Was kann man in Finthen machen?

Mainz-Finthen: Quellen, Bäche und mehr

13/05/2019

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Mainz-Finthen, ein Stadtteil am Rande des Rheinhessischen Hügellandes, trägt bereits in seinem Namen einen Hinweis auf seine besondere Natur: Sprachwissenschaftler leiten den Namen Finthen vom vulgärlateinischen „fundanetum“ ab, was „Quellgebiet“ bedeutet. Dieser historische Wasserreichtum prägte und prägt den Ort, auch wenn die heutige Situation durch menschliche Einflüsse verändert ist. Dennoch bietet Finthen Aspekte, die einen Besuch oder ein tieferes Eintauchen in das Gemeindeleben lohnenswert machen.

Wie viele Einwohner hat Mainz Finthen?
Mainz-FinthenWappen von Finthen Wappen von Mainz Finthen Ortsbezirk von MainzFläche11,061 km²Einwohner14.707 (31. Dez. 2024)Bevölkerungsdichte1330 Einwohner/km²Ausländeranteil17,2 % (31. Dez. 2024)

Einer der faszinierendsten Aspekte Finthens, der direkt mit seinem Namen und seiner Geschichte verbunden ist, ist das Vorhandensein zahlreicher Quellen und Bäche. Diese entspringen an einem Quellhorizont auf etwa 175 Metern über Normalnull, wo Regenwasser auf wasserundurchlässige Schichten trifft und an die Oberfläche tritt. In der Finther Gemarkung gehören der Bernhardsborn, der Königsborn, die Quelle des Königsbornbachs, die Quelle des Kirchborns, der Ferkelborn und der Straßenborn zu diesem Horizont. Während Ferkelborn und Straßenborn heute nicht mehr sichtbar sind, zeugen die anderen Quellen und die aus ihnen hervorgehenden Bäche von der einstigen hydrographischen Bedeutung des Gebiets.

Quellen und Bäche: Finthens feuchtes Erbe

Die Quellen Finthens sind nicht nur von natürlicher, sondern auch von historischer Bedeutung. Bereits in römischer Zeit wurden Quellen gefasst, um Mainz mit Wasser zu versorgen, wahrscheinlich über eine Wasserleitung, die am Königsborn ihren Anfang nahm. Dieser historische Raubbau am Wald und die spätere Flächenversiegelung, Kanalisierung und Begradigung der Bäche sowie die Einleitung von Abwässern haben den ursprünglichen Wasserreichtum stark reduziert. Dennoch unternimmt man heute Anstrengungen, diesen Trend umzukehren, wie die begonnene Renaturierung eines Teils des Aubachs zeigt.

Die Bäche Königsbornbach, Kirchborn und Aubach waren ursprünglich die Hauptwasserläufe Finthens. Sie sind eng mit der Besiedlungsgeschichte des Ortes verbunden, da sich in ihrem Bereich vor- und frühgeschichtliche Spuren finden.

Der Kirchborn

Der Kirchborn, einst der kürzeste der drei Bäche mit nur 700 Metern Länge, ist heute fast vollständig aus dem Ortsbild verschwunden. Seine Quelle liegt nördlich des Alten Friedhofs bei der Katholischen Kirche St. Martin. Ein kleiner Teil des Oberlaufs existiert noch an einer nicht öffentlich zugänglichen Stelle. Früher floss er nördlich des Ortskerns und mündete in den Aubach. An der Borngasse diente er als Pferdewaschanlage und Löschwasserteich. Mit dem Bau des Finther Bahnhofs (heute Straßenbahn-Endhaltestelle) und später der Straße „Am Kirchborn“ in den sechziger Jahren wurde der Bach vollständig kanalisiert und in das Abwassersystem integriert. Somit ist der Kirchborn heute kaum noch erlebbar.

Der Königsbornbach

Der Königsbornbach entspringt weiter außerhalb des historischen Ortskerns, nordwestlich der Katholischen Kirche. Mit einer Länge von etwa 1,1 km fließt er ebenfalls in nordöstlicher Richtung und mündet in den Aubach. Interessanterweise ist der Königsbornbach in weiten Teilen naturnah belassen oder sogar renaturiert worden. Sein Unterlauf, kurz vor der Mündung, war einst ein ausgedehntes Feuchtgebiet, an das heute nur noch ein künstlich angelegter Teich erinnert. Quelle und Oberlauf sind auf Privatgeländen und nicht öffentlich zugänglich. Der Unterlauf und die angrenzenden Grünflächen dienen jedoch der Naherholung. Der Königsborn und somit auch dieser Bach werden historisch als Ausgangspunkt der römischen Wasserleitung nach Mainz betrachtet. An der Stelle, wo er einst den Kühweg (heute Waldthausenstraße) querte, stand eine Mühle.

