Wie hoch ist der Ausländeranteil in Güstrow?

Güstrow: Barlachstadt im Herzen MV

31/08/2025

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Willkommen in Güstrow, einer Stadt mit rund 30.000 Einwohnern im Herzen Mecklenburg-Vorpommerns. Als siebtgrößte Stadt des Landes und Kreisstadt des Landkreises Rostock trägt Güstrow seit 2006 stolz den offiziellen Namenszusatz „Barlachstadt“. Dieser Name ehrt den bedeutenden Bildhauer Ernst Barlach und weist auf eine der vielen Facetten hin, die Güstrow zu einem bemerkenswerten Ort machen. Doch die Anziehungskraft Güstrows speist sich aus weit mehr als nur diesem Titel. Ihre Lage inmitten einer reizvollen Seen- und Waldlandschaft, ihre tief verwurzelte Geschichte, die bis ins Mittelalter zurückreicht, und ihre Entwicklung durch verschiedene Epochen hindurch prägen das Bild der heutigen Stadt und bieten zahlreiche Gründe, sie näher kennenzulernen.

Für was ist Güstrow bekannt?
Sie ist eines der 18 Mittelzentren des Landes und führt seit 2006 offiziell den Namenszusatz „Barlachstadt“ nach dem Bildhauer Ernst Barlach. Güstrow ist als historische Residenzstadt bekannt für sein Schloss, seine gut erhaltene Altstadt mit vielen wertvollen Bauwerken und seinen Dom mit dem „Schwebenden“ von Barlach.
Übersicht

Was macht Güstrow besonders? Die Barlachstadt und ihre Identität

Der offizielle Namenszusatz „Barlachstadt“ ist seit 2006 ein prägendes Merkmal Güstrows. Er bezieht sich auf den Bildhauer Ernst Barlach und unterstreicht die kulturelle Bedeutung, die der Künstler für die Stadt hat. Obwohl der bereitgestellte Text keine Details zu Barlachs Wirken in Güstrow nennt, signalisiert dieser Zusatz die Verbundenheit der Stadt mit seinem Erbe. Güstrow ist eines von 18 Mittelzentren in Mecklenburg-Vorpommern und nimmt eine wichtige regionale Rolle ein. Die Stadt selbst ist amtsfrei, aber Sitz des Amts Güstrow-Land.

Ein Streifzug durch die reiche Geschichte Güstrows

Die Geschichte Güstrows ist lang und ereignisreich, geprägt von Fürsten, Herzögen und bedeutenden Umwälzungen.

Mittelalterliche Ursprünge und die Zeit der Herren zu Werle

Die Wurzeln Güstrows reichen weit zurück, möglicherweise schon um 1100. Eine wendische Burg, Vorläufer des heutigen Schlosses, wurde um 1219 erbaut. Die Stadtgründung durch Fürst Heinrich Borwin II. von Rostock wird um 1219 bis 1226 datiert, verbunden mit der Verleihung des Schweriner Stadtrechts, das 1228 bestätigt wurde. Dieses Jahr gilt als erster urkundlicher Beleg für die Existenz der Civitas. Von 1229 bis 1436 war Güstrow Residenz der Herren zu Werle. In dieser Zeit stiftete Heinrich Borwin II. auch den Dom als Kollegiatkirche. Güstrow entwickelte sich zu einer wichtigen Landstadt in Mecklenburg und rangierte als Vorderstadt an erster Stelle im Wendischen Kreis.

Das Mittelalter war auch von tragischen Ereignissen gezeichnet. Ein Hostienschändungsprozess im Jahr 1330 führte zur Verbrennung von 23 Güstrower Juden und der Zerstörung der Synagoge. An dieser Stelle wurde später eine Kapelle errichtet. Stadtbrände in den Jahren 1503, 1508 und 1512 sowie ein Brand der Burg 1556 zerstörten Teile der Stadt. Ein bemerkenswertes Bauwerk aus dieser Zeit ist der Armesünderturm, dessen unterer Teil aus dem 13. Jahrhundert stammt und der später dem Scharfrichter als Wohnung diente.

Wirtschaftlich blühte Güstrow im Mittelalter als Zentrum des Binnenlandes. Handwerker wie Wollweber, Schuhmacher und Schmiede prägten das Stadtbild. Besonders berühmt war das Kniesenack-Bier, das in alten Berichten als ebenbürtig zu bekannten Starkbieren gelobt wird.

