13/10/2012
Hamborn, heute ein lebendiger Stadtbezirk der kreisfreien Stadt Duisburg in Nordrhein-Westfalen, blickt auf eine lange und ereignisreiche Geschichte zurück. Bevor es Teil von Duisburg wurde, war Hamborn eine eigenständige und bedeutende Stadt. Seine Entwicklung von einer kleinen Siedlung zu einem wichtigen urbanen Zentrum ist eng mit der Industrialisierung und dem starken Bevölkerungswachstum im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert verbunden. Parallel zu dieser historischen Entwicklung spielt der Hamborner Wochenmarkt bis heute eine zentrale Rolle im Leben der Bewohner und zieht Besucher aus der gesamten Region an.

- Historische Wurzeln und frühe Entwicklung
- Vom Dorf zur rasch wachsenden Industriestadt
- Die Eingemeindung nach Duisburg
- Hamborn heute: Ein bedeutender Stadtbezirk Duisburgs
- Der lebendige Wochenmarkt auf dem Hamborner Altmarkt
- Vielfalt und Frische: Das umfangreiche Angebot
- Ein Treffpunkt für die Gemeinschaft
- Fazit
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Historische Wurzeln und frühe Entwicklung
Die Geschichte Hamborns reicht weit zurück. Erstmals erwähnt wird der Ort um das Jahr 962 unter dem Namen Havenburn, ein Begriff, der sinngemäß „Viehtränke“ bedeutete. Dieser Name deutet auf die ursprüngliche landwirtschaftliche Prägung der Region hin. Namensgeber war ein Gutshof namens Havenburen, der sich an jener Stelle befand, wo heute die Abtei St. Johann steht. Ein entscheidendes Ereignis in der frühen Geschichte war die Schenkung dieses Landbesitzes im Jahr 1136 durch den Edlen Gerhard von Hochstaden an den Kölner Erzbischof. Diese Schenkung erfolgte unter der Bedingung, dass an diesem Ort ein Prämonstratenserkloster errichtet werde. Die eigentliche Gründung des Klosters wurde von der Abtei Steinfeld in der Eifel vorgenommen.
Die Siedlung Hamborn sowie die umliegenden Bauerschaften gehörten historisch zum Herzogtum Kleve. Im Zuge der territorialen Veränderungen dieser Zeit gelangten diese Gebiete zwischen 1614 und 1666 an Brandenburg-Preußen. Anfang des 19. Jahrhunderts war Hamborn noch eine eher kleine Ortschaft. Sie war administrativ der Bürgermeisterei Holten zugeordnet, die ihrerseits zum Landkreis Dinslaken gehörte. Die Zugehörigkeiten wechselten im Laufe der Jahrzehnte: Ab 1823 war Hamborn Teil des Landkreises Duisburg. Nach dem Ausscheiden der Stadt Duisburg aus dem Kreis im Jahr 1873 gehörte Hamborn zum Landkreis Mülheim an der Ruhr. Weitere administrative Verschiebungen folgten: Im Jahr 1886 wurde Hamborn ein Teil der Bürgermeisterei Beeck. Nur ein Jahr später, 1887, kam es gemeinsam mit Beeck zum neu gegründeten Landkreis Ruhrort. Dieser Landkreis wurde im Jahr 1909, nachdem Ruhrort und Meiderich ebenfalls aus dem Kreis ausschieden, in Landkreis Dinslaken umbenannt.
Vom Dorf zur rasch wachsenden Industriestadt
Das späte 19. Jahrhundert brachte eine tiefgreifende Veränderung für Hamborn. Die Ansiedlung von Industrie führte zu einem explosionsartigen Bevölkerungswachstum. Während Hamborn im Jahr 1890 lediglich 7.983 Einwohner zählte, änderte sich dies rasant. Am 6. April 1898 traf der Gemeinderat von Hamborn eine wichtige Entscheidung, die das städtische Leben bereichern sollte: die Einführung eines Wochenmarktes. Fortan bauten die Händler ihre Stände auf dem Altmarkt auf – ein Ort, der bis heute das Herzstück des Marktgeschehens bildet.
