Was tun bei Berührung mit Fingerhut?

Fingerhut: Schönheit und Gefahr im Garten

13/05/2013

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Der Fingerhut, wissenschaftlich Digitalis genannt, ist eine Gartenpflanze, die mit ihren hohen, farbenprächtigen Blütenkerzen viele Blicke auf sich zieht. Seine glockenförmigen Blüten, die dem Fingerhut seinen Namen gaben, können bis zu vier Zentimeter groß werden und leuchten in vielen Tönen von Rosa über Rot bis Gelb und Weiß. Im englischsprachigen Raum trägt er den fantasievolleren Namen 'Fuchshandschuh' (Foxglove), dessen Herkunft in alten Sagen oder dem Namen eines Botanikers vermutet wird.

Was ist ein Fingerhut-Fetti-Konto?
Fingerhut Fetti ist der Name unseres revolvierenden Kreditkontos, das Kunden ab dem 12. April 2022 für Einkäufe mit Fingerhut-Guthaben nutzen können . Unser bisheriges Kreditkonto, Fingerhut Advantage, wurde für Einkäufe geschlossen und durch das Fingerhut Fetti-Kreditkonto ersetzt.

Diese meist zweijährige Wildstaude bevorzugt naturnahe Standorte wie Waldränder, Heidegärten oder Lichtungen. Sie gedeiht auf humosem, lehmig-sandigem und leicht saurem Boden und fühlt sich sowohl an sonnigen als auch an halbschattigen Plätzen wohl. Die Vielfalt der Arten ermöglicht es, Fingerhüte in unterschiedlichen Größen, von 30 cm bis zu beeindruckenden 150 cm Höhe, im Beet gestaffelt zu arrangieren oder sogar als natürlichen Sichtschutz zu nutzen. Während die Blütenköpfe bei den meisten Arten anmutig herabhängen, strecken sich Sorten wie 'Candy Mountain' und 'Snowy Mountain' gen Himmel.

Übersicht

Fingerhut im eigenen Garten pflanzen und pflegen

Fingerhut-Jungpflanzen sind oft ab Mai in Gärtnereien erhältlich, sobald keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Sie eignen sich hervorragend, um Beete zu gestalten oder größere Gehölze zu unterpflanzen. Dank ihrer stattlichen Höhe können insbesondere hochwachsende Sorten wie Digitalis ferruginea 'Gigantea' (120 cm, rostrot blühend) oder Digitalis purpurea 'Foxy' (150 cm, weiß-rosa blühend) schnell eine attraktive optische Barriere im Garten oder sogar im Kübel auf Balkon und Terrasse bilden. Zudem wird Fingerhut von Schnecken und vielen Pflanzenschädlingen gemieden, was ihn zu einem guten Nachbarn für schneckenempfindliche Pflanzen macht.

Die Pflege des Fingerhuts im Freiland ist denkbar einfach und erfordert kaum Maßnahmen. Im Topf benötigt der Fingerhut jedoch regelmäßige Feuchtigkeit. Eine Mulchschicht aus Rindenhäckseln kann helfen, die Erde vor Austrocknung zu schützen. Ein Rückschnitt der verwelkten Blütenrispen ist nicht zwingend notwendig, es sei denn, Sie möchten eine unkontrollierte Selbstaussaat im Garten verhindern. Das Abschneiden des Blütenstands nach der Blüte kann zudem die Pflanze dazu anregen, im nächsten Jahr besonders kräftig zu blühen, da sie keine Energie in die Samenbildung investieren muss.

Fingerhut vermehren durch Aussaat

Fingerhut vermehrt sich im zweiten Standjahr über Samen, die in Kapselfrüchten heranreifen. Sie können diese Samen entweder sammeln und gezielt an einem neuen Standort aussäen oder die Pflanze sich selbst überlassen. Für die Direktsaat im Freiland eignen sich die Monate Juli und August. Der Boden sollte humos, lehmig-steinig und leicht sauer bis neutral sein. Wichtig ist, die Erde vor der Aussaat gut anzufeuchten.

Wenn Sie die Samen bereits im Frühjahr im Innenbereich vorziehen möchten, verwenden Sie einfache Anzuchterde. Der Fingerhut ist ein Lichtkeimer, daher sollten Sie die Samen nur leicht andrücken und kaum mit Erde bedecken. Eine Anzuchttemperatur zwischen 18 und 29 °C ist ideal. Die Keimung kann zwischen einem halben und einem ganzen Monat dauern. Sobald die Sämlinge eine Größe von etwa 5-10 cm erreicht haben, werden sie in eigene Töpfe vereinzelt und schrittweise an die Außentemperaturen gewöhnt, indem sie tagsüber ins Freie gestellt und abends wieder hereingeholt werden. Nach den letzten Nachtfrösten können die Jungpflanzen dann mit einem Abstand von etwa einem halben Meter ins Gartenbeet gepflanzt werden, um ihnen genügend Raum zur Entwicklung zu geben.

