15/06/2016
Köln-Sülz präsentiert sich als ein Stadtteil mit vielen Facetten. Hier vereinen sich historische Bausubstanz und moderne Architektur, ruhige Wohnquartiere und belebte Geschäftsbereiche zu einem harmonischen Ganzen. Mit annähernd 37.000 Bewohnern ist Sülz ein dynamisches Viertel, das sowohl bei jungen Studierenden als auch bei Familien großen Anklang findet.

Die attraktive zentrale Lage, die Vielzahl an Grünflächen und das breit gefächerte Angebot an Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie und kulturellen Einrichtungen machen Sülz zu einem äußerst beliebten Wohnort. Ob Sie Erholung in einem der zahlreichen Parks suchen oder das quirlige Treiben auf der Sülzburgstraße bevorzugen – in Sülz finden Sie den passenden Rahmen für Ihren Lebensstil.
Die reiche Geschichte von Sülz
Die Wurzeln von Sülz reichen weit in die Vergangenheit zurück. Die erste urkundliche Erwähnung des Namens als „Villa Sultz“ datiert auf das Jahr 1145, später, im Jahr 1181, wurde er in „Sulpze“ umbenannt. Der Name selbst leitet sich vom Fronhof Sulpece ab. Bereits seit 966 ist der „Hof Sülz“ als Weingut dokumentiert. Dieser Fronhof gehörte bis zur Säkularisation zu den Tafelgütern der Benediktinerabtei St. Pantaleon, die im Jahr 957 gegründet wurde.
Durch den Bau des Weiherklosters im Jahr 1198 und insgesamt neun Burgen und Rittergütern in der Umgebung, die sich 1240 zu einer Burgengenossenschaft zusammenschlossen, erlebte das Gebiet des heutigen Sülz einen bedeutenden Aufschwung. Der Hofverband des Klosters war eng um den Fronhof gruppiert.
Ein dramatisches Ereignis war die Zerstörung des Hofes, der Wallfahrtskapelle St. Nikolaus und der gesamten Bebauung vor der Kölner Stadtmauer im Jahr 1474 während des Kölner Neusser Krieges. Dies geschah aus Sicherheitsgründen durch die Stadt Köln, um dem anrückenden Heer Karls des Kühnen keine Deckung zu bieten. Bei der ersten Katasteraufnahme umfasste der Hof eine beachtliche Fläche von 482,26 preußischen Morgen.
Ab 1487 wurde der alte Hof als „Villa Nova“ an der Berrenrather Straße wieder aufgebaut. Zusammen mit dem 1378 erwähnten Weißhaus an der Luxemburger Straße sowie dem Komarhof und dem Klettenberger Hof bildete er eine Wirtschaftseinheit. Heute erinnert die Neuenhöfer Allee als ehemalige repräsentative Zufahrt vom Krieler Dömchen an den Fronhof, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts abgerissen wurde.
Im 19. Jahrhundert war das Gebiet noch stark landwirtschaftlich geprägt. Die neuzeitliche Entwicklung begann 1836/37 mit Aussiedlerhöfen an der Berrenrather Straße. Weitere Bauern folgten diesem Beispiel. Parallel dazu begann an der Zülpicher Straße (Krieler Pfad) die Ära der Ziegeleien. Heinrich Wagner kaufte 1845 Land und legte eine Ziegelei und später eine Sandgrube an. Zur Erschließung schuf er einen Privatweg, die spätere Wagnerstraße, heute Ägidiusstraße, an der erste Wohnhäuser für Arbeiter entstanden.
In der weiteren Entwicklung siedelten sich neben Landwirtschaft und Ziegeleien auch kleine Gewerbebetriebe und Fabriken auf ausgeziegeltem Gelände an, vor allem zwischen Sülzburg- und Ägidiusstraße. Dies führte zu einem enormen Bevölkerungszuzug. In Sülz gab es einst Maschinenfabriken, Spinnereien und Hersteller von Fahrrädern (Cito, Allright), Motorrädern, Autos (Kölner Motorenwagenfabrik, Priamus-Automobilwerke), Tabakverarbeitungsmaschinen (Wilh. Quester), Goldleisten, Buchdruckerschwärze, Möbeln, Bogenlampen, Bürsten, Lacken, Lakritz, Zigarren (Heinrich Dumont), Angeln (Brink), Miedern und Strohhüten (Silberberg & Mayer). Auch Brot wurde hier gebacken (Brotfabrik Hermann). Diese Vielfalt schuf die seinerzeit typische Mischung aus Wohnen und Arbeiten in Sülz. Viele der ehemaligen Betriebsgebäude sind heute noch erhalten.
