21/10/2012
Willkommen zu einem detaillierten Einblick in die Stadt Kerpen und insbesondere in ihren bedeutenden Stadtteil Horrem. Diese Region im Rhein-Erft-Kreis, Nordrhein-Westfalen, bietet eine faszinierende Mischung aus Geschichte, Kultur und modernem Leben. Kerpen, offiziell bekannt als Kolpingstadt, ist die bevölkerungsreichste Stadt des Kreises und hat sich über Jahrhunderte entwickelt.

Die Stadt Kerpen ist in insgesamt zwölf Stadtteile gegliedert. Diese Stadtteile sind oft noch durch Freiflächen voneinander getrennt, was ihnen eine gewisse Eigenständigkeit verleiht. Zu den Stadtteilen gehören unter anderem Balkhausen, Blatzheim, Brüggen, Buir, Horrem, die Kernstadt Kerpen, Manheim, Manheim-neu, Mödrath, Neu-Bottenbroich, Sindorf und Türnich. Jeder dieser Stadtteile trägt zur Vielfalt und zum Charakter der Gesamtstadt bei.
Horrem: Geschichte, Lage und Einwohner
Der Stadtteil Horrem hat eine besonders lange Geschichte. Er wurde bereits im Jahr 864 erstmals urkundlich als „Horoheim“ erwähnt. Dieser alte Name wird oft mit „Sumpfheim“ übersetzt, was auf die damaligen geografischen Bedingungen hinweist. Eine andere plausible Ableitung des Namens ist vom lateinischen Wort „horreum“, was „Kornspeicher“ bedeutet. Dies würde gut zur Geschichte des Erftgebiets passen, das schon zu römischer Zeit für seine fruchtbaren Lössböden bekannt war und die römische Legion in Köln mit Getreide versorgte.
Geografisch liegt Horrem im Stadtgebiet von Kerpen. Im Süden grenzt es an Götzenkirchen, im Osten an Neu-Bottenbroich. Nachbarorte außerhalb des Kerpener Stadtgebiets sind Quadrath-Ichendorf (zu Bergheim) im Norden und Habbelrath (zu Frechen) im Osten.
Horrem war historisch Teil verschiedener Herrschaftsgebiete, darunter das Herzogtum Jülich und die Unterherrschaft der Herren von Merode auf Burg Hemmersbach. Im 18. Jahrhundert gehörte es zum Jülicher Amt Bergheim, kam dann unter französische Herrschaft zum Kanton Kerpen und wurde schließlich Teil der preußischen Rheinprovinz. Die heutige Bezeichnung Horrem entstand 1907, als die Gemeinde Hemmersbach umbenannt wurde. Seit der kommunalen Neugliederung durch das Köln-Gesetz im Jahr 1975 gehört Horrem zur Stadt Kerpen.
Die Frage „Wie viele Einwohner hat Kerpen Horrem?“ lässt sich präzise beantworten, indem man die Daten der Stadtgliederung betrachtet. Gemäß den Einwohnerzahlen von 2018 lebten in Horrem, zusammen mit dem eingegliederten Ortsteil Götzenkirchen, insgesamt 12.891 Einwohner. Dies macht Horrem zu einem der größeren Stadtteile Kerpens.
Die Stadt Kerpen im Überblick
Kerpen selbst blickt ebenfalls auf eine lange Historie zurück. Die erste urkundliche Erwähnung unter dem Namen „Kerpinna“ datiert auf das Jahr 871. Dies bedeutet, dass die Stadt Kerpen im Jahr 2024 ein Alter von 1153 Jahren hat. Über die Jahrhunderte hinweg war Kerpen Teil verschiedener Herrschaften, darunter Brabant, Spanien und schließlich Preußen. 1941 erhielt Kerpen die Stadtrechte. Die heutige Form der Stadt entstand 1975 durch die Zusammenlegung der damaligen Stadt Kerpen mit sieben eigenständigen Gemeinden.
Die Gesamtstadt Kerpen hatte laut Daten von 2018 insgesamt 68.141 Einwohner. Aktuellere Schätzungen sprechen von rund 70.000 Einwohnern. Kerpen ist bekannt als Geburtsort des seligen Adolph Kolping, dessen Erbe in der Stadt gepflegt wird, unter anderem im Adolph-Kolping-Museum.
Was gehört zu Kerpen? Stadtteile und mehr
Zu Kerpen gehören, wie bereits erwähnt, zwölf Stadtteile. Neben den bereits genannten Orten wie Horrem, Sindorf (dem einwohnerreichsten Stadtteil), Blatzheim, Buir und Türnich, zählen auch kleinere Orte wie Balkhausen, Brüggen, Manheim, Manheim-neu, Mödrath und Neu-Bottenbroich dazu. Einige dieser Stadtteile, wie Mödrath und der alte Ortsteil Manheim, mussten aufgrund des fortschreitenden Braunkohletagebaus umgesiedelt werden, was zur Entstehung von Neu-Bottenbroich und Manheim-neu führte.
Neben den Wohngebieten gehören auch bedeutende Natur- und Wirtschaftsflächen zum Stadtgebiet. Teile des Tagebaus Hambach und ein großer Teil des Hambacher Forstes liegen auf Kerpener Gebiet. Naturschutzgebiete wie Kerpener Bruch/Parrig und Dickbusch, Lörsfelder Busch, Steinheide sowie das Rekultivierungsgebiet des ehemaligen Tagebaus Frechen, bekannt als Marienfeld, prägen die Landschaft. Das Marienfeld erlangte durch den Weltjugendtag 2005 und den Besuch von Papst Benedikt XVI. besondere Bekanntheit. Der Boisdorfer See ist der größte See in diesem Gebiet.
