08/03/2013
Alsfeld, eine malerische Stadt, die im Jahr 2017 von der GEO-Redaktion zu einer der zehn schönsten Kleinstädte Deutschlands gekürt wurde, zieht Besucher aus nah und fern in ihren Bann. Diese Auszeichnung ist kein Zufall, denn Alsfeld hat tatsächlich einiges zu bieten. Als Europäische Modellstadt für Denkmalschutz pflegt die Stadt ihr reiches Erbe und präsentiert eine wunderschöne historische Altstadt, die mit über 400 erhaltenen Fachwerkhäusern und dem weltbekannten Rathaus beeindruckt. Doch Alsfeld ist nicht nur Geschichte und Architektur; es ist auch die „Rotkäppchenstadt“, geprägt von Märchen und verwinkelten, zauberhaften Gässchen, märchenhaften Orten und dem Alsfelder Märchenhaus. Die Alsfelder sind spürbar stolz auf ihre Stadt, was sich in den liebevoll geführten Geschäften, bei den kulinarischen Spezialitäten und den zahlreichen Festen zeigt, die das ganze Jahr über gefeiert werden.

- Warum Alsfeld so besonders ist
- Ein Spaziergang durch die historische Altstadt
- Alsfeld, die Stadt der Märchen
- Eine Reise in die Vergangenheit: Alsfelds reiche Geschichte
- Handwerk und Gewerbe im historischen Alsfeld
- Märkte und Feste: Lebendiges Alsfeld
- Natur und Erlebnisse rund um Alsfeld
- Häufig gestellte Fragen zu Alsfeld
Warum Alsfeld so besonders ist
Die Ernennung Alsfelds zu einer der schönsten Kleinstädte Deutschlands durch das GEO Magazin unterstreicht die einzigartige Atmosphäre und das gut erhaltene Stadtbild. Alsfeld ist nicht nur ein Ort mit vielen alten Gebäuden, sondern eine Stadt, die ihre Geschichte lebt und atmet. Die Bezeichnung als Europäische Modellstadt für Denkmalschutz ist ein Beleg für das Engagement der Stadt, ihr kulturelles Erbe zu bewahren und zu pflegen. Das Herzstück ist zweifellos die Altstadt mit ihren Gassen und Plätzen, die von den charakteristischen Fachwerkhäusern gesäumt sind. Diese Gebäude, von denen über 400 aus sieben Jahrhunderten erhalten sind, erzählen ihre eigenen Geschichten und machen einen Spaziergang durch Alsfeld zu einem besonderen Erlebnis. Das Rathaus am Marktplatz ist dabei ein architektonisches Juwel und das unbestrittene Wahrzeichen der Stadt. Neben der beeindruckenden Architektur prägen auch Märchen das Bild Alsfelds, insbesondere die Geschichte vom Rotkäppchen, was der Stadt den Beinamen „Rotkäppchenstadt“ eingebracht hat. Diese Mischung aus Historie, Märchen und dem spürbaren Stolz der Bewohner macht Alsfeld zu einem einzigartigen Reiseziel.
Ein Spaziergang durch die historische Altstadt
Die Altstadt von Alsfeld lädt zu einer Entdeckungsreise ein. Früher von einem Wassergraben umgeben, dessen Stellen heute Wiesen und Gärten namens „Grabentheile“ sind, war die Stadt durch vier Tore zugänglich: das Mainzer-, das Fulder-, das Hersfelder- und das Hoher- oder Ober-Thor. Entsprechend gab es auch vier Hauptgassen mit denselben Namen. Der Marktplatz ist sehr geräumig und bildet das Zentrum der Altstadt. Hier steht das berühmte Rathaus, erbaut im Jahr 1538, das sich durch seine unterirdischen Gewölbe auszeichnet. Bemerkenswert sind auch die Kirchen: die St. Catharinen oder Walpurgiskirche, deren Ursprung im Dunkeln liegt und deren Turm zu Beginn des 14. Jahrhunderts einstürzte, sowie die Augustiner- oder jetzige Dreifaltigkeitskirche, die ein heiteres Ansehen hat und wohl auf ein Augustiner-Eremiten-Kloster zurückgeht, das zu den ältesten dieses Ordens zählt und nach Gerstenberger 1244 entstand. Außerhalb der Stadt befindet sich die Todtenkirche. Weitere historische Gebäude, die im frühen 19. Jahrhundert erwähnt wurden, umfassten zwei Pfarrhäuser, ein Amthaus, ein Hauptzollamtshaus, ein Knabenschulhaus, ein Hospital mit Pfründnern, ein Arresthaus und eine Apotheke. Ein besonderes Recht besaß die Stadt bezüglich des Wein- und Branteweinausschanks im Stadtweinhaus, das sie vom Landgrafen als Erbleihe für ihre Treue in Kriegszeiten erhielt. Jeder städtische Wirt musste seinen Wein aus dem Stadtkeller beziehen oder eine Gebühr zahlen, Brantewein musste zwingend aus dem Stadtweinhaus genommen werden. Die über 400 Fachwerkhäuser aus sieben Jahrhunderten sind das prägendste Element und machen den Gang durch die Gassen zu einem märchenhaften und spannenden Erlebnis.
