Felsformationen: Was sind Klippen?

25/07/2019

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Klippen sind beeindruckende Zeugnisse der natürlichen Kräfte, die unsere Erde formen. Sie ragen oft steil und unvermittelt aus ihrer Umgebung auf und ziehen den Blick des Betrachters magisch an. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff "Klippe", und wie entstehen diese markanten Felsgebilde?

Einfach ausgedrückt, ist eine Klippe eine Felsformation, die durch den Prozess der Erosion entstanden ist und sich relativ steil von ihrer Umgebung abhebt. Dieser Prozess, bei dem Gestein durch Wind, Wasser, Eis oder andere natürliche Agenten abgetragen wird, formt über lange Zeiträume hinweg die Landschaft und kann so zur Herausbildung von Klippen führen. Klippen sind somit das Ergebnis der Widerstandsfähigkeit bestimmter Gesteinsschichten gegenüber den erosiven Kräften, während das umliegende, weichere Material bereits abgetragen wurde.

Was ist eine Klippe einfach erklärt?
Eine Klippe ist eine durch Erosion entstandene, relativ steil aus ihrer Umgebung aufragende Felsformation.

Es ist wichtig zu verstehen, dass nicht jede steil aufragende Felsstruktur eine Klippe im geomorphologischen Sinne ist. Beispielsweise gibt es sogenannte tektonische Klippen, die einen anderen Ursprung haben. Tektonische Klippen entstehen nicht primär durch Erosion, sondern dadurch, dass isolierte, allochthone geologische Einheiten – also Gesteinspakete, die von ihrem ursprünglichen Bildungsort verschoben wurden – auf jüngeren Gesteinen lagern und durch Erosion freigelegt werden. Diese tektonischen Klippen sind in der Regel deutlich größer als Klippen, die rein durch Erosion geformt wurden, und können sogar ganze Gebirgsmassive bilden. Wenn wir im Alltag von einer Klippe sprechen, meinen wir jedoch meist die durch Erosion entstandene, oft isoliert stehende Felsformation.

Übersicht

Arten von Klippen: Inland und Küste

Klippen finden sich nicht nur an den Rändern von Kontinenten, wo Land auf Meer trifft. Man unterscheidet grundsätzlich zwei Hauptarten von Klippen basierend auf ihrem Standort:

Klippen im Binnenland: Diese Art von Klippen ist meist auf Gebirgsregionen beschränkt. Sie entstehen, wenn besonders widerstandsfähige Gesteinsschichten oder -körper aus Berghängen oder -kämmen herauswittern, während das umliegende, weniger resistente Material schneller abgetragen wird. Sie können als isolierte Felsen, Türme oder als Teil einer größeren Felswand erscheinen.

Klippen an Meeresküsten: Diese sind wohl die bekanntesten Klippen. Sie bilden oft eine markante Steilküste oder liegen dieser vorgelagert. Küstenklippen entstehen durch die ständige Arbeit des Meeres, insbesondere durch die Kraft der Wellen (Brandung), die das Gestein erodieren. Besonders hohe und isolierte Küstenklippen, die der Brandung direkt ausgesetzt sind, werden manchmal auch als Brandungspfeiler bezeichnet. Sie sind spektakuläre Naturphänomene, können aber auch Gefahren bergen.

Küstenklippen: Schönheit und Gefahr für die Schifffahrt

Die Schönheit von Küstenklippen ist unbestreitbar. Sie bieten oft dramatische Ausblicke und sind Lebensraum für spezialisierte Pflanzen und Tiere. Gleichzeitig stellen sie jedoch ein erhebliches Gefahrenpotential für die Schifffahrt dar. Der Grund dafür ist vielfältig.

Erstens sind Küstenklippen im Vergleich zu großen Landmassen oder durchgehenden Küstenlinien oft verhältnismäßig klein und isoliert. Bei schlechter Sicht, beispielsweise bei Nebel oder starkem Regen, sowie bei hohem Seegang können sie von Schiffen leicht übersehen werden. Ihre geringe Größe macht sie zu tückischen Hindernissen, selbst auf ansonsten freier See.

Zweitens sind Küstenklippen aufgrund ihrer Entstehung durch Meererosion häufig mit unter Wasser liegenden Felsenriffen assoziiert. Diese Riffe sind noch schwieriger zu erkennen als die Klippen selbst und können auch für Schiffe mit geringerem Tiefgang gefährlich werden. Ein Auflaufen auf eine Klippe oder ein Riff kann schwerwiegende Folgen haben, von Beschädigungen am Schiff bis hin zum Untergang.