1888 wurde die Gemeinde Kriel, zu der Sülz gehörte, in die Stadt Köln eingemeindet. Nach der Jahrhundertwende wurden zentrumsnahe Wohngebiete erschlossen, die planerisch Elemente der Kölner Neustadt aufgriffen und verschiedene Zentren wie Wohnbebauung, Geschäfte, Plätze, Grünflächen sowie Kirchen- und Schulbauten berücksichtigten.
Ein bedeutender Meilenstein für Sülz war die Errichtung der Universität zu Köln. Seit ihrer Gründung im Jahr 1919 hat die Universität das Leben im Stadtteil maßgeblich mitgeprägt. Viele Studierende haben in Sülz ein Zuhause gefunden und tragen zur lebendigen und jungen Atmosphäre bei.
Sehenswertes und Erholung in Sülz
Die Sülzburgstraße gilt als die bekannteste und beliebteste Einkaufsstraße in Sülz. Sie bietet eine breite Palette an Geschäften, von inhabergeführten Boutiquen bis zu größeren Ketten. Hier finden sich Mode, Schuhe, Bücher, Lebensmittel und vieles mehr. Auch die Berrenrather Straße und die Zülpicher Straße sind von zahlreichen Kneipen, Cafés, Restaurants und kleineren Läden gesäumt.

Die Gastronomieszene in Sülz ist äußerst vielfältig. Von gemütlichen Cafés und Bäckereien über italienische Lokale bis hin zu Restaurants mit internationaler Küche – hier gibt es für jeden Geschmack etwas. Die Nähe zur Universität verleiht dem Leben in Sülz einen ausgeprägten studentischen Charakter. Zahlreiche Studentenbars und Clubs sorgen für ein lebendiges Nachtleben.
Kulturell Interessierte zieht es ins Literaturhaus Köln, das regelmäßig Lesungen und Veranstaltungen mit bekannten Autoren beherbergt und als wichtiger Kulturort im Kölner Westen gilt.
Für Erholung und sportliche Aktivitäten bieten der Sülzer Park, der Stadtwald und zahlreiche kleinere Grünanlagen vielfältige Möglichkeiten zum Spazierengehen, Joggen oder Entspannen. Das nahegelegene Geißbockheim im Stadtwald ist ein Anziehungspunkt für Fans des 1. FC Köln und bietet ebenfalls Laufstrecken.
Straßen, Plätze und Grünanlagen
Die Ägidiusstraße, ehemals Wagnerstraße, markiert den Beginn der eigentlichen Besiedlung von Sülz im Jahr 1845. In diesem frühen, nahezu rechtwinkligen Straßenraster zwischen Berrenrather und Zülpicher Straße sowie Weyertal und Sülzburgstraße, ergänzt durch Gustav-, Redwitz- und Marsiliusstraße, fand die erste gewerbliche Ansiedlung statt und die ersten zweistöckigen Wohnhäuser für Arbeiter wurden gebaut. In der Marsiliusstraße steht das Gebäude der 1875 gegründeten Eisenwarenhandlung Bosen, deren Inventar heute für ein Museum gesichert wird.
Die kreuzende Palanterstraße war in den 1940er Jahren als „Rote Zelle“ bekannt, ein Kontrast zum damals überwiegend nationalsozialistisch geprägten Sülz. Hier lebten viele Arbeiterfamilien. Auch der Boxer Peter Müller war hier zu Hause.
Die Berrenrather, Luxemburger und Zülpicher Straße sind die drei großen radialen Ausfallstraßen, die Sülz mit der Kölner Innenstadt verbinden und aus römischer Zeit stammen. Auf ihnen verkehren die öffentlichen Verkehrsmittel: die oberirdische Stadtbahn auf Luxemburger und Zülpicher Straße sowie Busse auf der Berrenrather Straße. Weitere wichtige Verbindungen zu Nachbarstadtteilen sind die Militärringstraße, der Sülzgürtel (ebenfalls mit Stadtbahn) sowie die Universitätsstraße und Weißhausstraße, die die Innere Kanalstraße fortsetzen. Die Neuenhöfer Allee führt am Beethovenpark vorbei.