Alsfeld, die Stadt der Märchen
In der Welt der Märchen spielt das Rotkäppchen in Alsfeld eine ganz besondere Rolle. Es wird erzählt, dass sich die berühmten Brüder Grimm von der traditionellen Schwälmer Tracht mit dem charakteristischen roten Häubchen zu ihrer weltbekannten Geschichte inspirieren ließen. Diese Verbindung macht Alsfeld zur „Rotkäppchenstadt“. Besucher können in Alsfeld märchenhafte Erlebnisse sammeln, die lange in Erinnerung bleiben. Dazu gehört der jährliche Kräuter- und Märchentag, der im Juni gefeiert wird, sowie ein Besuch im Alsfelder Märchenhaus. Dieses befindet sich in einem historischen Fachwerkhaus aus dem Jahr 1628. Im Inneren wurden die einzelnen Zimmer verschiedenen Märchen gewidmet, was eine immersive Erfahrung schafft. Das Märchenhaus beherbergt zudem eine der bedeutendsten Puppenstubensammlungen in Deutschland und die geheimnisvolle „Hexe Stubb“. Wer tiefer in die märchenhafte Vergangenheit eintauchen möchte, kann an einer Stadtführung teilnehmen, bei der man Bekanntschaft mit den Brüdern Grimm machen und eine faszinierende Reise in die Vergangenheit unternehmen kann. Die Alsfelder Marktspielgruppe rundet das Erlebnis oft ab, indem sie Szenen aus Märchen lebendig werden lässt und damit nicht nur Kinderaugen zum Leuchten bringt. Die märchenhafte Atmosphäre ist überall in den verwinkelten, zauberhaften Gässchen der Altstadt spürbar.

Eine Reise in die Vergangenheit: Alsfelds reiche Geschichte
Alsfeld gilt mit Recht als eine der ältesten hessischen Städte, auch wenn viele übertriebene Chroniken aus der Frühzeit keinen Glauben verdienen. Die älteste Urkunde, die Alsfeld erwähnt, stammt aus dem Jahr 1069. Eine weitere Erwähnung findet sich 1076 im Zusammenhang mit einer Schenkung an das Kloster Fulda. Bereits 1247 wurde Alsfeld, das zu dieser Zeit schon zum Besitz der Landgrafen gehörte, als Stadt bezeichnet und trat im selben Jahr dem Rheinischen Bund bei, der zur Aufrechterhaltung des Landfriedens gegründet wurde. Diese frühe Mitgliedschaft in einem bedeutenden Bündnis sowie die Tatsache, dass Alsfeld im 14. Jahrhundert von einem zahlreichen Adel bewohnt war, deuten auf die Bedeutenheit der Stadt in jener Zeit hin. Im Jahr 1312 wurde Alsfeld vom fuldischen Abt Heinrich von Wylnau belagert, der zwar die Umgegend verheerte, aber schließlich abziehen musste. Ein Brand, wahrscheinlich Anfang des 14. Jahrhunderts, legte die Stadt in Schutt und Asche, wobei auch das Rathaus und alle Urkunden vernichtet wurden. Zur Verteidigung war die Stadt vor dem 16. Jahrhundert mit einem Wassergraben umgeben, und vor dem Oberthor gab es ein Vorwerk mit Zugbrücke. Die Stadt erlitt erhebliche Schäden während des Dreißigjährigen Krieges. 1621 wurde sie vom Herzog Christian von Braunschweig-Lüneburg zur Übergabe aufgefordert und 1622 besetzt. Es folgte eine allgemeine Plünderung und Misshandlung der Einwohner. Eine angedrohte Einäscherung konnte nur mit 6000 Reichstalern abgewendet werden, der erlittene Schaden wurde damals auf 71.429 Gulden geschätzt. 