18/01/2013
Bornheim, eine aufstrebende mittlere kreisangehörige Stadt im Rhein-Sieg-Kreis, nimmt eine strategisch wichtige Lage zwischen den Metropolen Köln und Bonn ein. Diese zentrale Position hat Bornheim zu einer der am stärksten wachsenden Städte der Region gemacht und sie zur drittgrößten Stadt im Rhein-Sieg-Kreis aufsteigen lassen. Doch die Geschichte Bornheims reicht weit über seine moderne Entwicklung hinaus und offenbart eine reiche Vergangenheit, die tief in prähistorische, römische und fränkische Zeiten verwurzelt ist.

Die Frage, wie Bornheim früher hieß, führt uns zurück zu den Ursprüngen seiner urkundlichen Erwähnung. Der Hauptort Bornheim wird erstmals am 2. August 945 als „Brunheim“ im Bonngau genannt. Allerdings ist Bornheim nicht der älteste urkundlich erwähnte Ortsteil des heutigen Stadtgebiets. Dieser Ehrentitel gebührt Widdig, das bereits im Jahr 804 als „Wittheich“ Erwähnung fand.
Historische Wurzeln und frühe Besiedlung
Die Region des heutigen Bornheim war bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Archäologische Funde, insbesondere östlich des Vorgebirgshangs auf der linksrheinischen Lössterrassenplatte zwischen den Stadtteilen Bornheim und Sechtem, belegen dies eindrucksvoll. Hügelgräber mit Beigaben sowie gefundene Steinwerkzeuge zeugen von einer Besiedelung in der Vorzeit. Auch ein eisenzeitliches Gehöft konnte im Stadtteil Hersel lokalisiert werden.
Zeugen der germanischen oder keltischen Besiedlung sind zwei Fliehburgen in der näheren Umgebung: die Aldeburg im Walberberger Wald, erkennbar an ihren Grundrissen, und ein Abschnittswall auf dem Stromberg im Süden des Waldes von Rösberg. Diese einfachen Wallanlagen dienten einst dem Schutz der Siedlungsbewohner.
Die Römerzeit und die Eifelwasserleitung
Die Präsenz der Römer im Zeitraum von 50 v. Chr. bis 450 n. Chr. ist durch bedeutende Bauwerke belegt. Ein herausragendes Beispiel ist die Eifelwasserleitung, ein römischer Aquädukt, der einst das römische Köln (Colonia Claudia Ara Agrippinensium) mit Trinkwasser versorgte. Teile dieser Wasserleitung führten durch die heutigen Bornheimer Stadtteile Waldorf, Kardorf, Merten und Walberberg. Reste des Römerkanals sind noch heute im Raum Bornheim vorhanden oder als Geländeeinschnitte im Gelände erkennbar. Ein weiterer eindrucksvoller Fund ist die Römische Villa in Botzdorf, die im Jahr 2002 entdeckt wurde.
Schon in römischer Zeit spielte das Vorgebirge eine wichtige Rolle. Es diente als fruchtbarer Obst- und Gemüsegarten für die römischen Siedlungen Bonna (Bonn) und Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln), was die landwirtschaftliche Bedeutung der Region schon früh unterstreicht.
Fränkische Landnahme und Ortsnamen
Die Landnahme und zahlreiche Dorfgründungen durch die Franken werden durch viele Begräbnisplätze und einige charakteristische Ortsnamen dokumentiert. Merowingerzeitliche Fundplätze stehen oft in räumlichem Bezug zu Orten mit dem Suffix „Heim“. Beispiele hierfür sind neben Bornheim selbst auch Mehlem, Mülheim (Bonn), Schweinheim, Stockheim, Holzem, Nieder- und Oberbachem, Ließem, Hochheim oder Stockem. Diese Namensgebung ist ein deutlicher Hinweis auf die fränkische Besiedlung der Region.
Mittelalterliche Entwicklung und Grundherrschaften
Im 10. und 11. Jahrhundert kamen viele Dörfer und ihre Ländereien als Schenkungen (Dotationen) an Klöster und freiadelige Stifte in Bonn (Cassius-Stift) und Köln (einschließlich des Kölner Domkapitels). Aus dem Amt der Schutzvögte, die diese Dotationen verwalteten, entwickelten sich die Grundherrschaften unter der Lehenshoheit Kurkölns.