Das Wachstum setzte sich ungebremst fort. Im Jahr 1900 wurde die eigenständige Bürgermeisterei Hamborn gebildet. Zu dieser neuen administrativen Einheit gehörten die Bauerschaften Alsum, Bruckhausen, Marxloh, Hamborn-Wittfeld, Schmidthorst, Neumühl und Fahrn. Mit der Angliederung der Ortsteile Alsum, Schwelgern, Marxloh und Bruckhausen zum 1. April 1900 stieg die Einwohnerzahl auf rund 28.000. Die Dynamik der Entwicklung war enorm: Nur sechs Jahre später, im Jahr 1906, hatte Hamborn bereits 70.356 Einwohner erreicht.
Ein besonders bemerkenswerter Meilenstein wurde im Jahr 1910 erreicht. Mit Helene Kropp überschritt die junge Gemeinde die Marke von 100.000 Einwohnern. Am 1. April 1911 wurden in Hamborn beeindruckende 102.800 Bürger gezählt. Dies bedeutete einen Zuwachs von 75.000 neuen Einwohnern innerhalb von nur zehn Jahren – eine Entwicklung, die Hamborn faktisch zu einer Großstadt machte, auch wenn es zu diesem Zeitpunkt noch nicht die formalen Rechte einer Stadt besaß. Diese Rechte wurden Hamborn am 1. April 1911 verliehen. Wenige Wochen später, am 1. Mai 1911, schied Hamborn aus dem Landkreis Dinslaken aus und wurde zu einem selbständigen Stadtkreis.
Die Eingemeindung nach Duisburg
Trotz der erreichten Eigenständigkeit als Stadtkreis in den 1910er Jahren sah sich Hamborn in den 1920er Jahren mit der drohenden Eingemeindung durch die benachbarte Großstadt Duisburg konfrontiert. Der damalige Hamborner Bürgermeister, Hugo Rosendahl, versuchte, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Er bemühte sich intensiv, jedoch letztlich erfolglos, um die Eingemeindung der Städte Dinslaken und Sterkrade nach Hamborn. Das Ziel war klar formuliert: „Los von Duisburg“. Dieses Bestreben spiegelte sich im Selbstverständnis der Hamborner wider und fand Ausdruck in zeitgenössischen Manifestationen.
Trotz dieser Bemühungen wurde die Eingemeindung Realität. Am 1. August 1929 wurde Hamborn mit der Stadt Duisburg sowie den Ortschaften Huckingen, Mündelheim und Rahm, die zuvor zum Amt Angermund im Landkreis Düsseldorf gehörten, zur neuen Stadt Duisburg-Hamborn vereinigt. Dies war ein signifikanter Moment, der das Ende der Eigenständigkeit Hamborns als Stadtkreis markierte. Die neu geschaffene Stadt Duisburg-Hamborn wurde wenige Jahre später, am 1. April 1935, in Duisburg umbenannt. Seit diesem Zeitpunkt wird Hamborn nicht mehr als eigenständige Stadt, sondern als Stadtteil innerhalb der Großstadt Duisburg geführt. Der Wunsch „Los von Duisburg“ aus jener Zeit, dokumentiert in einem Gedicht von 1931 („Ruf es aus in alle Welt: Los von Duisburg die Parole, solange uns die Brust noch schwellt…“), zeigt jedoch, wie stark die Identität und das Streben nach Unabhängigkeit in Hamborn ausgeprägt waren.