In der zweiten Entwicklungsphase wurden sieben Plätze angelegt. Die Veranstaltungs- und Marktplätze Auerbach- und Hermeskeiler Platz dienen zweimal wöchentlich als Marktplätze und für Volksfeste, mit Spiel- und Ruhezonen sowie Parkmöglichkeiten. Die multifunktionalen grünen Stadtplätze Asbergplatz (1912), De-Noël-Platz (1904/05), Manderscheider Platz (1911) und Nikolausplatz (1912), gestaltet nach Plänen von Gartendirektor Fritz Encke, bieten Spielplätze und Bepflanzungen.
Historisch lag Sülz zwischen dem inneren und äußeren Kölner Festungsgürtel. Nach Aufhebung der Festungseigenschaft wurden die ehemaligen Schussfelder ab den 1920er Jahren in den inneren und äußeren Grüngürtel umgewandelt. Der äußere Grüngürtel wurde nach Plänen von Oberbürgermeister Konrad Adenauer, Fritz Schumacher sowie den Gartendirektoren Fritz Encke und Theodor Nussbaum als Wald- und Wiesengürtel mit Volkswiesen und Sportplätzen gestaltet, inspiriert von Gartenstadt- und „Green-belt“-Ideen. Grüne Radialzüge wie der Beethovenpark wurden als Übergang zur Bebauung angelegt. Sülz weist bis heute die vorgesehene ideale Abfolge auf: Die Bebauungsdichte nimmt von der Stadtmitte zum Stadtrand am Militärring ab, während die Intensität des Grüns zunimmt.
Nordwestlich des Beethovenparks wurde zwischen 1927 und 1930 die Kleingartenkolonie Sülz angelegt. In der Kleingartenanlage Kletterrose e. V. gibt es einen begrünten Hügel aus Trümmerschutt, das Gelände eines ehemaligen Artillerieraumes, das einst den Sülzer Zoo beherbergte und heute ein Naturlehrpfad ist. Teile des 20 Hektar großen Decksteiner Weihers, ebenfalls von Fritz Encke geplant, gehören zum Sülzer Teil des äußeren Grüngürtels. Der Weiher war für Ruder-, Segel- und Eissport gedacht.
Bevölkerungsstruktur und Wirtschaft
Die Bevölkerungsstruktur von Sülz zeigt einige interessante Merkmale im Vergleich zum Kölner Durchschnitt (Stand 2023/2022):
| Merkmal | Sülz | Köln (Durchschnitt) |
|---|---|---|
| Durchschnittsalter | 41,4 Jahre | 42,4 Jahre |
| Ausländeranteil | 10,9 % | 20,9 % |
| Arbeitslosenquote (2022) | 3,8 % | 8,4 % |
| Einwohner (31.12.2017) | 36.687 | - |
| Frauenüberschuss (2017) | 19.573 vs. 17.114 | - |
| Ledige (2017) | 21.574 | - |
| Verheiratete (2017) | 10.839 | - |
| 18-60 Jahre (2017) | 25.127 | - |
| Jünger als 18 (2017) | 4.646 | - |
| Älter als 60 (2017) | 6.914 | - |
| Katholiken (2017) | 13.493 | - |
| Protestanten (2017) | 6.905 | - |
| Sonstige/Konfessionslose (2017) | 16.289 | - |
| Haushalte (2017) | 22.288 | - |
| Einpersonenhaushalte (2017) | 13.714 (61,5 %) | - |
| Zweipersonenhaushalte (2017) | 5.233 (23,5 %) | - |
| Erholungsflächen (Anteil) | 42,1 % | - |
Sülz ist mit fast 37.000 Einwohnern (Stand 2017) der viertgrößte Stadtteil Kölns. Die Daten zeigen ein im Durchschnitt jüngeres Viertel mit einem deutlich niedrigeren Ausländeranteil und einer sehr geringen Arbeitslosenquote im Vergleich zum Kölner Durchschnitt. Es gibt einen leichten Frauenüberschuss und einen hohen Anteil an Einpersonenhaushalten.
Die industrielle Fertigung gehört in Sülz der Vergangenheit an. Gemäß Flächennutzungsplan ist der überwiegende bebaute Teil heute als Wohngebiet ausgewiesen, die Altstadt sogar als „besonderes Wohngebiet“. Industriegebiete gibt es nicht mehr, nur ein kleiner Bereich um die Rhöndorfer Straße ist Gewerbegebiet. Stadteinwärts an der Luxemburger Straße findet sich noch Mischgebiet und eine Sonderbaufläche für die Universität. Es gibt auch Flächen für Gemeinbedarf, hauptsächlich Schulen.