Das Geschlecht der Herren von Bornheim trat erstmals urkundlich in Erscheinung. Wilhelm Schilling von Buschfeld, Ritter und Herr zu Bornheim, wird zwischen 1173 und 1198 als erster Kölner Ministeriale aus dieser Familie erwähnt. Sein Sohn trug den Namen Ritter Wilhelm von Burnheim. Die Herren von Bornheim wurden zu Stammvätern verschiedener rheinischer Adelsgeschlechter, darunter das bis heute existierende Geschlecht Landsberg.
Schloss Bornheim
Ein prägnantes Bauwerk der Bornheimer Geschichte ist das Schloss Bornheim. Es entstand zwischen 1728 und 1732, vermutlich nach Plänen des Barockbaumeisters Johann Conrad Schlaun, als „Maison de Plaisance“ (Lustschloss) für die Freiherren Waldbott von Bassenheim. Von den früheren Bauten blieb nur die Vorburg erhalten. Der einstige Torturm mit Zugbrücke verschwand und wurde durch einen barocken Einfahrtsbogen mit Steinbrücke und einem Glockentürmchen ersetzt. Teile der Vorburg, darunter das Glockentürmchen, fielen jedoch einem Großbrand im Jahr 1972 zum Opfer.
Im 19. Jahrhundert wechselten die Schlossherren mehrfach. Zu den Erwerbern zählten Gerhard von Carnap-Bornheim (1826), Wenzel Graf von Boos-Waldeck (1859) und Heinrich Freiherr von Diergardt (1872). Von 1964 bis 1974/75 diente das Anwesen sogar als Residenz des Botschafters des Irak in Deutschland. Bis heute befindet sich das Schloss Bornheim im Besitz der Freiherren von Diergardt, die es an den Deutschen Orden verpachtet hatten, der dort bis 2018 eine Fachklinik betrieb.
Verwaltungsgeschichte und Eingemeindungen
In kurfürstlicher Zeit war das heutige Stadtgebiet in acht Bereiche unterteilt, die zum kurkölnischen Amt Brühl gehörten. Die französische Revolutionsarmee hob diese alten Einteilungen auf und führte 1798 neue Verwaltungszonen ein, um das annektierte Rheinland besser nutzen zu können. Durch die neue Grenze zwischen den Departements Rhein/Mosel und Roer wurde die Herrlichkeit Alfter zerschnitten, wodurch Roisdorf von Alfter getrennt und zu einer eigenen Gemeinde wurde. Auch der Dingstuhl Waldorf wurde in die Gemeinden Waldorf und Hemmerich-Kardorf geteilt. Die Herrlichkeit Bornheim blieb bestehen und bildete später mit den anderen drei Gemeinden die Samtgemeinde Bornheim.
Es entstanden drei Samtgemeinden:
- Samtgemeinde Bornheim (Bornheim, Kardorf-Hemmerich, Roisdorf, Waldorf) mit Sitz in Bornheim.
- Samtgemeinde Sechtem (Merten, Rösberg, Sechtem, Walberberg).
- Samtgemeinde Hersel (Hersel, Uedorf, Widdig, Urfeld, Keldenich, Wesseling).
Diese drei Samtgemeinden gehörten zum Kanton Brühl im Arrondissement Cologne des Rur-Departements. Später wurden sie in die Mairien Hersel, Sechtem und Waldorf umbenannt.
Nach dem Wiener Kongress 1815 gehörte Bornheim zum Kreis Bonn (1816-1969) im Regierungsbezirk Köln. Die Amtsstube der Mairie (ab 1816 Bürgermeisterei, ab 1928 Amt Bornheim) Waldorf wechselte im 19. Jahrhundert häufig ihren Sitz, da jeder neue Bürgermeister die Amtsstube in seiner Nähe haben wollte. Nach großen Diskussionen über den Standort entschied man sich 1883 für den Bau eines neuen Rathauses in Bornheim, da es bereits der größte Ort war und zentral lag. Die Bürgermeisterei Waldorf war zu dieser Zeit in die vier Gemeinden Bornheim-Brenig, Kardorf-Hemmerich, Roisdorf und Waldorf untergliedert.
Die Weltwirtschaftskrise von 1929 traf viele Gemeinden hart. Bornheim-Brenig im Amt Waldorf bildete eine Ausnahme durch solide Finanzpolitik und geringe Arbeitslosigkeit. Das Amt Sechtem hingegen litt unter finanzieller Not, was 1931 zu einer Personalunion mit dem Amt Waldorf führte. Der Waldorfer Amtsbürgermeister übernahm die Geschäfte des Amtes Sechtem.
