Für was ist die Stadt Koblenz bekannt?

Koblenz: Geschichte am Zusammenfluss

26/09/2018

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Am Zusammenfluss von Rhein und Mosel, am weltweit bekannten Deutsches Eck, liegt eine der schönsten und ältesten Städte Deutschlands: Koblenz. Eingebettet in eine einzigartige Naturkulisse, umrahmt von vier Mittelgebirgen, erzählt die Stadt auf Schritt und Tritt von ihrer über 2000 Jahre alten Geschichte. Von römischen Kastellen über kurfürstliche Residenzen bis hin zu den Spuren moderner Ereignisse – Koblenz birgt unzählige Geschichten in seinen Gassen und an seinen Ufern.

Wie hieß Koblenz früher?
Im Zuge der voranschreitenden "Eindeutschung der Lehnwörter" (siehe ebd., S. 17) wurde die Schreibweise durch ministeriellen Erlass vom 14. Mai 1926 offiziell von "Coblenz" zu "Koblenz" und damit in die lautgerechte Schreibweise mit K geändert. Im Amtsblatt der Preußischen Regierung zu Koblenz heißt es auf S.

Zeugnisse dieser langen Geschichte sind vielfältig: alte Kirchen, prachtvolle Schlösser, ehemalige Adelshöfe und herrschaftliche Bürgerhäuser prägen das Stadtbild. Enge Gassen und romantische Winkel laden dazu ein, auf Entdeckungsreise zu gehen und die Vergangenheit lebendig werden zu lassen. Doch was verbirgt sich hinter dem Namen Koblenz? Und welche Ereignisse haben die Stadt besonders geprägt?

Übersicht

Vom römischen "Confluentes" zum modernen Koblenz

Der Name Koblenz hat seine Wurzeln tief in der Antike. Er leitet sich ursprünglich vom lateinischen „Confluentes“ ab, was so viel wie „bei den zusammenfließenden Flüssen“ bedeutet (apud bzw. ad confluentes flumines). Dieser Name bezog sich auf das römische Kastell, das etwa 9 v. Chr. von Drusus am Zusammenfluss von Rhein und Mosel errichtet wurde. Schon um 1000 v. Chr. gab es frühe Befestigungen auf dem Hügel der Festung Ehrenbreitstein.

Die Römer bauten um 49 n. Chr. eine große Brücke, deren Reste noch heute sichtbar sind. Zum Schutz der Brücke entstanden Kastelle. Nach dem Fall des Weströmischen Reiches fiel die Stadt an die Franken und wurde königlicher Sitz. Im Zuge der Teilung des Karolingerreichs gehörte Koblenz später zu Lotharingien. In 860 und 922 war Koblenz Schauplatz kirchlicher Synoden. Allerdings wurde die Stadt 882 von den Normannen geplündert und zerstört. Erst 925 wurde sie Teil des östlichen deutschen Königreichs.

Ein besonders interessanter Aspekt der Namensgeschichte ist die Entwicklung der Schreibweise. Jahrhundertelang wurde die Stadt oft als „Coblenz“ geschrieben. Die lateinischen Schriftzeichen wurden zur Schreibung der deutschen Sprache verwendet, und im Alt- und Mittelhochdeutschen blieb das C für den K-Laut vor bestimmten Konsonanten und Vokalen sowie im Auslaut erhalten, was zu einer gewissen Willkür in der Schreibweise führte. Dennoch wurde bei Eigen- und Ortsnamen mehrheitlich C genutzt.

Die offizielle Änderung der Schreibweise von „Coblenz“ zu „Koblenz“ erfolgte erst durch einen ministeriellen Erlass vom 14. Mai 1926. Dies geschah im Zuge der voranschreitenden „Eindeutschung der Lehnwörter“ und zielte auf eine lautgerechtere Schreibweise mit K ab, insbesondere vor den Vokalen e, i und dem Diphthong ei, um Missverständnissen in der Aussprache entgegenzuwirken. Die Genehmigung zur Änderung wurde im Amtsblatt der Preußischen Regierung zu Koblenz veröffentlicht.

Historische Stätten und Bauwerke

Koblenz ist reich an historischen Bauwerken, die von seiner langen und oft turbulenten Geschichte zeugen.

Was geschah im Zweiten Weltkrieg in Koblenz?
Während des Zweiten Weltkriegs war es der Standort des Kommandos der deutschen Heeresgruppe B und wurde wie viele andere deutsche Städte schwer bombardiert und anschließend wieder aufgebaut. Zwischen 1947 und 1950 diente es als Regierungssitz von Rheinland-Pfalz.

