlingsarten sind heute vom Aussterben bedroht. Dies liegt hauptsächlich daran, dass ihr Lebensraum schrumpft und sich die Bedingungen für sie verschlechtern. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat beispielsweise in Nordrhein-Westfalen einen dramatischen Rückgang bei Fluginsekten festgestellt, wovon auch Schmetterlinge betroffen sind.
Die Hauptursachen für diesen Rückgang sind:
- Lebensraumverlust: Immer mehr Wiesen werden bebaut, Moore trockengelegt, was den natürlichen Lebensraum und das Nahrungsangebot reduziert.
- Rückgang der Wildblumen: Weniger wilde Wiesen bedeuten weniger Nektar und Futterpflanzen für Raupen.
- Einsatz von Pestiziden: Unkrautvernichtungsmittel zerstören wichtige Schmetterlingspflanzen.
Angesichts dieser Situation ist jede kleine Maßnahme, die wir ergreifen, um Schmetterlinge zu unterstützen, von großer Bedeutung.

Konkrete Schritte: Wie Sie Schmetterlingen helfen können
Jeder kann etwas tun, um Schmetterlingen zu helfen, sei es im eigenen Garten oder auf dem Balkon:
Blumen pflanzen: Dies ist der einfachste und effektivste Weg. Am besten sind Wildblumen, da deren Nektar für viele heimische Arten besonders wertvoll ist. Aber auch Nektar von Gartenpflanzen wie Astern, Lavendel und Flieder wird gerne angenommen. Eine gute Orientierungshilfe für geeignete Pflanzen bietet die Seite Floraweb.de (Information aus dem Text, keine Verlinkung möglich).
Balkon schmetterlingsfreundlich gestalten: Auch ein Balkon kann ein wichtiger Rastplatz und eine Nahrungsquelle sein. In Blumentöpfen oder -kästen mögen Schmetterlinge fast alles, was duftet und Nektar spendet. Einige Blumenarten wie Geranien geben zu wenig Nektar. Stattdessen sind blühende Küchenkräuter wie Thymian, Oregano oder Salbei eine ausgezeichnete Wahl.
Garten verwildern lassen: Wenn Sie die Möglichkeit haben, lassen Sie zumindest eine Ecke Ihres Gartens unaufgeräumt und wild wachsen. Gerade "Unkräuter" wie Brennnesseln, Wegerich oder Klee sind wichtige Futterpflanzen für Raupen.
Winterquartiere schaffen: Helfen Sie Schmetterlingen, den Winter zu überstehen. Das bedeutet, den Garten im Herbst nicht zu "ordentlich" zu machen. Vertrocknete Blütenstände und Gräser, Laub- und Reisighaufen bieten Verstecke, die vor Kälte schützen.
Ein inspirierendes Beispiel aus der Praxis
Die Geschichte einer BUND-Jugendgruppe in Radolfzell am Bodensee zeigt eindrucksvoll, was möglich ist. Mädchen im Alter von zehn bis 13 Jahren haben sich dort zusammengeschlossen, um Schmetterlingen zu helfen. Sie stellten fest, dass es in der Stadt zu wenig Platz und Nahrung für Schmetterlinge gibt, weil viel Fläche versiegelt ist.
Ihre Idee: Land von der Stadtgärtnerei bekommen und dort eine Schmetterlingswiese anlegen. Sie erhielten ein Stück Land kostenlos und machten sich an die Arbeit. Sie pflanzten Blumen, deren Nektar Schmetterlinge mögen und deren Blätter Raupen fressen. Dazu gehörten Sonnenhut, Ysop, Lavendel, Thymian, Oregano, Salbei und Bohnenkraut.
Die Mädchen investierten Zeit und Mühe, jäteten Unkraut und kümmerten sich um die Wiese. Sie legten sogar eine zweite Wiese an, indem sie ein weiteres Stück Land pachteten und die Kosten durch Schokoladenverkauf und Spenden finanzierten.
Ihr Tipp für andere, die sich engagieren möchten: Fragen Sie bei Ihrer Stadtgärtnerei nach, ob Sie ein Stück Land für eine Schmetterlingswiese nutzen dürfen. Eine Schmetterlings-Saatmischung ist ein guter Anfang, um schnell eine blühende Fläche zu schaffen.

Häufig gestellte Fragen zum Anlocken von Schmetterlingen
Hier beantworten wir einige häufige Fragen, die sich ergeben, wenn man Schmetterlinge in seinen Garten locken möchte:
Welche Farbe mögen Schmetterlinge am liebsten? Schmetterlinge werden besonders von intensiven Farben wie Rot, Orange, Gelb und Lila angezogen.
Welche Pflanzen locken Schmetterlinge an? Nektarreiche Pflanzen wie Lavendel, Salbei, Echinacea, Schmetterlingsflieder, Astern und viele Küchenkräuter sind sehr beliebt. Für Raupen sind Brennnesseln, Wegerich und Klee wichtig.
Brauchen Schmetterlinge Wasser? Ja, Schmetterlinge benötigen Wasser. Eine flache Wasserschale oder ein Teich mit flachen Zugängen sind hilfreich.
Sind Pestizide schädlich für Schmetterlinge? Ja, Pestizide und Insektizide sind sehr schädlich und sollten im schmetterlingsfreundlichen Garten vermieden werden. Natürliche Mittel sind vorzuziehen.
Wie kann ich Schmetterlingen im Winter helfen? Lassen Sie im Herbst vertrocknete Pflanzen stehen und schaffen Sie Laub- oder Reisighaufen, die als Winterquartiere dienen können.
Warum sind viele Schmetterlinge bedroht? Hauptgründe sind der Verlust ihres Lebensraums durch Bebauung und Trockenlegung sowie der Einsatz von Pestiziden, die Nahrungs- und Futterpflanzen zerstören.
Fazit
Einen schmetterlingsfreundlichen Garten zu schaffen, ist einfacher, als man denkt und bringt große Freude. Durch die Auswahl der richtigen Pflanzen mit attraktiven Farben und reichlich Nektar, das Bereitstellen von Futterpflanzen für Raupen, Wasserstellen und Schutzräumen sowie den Verzicht auf schädliche Chemikalien können Sie einen wichtigen Beitrag zum Schutz dieser faszinierenden und ökologisch wertvollen Insekten leisten. Ihr Garten wird dadurch nicht nur schöner und lebendiger, sondern auch zu einem kleinen Paradies, das zum Erhalt der Artenvielfalt beiträgt.
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