Die Giftigkeit des Fingerhuts: Was Sie wissen müssen

Eine der wichtigsten Fragen zum Fingerhut betrifft seine Giftigkeit. Hierzu gibt es eine klare Antwort: Ja, Fingerhut ist stark giftig! Diese Giftigkeit beruht auf den enthaltenen Herzglykosiden, insbesondere den sogenannten Digitalisglykoside. Diese Stoffe sind in allen Pflanzenteilen enthalten, von der Wurzel bis zur Blüte, wobei die Samen oft die höchste Konzentration aufweisen.

Für was benutzt man Fingerhut?
Der Fingerhut ist ein mechanischer Schutz gegen unbeabsichtigtes Verletzen der Finger beim Nähen; vorgebeugt werden sollen hier nicht Verletzungen, die von der Nadelspitze drohen, sondern vielmehr solchen, die drohen, wenn mit dem Finger Druck auf das stumpfe hintere Nadelende ausgeübt wird.

Das Anfassen des Fingerhuts ist in der Regel unproblematisch, solange Ihre Haut unverletzt ist. Die Giftstoffe können die intakte Haut kaum durchdringen. Dennoch wird empfohlen, beim Umgang mit Fingerhut Handschuhe zu tragen, insbesondere wenn Sie offene Stellen an Händen oder Armen haben. Manche empfindliche Personen berichten auch von Hautausschlägen, Übelkeit oder Kopfschmerzen nach intensiverem Hautkontakt, auch wenn dies seltener vorkommt als bei anderen Giftpflanzen wie dem Seidelbast oder der Christrose.

Die größte Gefahr geht vom Verzehr von Pflanzenteilen aus. Schon kleine Mengen können zu schweren Vergiftungen führen, und der Verzehr von nur zwei Blättern kann für einen Erwachsenen tödlich sein. In einem Garten, in dem Kinder spielen oder Haustiere frei herumlaufen, ist daher besondere Vorsicht geboten oder im Zweifelsfall auf die Anpflanzung von Fingerhut zu verzichten.

Symptome einer Fingerhut-Vergiftung

Die Symptome einer Vergiftung durch Fingerhut treten relativ schnell auf, manchmal schon nach wenigen Minuten, mit einem Maximum der Giftaufnahme nach etwa zwei Stunden. Erste Anzeichen einer Digitalisintoxikation sind oft unspezifisch, können aber schnell ernster werden:

  • Übelkeit, ständiger Brechreiz und Erbrechen
  • Durchfall
  • Kopfschmerzen und Desorientiertheit
  • Sehstörungen (z.B. Doppelbilder, gestörtes Farbsehen, Gelb-Grün-Sehen)
  • Herzrhythmusstörungen (sehr typisch, von langsamen bis zu lebensbedrohlichen schnellen oder unregelmäßigen Rhythmen)
  • Blutdruckabfall
  • Benommenheit, Verwirrtheit, Halluzinationen, Delirien
  • Bewusstseinsstörungen bis hin zu kurzfristiger Bewusstlosigkeit (Adam-Stokes-Anfälle)

In schweren Fällen kann die Vergiftung zum plötzlichen Tod durch Herzversagen oder Kammerflimmern führen. Die Wirkstoffe beeinflussen direkt die Kontraktionskraft des Herzmuskels, die Erregungsüberleitung und die Herzfrequenz.

Was tun bei Verdacht auf Fingerhut-Vergiftung?

Bei Verdacht auf eine Vergiftung durch Fingerhut ist schnelles Handeln entscheidend. Es handelt sich um einen medizinischen Notfall. Wählen Sie umgehend den Notruf oder suchen Sie die nächste Notaufnahme auf.

Als Sofortmaßnahmen bis zum Eintreffen des Arztes oder im Krankenhaus können folgende Schritte unternommen werden, sofern der Patient bei Bewusstsein ist:

  • Gabe von medizinischer Kohle, um Giftstoffe im Magen-Darm-Trakt zu binden.
  • Auslösen von Erbrechen, um eingenommene Pflanzenteile zu entfernen (nur bei vollem Bewusstsein und kurz nach Einnahme).
  • Verabreichung einer Natriumsulfatlösung als Abführmittel.

