22/02/2015
Ernst Moritz Arndt war eine Persönlichkeit seiner Zeit, deren Ansichten und Schriften bis heute diskutiert werden. Basierend auf vorliegenden Informationen konzentriert sich die Betrachtung seines Wirkens oft auf sein Verhältnis zu anderen Völkern und Gruppen sowie auf seine Rolle in der Politik und als Dichter. Insbesondere seine Äußerungen zu Frankreich und dem Judentum sowie seine nationalistischen und patriotischen Schriften sind Gegenstand der Auseinandersetzung.

- Verhältnis zu Frankreich und dem Judentum
- Ernst Moritz Arndt als Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung
- Bekannteste Gedichte
- Sakrale Überhöhung des Deutschtums
- Bezug auf die Varusschlacht
- Skepsis gegenüber überbordender Germanen-Romantik
- Vergleichende Darstellung: Arndts Blick auf Franzosen und Juden (basierend auf dem Text)
- Häufig gestellte Fragen zu Ernst Moritz Arndt (basierend auf dem Text)
Verhältnis zu Frankreich und dem Judentum
Ein zentraler Aspekt der überlieferten Informationen zu Ernst Moritz Arndt betrifft sein Verhältnis zu Frankreich und dem Judentum. Seine Haltungen hierzu waren von tiefgreifender Skepsis, Ablehnung und offenem Hass geprägt, wie aus seinen Schriften hervorgeht.
Die Idee der rassischen Reinheit und ihre Gefahren
Arndts Bild vom deutschen Volk ging von einem Zustand aus, den er als ursprünglich „rein“ betrachtete und der seiner Meinung nach bewahrt werden müsse. Er argumentierte, dass die Deutschen „nicht durch fremde Völker verbastardet“ und „keine Mischlinge geworden“ seien. Stattdessen seien sie „mehr als viele andere Völker in ihrer angeborenen Reinheit geblieben“. Er bezeichnete die Deutschen als „glücklichen Deutschen“ und ein „ursprüngliches Volk“. Dabei bediente sich Arndt bereits grundsätzlich rassischer Kategorien. Er schrieb, dass „jede zu häufige Mischung der Völker mit fremden Stoffen durchaus ein Verderben“ darstelle. Dieses Verderben bringe „widerstreitende Triebe und Anlagen hervor und zerstört die Eigenthümlichkeit und Kraft des Karakters eines Volkes.“
Scharfe Propaganda und tiefer Hass auf Frankreich
Ernst Moritz Arndt betrieb eine sehr scharfe antifranzösische Propaganda. In dieser forderte er die Deutschen offen zum Hass gegen das französische Volk auf. Er formulierte dies unmissverständlich: „Wenn ich sage, ich hasse den französischen Leichtsinn, ich verschmähe die französische Zierlichkeit, mir missfällt die französische Geschwätzigkeit und Flatterhaftigkeit, so spreche ich vielleicht einen Mangel aus, aber einen Mangel, der mir mit meinem ganzen Volke gemein ist.“ Er zog Vergleiche zu anderen Völkern, betonte aber den besonderen Hass auf die Franzosen: „Ebenso kann ich sagen: Ich hasse den englischen Übermut, die englische Sprödigkeit, die englische Abgeschlossenheit. Diese gehassten und verachteten und getadelten Eigenschaften sind an sich noch keine Laster, sie hängen bei den Völkern, die sie tragen, vielleicht mit großen Tugenden zusammen, die mir und meinem Volke fehlen.“
Arndt steigerte diesen Hass besonders im Kontext der Auseinandersetzung mit Frankreich: „Darum lasst uns die Franzosen nur recht frisch hassen, lasst uns unsre Franzosen, die Entehrer und Verwüster unserer Kraft und Unschuld, nur noch frischer hassen, wo wir fühlen, dass sie unsere Tugend und Stärke verweichlichen und entnerven.“ Seine Hassvorstellungen auf Franzosen und Juden gingen dabei ineinander über. Er nannte die Franzosen „das Judenvolk“ und bezeichnete sie als „verfeinerte schlechte Juden“. Er unterstellte ihnen sogar Menschenhandel, indem er behauptete: „In alle Kreise […] der teutschen Zunge (ergingen) Befehle, Listen einzuschicken über die mannbaren teutschen Jungfrauen, welche durch Vermögen, Schönheit und Anmuth glänzten. Diese sollten nach Frankreich abgeführt und an Franzosen vergeben werden. Hätte dies ausgeführt werden können, wie bald wäre diesseits des Rheins die edle deutsche Art verbastardet worden.