Im Amt Hersel stellte sich die Frage nach einem neuen Rathausstandort zwischen Hersel und dem aufstrebenden Wesseling. Wesseling, bedeutender durch seinen Hafen und die wachsende Industrie, schenkte dem Amt den Bauplatz, was die Entscheidung beeinflusste.
Eine bedeutende Zäsur ereignete sich 1932. Die Gemeinden Wesseling und Keldenich wurden aus dem Amt Hersel gelöst und mit Berzdorf aus dem Amt Brühl zum neuen Amt Wesseling zusammengeschlossen. Das stark verkleinerte Amt Hersel verlor sein Rathaus und Personal. Die verbliebenen Gemeinden Hersel, Uedorf, Widdig und Urfeld kamen zum Amt Waldorf und wurden von Bornheim aus verwaltet.
Der Regierungspräsident löste zudem die drei Standesämter Sechtem, Waldorf und Hersel auf und gründete das neue Standesamt Bornheim. Dieser Zeitpunkt am 1. Oktober 1932 kann als Geburtsstunde der heutigen Stadt Bornheim angesehen werden.
Am 7. Mai 1934 wurde das Amt Waldorf auf Antrag der Amtsmitglieder in „Amt Bornheim“ umbenannt. Am 1. April 1935 genehmigte der Regierungspräsident den Zusammenschluss der Ämter Bornheim und Sechtem zum neuen Amt Bornheim. Ziel waren erhebliche Einsparungen und eine gestärkte Position. Das Amt Hersel wurde endgültig dem Amt Bornheim angeschlossen. Zum 1. Juli 1935 ergab sich folgende Struktur:
- Die Gemeinden Bornheim-Brenig, Kardorf-Hemmerich, Roisdorf und Waldorf wurden zur neuen, größeren Gemeinde Bornheim zusammengefasst.
- Die Gemeinden Hersel, Uedorf, Widdig und Urfeld wurden zur neuen, größeren Gemeinde Hersel zusammengefasst.
- Die Gemeinden Merten, Rösberg, Sechtem und Walberberg wurden zur neuen, größeren Gemeinde Sechtem zusammengefasst.
Diese drei neuen Gemeinden bildeten das Amt Bornheim.
Die heutige Form der Stadt Bornheim entstand am 1. August 1969 durch das Gesetz zur kommunalen Neugliederung des Raumes Bonn (Bonn-Gesetz). Die „neue“ amtsfreie Gemeinde Bornheim wurde durch den Zusammenschluss der zuvor amtsangehörigen Gemeinden Bornheim, Hersel (ohne den Ortsteil Urfeld) und Sechtem gebildet. Gleichzeitig wurde das Amt Bornheim aufgelöst.
Seit dem 1. Januar 1981 trägt die Gemeinde Bornheim offiziell den Titel „Stadt Bornheim“.

Bornheim heute: Zahlen und Fakten
Wie viel Bornheim gibt es heute? Bornheim ist eine lebendige Stadt mit einer wachsenden Bevölkerung. Zum Stichtag 1. Januar 2024 lebten 50.563 Menschen im Stadtgebiet. Davon waren 25.569 weiblich und 24.961 männlich. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung beträgt 45 Jahre. Mit einer Bevölkerungsdichte von rund 610 Einwohnern pro Quadratkilometer ist Bornheim vergleichsweise dicht besiedelt.
Die Bevölkerung verteilt sich auf 14 Ortschaften. Der größte Stadtteil ist Bornheim selbst mit 8.385 Einwohnern. Uedorf hingegen ist mit 896 Bewohnern der kleinste Ort der Stadt.
Geografisch erstreckt sich das Stadtgebiet über eine Fläche von 82,72 Quadratkilometern. Diese Fläche teilt sich wie folgt auf:
| Nutzung | Fläche (km²) |
|---|---|
| Landwirtschaftliche Nutzfläche | 46,84 |
| Waldgebiete und Gewässer | 17,49 |
| Siedlungs- und Verkehrsfläche | 15,69 |
| Gesamtfläche | 82,72 |
Das Straßen- und Wegenetz in Bornheim ist mit insgesamt 549,5 Kilometern sehr gut ausgebaut.
Die topografische Beschaffenheit Bornheims variiert. Der höchste Punkt der Stadt liegt am Hennesenberg in Brenig mit 164,8 Metern über Normal-Null. Die tiefste Stelle findet sich im Flussbett des Rheins bei Stromkilometer 663,5 bei Widdig mit 46,6 Metern über Normal-Null.