Der Aubach

Der Aubach ist der größte Finther Bach und hat die meisten Veränderungen erfahren. Seine historische Quelle ist nicht genau definiert, er wurde früher von zwei Zuläufen gespeist. Heute wird der Flutgraben aus dem Ober-Olmer Wald auf aktuellen Karten als Aubach bezeichnet. Dieser Oberlauf führt jedoch fast das ganze Jahr über kein Wasser und flutet nur bei starken Regenfällen. Erst weiter bachabwärts, in den Flurstücken „Große Born“ und „Kurze Borngewann“, wird der Bach durch gefasste Quellen gespeist und führt ab dort kontinuierlich Wasser. Dies reduziert seine effektiv wasserführende Länge auf 2,1 km bis zur Vereinigung mit dem Königsbornbach. Nahe des Bürgerhauses wird eine weitere gefasste Quelle eingeleitet, die möglicherweise dem ehemaligen Straßenborn entspricht. Der Aubach ist zu großen Teilen kanalisiert oder verrohrt, nur ein kleiner Abschnitt wurde renaturiert. Ein bedeutendes Projekt zur Renaturierung auf rund 530 Metern Länge zwischen dem Alten Wasserwerk und der Straße Am Elmerberg wurde im Oktober 2024 begonnen. Ziel ist es, den Bach naturnah zu entwickeln, das Tal ökologisch aufzuwerten und gleichzeitig Hochwasserrückhalt zu schaffen. Historisch wurde ein Kanal vom Aubach abgezweigt, der durch den Ort führte und hauptsächlich der Versorgung des Nutzviehs diente, bis 1900 ein Wasserwerk gebaut wurde. Ein weiterer Mühlgraben zweigte zur Versorgung von Mühlen ab, die bekanntesten waren die Jungenfeld- und Simonsmühle.

Insgesamt bieten die verbliebenen oder renaturierten Abschnitte der Finther Bäche, insbesondere des Königsbornbachs und zukünftig des Aubachs, Möglichkeiten zur Naherholung und zur Erkundung des hydrographischen Erbes des Ortes. Das Wasser ist und bleibt ein zentrales Element der Finther Identität.

Lebendiges Gemeindeleben: Vereine und Feste

Neben seinen natürlichen Besonderheiten zeichnet sich Finthen durch ein äußerst reges und vielfältiges Gemeindeleben aus, das sich in einer beeindruckenden Anzahl von Vereinen widerspiegelt. Von Gesangsvereinen über Sportvereine (wie der DJK Sportverein Rot-Weiß Mainz-Finthen oder der TV 1872 Mainz-Finthen) und Fastnachtsvereine bis hin zu Geschichts-, Naturfreunde- und Reitsportvereinen – die Liste der in Finthen aktiven Vereine ist lang und deckt ein breites Spektrum an Interessen ab. Dies zeigt das starke Engagement der Einwohner und bietet vielfältige Möglichkeiten zur Teilhabe am lokalen Leben.

Besonders hervorzuheben sind die traditionellen Feste, die Finthen überregional bekannt machen:

  • Die Finther Kerb: Sie findet stets am zweiten Septemberwochenende statt und ist ein wichtiger Höhepunkt im Jahreskalender, der Menschen aus Finthen und Umgebung anzieht.
  • Der Finther Fastnachtsumzug: Bekannt als „Zug der Finther Lebensfreude“, schlängelt er sich seit 1954 immer am Fastnachtssonntag durch die Straßen. Er hat sich zum größten Stadtteil-Umzug von Mainz entwickelt und zieht Zehntausende von Besuchern an.

Diese Veranstaltungen sind Ausdruck der lebendigen Traditionen und des starken Gemeinschaftsgefühls in Finthen.

Für was ist Ingelheim bekannt?
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Sehenswürdigkeiten und Historisches

Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten in Finthen zählen die Kirchen, die nicht nur religiöse, sondern auch architektonische und historische Bedeutung haben. Erwähnt werden die Katholische Kirche St. Martin mit ihrem Pfarramt in der Borngasse und einem Orgelprospekt von Ignaz Opfermann sowie die Katholische Kirche St. Hedwig in der Rosmerthastraße. Auch die Evangelische Kirche Finthen/Drais mit ihren Pfarramten in der Huttenstraße und am Merkurweg ist Teil des Ortsbildes. Diese Kirchen sind Orte der Einkehr und Zeugnisse der lokalen Baugeschichte.

