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Einwohnerzahl Hemer: Entwicklung & Aktuelle Zahlen

17/12/2015

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Hemer, die "Felsenmeerstadt", liegt eingebettet in der reizvollen Mittelgebirgslandschaft des nördlichen Sauerlandes im Märkischen Kreis. Als wirtschaftlich geprägte Stadt mit einer langen Geschichte, die bis ins Jahr 1072 zurückreicht, hat Hemer eine dynamische Entwicklung durchlaufen. Ein zentraler Aspekt dieser Entwicklung ist die Bevölkerungszahl, die sich im Laufe der Jahrhunderte erheblich verändert hat. Dieser Artikel beleuchtet die historische und aktuelle Einwohnerentwicklung Hemers und gibt einen Überblick über die demografische Situation der Stadt.

Wie viele Einwohner hat die Stadt Hemer?
HemerWappenDeutschlandkarteEinwohner:35.022 (31. Dez. 2023)Bevölkerungsdichte:518 Einwohner je km2Postleitzahl:58675Vorwahl:02372
Übersicht

Historische Entwicklung der Einwohnerzahl Hemers

Die erste urkundliche Erwähnung Hemers im Jahr 1072 als "Hademare" deutet auf eine frühe Besiedlung hin, die zunächst landwirtschaftlich geprägt war. Archäologische Funde zeigen jedoch, dass die Region schon viel länger von Menschen bewohnt wurde. Mit dem Beginn des Bergbaus im 10. Jahrhundert und der Entstehung der metallverarbeitenden Industrie sowie der Papierherstellung ab dem 16. Jahrhundert begann eine langsame, aber stetige Bevölkerungszunahme, da neue Arbeitsplätze entstanden und Menschen in die Region zogen. Die Wasserkraft der lokalen Bäche spielte dabei eine wichtige Rolle für die frühen Industrien.

Im 19. Jahrhundert war Hemer mit seinen zahlreichen Papiermühlen ein Zentrum dieser Industrie in Preußen, was ebenfalls zum Wachstum beitrug. Die Familie von der Becke etablierte zudem bedeutende Wirtschaftsbetriebe, darunter eine der größten Fingerhutfabriken Europas, die viele Arbeitskräfte anzog.

Ein wichtiger Schritt in der Bevölkerungsentwicklung war die politische Vereinigung der Gemeinden des Raumes mit der Einrichtung des Amtes Hemer im Jahr 1841. Die Gemeinde Hemer selbst entstand jedoch erst am 1. April 1910 durch den Zusammenschluss von Ober- und Niederhemer. Zu diesem Zeitpunkt zählte die neue Gemeinde bereits über 6.000 Einwohner. Die Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1936 markierte einen weiteren Meilenstein.

Die Zeit der Weltkriege und der Weltwirtschaftskrise hatte auch Auswirkungen auf die Bevölkerungsentwicklung. Während des Ersten Weltkriegs litten die Zivilbevölkerung unter Versorgungsengpässen, und viele junge Männer fielen dem Krieg zum Opfer. Die Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er-Jahre führte zu erheblichen Arbeitsplatzverlusten in der Industrie, was sich ebenfalls auf die Einwohnerzahl auswirkte. Dennoch setzte sich das Wachstum fort, auch durch Eingemeindungen.

Am 1. August 1929 wurden Landhausen, Sundwig, Westig sowie Teile der Gemeinde Calle in die Gemeinde Hemer eingegliedert, was zu einem deutlichen Bevölkerungszuwachs führte. Auch Brockhausen wurde im selben Jahr mit Deilinghofen zusammengelegt. Diese Gebietsreformen veränderten die Struktur und Größe der Gemeinde maßgeblich und bereiteten den Boden für die spätere Stadtwerdung.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erlebte Hemer einen erheblichen Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Bis in die 1970er-Jahre kamen über 8.000 dieser Menschen nach Hemer, was die Einwohnerzahl stark ansteigen ließ und die Wohnungsnot verschärfte. Auch die Stationierung von Militäreinheiten (zuerst britisch, dann belgisch, kanadisch, britisch und schließlich die Bundeswehr) in der Nachkriegszeit brachte Soldaten und ihre Familien in die Stadtteile Hemer und Deilinghofen und prägte das gesellschaftliche Leben sowie die Bevölkerungsstruktur über Jahrzehnte.