Die Postleitzahl von Bornheim lautet 53332. Der Amtliche Gemeindeschlüssel (AGS) ist 05 3 82 012. Telefonisch ist die Stadt über vier verschiedene Vorwahlen erreichbar: 02222, 02227, 02232 und 02236.
Bornheim ist auch ein wichtiger Wirtschaftsstandort in der Region. Stand 2018 waren rund 2.800 Unternehmen im Stadtgebiet ansässig.
Die Infrastruktur für die Bürger ist vielfältig. Es gibt 39 Ärzte, 21 Zahnärzte, 6 Tierärzte und 9 Apotheken. Im Bereich der Religion gibt es 13 katholische und 4 evangelische Kirchen, eine evangelische Freikirche und 2 Klöster.
Für Familien und Bildung bietet Bornheim 34 Kindergärten, 8 Grundschulen und 7 weiterführende Schulen. Freizeitaktivitäten für Kinder sind auf 54 Kinderspielplätzen möglich. Sportbegeisterte finden 12 Sportplätze sowie 15 Turn- und Sporthallen vor.
Die Betreuung älterer Menschen ist durch 4 Seniorenheime, 2 private Altenpflegeheime und 17 Altentagesstätten gewährleistet.
Das Hallenfreizeitbad ist ein beliebtes Ziel und zählt jährlich rund 190.000 Besucher.
Die Sicherheit wird durch eine starke Freiwillige Feuerwehr gewährleistet, die aus 12 Löschgruppen mit über 600 Feuerwehrleuten besteht. Es gibt 12 Feuerwehrgerätehäuser im Stadtgebiet.
Aktuelle Bevölkerungsstatistik (Stand 01.01.2024)
| Merkmal | Anzahl |
|---|---|
| Gesamteinwohner | 50.563 |
| Weiblich | 25.569 |
| Männlich | 24.961 |
| Altersdurchschnitt | 45 Jahre |
| Einwohner über 100 Jahre | 14 |
| Einwohner 1 Jahr und jünger (Mädchen) | 217 |
| Einwohner 1 Jahr und jünger (Jungen) | 210 |
| Älteste Bürgerinnen | 104 Jahre (2 Personen) |
| Geburtstage am 1. Januar | 370 |
| Zuzüge im Jahr 2023 | 3.371 |
| Geburten im Jahr 2023 | 396 |
| Wegzüge im Jahr 2023 | 3.206 |
| Verstorbene im Jahr 2023 | 517 |
| Heiraten im Jahr 2023 | 184 Paare |
| Gemeldete Hunde (ca.) | 2.974 |
Häufig gestellte Fragen zu Bornheim
Wie hieß Bornheim früher?
Der Hauptort Bornheim wurde im Jahr 945 erstmals als „Brunheim“ urkundlich erwähnt. Der älteste Ortsteil auf dem heutigen Stadtgebiet ist Widdig, der bereits 804 als „Wittheich“ genannt wurde.
Wie viele Menschen leben in Bornheim?
Zum 1. Januar 2024 lebten 50.563 Menschen im Stadtgebiet von Bornheim.
Wann wurde Bornheim zur Stadt?
Die Gemeinde Bornheim erhielt am 1. Januar 1981 den Titel „Stadt Bornheim“.
Wie groß ist die Fläche der Stadt Bornheim?
Das Stadtgebiet erstreckt sich über 82,72 Quadratkilometer.
Was ist der höchste Punkt in Bornheim?
Der höchste Punkt ist der Hennesenberg in Brenig mit 164,8 Metern über Normal-Null.
Was ist der niedrigste Punkt in Bornheim?
Der niedrigste Punkt ist das Flussbett des Rheins bei Widdig mit 46,6 Metern über Normal-Null.
Welcher Ortsteil ist der größte in Bornheim?
Der größte Stadtteil ist Bornheim selbst mit 8.385 Einwohnern (Stand 01.01.2024).
Welcher Ortsteil ist der kleinste in Bornheim?
Der kleinste Stadtteil ist Uedorf mit 896 Einwohnern (Stand 01.01.2024).
Bornheim vereint somit eine reiche historische Vergangenheit mit einer dynamischen Gegenwart. Von römischen Aquädukten und fränkischen Siedlungen bis hin zu moderner Infrastruktur und vielfältigen Dienstleistungen bietet die Stadt ihren Einwohnern und Besuchern eine interessante Mischung.
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