Kultur, Sehenswürdigkeiten und Infrastruktur
Kerpen und seine Stadtteile bieten zahlreiche Sehenswürdigkeiten und kulturelle Einrichtungen. Im Stadtkern Kerpens beeindruckt die Stiftskirche St. Martinus mit ihrem hohen Kirchturm. Schloss Loersfeld mit seinem Park ist ebenfalls sehenswert. In den Stadtteilen finden sich weitere historische Bauwerke wie die Kommandeursburg in Blatzheim, die imposante Burg Hemmersbach in Horrem oder das Schloss Türnich.
Horrem beherbergt neben der Burg Hemmersbach auch die alte Pfarrkirche St. Clemens und die neue Kirche Christus König. Für Rennsportfans war das Museum in der Villa Trips in Horrem lange Zeit eine wichtige Anlaufstelle, auch wenn es mittlerweile aufgelöst ist und Teile der Sammlung in andere Museen überführt wurden. Kerpen ist eng mit der Familie Schumacher verbunden, was sich unter anderem in Museen und der bekannten Kartbahn in Manheim widerspiegelt.
Die Infrastruktur Kerpens ist durch die Lage am Autobahnkreuz A4/A61 sehr gut ausgebaut. Der öffentliche Nahverkehr wird durch Buslinien und die Bahn sichergestellt. Der Bahnhof Horrem ist ein wichtiger Knotenpunkt, an dem neben S-Bahnen auch Regionalzüge halten und die Erftbahn abzweigt. Die Kernstadt Kerpen hat keinen direkten Bahnanschluss mehr, was eine historische Veränderung darstellt.
Bildung und Persönlichkeiten
In Horrem gibt es mehrere Bildungseinrichtungen, darunter Kindergärten, die Clemensschule und Rathausschule (Grundschulen), eine Hauptschule sowie private Schulen wie die Realschule Mater Salvatoris und die PRÄHA Gesundheitsschulen. Das große Schulzentrum Horrem-Sindorf beherbergt die städtische Realschule und die Willy-Brandt-Gesamtschule Kerpen.
Viele bekannte Persönlichkeiten sind mit Kerpen oder Horrem verbunden. Der bereits erwähnte Adolph Kolping wurde in Kerpen geboren. Wilhelm Joseph Reiff, ein Angeklagter im Kölner Kommunistenprozess, kam in Hemmersbach (dem früheren Namen von Horrem) zur Welt. Der berühmte Rennfahrer Wolfgang Graf Berghe von Trips wuchs auf Burg Hemmersbach in Horrem auf und ist dort begraben. Auch die Schlagersängerin Manuela lebte zeitweise in Horrem. Die Formel-1-Legenden Michael und Ralf Schumacher wuchsen im Stadtteil Manheim auf.
Wirtschaftliche Aspekte
Die Wirtschaft Kerpens war lange Zeit stark vom Braunkohletagebau geprägt. Auch wenn der Tagebau Frechen ausgekohlt ist, spielt der Tagebau Hambach weiterhin eine Rolle. Kerpen hat sich jedoch zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort für andere Branchen entwickelt. Große Unternehmen wie Visteon, Unitymedia (jetzt Vodafone), Computacenter und Boll & Kirch Filterbau haben Niederlassungen in Sindorf. Auch der NATO-Militärflugplatz Nörvenich und die Boelcke-Kaserne in Kerpen sind bedeutende Arbeitgeber.
Einkaufsmöglichkeiten finden sich unter anderem im Erft-Karree in der Kernstadt und im "Modepark" in Sindorf, die auch Kunden aus der Umgebung anziehen.
Telefonvorwahlen und Postleitzahlen
Das Stadtgebiet Kerpens ist in mehrere Telefonvorwahlen und Postleitzahlenbereiche unterteilt. Für Horrem, Neu-Bottenbroich und Sindorf gilt die Vorwahl 02273. Die Postleitzahl für Horrem, Balkhausen, Brüggen, Neu-Bottenbroich und Türnich ist 50169.
Häufig gestellte Fragen zu Kerpen und Horrem
Hier beantworten wir einige gängige Fragen:
Wie alt ist die Stadt Kerpen?
Kerpen wurde 871 erstmals urkundlich erwähnt. Damit ist die Stadt im Jahr 2024 1153 Jahre alt.
Wie viele Stadtteile hat Kerpen?
Die Stadt Kerpen besteht aus zwölf Stadtteilen.
Wie viele Einwohner hat Kerpen Horrem?
Im Jahr 2018 hatte Horrem (zusammen mit Götzenkirchen) 12.891 Einwohner.
Welche bekannten Persönlichkeiten stammen aus Kerpen oder lebten dort?
Zu den bekannten Persönlichkeiten gehören Adolph Kolping, Wolfgang Graf Berghe von Trips, Michael und Ralf Schumacher, Karlheinz Stockhausen und viele andere.
Gehört Horrem zu Kerpen?
Ja, Horrem ist seit der kommunalen Neugliederung 1975 ein Stadtteil von Kerpen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Kerpen und sein Stadtteil Horrem eine reiche Geschichte und eine lebendige Gegenwart vereinen. Sie bieten eine interessante Mischung aus städtischem Leben, ländlichen Gebieten und wichtigen Infrastruktureinrichtungen, die sie zu einem bedeutenden Teil des Rhein-Erft-Kreises machen.
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