Die Basilika St. Kastor

Nahe dem Zusammenfluss von Rhein und Mosel steht die Basilika St. Kastor, dem Heiligen Kastor von Karden geweiht. Die Kirche wurde ursprünglich 836 von Ludwig dem Frommen gegründet. Das heutige romanische Gebäude wurde 1208 fertiggestellt, während das gotische Gewölbedach aus dem Jahr 1498 stammt. Vor der Kirche steht ein Brunnen, der 1812 von den Franzosen zur Erinnerung an Napoleons Russlandfeldzug errichtet wurde. Ironischerweise fügten russische Truppen nach der Besetzung von Koblenz im Januar 1814 die Worte „Vu et approuvé par nous, Commandant russe de la Ville de Coblence: Janvier 1er, 1814“ hinzu.

Die Liebfrauenkirche

Ebenfalls in der Altstadt befindet sich die Liebfrauenkirche, eine weitere bedeutende Kirche mit einem schönen Langhaus (um 1250) und einem Chor (1404–1431) sowie hohen spätromanischen Türmen.

Das Kurfürstliche Schloss

In der Neustadt liegt das Kurfürstliche Schloss (Residenzschloss), erbaut von 1778 bis 1786 unter dem letzten Trierer Kurfürsten Clemens Wenzeslaus von Sachsen. Entworfen vom französischen Architekten P.M. d'Ixnard, diente es später als Kaserne und heute als Museum. Es beherbergt unter anderem feine Gobelins. Vom Schloss erstrecken sich Gärten und Promenaden entlang des Rheinufers.

Das Deutsche Eck und das Kaiser-Wilhelm-Denkmal

Die Fläche am Zusammenfluss von Rhein und Mosel wurde im oder um 1231 dem Deutschen Orden für seine Ballei Deutschherrenhaus geschenkt und wurde als Deutsches Eck bekannt. 1897 wurde dort ein kolossales Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. eingeweiht, entworfen von Bruno Schmitz. Das Denkmal symbolisierte die Reichsgründung und die deutsche Ablehnung französischer Ansprüche auf das Gebiet.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Statue durch US-Artillerie zerstört. Die französische Besatzungsverwaltung beabsichtigte die vollständige Zerstörung des Denkmals. 1953 weihte Bundespräsident Theodor Heuss das Denkmal der deutschen Einheit neu, indem er die Wappen der westdeutschen Bundesländer sowie der verlorenen Gebiete im Osten hinzufügte. Die Flagge Deutschlands wehte dort fortan. Nach der Wiedervereinigung wurden am 3. Oktober 1990 die Wappen der neuen Bundesländer hinzugefügt. Da die deutsche Einheit als vollendet galt, verlor das Denkmal seinen offiziellen aktiven Zweck und erinnert nun an die Geschichte. 1993 wurde die Flagge durch eine Kopie der Statue ersetzt.

Vergessene Orte und besondere Geschichten

Die Geschichte von Koblenz ist auch in weniger bekannten Orten und besonderen Ereignissen verborgen.

Wie hieß Koblenz früher?
Im Zuge der voranschreitenden "Eindeutschung der Lehnwörter" (siehe ebd., S. 17) wurde die Schreibweise durch ministeriellen Erlass vom 14. Mai 1926 offiziell von "Coblenz" zu "Koblenz" und damit in die lautgerechte Schreibweise mit K geändert. Im Amtsblatt der Preußischen Regierung zu Koblenz heißt es auf S.

Der Rheinbahnhof

Wussten Sie, dass Koblenz früher einen Rheinbahnhof hatte? Dieser diente als Personenbahnhof der linken Rheinstrecke Köln - Koblenz - Bingerbrück und wurde 1858/59 errichtet. Er lag in der Fischelstraße, etwa an der Nordwest-Ecke des heutigen Löhr-Centers. Ein historisches Foto zeigt den Besuch von Kaiser Wilhelm II. und Kaiserin Auguste Viktoria dort im Jahr 1893. Der Rheinbahnhof fiel 1944 Bombentreffern zum Opfer. Er existierte parallel zum Moselbahnhof (für die Moselstrecke Koblenz - Trier - Metz), der nördlich des heutigen Hauptbahnhofs lag. Erst die Eröffnung des neuen Hauptbahnhofs am 1. Mai 1902 erleichterte Reisenden das Umsteigen.

Der Marienstätter Hof in Metternich

Im Stadtteil Metternich gab es einst einen Wirtschaftshof der Zisterzienserabtei Marienstatt aus dem Westerwald. Dieser Hof ist schon für das Jahr 1215 belegt. Ein ansehnliches, zweiflügeliges barockes Hofgebäude von 1670 mit massivem Erdgeschoss und Fachwerkobergeschoss ist noch heute erhalten. Die 1713 angebaute Kapelle wird heute bewohnt.

Die Hoevelstraße

Straßennamen erzählen oft Geschichten von Menschen, die die Stadt geprägt haben. Die Hoevelstraße ist nach Andreas Hoevel benannt, einem Ingenieur und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Andreas Hoevel (* 1900 in Pallien bei Trier) verbreitete Nachrichten der BBC, wurde wegen seiner Tätigkeit für die KPD verfolgt und 1942 zusammen mit seiner Frau Anneliese zum Tode verurteilt und hingerichtet. Die Koblenzer Stadtverordnetenversammlung beschloss am 22. April 1948, die nach einem Kampfflieger des Ersten Weltkriegs benannte Boelckestraße in Hoevelstraße umzubenennen. Ein 1962 geplanter Versuch, die Straße wieder in Boelckestraße umzubenennen, scheiterte nach einer Diskussion im Stadtrat.