Im Krankenhaus erfolgt eine intensive Behandlung, die je nach Schwere der Vergiftung eine Magenspülung, Überwachung der Herzfunktion mittels EKG, den Einsatz eines Herzschrittmachers oder Defibrillators bei schweren Herzrhythmusstörungen sowie die intravenöse Gabe von Digitalis-Antitoxin, einem speziellen Gegengift, um die Giftstoffe zu neutralisieren, umfassen kann.

Die medizinische Geschichte des Fingerhuts

Obwohl heute vor allem für seine Giftigkeit bekannt, blickt der Fingerhut auf eine lange Geschichte als Heilpflanze zurück. Bereits im Mittelalter wurde er volksmedizinisch gegen verschiedene Leiden eingesetzt, wenn auch oft mit gefährlichen Folgen aufgrund mangelnder Kenntnis der korrekten Dosierung. Im 16. Jahrhundert wurde seine Giftigkeit zunehmend erkannt.

Für was benutzt man Fingerhut?
Der Fingerhut ist ein mechanischer Schutz gegen unbeabsichtigtes Verletzen der Finger beim Nähen; vorgebeugt werden sollen hier nicht Verletzungen, die von der Nadelspitze drohen, sondern vielmehr solchen, die drohen, wenn mit dem Finger Druck auf das stumpfe hintere Nadelende ausgeübt wird.

Die gezielte medizinische Nutzung begann im späten 18. Jahrhundert, maßgeblich beeinflusst durch den englischen Arzt William Withering. Er setzte Zubereitungen aus Fingerhutblättern erfolgreich zur Behandlung der Wassersucht (Ödeme), die oft Folge einer Herzschwäche ist, ein. Die enthaltenen Digitalisglykoside erwiesen sich als wirksames Mittel zur Stärkung des Herzmuskels, Verlangsamung der Herzfrequenz und Verbesserung der Pumpleistung.

Über lange Zeit waren Digitalispräparate die Standardtherapie bei bestimmten Herzerkrankungen. Die Schwierigkeit lag jedoch stets in der exakten Dosierung, da die therapeutische Dosis sehr nahe an der toxischen Dosis liegt und die Giftstoffkonzentration in der Pflanze schwanken kann. Heutzutage werden in der Schulmedizin meist isolierte, chemisch definierte Herzglykoside unter strenger ärztlicher Aufsicht eingesetzt, was eine präzisere Dosierung ermöglicht und das Risiko von Vergiftungen reduziert. In der Homöopathie findet Digitalis in stark verdünnter Form (z.B. in den Potenzen D6 oder D12) Anwendung, wobei in diesen Verdünnungen keine toxischen Mengen der Wirkstoffe mehr enthalten sind.

Fingerhut als Schnittblume

Neben seiner Rolle als Zier- und Giftpflanze eignet sich der Fingerhut auch hervorragend als Schnittblume. Seine langen, imposanten Blütenrispen machen ihn zu einem eindrucksvollen Element in großen Bodenvasen oder auf Esstischen. Wenn Sie Fingerhut schneiden, stellen Sie die Stiele sofort ins Wasser. Wie in der Erde benötigt die abgeschnittene Pflanze viel Wasser. Ein Eimer mit Wasser im Garten, in den die geschnittenen Stiele direkt gestellt werden, ist ideal. Im Haus entfernen Sie die unteren Blätter und schneiden die Stiele schräg an, um die Wasseraufnahme zu maximieren. Aufgrund der Länge und des Gewichts der Stiele ist eine schwere, standfeste Vase empfehlenswert. Vasen mit Ausbuchtungen erleichtern das Arrangieren der voluminösen Blütenrispen.

Vielfalt der Fingerhut-Arten

Es gibt über 20 Arten des Fingerhuts, die sich in Größe, Farbe und Blütenform unterscheiden. Hier eine Auswahl der im Text genannten Arten und Sorten:

Art/SorteBlütenfarbeWuchshöhe
Digitalis purpurea 'Apricot' (Apricotfarbener Fingerhut)Pastellfarben (Apricot)Bis 90 cm
Digitalis x mertonensis (Englischer Fingerhut)Altrose70-100 cm
Digitalis grandiflora (Großblütiger Fingerhut)Gelb60-80 cm
Digitalis parviflora (Kleinblütiger Fingerhut)Braun/Rostrot60 cm
Digitalis ambigua 'Carillon' (Niedriger Gelber Fingerhut)Gelb35 cm
Digitalis ferruginea 'Gigantea' (Rostroter Fingerhut)Rostrot120 cm
Digitalis purpurea 'Foxy'Weiß-rosa150 cm