1636 legten die Schweden über 40 Häuser in Schutt und Asche. Ein Angriff von 500 ziegenhainischen Reitern und Knappen im Jahr 1637 konnte mit großen Verlusten für die Angreifer abgewehrt werden, obwohl sie ein Tor mit Petarden öffnen konnten. Den größten Verlust erlitt die Stadt 1646 durch die niederhessischen Truppen, die Alsfeld belagerten und nach dem dritten Sturm einnahmen. Dreißig Gebäude gingen durch Granaten in Flammen auf, alle Vorstädte wurden geschleift und etwa 200 Häuser abgerissen. Noch heute erinnern die Namen Schelln- und Kloppengasse an die zerstörten Vorstädte. Ende des 18. Jahrhunderts wurde ein Todtenkeller entdeckt, der Tausende wohl aufgeschichteter Schädel und Knochen enthielt. Auch die Geschichte des Pfarrsatzes, der vom St. Jacobskloster in Mainz an die Mainzer Domkirche überging, ist Teil der Alsfelder Historie.
Handwerk und Gewerbe im historischen Alsfeld
Schon im frühen 19. Jahrhundert zeigten die Gewerbsanstalten in Alsfeld ein bedeutendes Wachstum. Die Stadt war ein Zentrum verschiedener Handwerke und Manufakturen. Es gab fünf Leinwandfabrikanten, von denen die Kochische Leinwandfabrik als die bedeutendste galt. Auch die Kick- und Schwarzische Manufaktur sowie kleinere Hersteller produzierten erhebliche Mengen an Leinenzwilch, der geschätzt und stark ins Ausland exportiert wurde. Daneben gab es eine große Anzahl von Wollentuch-Fabrikanten, viele davon arbeiteten für andere Meister. Hinzu kamen Leineweber und Tuchbereiter, die eine Vielzahl von Textilien herstellten, darunter wollene Tücher, Stanets, Bieber, Barchent, Fußteppiche, Zwilch und Trilch, Segeltuch, Sack- und Packleinwand. Sechs Färber beherrschten das Färben von Tüchern in allen Nuancen. Die Bleichanstalten, insbesondere für Leinengarn, hatten sich verbessert und nutzten Methoden wie die in Elberfeld und Barmen übliche oder Salzsäure, um Werge zu einem baumwollartigen Stoff für Bettbarchent zu verarbeiten. Drei bedeutende Tabakfabriken und die gut eingerichtete Schwarz’sche Branteweinbrennerei waren ebenfalls wichtige Wirtschaftszweige. Eine Vielzahl weiterer Handwerker prägte das Stadtbild:
| Gewerbe (historisch) | Anzahl (ca.) |
|---|---|
| Wollentuch-Fabrikanten | 140 |
| Schuhmacher | 112 |
| Bäcker | 44 |
| Metzger | 25 |
| Gerber (Loh- & Weißgerber) | 24 |
| Schreiner | 18 |
| Krämer | 18 |
| Schlosser und Schmiede | 16 |
| Schneider | 19 |
Diese Liste zeigt die Vielfalt des Handwerks, von Lohgerbern und Weißgerbern (die auch Versuche mit Saffiangerberei machten) über Schuster, Sattler, Metzger und Leimsieder bis hin zu Krämern, Bäckern, Seilern, Schreinern, Schlossern und Schmieden (darunter auch Kupferschmiede) sowie Schneidern. Auch Acker- und Obstbau zeichneten sich in der fruchtbaren Gegend aus und lieferten Getreide von besonderer Güte.