Hamborn heute: Ein bedeutender Stadtbezirk Duisburgs
Nach der Eingemeindung wurde Hamborn zunächst als Stadtteil geführt. Im Zuge einer grundlegenden Neuregelung der Gemeindeordnung in Nordrhein-Westfalen wurden ab 1975 in allen kreisfreien Städten sogenannte Stadtbezirke eingerichtet. Dies diente der Strukturierung und Dezentralisierung der Verwaltung innerhalb der großen Städte. Auch in Duisburg wurde diese Struktur eingeführt. Bereits vor dieser Neufassung der Gemeindeordnung gab es eine statistische Einteilung, die einen Stadtbezirk Hamborn vorsah.
Mit der offiziellen Einrichtung des Stadtbezirks nach 1975 wurden jedoch einige Anpassungen vorgenommen. Aus dem neu definierten Stadtbezirk Hamborn wurden die Stadtteile Bruckhausen und das alte Fahrn herausgelöst und anderen Bezirken zugeordnet. Bruckhausen kam zum Stadtbezirk Meiderich-Beeck, während das alte Fahrn dem Stadtbezirk Walsum zugeschlagen wurde. Die heute zum Stadtbezirk Hamborn gehörenden Stadtteile sind Alt-Hamborn, Marxloh, Neumühl, Obermarxloh und Röttgersbach. Diese Gliederung besteht bis heute und repräsentiert den geografischen und administrativen Umfang des modernen Stadtbezirks Hamborn.
Jeder Duisburger Stadtbezirk verfügt über eine eigene Bezirksvertretung, an deren Spitze ein Bezirksvorsteher oder seit 2014 ein Bezirksbürgermeister steht. Diese lokale politische Vertretung kümmert sich um Angelegenheiten, die den jeweiligen Stadtbezirk betreffen. Der erste Bezirksvorsteher des neu eingerichteten Stadtbezirks Hamborn nach der kommunalen Neugliederung 1975 war Heinrich Hamacher (SPD), der dieses Amt bis zu seinem Tod im Jahr 1986 innehatte. Nach seinem Tod übernahm der stellvertretende Bezirksvorsteher Karl-Georg Hellbach (CDU) das Amt für kurze Zeit kommissarisch. Ihm folgte Inge Riederer (SPD), die von 1986 bis 1994 Bezirksvorsteherin war. Von 1994 bis 2004 war Winfried Besold (SPD) Bezirksvorsteher, der bereits seit 1986 Mitglied der Bezirksvertretung war. Nach der Kommunalwahl 2004 wurde Uwe Heider (SPD) Bezirksvorsteher und später Bezirksbürgermeister. Er legte sein Amt im Februar 2019 nieder. Sein Nachfolger wurde am 28. März 2019 der bisherige 1. Stellvertretende Bezirksbürgermeister Marcus Jungbauer (CDU).
Der lebendige Wochenmarkt auf dem Hamborner Altmarkt
Neben seiner reichen Geschichte ist Hamborn heute auch bekannt für seinen Wochenmarkt, der eine zentrale Rolle im Leben der Bewohner spielt. Der Markt findet auf dem Hamborner Altmarkt statt, jenem historischen Ort, an dem der Wochenmarkt bereits 1898 nach einem Beschluss des Gemeinderats eingeführt wurde. Was den Hamborner Wochenmarkt besonders macht, ist seine Größe und Vielfalt. Er gilt als der größte Wochenmarkt in ganz Nordrhein-Westfalen.

Der Markt bietet ein buntes und vielfältiges Angebot und findet dreimal pro Woche statt: immer dienstags, donnerstags und samstags. Diese Frequenz stellt sicher, dass die Bewohner und Besucher regelmäßig Zugang zu frischen Produkten und anderen Waren haben. Mit einer Warenpräsentation von insgesamt rund 1.200 m² und mehr als 150 Anbietern ist der Markt nicht nur groß, sondern auch ein Spiegelbild der Angebotsvielfalt.