Vergleich der Giftigkeit: Fingerhut und andere Pflanzen

Die Giftigkeit von Pflanzen kann stark variieren. Der Fingerhut gehört zu den sehr stark giftigen Pflanzen in unseren Breiten. Ein kurzer Vergleich mit einigen anderen im Quelltext beschriebenen Pflanzen verdeutlicht die unterschiedlichen Gefährdungsgrade und Symptome:

PflanzeWichtige GiftstoffeGefährlichkeitsgradWichtige Symptome (bei Einnahme)
Roter Fingerhut (Digitalis purpurea)Herzwirksame Glykoside (Cardenolide)Sehr stark giftigÜbelkeit, Erbrechen, Sehstörungen, Herzrhythmusstörungen, Bewusstseinsstörungen, Herzversagen
Gewöhnliches Maiglöckchen (Convallaria majalis)Herzwirksame Glykoside (Cardenolide)Sehr stark giftigÜbelkeit, Durchfall, Herzrhythmusstörungen, Schwindel, Herzstillstand (schwere Vergiftungen selten)
Tollkirsche (Atropa bella-donna)Tropan-Alkaloide (Hyoscyamin, Atropin, Scopolamin)Sehr stark giftigRötung, Trockenheit im Mund, Pupillenerweiterung, Unruhe, Halluzinationen, Krämpfe, Atemlähmung
Herbst-Zeitlose (Colchicum autumnale)Tropolon-Alkaloide (Colchicin)Sehr stark giftigBrennen im Mund, Übelkeit, Magenschmerzen, Durchfall (oft blutig), Krämpfe, Herzrhythmusstörungen, Atemlähmung (Symptome verzögert)

Diese Tabelle zeigt, dass sehr stark giftige Pflanzen unterschiedliche Wirkungen und Symptome hervorrufen können, aber alle eine hohe Gefahr darstellen.

Häufig gestellte Fragen zum Fingerhut

Hier beantworten wir einige häufige Fragen zum Fingerhut:

Ist Fingerhut giftig?
Ja, Fingerhut ist in allen seinen Teilen stark giftig.

Kann man Fingerhut anfassen, ohne sich zu vergiften?
Normalerweise ja, das Anfassen ist bei intakter Haut ungefährlich. Bei offenen Wunden oder sehr empfindlicher Haut sollten Sie jedoch Handschuhe tragen, da es zu Hautreizungen oder selten auch zu Übelkeit kommen kann.

Wann kommt Fingerhut wieder?
Sie öffnen sich im Juni und blühen bis in den August hinein. Aus den bestäubten Blüten entwickeln sich 12 Millimeter große Kapselfrüchte, deren zahlreiche feine Samen im Spätsommer ausgestreut werden. Der Fingerhut ist gleichzeitig eine Gift- und eine Heilpflanze.

Was passiert, wenn man Fingerhut isst?
Der Verzehr von Fingerhut führt zu schweren Vergiftungssymptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Herzrhythmusstörungen und Sehstörungen. Schon kleine Mengen können lebensbedrohlich sein und zum Tod führen.

Welche Teile des Fingerhuts sind giftig?
Alle Teile der Pflanze sind giftig, von der Wurzel über die Blätter und Stängel bis zu den Blüten und Samen.

Wird Fingerhut medizinisch verwendet?
Ja, die im Fingerhut enthaltenen Digitalisglykoside werden in der modernen Medizin in isolierter Form und unter strenger Kontrolle zur Behandlung bestimmter Herzerkrankungen eingesetzt. Eine Selbstmedikation mit Pflanzenteilen ist lebensgefährlich.

Wie schnell wirkt das Gift von Fingerhut?
Die ersten Vergiftungserscheinungen können schon nach wenigen Minuten auftreten. Die maximale Giftaufnahme wird in der Regel nach etwa zwei Stunden erreicht, aber die Wirkung kann je nach Dosis und individueller Reaktion variieren.

Ist Fingerhut für Kinder und Haustiere gefährlich?
Ja, aufgrund der hohen Giftigkeit und der Gefahr schwerer Vergiftungen bei Einnahme ist besondere Vorsicht in Gärten mit Kindern und Haustieren geboten. Im Zweifelsfall sollte auf die Anpflanzung verzichtet werden.

Der Fingerhut ist zweifellos eine Bereicherung für viele Gärten – mit seiner Schönheit und seiner faszinierenden Geschichte, die auch die Medizin beeinflusst hat. Doch seine stark giftige Natur darf niemals unterschätzt werden. Mit dem nötigen Wissen und Vorsichtsmaßnahmen können Sie diese beeindruckende Pflanze sicher bewundern und ihre Pracht im Garten genießen.

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