Der Einsturz der Südbrücke

Ein tragisches Ereignis in der jüngeren Geschichte von Koblenz war der Einsturz der Südbrücke in den Jahren 1971 und 1972. Zeitzeugen wie Helmut Mandt und Hans Kievernagel berichteten in einer Dokumentation des Offenen Kanals Koblenz über diese furchtbaren Geschehnisse.

Koblenzer Gassen und eingemeindete Dörfer

Die Sendereihe „GassenGeschichten“ des Offenen Kanals Koblenz beleuchtet die Historie der Koblenzer Straßen und Gassen. Vorgestellt wurden unter anderem der Altenhof, die Weiße Gasse, das Paradies, die Marktstraße, die Münzstraße, die Gegend An der Liebfrauenkirche, die Florinspfaffengasse, die Mehlgasse, die Gemüsegasse, der Altengraben und der Entenpfuhl. Auch die Stadtteile Neuendorf, Lay und Lützel wurden in der Reihe thematisiert.

Im Laufe der Zeit wurden viele ehemals eigenständige Dörfer in das Stadtgebiet von Koblenz eingegliedert. Zu den eingemeindeten Orten gehören:

  • Neuendorf und Lützel (1. Juli 1891)
  • Moselweiß (1. April 1902)
  • Wallersheim (1. Oktober 1923)
  • Asterstein (Teil von Pfaffendorf) und Ehrenbreitstein, Horchheim, Metternich, Niederberg, Pfaffendorf (restlicher Teil) (1. Juli 1937)
  • Kesselheim und Kapellen-Stolzenfels (7. Juni 1969)
  • Arenberg-Immendorf, Arzheim, Bubenheim, Güls und Bisholder, Lay, Rübenach (7. November 1970)

Kulturelle Besonderheiten

Die Geschichte von Koblenz hat auch kuriose Spuren hinterlassen. Beispielsweise wurde das Kinderspielzeug Yo-Yo im Frankreich des 18. Jahrhunderts „de Coblenz“ genannt. Dies bezog sich auf die große Anzahl adliger französischer Emigranten, die damals in der Stadt lebten. Ein weiteres kulturelles Objekt ist der sogenannte „Tugendpfeil“ (Headdress with arrow of virtue), eine große goldene oder silberne Haarnadel, die bis Anfang des 20. Jahrhunderts Teil des weiblichen Kopfschmucks in Koblenz und am linken Rheinufer war und traditionell von jungen katholischen Mädchen zwischen Pubertät und Ehe getragen wurde.

Was bedeutet Koblenz auf Deutsch?
Der Name leitet sich vom lateinischen (ad) cōnfluentēs ab, was „ am Zusammenfluss “ bedeutet. Der eigentliche Zusammenfluss ist heute als „Deutsches Eck“ bekannt und symbolisiert die deutsche Wiedervereinigung mit einem Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. 1992 feierte die Stadt ihr 2000-jähriges Bestehen.

Häufig gestellte Fragen zur Geschichte Koblenz'

Hier finden Sie Antworten auf einige häufige Fragen zur Historie der Stadt:

Wie hieß Koblenz früher?

Der Name Koblenz leitet sich ursprünglich vom lateinischen „Confluentes“ ab, was „bei den zusammenfließenden Flüssen“ bedeutet. Historische Schreibweisen des Namens waren unter anderem Covelenz, Coblenz und Cobelenz.

Seit wann schreibt man Koblenz mit „K“ statt mit „C“?

Die offizielle Änderung der Schreibweise von „Coblenz“ zu „Koblenz“ erfolgte am 14. Mai 1926 durch einen ministeriellen Erlass. Zuvor wurde oft die Schreibweise mit „C“ verwendet.

Wo lag der Rheinbahnhof in Koblenz?

Der Rheinbahnhof lag in der Fischelstraße, etwa an der Nordwest-Ecke des heutigen Löhr-Centers. Er wurde 1944 bei Bombentreffern zerstört.

Was ist am Deutschen Eck in Koblenz besonders?

Das Deutsches Eck ist der Ort, an dem Rhein und Mosel zusammenfließen. Dort wurde 1897 ein großes Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm I. errichtet, das nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und einer provisorischen Nutzung als Mahnmal der Einheit 1993 durch eine Kopie der Statue ersetzt wurde und an die deutsche Geschichte erinnert.

Die Geschichte von Koblenz ist eine Reise durch Jahrhunderte, geprägt von strategischer Bedeutung, kulturellem Austausch und stetigem Wandel. Von den römischen Anfängen bis zur modernen Stadt am Mittelrhein – Koblenz hat viel zu erzählen.

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