Aufgrund dieses hohen Gefahrenpotentials werden Küstenklippen sorgfältig in nautischen Karten verzeichnet. Seeleute verlassen sich auf diese Karten, um sich sicher entlang der Küsten zu bewegen und bekannte Gefahrenstellen zu meiden. Dennoch bleiben sie, besonders unter widrigen Bedingungen, eine Herausforderung.

Ein historisches Beispiel für die Gefahr, die von Küstenklippen und assoziierten Riffen ausgeht, sind die Gewässer um die Scilly-Inseln vor der Landspitze Land’s End am äußersten Ende der Halbinsel Cornwall in Südwest-England. Dieses Seegebiet ist durchsetzt mit zahlreichen Klippen und Felsenriffen. Bis etwa 1750 waren diese Inseln auf Seekarten fälschlicherweise rund zehn Seemeilen zu weit nördlich eingezeichnet. Dieser Fehler, kombiniert mit häufigem Nebel und starken Strömungen, führte dazu, dass eine große Anzahl von Schiffen auf den Klippen auflief und strandete. Der kleine Archipel erhielt dadurch überreichlich Strandgut. Heute erinnert ein Museum für Galionsfiguren und ein Friedhof, auf dem mehr unbekannte Schiffbrüchige als Einwohner begraben liegen, an diese tragische Vergangenheit. Als Reaktion auf die Gefahren wurde 1858 auf Bishop Rock, der westlichsten Klippe der Scilly-Inseln, einer der einsamsten Leuchttürme der Welt errichtet, um die Schifffahrt zu warnen.

Wie nennt man eine Klippe?
[1] Felsenriff, Riff. [3] Behinderung, Erschwernis, Handicap, Hemmnis, Hemmklotz, Hemmschuh, Hindernis, Hürde, Stolperstein, Widerstand.

Bekannte Klippen in Deutschland

Auch wenn Deutschland keine Hochgebirge oder dramatischen Ozeansteilküsten wie andere Länder besitzt, gibt es in den deutschen Mittelgebirgen zahlreiche markante Felsformationen, die als "Klippen" bezeichnet werden. Diese sind oft touristische Anziehungspunkte und geologisch interessant.

Die Entstehung dieser deutschen Binnenlandklippen ist eng mit der Geologie der jeweiligen Region verbunden. Sie liegen meist im Ausbiss einer Gesteinseinheit, die besonders verwitterungsresistent ist. Das bedeutet, dass dieses Gestein den Kräften der Verwitterung und Erosion besser standhält als das umgebende Gestein und somit als erhabene Struktur übrig bleibt.

Ein interessantes Phänomen tritt auf, wenn es sich bei der widerstandsfähigen Gesteinseinheit um eine lang durchhaltende, steil gestellte Schicht aus Sedimentgestein handelt. In solchen Fällen können regelrechte Klippenketten entstehen, bei denen sich eine Reihe von Felsen entlang des Verlaufs der widerstandsfähigen Schicht aufreiht. Ein prominentes Beispiel hierfür sind die Dörenther Klippen im Teutoburger Wald. Auch die Teufelsmauer im nördlichen Harzvorland ist ein ähnliches Phänomen, das als eine lange, wallartige Kette von Felsen in Erscheinung tritt.

Weitere Beispiele für Klippen in Deutschland finden sich im Ausbiss des Taunusquarzites im südlichen Rheinischen Schiefergebirge. Hier haben sich ebenfalls mehrere solcher Felsformationen gebildet, die die widerstandsfähige Quarzit-Schicht markieren.

Ebenfalls im südlichen Rheinischen Schiefergebirge, aber mit einem etwas anderen geologischen Hintergrund, liegen die Eschbacher Klippen bei Usingen-Eschbach. Diese Klippen gehen nicht auf eine widerstandsfähige Sedimentgesteinsschicht zurück, sondern auf einen Quarzgang. Ein Quarzgang ist eine Spalte im Gestein, die nachträglich mit Quarz gefüllt wurde. Da Quarz sehr hart und widerstandsfähig ist, bleibt dieser Gang stehen, während das umgebende Gestein erodiert.