“ Auch die französische Sprache sah er negativ: Die meisten Französinnen seien „verbuhlt und unzüchtig […] in der zischelnden und flüsternden und gurgelnden Schlangensprache selbst liegt schon das Schlüpfrige, Gleisende [für: Gleißende], Verführerische und Sündliche.“ Er schlug vor, Zölle auf Personen von westlich des Rheins zu erheben, „wie beim Vieh“. Er sah Franzosen und Juden als „Artikel, der mehr der Ueppigkeit dient, als der Viehzucht schadet“ und der „der teutschen Menschenzucht […] äußerst schädlich“ sei. Arndt bekundete die Absicht: „Ich werde mein ganzes Leben arbeiten, daß die Verachtung und der Haß auf dieses Volk die tiefsten Wurzeln schlägt.“ Noch 1815 bezeichnete er die Franzosen erneut als „Juden […] nicht bloß wegen ihrer Judenlisten und ihres knickerigen Geitzes, sondern mehr noch wegen ihres judenartigen Zusammenklebens.“
Warnungen und Stereotypen bezüglich des Judentums
Neben seinem Hass auf Frankreich warnte Arndt auch eindringlich vor einem „zu engen Kontakt mit dem Judentum“. Zwar meinte er, dass durch den Übertritt zum Christentum in der zweiten Generation der „Same Abrahams“ kaum noch zu erkennen sei. Schädlich seien aber die „Tausende, welche die russische Tyrannei uns nun noch wimmelnder jährlich aus Polen auf den Hals jagen wird“, die er als „die unreine Flut von Osten her“ bezeichnete. Er warnte vor einer angeblichen jüdisch-intellektuellen Verschwörung, bei der „Juden oder getaufte und … eingesalbte Judengenossen“ sich der Literatur „wohl zur guten Hälfte bemächtigt“ hätten und „ihr freches und wüstes Gelärm“ verbreiteten, wodurch sie „jede heilige und menschliche Staatsordnung als Lüge und Albernheit in die Luft blasen möchten.“
Arndt schrieb, das lange „unstäte Daseyn“ hätte aus ihnen „das Gemeine, Kleinliche, Feige und Geitzige hervorgelockt“. Sie seien „jeder schweren Mühe und jeder harten Arbeit ungeduldig“ und würden daher nach jedem „leichten und flüchtigen Gewinn“ streben. Forderungen nach Dialog, Humanität und Toleranz gegenüber Juden bezeichnete Arndt als „Allerweltsphilosophie und Allerweltliebe“, die Zeichen von „Schwächlichkeit und Jämmerlichkeit“ seien. Noch im Alter wandte sich Arndt gegen die „unruhigen, neugierigen und alles betastenden und umwühlenden Hebräer“.
Ernst Moritz Arndt als Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung
Der vorliegende Text erwähnt Ernst Moritz Arndt als Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung.
Bekannteste Gedichte
Zu Arndts bekanntesten Gedichten zählt das Vaterlandslied der Freiheitskriege „Der Gott, der Eisen wachsen ließ“. Dieses Gedicht wird aus heutiger Sicht häufig als martialisch bzw. militaristisch wirkend kritisiert. Die erste Strophe lautet:
Der Gott, der Eisen wachsen ließ,
der wollte keine Knechte,
drum gab er Säbel, Schwert und Spieß
dem Mann in seine Rechte;
drum gab er ihm den kühnen Mut,
den Zorn der freien Rede,
dass er bestände bis aufs Blut,
bis in den Tod die Fehde.
Sakrale Überhöhung des Deutschtums
Mit seinen Schriften und Gedichten ging bei Arndt eine fast sakrale Überhöhung des Deutschtums und des Nationalen einher. In einer Schrift ließ er Gott sprechen: „Und weil ihr das Herz sein solltet von Europa, seid ihr mir lieb gewesen, wie mein eigenes Herz, und werdet mir lieb bleiben ewiglich.“ Er stellte die Frage: „Wo ist das Volk, wo der Mann in Europa, der vor diesen deutschen Namen nicht anbetend niederfällt?“
Bezug auf die Varusschlacht
Um zum Kampf gegen die Franzosen und Napoleon aufzurufen, nahm Arndt Bezug auf die Varusschlacht und die Kämpfe der Germanen gegen die Römer. Er dichtete: „So ziehen wir aus zu Hermanns Schlacht/ Und wollen Rache Üben“.