Das Erwerbsleben in Sülz ist geprägt von Arztpraxen, Kanzleien, Architekturbüros, Wirtschaftsberatungen, einer Reihe von Handwerksbetrieben, Kunstateliers und Galerien. Wichtige Anlaufpunkte sind die beiden Wochenmärkte sowie die vielfältige Gastronomie und der Einzelhandel. Buchhandlungen, Antiquariate, Sonnenstudios, Friseure, Fahrradläden und Weinhandlungen sind zahlreich vertreten. Auch Obst- und Gemüsehändler mit italienischem Flair, Delikatessengeschäfte, alteingesessene Schuhmacher, Autowerkstätten, Transportunternehmen, private Musik- und Theaterschulen prägen das Bild. Bis 2009 gab es sogar noch eine Scherenschleiferei.
Viele Bewohner arbeiten in der Medienstadt Köln, einige auch freiberuflich im Medienbereich. Große Bürokomplexe sind in Sülz selten, vom Justizzentrum abgesehen. Die meist kleinen Arbeitsstätten freier Berufe sind oft in restaurierten ehemaligen Produktionsgebäuden untergebracht. Die meisten Sülzer arbeiten jedoch außerhalb des Stadtteils. Die niedrige Arbeitslosenquote von 3,8 % im Jahr 2012 (nur 12 von 85 Stadtteilen hatten niedrigere Quoten) unterstreicht die attraktive sozioökonomische Struktur des Viertels.
Ist Köln-Sülz teuer?
Ja, Sülz gilt als eines der beliebtesten und dementsprechend auch teuersten Viertel Kölns. Was früher als Kleinbürgerviertel bekannt war, hat sich zu einem begehrten Quartier entwickelt. Obwohl viele Studenten hier leben, zieht Sülz auch viele junge Familien an, die den etwas alternativeren Charakter des Stadtteils schätzen. Die hohe Lebensqualität, die gute Infrastruktur, die Nähe zur Universität und die zahlreichen Grünflächen wie der Beethovenpark tragen zur Attraktivität und damit zu den höheren Preisen bei.
Warum heißt Köln-Sülz so?
Der Name Sülz leitet sich, wie bereits im Geschichtsabschnitt erwähnt, vom Fronhof Sulpece ab, der im Jahr 1145 erstmals urkundlich als „Villa Sultz“ erwähnt wurde. Der Name hat also historische Wurzeln, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen und mit einem frühen Hofgut in diesem Gebiet verbunden sind.
Häufig gestellte Fragen zu Köln-Sülz
Ist Sülz ein guter Stadtteil zum Leben?
Ja, Sülz gilt als sehr guter und beliebter Stadtteil. Er bietet eine ideale Mischung aus urbanem Leben mit vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie und Kultur sowie zahlreichen Grünflächen zur Erholung. Die zentrale Lage und die Nähe zur Universität machen ihn attraktiv für verschiedene Altersgruppen, von Studierenden bis zu Familien.
Ist Sülz ein teures Viertel?
Ja, Sülz zählt zu den teureren Wohngegenden in Köln, bedingt durch seine hohe Beliebtheit, die gute Infrastruktur und die attraktive Lage mit vielen Grünflächen.
Welche Parks gibt es in Sülz?
In Sülz und unmittelbarer Nähe befinden sich der Sülzer Park, Teile des Stadtwalds, der große Beethovenpark und Teile des Decksteiner Weihers. Hinzu kommen zahlreiche kleinere Grünanlagen und Plätze wie der Asbergplatz oder der De-Noël-Platz.
Gibt es gute Einkaufsmöglichkeiten in Sülz?
Absolut. Die Sülzburgstraße, Berrenrather Straße und Zülpicher Straße bieten eine breite Palette an Geschäften, von Supermärkten und Drogerien bis hin zu kleinen Boutiquen und Fachgeschäften.
Was ist die Geschichte des Namens Sülz?
Der Name leitet sich vom historischen Fronhof Sulpece ab, der im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt wurde. Die Bezeichnung hat sich im Laufe der Zeit über „Villa Sultz“ und „Sulpze“ zum heutigen Sülz entwickelt.
Sülz bleibt ein Stadtteil, der durch seine Vielfalt und hohe Lebensqualität besticht. Die gelungene Verbindung von historischem Erbe, lebendigem städtischem Treiben und ausgedehnten Grünflächen macht ihn zu einem der begehrtesten Wohnorte in Köln.
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