Viele dieser markanten Felsformationen in Deutschland sind heute als geschützte oder schützenswerte Geotope ausgewiesen. Ein Geotop ist ein Erdgeschichtliches Naturdenkmal, das besondere Einblicke in die Geologie und die Landschaftsentwicklung einer Region bietet. Ihre Ausweisung als Geotop unterstreicht ihre wissenschaftliche und ästhetische Bedeutung und dient ihrem Schutz für zukünftige Generationen.

Internationale Beispiele

Auch außerhalb Deutschlands gibt es zahlreiche markante und bekannte Klippen. Einige der vom bereitgestellten Text erwähnten Beispiele finden sich in Namibia.

Die Fingerklippe, gelegen zwischen Outjo und Khorixas in Namibia, ist eine solche beeindruckende Felsformation. Sie ist eine bekannte Touristenattraktion und ragt wie ein riesiger Finger in den Himmel. Ihre Entstehung ist ebenfalls das Ergebnis von Erosion, die das umgebende weichere Gestein abgetragen und diese säulenartige Struktur zurückgelassen hat.

Wie nennt man eine Klippe?
[1] Felsenriff, Riff. [3] Behinderung, Erschwernis, Handicap, Hemmnis, Hemmklotz, Hemmschuh, Hindernis, Hürde, Stolperstein, Widerstand.

Ein weiteres, ehemals sehr bekanntes Beispiel aus dem Süden Namibias war der Mukurob. Dieser Felsmonolith war ebenfalls eine markante Landmarke. Traurigerweise ist der Mukurob am 7. Dezember 1988 eingestürzt, was eindrucksvoll zeigt, dass auch geologisch widerstandsfähige Strukturen den ständigen Kräften der Natur irgendwann nachgeben können.

Häufig gestellte Fragen zu Klippen

Hier beantworten wir einige häufig gestellte Fragen zum Thema Klippen:

Was genau ist eine Klippe?
Eine Klippe ist eine Felsformation, die relativ steil aus ihrer Umgebung aufragt und hauptsächlich durch natürliche Erosion geformt wurde. Sie entsteht, wenn widerstandsfähigeres Gestein übrig bleibt, während weicheres Gestein abgetragen wird.

Wie unterscheiden sich Klippen von tektonischen Klippen?
Klippen im geomorphologischen Sinne entstehen durch Erosion des umgebenden Gesteins. Tektonische Klippen hingegen sind geologische Einheiten, die durch tektonische Prozesse (Verschiebung von Gesteinspaketen) an eine andere Stelle transportiert und dann durch Erosion freigelegt wurden. Tektonische Klippen sind in der Regel größer.

Können Klippen gefährlich sein?
Ja, insbesondere Küstenklippen können für die Schifffahrt sehr gefährlich sein, da sie schwer zu sehen sind, oft mit Felsenriffen assoziiert sind und bei schlechten Bedingungen ein erhebliches Kollisionsrisiko darstellen.

Gibt es Klippen in Deutschland?
Ja, in den deutschen Mittelgebirgen gibt es zahlreiche Felsformationen, die als Klippen bezeichnet werden. Beispiele sind die Dörenther Klippen, die Teufelsmauer oder die Eschbacher Klippen. Viele davon sind als Geotope geschützt.

Wie entstehen Klippenketten?
Klippenketten entstehen, wenn eine besonders widerstandsfähige Gesteinsschicht, die steil im Untergrund steht und über eine längere Distanz verläuft, durch Erosion herausgearbeitet wird. Die einzelnen Felsen der Kette sind dann Teil dieses widerstandsfähigen Gesteinszuges.

Zusammenfassung

Klippen sind faszinierende geologische Merkmale, die uns viel über die dynamischen Prozesse auf unserer Erde erzählen. Ob im Binnenland als Zeugen der Verwitterung in Gebirgsregionen oder an den Küsten als dramatische Felswände, die der Kraft des Meeres widerstehen – sie sind eindrucksvolle Beispiele für die Macht der Erosion. Ihre Formenvielfalt und ihre Geschichte machen sie zu lohnenden Zielen für Naturfreunde und Geologen gleichermaßen, während ihre Präsenz an der Küste eine ständige Erinnerung an die Notwendigkeit sorgfältiger Navigation für die Schifffahrt ist. Von den geschützten Geotopen in Deutschland bis zu den berühmten Felsmonolithen Namibias – Klippen sind überall auf der Welt zu finden und beeindrucken durch ihre schiere Präsenz und ihre Entstehungsgeschichte.

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