Skepsis gegenüber überbordender Germanen-Romantik
An anderer Stelle äußerte sich Arndt allerdings skeptisch gegenüber einer überbordenden Rückbesinnung auf Germanen und Mittelalter. Er schrieb: „Durch unsere deutsche Geschichte läuft ein wunderlicher Wahn, woraus ich gar nicht klug werden kann. Wenn die Deutschen über die traurige Gegenwart klagen, so nehmen sie den Mund so gerne voll von der Allmacht und unüberwindlichen Furchtbarkeit und Stärke ihrer Altvordern im Mittelalter. Ich habe mich danach umgesehen, sie aber nirgends so gefunden. Freilich, wenn man in der ältesten Zeit alles, was germanisch ist, deutsch nennt […]“
Vergleichende Darstellung: Arndts Blick auf Franzosen und Juden (basierend auf dem Text)
| Gruppe | Beschreibung laut Arndt (aus dem Text) |
|---|---|
| Franzosen | Leichtsinn, Zierlichkeit, Geschwätzigkeit, Flatterhaftigkeit, Entehrer und Verwüster, verweichlichend und entnervend, das Judenvolk, verfeinerte schlechte Juden, verbuhlt und unzüchtig, schlüpfrige Sprache, dienen der Ueppigkeit, schädlich für die Menschenzucht. |
| Juden | schädlich durch zu engen Kontakt, unreine Flut von Osten, jüdisch-intellektuelle Verschwörung, Gemeine, Kleinliche, Feige, Geitzige, ungeduldig bei schwerer Arbeit, streben nach leichtem Gewinn, unruhige, neugierige, alles betastende und umwühlende Hebräer, dienen der Ueppigkeit, schädlich für die Menschenzucht. |
Häufig gestellte Fragen zu Ernst Moritz Arndt (basierend auf dem Text)
- Was waren Ernst Moritz Arndts Ansichten zur „Reinheit“ des deutschen Volkes?
- Laut dem Text ging Arndts Bild vom Deutschen von einem ursprünglich „reinen“ Zustand aus, der bewahrt werden müsse. Er argumentierte, dass die Deutschen „nicht durch fremde Völker verbastardet“ und „keine Mischlinge“ seien, sondern „in ihrer angeborenen Reinheit geblieben“. Er sah eine „zu häufige Mischung der Völker mit fremden Stoffen“ als „Verderben“, das „widerstreitende Triebe und Anlagen hervorbringt und die Eigenthümlichkeit und Kraft des Karakters eines Volkes zerstört.“
- Wie beschrieb Ernst Moritz Arndt die Franzosen?
- Der Text beschreibt Arndts Ansichten als „scharfe antifranzösische Propaganda“. Er forderte zum „Hass gegen das französische Volk“ auf und beschrieb sie unter anderem als „Entehrer und Verwüster unserer Kraft und Unschuld“. Er nannte sie auch „das Judenvolk“ und „verfeinerte schlechte Juden“, unterstellte ihnen Menschenhandel und bezeichnete ihre Sprache als „schlüpfrige, Gleißende, Verführerische und Sündliche“. Er wollte „sein ganzes Leben arbeiten, daß die Verachtung und der Haß auf dieses Volk die tiefsten Wurzeln schlägt.“
- Was dachte Ernst Moritz Arndt über das Judentum?
- Laut dem Text warnte Arndt vor „zu engem Kontakt mit dem Judentum“. Er sah die Einwanderung von Juden aus dem Osten als „unreine Flut“. Er unterstellte eine „jüdisch-intellektuelle Verschwörung“ in der Literatur und beschrieb Juden mit negativen Stereotypen wie „das Gemeine, Kleinliche, Feige und Geitzige“ und strebend nach „leichtem und flüchtigem Gewinn“. Er bezeichnete Forderungen nach Toleranz als „Schwächlichkeit und Jämmerlichkeit“ und wandte sich im Alter gegen die „unruhigen, neugierigen und alles betastenden und umwühlenden Hebräer“.
- Welche Rolle spielten seine Gedichte?
- Der Text erwähnt das Vaterlandslied der Freiheitskriege, „Der Gott, der Eisen wachsen ließ“, das aus heutiger Sicht als „martialisch bzw. militaristisch wirkend“ beschrieben wird. Es wurde genutzt, um zum Kampf aufzurufen.
- Wie sah Arndt die deutsche Identität?
- Der Text beschreibt eine „fast sakrale Überhöhung des Deutschtums und des Nationalen“ bei Arndt. Er zitierte Gott, der die Deutschen als das „Herz“ Europas liebte und immer lieben werde. Er fragte, welches Volk oder welcher Mann in Europa „vor diesen deutschen Namen nicht anbetend niederfällt“.
Zusammenfassend lässt sich basierend auf dem vorliegenden Text festhalten, dass Ernst Moritz Arndt eine Figur war, die durch ausgeprägte nationalistische, antifranzösische und antisemitische Ansichten geprägt war, welche er in seinen Schriften und Gedichten zum Ausdruck brachte. Er war zudem Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung, wobei der Text keine weiteren Details zu dieser Rolle liefert. Seine Ansichten zur „Reinheit“ des Volkes, sein offener Hass auf Frankreich und seine negativen Stereotypen über das Judentum bilden den Kern der hier präsentierten Informationen über sein Wirken.
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