Die herzogliche Residenz im 16. und 17. Jahrhundert

Mit der Einführung der Reformation ab 1524 änderte sich das religiöse Leben. Die lutherische Lehre setzte sich durch, und der Dom wurde zur protestantischen Kirche. Ab 1556 wurde Güstrow zeitweise wieder zur Residenzstadt, diesmal der Herzöge von Mecklenburg. Herzog Ulrich begann 1558 mit dem Bau des prächtigen Schlosses. Nach der Landesteilung von 1621 entstand der mecklenburgische Landesteil Güstrow. Für kurze Zeit, von 1628 bis 1629, residierte sogar Albrecht von Wallenstein im Güstrower Schloss und richtete die erste Poststation Mecklenburgs ein.

Die herzogliche Linie erlosch 1695, was zu einer weiteren Landesteilung führte. Dennoch blieb Güstrow ein wichtiger Ort. 1712 fanden hier Waffenstillstandsverhandlungen zum Großen Nordischen Krieg statt, an denen hochrangige Persönlichkeiten wie Zar Peter I. und Kurfürst August II. teilnahmen. Das Postwesen behielt seine Bedeutung, Güstrow war bis 1871 Standort eines Haupt- bzw. Ober-Postamtes.

Von der Fürsten- zur Bürgerzeit und technischer Fortschritt (1750–1933)

Die Zeit ab Mitte des 18. Jahrhunderts brachte weiteres Wachstum und Modernisierung. Eine jüdische Gemeinde siedelte sich an und errichtete Friedhof und Synagoge. Während der Napoleonischen Besetzung war Güstrow von 1806 bis 1812 betroffen, wurde aber 1813 zum Zentrum der Freiheitsbewegung in Mecklenburg.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts hielt der technische Fortschritt Einzug. 1850 wurde die erste Bahnstrecke (nach Bützow) eröffnet, weitere folgten. Gaswerk, Straßenbeleuchtung, Telegrafie, Wasserleitung und Telefonnetz wurden schrittweise in Betrieb genommen. Auch die Industrie entwickelte sich mit der Zuckerfabrik, einer Schuhfabrik (EMSA-Werke), einer Bettfedernmanufaktur und einer Chemiefabrik.

Die Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs

Diese dunkle Periode der deutschen Geschichte brachte auch für Güstrow Verfolgung und Leid. Die jüdische Gemeinde wurde dezimiert, die Synagoge während der Novemberpogrome 1938 zerstört. Viele jüdische Bürger wurden deportiert und ermordet. Im Zweiten Weltkrieg mussten Hunderte Zwangsarbeiter in der Rüstungsindustrie arbeiten. Die Übergabe der Stadt an die Rote Armee im Mai 1945 war komplex und von Tragödien begleitet.

Güstrow in SBZ und DDR (1945–1989)

Nach 1945 gehörte Güstrow zur Sowjetischen Besatzungszone und später zur DDR. Die Bodenreform wurde um Güstrow begonnen. Die sowjetische Geheimpolizei NKWD unterhielt ein Gefängnis. 1950 fand ein stalinistischer Schauprozess gegen Schüler des Gymnasiums statt, der auch Eingang in Uwe Johnsons Roman fand. Die Stadt erlebte den Aufbau von Plattenbausiedlungen wie Südstadt und Distelberg. Bedeutende Betriebe wie der VEB Landmaschinenbau, das Kraftfahrzeuginstandsetzungswerk und die Zuckerfabrik prägten die Wirtschaft. 1981 erlangte Güstrow kurzzeitig internationale Aufmerksamkeit durch den Besuch von Bundeskanzler Helmut Schmidt, der sich mit Erich Honecker traf – ein Ereignis, das von massiven Sicherheitsmaßnahmen begleitet war. In den späten 1980er Jahren war Güstrow auch ein Zentrum der Friedlichen Revolution in Mecklenburg, getragen von kirchlichen Kreisen und Gruppen wie dem Neuen Forum.

Für was ist Güstrow bekannt?
Sie ist eines der 18 Mittelzentren des Landes und führt seit 2006 offiziell den Namenszusatz „Barlachstadt“ nach dem Bildhauer Ernst Barlach. Güstrow ist als historische Residenzstadt bekannt für sein Schloss, seine gut erhaltene Altstadt mit vielen wertvollen Bauwerken und seinen Dom mit dem „Schwebenden“ von Barlach.