Vielfalt und Frische: Das umfangreiche Angebot
Die Marktbeschicker auf dem Hamborner Altmarkt präsentieren eine breite Palette an Waren für den täglichen Bedarf. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf frischen Produkten, oft direkt aus der Region und nicht selten unmittelbar vom Erzeuger. Dazu gehören vielfältiges Obst und Gemüse der Saison, Kartoffeln, eine Auswahl an Wurst- und Fleischwaren, frischer Fisch, Backwaren wie Brot und Kuchen, verschiedene Käsesorten und Eier. Auch Blumen und Pflanzen, die Farbe und Leben in die Haushalte bringen, sind ein wichtiger Bestandteil des Angebots.
Doch der Markt bietet weit mehr als nur Lebensmittel. Besucher können auch Anbieter finden, die Textilien, Schuhe, Haushaltswaren und Geschenkartikel verkaufen. Diese Mischung aus frischen Lebensmitteln, Gebrauchsgütern und anderen Artikeln macht den Besuch des Marktes zu einem umfassenden Einkaufserlebnis. Die Möglichkeit, direkt mit den Erzeugern und Händlern ins Gespräch zu kommen, trägt zur besonderen Atmosphäre des Marktes bei.
Ein Treffpunkt für die Gemeinschaft
Der Wochenmarkt auf dem Hamborner Altmarkt ist mehr als nur eine Einkaufsquelle. Er ist auch ein wichtiger sozialer Treffpunkt für die Bewohnerinnen und Bewohner von Hamborn und den umliegenden Stadtteilen. Hier trifft man sich, tauscht Neuigkeiten aus und genießt das lebendige Markttreiben. Dieses Zusammentreffen macht den Markt zu einem „echten Vergnügen“, wie es im Text heißt, und unterstreicht seine Bedeutung für das Gemeinschaftsleben im Stadtbezirk. Die bunte Mischung aus Gerüchen, Farben und Stimmen schafft eine einzigartige Atmosphäre, die den Charme des Hamborner Wochenmarktes ausmacht.
Fazit
Hamborn hat eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen, von einer kleinen Siedlung über eine rasch wachsende Industriestadt mit eigener Stadtrechten bis hin zu einem bedeutenden Stadtbezirk der Großstadt Duisburg. Die Eingemeindung im Jahr 1929 war ein Wendepunkt, der die administrative Zugehörigkeit neu ordnete, aber die starke Identität Hamborns nicht verwischte. Heute ist Hamborn ein vitaler Teil Duisburgs, geprägt von seiner Geschichte und dem regen Leben in seinen Stadtteilen. Der Wochenmarkt auf dem Altmarkt ist ein herausragendes Beispiel für die Kontinuität und Lebendigkeit des städtischen Lebens in Hamborn. Er verbindet Tradition mit Moderne und bietet den Menschen einen Ort für Einkauf, Begegnung und Genuss.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wann wurde Hamborn nach Duisburg eingemeindet?
Hamborn wurde am 1. August 1929 mit der Stadt Duisburg und weiteren Ortschaften zur neuen Stadt Duisburg-Hamborn vereinigt.
Ist heute Markt in Duisburg Hamborn?
Der Wochenmarkt auf dem Hamborner Altmarkt findet dreimal pro Woche statt, nämlich immer dienstags, donnerstags und samstags.
Was kann ich auf dem Hamborner Wochenmarkt kaufen?
Das Angebot ist sehr vielfältig. Sie finden frische Produkte wie Obst, Gemüse, Kartoffeln, Wurst, Fleisch, Fisch, Backwaren, Käse und Eier, oft direkt vom Erzeuger. Außerdem gibt es Blumen und Pflanzen sowie Stände mit Textilien, Schuhen, Haushaltswaren und Geschenkartikeln.
Wie oft findet der Wochenmarkt in Hamborn statt?
Der Wochenmarkt auf dem Altmarkt in Hamborn wird dreimal in jeder Woche abgehalten: dienstags, donnerstags und samstags.
Wie groß ist der Hamborner Wochenmarkt?
Der Wochenmarkt in Hamborn gilt als der größte in Nordrhein-Westfalen. Er bietet rund 1.200 m² Warenpräsentation von mehr als 150 Anbietern.
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