Die Geschichte Finthens lässt sich auch anhand seines Wappens nachvollziehen. Das heutige Wappen, ein rot-weiß geteilter Schild mit einem Hufeisen in verwechselnden Farben, stammt aus einer Reform von 1965. Das Hufeisen wird als landwirtschaftliches Symbol interpretiert, möglicherweise als Hinweis auf das Pferd als wichtiges Arbeitstier. Die Farben Rot und Weiß erinnern an die Mainzer Farben und die Farben des Domkapitels und verweisen auf die enge historische Verbindung zu Mainz.

Die Erforschung der archäologischen Quellen, wie sie in der Literatur zu Finthen beschrieben werden, erlaubt weitere Einblicke in die Vergangenheit des Ortes, insbesondere in Bezug auf die römische Wasserleitung und die frühe Besiedlung im Bereich der Bäche.

Vergleich der Finther Bäche (basierend auf verfügbarer Information)

BachUrsprüngliche Länge (ca.)Heutiger ZustandBesonderheiten laut Text
Kirchborn700 mFast vollständig kanalisiert/verrohrt, kaum sichtbar.Quelle am Alten Friedhof, diente als Pferdewaschanlage/Löschwasserteich.
Königsbornbach1,1 kmWeitgehend naturnah/renaturiert im Lauf.Unterlauf dient Naherholung, historisch Ausgangspunkt röm. Wasserleitung, Mühle am ehem. Kühweg.
AubachUrsprünglich länger, heute 2,1 km (kontinuierlich wasserführend)Großteils kanalisiert/verrohrt, kleiner Teil renaturiert, Renaturierungsprojekt läuft.Größter Bach, Oberlauf oft trocken, Speisung durch gefasste Quellen, historisch Kanal durch Ort, Mühlgraben.

Häufig gestellte Fragen zu Mainz-Finthen

Warum ist Wasser in Finthen historisch so wichtig?

Der Ortsname Finthen leitet sich vom vulgärlateinischen „fundanetum“ ab, was „Quellgebiet“ bedeutet. Dies weist auf den ursprünglichen Wasserreichtum hin, der den Ort prägte und bereits in römischer Zeit für die Wasserversorgung von Mainz genutzt wurde.

Kann man alle Finther Quellen und Bäche sehen?

Nein, einige Quellen (Ferkelborn, Straßenborn) sind nicht mehr sichtbar. Die Quellen und Oberläufe des Königsbornbachs und Teile des Kirchborns sind auf Privatgrundstücken nicht öffentlich zugänglich. Teile des Königsbornbachs und ein kleiner Abschnitt des Aubachs sind jedoch sichtbar und dienen der Naherholung.

Welche großen Veranstaltungen gibt es in Finthen?

Die bekanntesten Veranstaltungen sind die Finther Kerb (zweites Septemberwochenende) und der Finther Fastnachtsumzug („Zug der Finther Lebensfreude“) am Fastnachtssonntag.

Gibt es in Finthen Möglichkeiten zur Naherholung in der Natur?

Ja, der Unterlauf des Königsbornbachs mit angrenzenden Grünflächen sowie renaturierte Teile des Aubachs bieten Möglichkeiten für Spaziergänge und Erholung. Auch das beginnende Renaturierungsprojekt am Aubach wird diese Möglichkeiten erweitern.

Was bedeutet das Hufeisen im Finther Wappen?

Die genaue Bedeutung ist unbekannt, aber es wird als landwirtschaftliches Symbol interpretiert, das möglicherweise auf das Pferd als wichtiges Arbeitstier hinweist. Die Farben Rot und Weiß im Wappen symbolisieren die historische Verbindung zu Mainz.

Fazit

Mainz-Finthen mag auf den ersten Blick wie viele andere Stadtteile erscheinen, doch ein genauerer Blick offenbart seine einzigartigen Charakterzüge. Die Geschichte des Ortes ist untrennbar mit seinen Quellen und Bächen verbunden, auch wenn sich die Landschaft im Laufe der Jahrhunderte verändert hat. Die Bemühungen um Renaturierung zeigen jedoch den Wunsch, dieses Erbe zu bewahren und zugänglich zu machen. Gepaart mit einem äußerst aktiven Vereinsleben und traditionsreichen Festen wie der Kerb und dem Fastnachtsumzug, präsentiert sich Finthen als ein Stadtteil mit starker Identität und lebendiger Gemeinschaft. Die Geschichte und die Gemeinschaft sind zentrale Säulen Finthens.

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