Märkte und Feste: Lebendiges Alsfeld
Alsfeld ist eine Stadt, die das Feiern liebt und eine lange Tradition an Märkten und Festen pflegt. Besonders bekannt ist der Alsfelder Käsemarkt, der regelmäßig auf dem Marktplatz stattfindet und eine „runde Sache“ ist. Hier wird eine breite Palette an Käsespezialitäten angeboten, von heimischen Erzeugern bis zu auswärtigen Händlern. Besucher können verführerisch duftende Käsesorten wie Gouda, Gorgonzola, Camembert und Cheddar probieren und kaufen. Wein und weitere Leckereien runden das kulinarische Angebot ab. Der Käsemarkt wird von einem bunten Unterhaltungsprogramm begleitet, und oft laden die Geschäfte in der Innenstadt zum verkaufsoffenen Sonntag ein. Neben dem Käsemarkt begeistern auch andere traditionelle Feste und Märkte die Besucher, darunter der Pfingstmarkt, der bereits erwähnte Kräuter- und Märchentag im Juni sowie der stimmungsvolle Weihnachtsmarkt in der historischen Altstadt. Historisch gab es in Alsfeld auch jährlich zwei Wollmärkte, mehrere Vieh- und Krämermärkte sowie wöchentlich einen Fruchtmarkt, was die einstige Bedeutung der Stadt als Handelsplatz unterstreicht.
Natur und Erlebnisse rund um Alsfeld
Die Lage Alsfelds am Oberlauf der Schwalm in einer herrlichen Mittelgebirgslandschaft im Vogelsberg macht die Stadt nicht nur zu einem Ziel für Geschichts- und Märcheninteressierte, sondern auch für Naturfreunde und Aktivurlauber. Die Umgebung bietet viele erlebnisreiche Wander- und Fahrradwege, die zu Entdeckungstouren einladen. Egal ob zu Fuß, mit dem Rad, auf dem Pferderücken oder bei ungewöhnlicheren Touren wie Lama- oder Eselwanderungen, Alsfeld und sein Umland bieten zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten, um idyllische und märchenhafte Eindrücke zu sammeln. Auch Kutsch- oder Rundfahrten sind möglich, um die Landschaft auf entspannte Weise zu genießen. Alsfeld, als größte Stadt des Vogelsberges, verbindet Mittelalter und Moderne und bietet damit ein vielfältiges Angebot für Besucher.

Häufig gestellte Fragen zu Alsfeld
Wie viele Fachwerkhäuser gibt es in Alsfeld?
Alsfeld beherbergt über 400 erhaltene Fachwerkhäuser aus sieben Jahrhunderten in seiner historischen Altstadt.
Wann findet der Alsfelder Käsemarkt statt?
Der Alsfelder Käsemarkt findet regelmäßig, oft am 30. April, auf dem Alsfelder Marktplatz statt.
Warum wurde Alsfeld als eine der schönsten Kleinstädte Deutschlands ausgezeichnet?
Alsfeld wurde 2017 vom GEO Magazin aufgrund seiner wunderschönen historischen Altstadt mit über 400 Fachwerkhäusern, dem weltbekannten Rathaus, seiner Prägung durch Historie und Märchen sowie dem spürbaren Stolz der Bewohner ausgezeichnet.
Welche Rolle spielt das Rotkäppchen in Alsfeld?
Alsfeld wird die „Rotkäppchenstadt“ genannt, da man sagt, dass die Brüder Grimm von der Schwälmer Tracht mit dem roten Häubchen zur Geschichte inspiriert wurden. Es gibt ein Märchenhaus und märchenhafte Veranstaltungen.

Welche historischen Gebäude sind in Alsfeld besonders bemerkenswert?
Zu den bemerkenswerten historischen Gebäuden zählen das weltbekannte Rathaus, die St. Catharinen oder Walpurgiskirche, die Augustiner- oder Dreifaltigkeitskirche, die Todtenkirche sowie das Stadtweinhaus mit seinen Gewölben.
Gab es wichtige historische Ereignisse in Alsfeld?
Ja, die Geschichte Alsfelds ist reich an Ereignissen, darunter Belagerungen (z.B. 1312), Brände (Anfang 14. Jh.) und erhebliche Zerstörungen während des Dreißigjährigen Krieges durch Besetzungen, Plünderungen und Artilleriebeschuss.
Welche Handwerke und Industrien waren früher in Alsfeld wichtig?
Historisch waren in Alsfeld unter anderem Leinwand- und Wollentuchfabrikanten, Färber, Bleicher, Tabakfabriken und eine Branteweinbrennerei bedeutend. Zahlreiche Handwerker wie Gerber, Schuhmacher, Bäcker, Schreiner und Schmiede prägten ebenfalls das Wirtschaftsleben.
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