Güstrow seit 1990

Nach der Wiedervereinigung erlebte Güstrow wie viele ostdeutsche Städte einen Bevölkerungsverlust und den Niedergang zahlreicher Industriebetriebe, wie der Zuckerfabrik, die 2008 schloss. Gleichzeitig begann eine umfassende Sanierung des historischen Stadtkerns und des Schlossbereichs im Rahmen der Städtebauförderung. Die Stadtgestaltung verbesserte sich, auch durch Maßnahmen in den Plattenbausiedlungen. 1995 fand im Schloss die erste Landesausstellung Mecklenburgs statt. Seit 2011 ist Güstrow Kreisstadt des neu gebildeten Landkreises Rostock.

Geographie und Natur: Güstrows reizvolle Umgebung

Güstrow liegt zentral in Mecklenburg-Vorpommern an der Nebel, einem Nebenfluss der Warnow. Die Umgebung ist geprägt von einer hügeligen Endmoränenlandschaft der letzten Eiszeit. Zahlreiche Seen wie der Inselsee mit der Schöninsel, der Sumpfsee, der Parumer See, der Grundlose See und der Gliner See sowie die Heidberge verleihen der Gegend ihren besonderen Reiz. Der Bützow-Güstrow-Kanal bietet zudem eine schiffbare Verbindung zur Warnow.

Wirtschaftliche Entwicklung im historischen Kontext

Von einem mittelalterlichen Wirtschaftszentrum mit Bierbrauern und Wollwebern entwickelte sich Güstrow über die Jahrhunderte. Die herzogliche Residenz zog Kaufleute und Handwerker an. Später prägten Industriezweige wie Zuckerfabrikation, Schuhherstellung und Maschinenbau das Bild, insbesondere in der DDR-Zeit. Nach 1990 fand ein Strukturwandel statt, bei dem viele alte Betriebe verschwanden. Heute ist Güstrow als Kreisstadt ein Verwaltungszentrum und setzt auf Tourismus und die Entwicklung neuer Wirtschaftszweige.

Kulturelle und historische Sehenswürdigkeiten

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Güstrows gehören das Schloss Güstrow, der Güstrower Dom und der Armesünderturm. Diese Bauwerke zeugen von der langen und wechselvollen Geschichte der Stadt. Die Altstadt mit ihren sanierten Baudenkmalen lädt zum Erkunden ein. Ein „Altstadtrundweg“ hilft Besuchern, die historischen Höhepunkte zu entdecken. Die ehemalige Domschule, die lange als beste Schule Mecklenburgs galt, ist ebenfalls Teil der Bildungsgeschichte der Stadt.

Häufig gestellte Fragen zu Güstrow

Warum wird Güstrow „Barlachstadt“ genannt?
Güstrow trägt seit 2006 offiziell den Namenszusatz „Barlachstadt“ zu Ehren des Bildhauers Ernst Barlach.

Welche Bedeutung hat das Schloss Güstrow?
Das Schloss wurde ab 1558 als Residenz der Herzöge von Mecklenburg erbaut und war zeitweise ein Zentrum herzoglicher Macht und Kultur.

Was ist der Güstrower Dom?
Der Dom wurde bereits im 13. Jahrhundert gestiftet und war zunächst eine Kollegiatkirche, später eine wichtige protestantische Pfarrkirche.

Was ist der Armesünderturm?
Der Armesünderturm ist ein historischer Turm, dessen unterer Teil aus dem 13. Jahrhundert stammt. Er diente unter anderem als Wohnung des Scharfrichters.

Welche Rolle spielte Güstrow in der DDR-Zeit?
Güstrow war Kreisstadt, Standort wichtiger Industriebetriebe (z. B. Landmaschinenbau, Zuckerfabrik) und beherbergte eine Pädagogische Hochschule. Es war auch Schauplatz von Ereignissen wie dem Schmidt-Besuch 1981 und Protesten in der Friedlichen Revolution.

Ist Güstrow von Seen umgeben?
Ja, Güstrow liegt in einer seenreichen Umgebung mit mehreren Seen wie dem Inselsee, Sumpfsee und Parumer See.

Fazit

Güstrow ist weit mehr als nur die „Barlachstadt“. Sie ist eine Stadt mit einer beeindruckenden historischen Tiefe, die von mittelalterlichen Anfängen über die Zeit als herzogliche Residenz bis hin zu den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts reicht. Ihre geografische Lage macht sie zu einem attraktiven Ziel für Naturfreunde, während die sanierten historischen Bauwerke wie das Schloss und der Dom Kulturinteressierte anziehen. Als heutige Kreisstadt des Landkreises Rostock behält Güstrow ihre regionale Bedeutung bei und verbindet erfolgreich ihr reiches Erbe mit der modernen Entwicklung.

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