Die heutige Form der Stadt Hemer wurde am 1. Januar 1975 durch die kommunale Neuordnung geschaffen. Dabei wurden die vorher eigenständigen Gemeinden Becke, Deilinghofen, Frönsberg und Ihmert in die Stadt Hemer eingemeindet. Dieser Zusammenschluss führte zu einem sprunghaften Anstieg der Einwohnerzahl von rund 10.787 auf 34.041 Einwohner und prägt die aktuelle Bevölkerungsstruktur der Stadt maßgeblich.

Aktuelle Bevölkerungszahlen und Zukunftsprognosen

Die Einwohnerzahl Hemers hat sich seit der kommunalen Neuordnung weiterentwickelt. Nach den amtlichen Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes erreichte die Stadt um die Mitte der 2000er-Jahre ihren bisherigen Höchststand. Am 31. Dezember 2005 betrug die offizielle Einwohnerzahl beispielsweise 37.932.

Die jüngsten verfügbaren Daten aus der Volkszählung 2022 weisen eine Einwohnerzahl von 34.984 aus. Das Landesamt für Information und Technik NRW hat zudem Prognosen für die zukünftige Bevölkerungsentwicklung veröffentlicht. Basierend auf der Einwohnerzahl von 33.558 im Jahr 2023 wird erwartet, dass die Bevölkerung Hemers bis 2030 um 3,9 Prozent auf 32.574 Einwohner schrumpfen wird. Bis zum Jahr 2050 wird ein noch deutlich stärkerer Rückgang prognostiziert, nämlich um 13,7 Prozent auf voraussichtlich 29.288 Einwohner.

Diese Prognosen deuten darauf hin, dass Hemer, ähnlich wie viele andere Städte in Deutschland, mit Herausforderungen wie einer alternden Bevölkerung und potenziell sinkenden Einwohnerzahlen konfrontiert sein wird, was Auswirkungen auf Infrastruktur, Wirtschaft und gesellschaftliches Leben haben kann.

Bevölkerungsstruktur nach Religionszugehörigkeit

Neben der reinen Einwohnerzahl ist auch die Zusammensetzung der Bevölkerung nach verschiedenen Kriterien aufschlussreich. Eine wichtige demografische Information ist die Religionszugehörigkeit. Laut der Volkszählung von 2022 verteilten sich die Einwohner Hemers wie folgt:

  • Evangelische Einwohner: 11.765
  • Katholische Einwohner: 9.360
  • Sonstige oder keine Religionsgemeinschaft: 13.861

Die Geschichte der Religionsgemeinschaften in Hemer ist lang und reicht bis ins Mittelalter zurück. Die Vituskirche, eine der ältesten Kirchen der Region, bestand bereits vor der ersten urkundlichen Erwähnung Hemers. Die Reformation im 16. Jahrhundert führte dazu, dass der Großteil der Bevölkerung protestantisch wurde. Später bildete sich eine katholische Gemeinde neu, die im 18. Jahrhundert die Pfarrkirche St. Peter und Paul errichtete. Im 20. Jahrhundert kamen weitere Kirchengebäude hinzu, um dem Wachstum der Gemeinden durch die Industrialisierung und den Bevölkerungsanstieg gerecht zu werden. Die Daten von 2022 zeigen jedoch einen Trend, der in ganz Deutschland zu beobachten ist: Sowohl die evangelischen als auch die katholischen Kirchen verzeichneten in den elf Jahren vor der Erhebung einen deutlichen Mitgliederverlust (rund 17,2 % bei den Evangelischen und rund 12 % bei den Katholischen). Die Gruppe der Einwohner, die einer sonstigen oder keiner Religionsgemeinschaft angehören, ist inzwischen die größte.

Tabelle: Bevölkerungsentwicklung Hemers

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Einwohnerzahl der Stadt Hemer nach dem jeweiligen Gebietsstand, basierend auf Volkszählungsergebnissen oder amtlichen Fortschreibungen:

JahrEinwohner
1910¹6.334
1925¹7.100
1933¹13.701
1939¹14.799
1946¹16.638
1950¹18.881
1956¹21.753
1961¹22.866
196525.086
1970¹24.202
1974¹24.207
197533.496
198032.745
198531.446
1987¹32.914
199034.412
199535.934
200037.156
200537.932
200637.833
200737.610
200837.440
200937.479
201037.735
201137.920
201235.487
201334.678
201433.757
201533.535
201634.223
201734.016
201834.080
201934.062
2022¹34.984

¹ Volkszählungsergebnis

Die Tabelle verdeutlicht die bedeutenden Wachstumsschübe, insbesondere durch die Eingemeindungen 1929 und 1975, sowie die jüngere Entwicklung mit einem Höhepunkt um 2005/2011 und einem leichten Rückgang in den folgenden Jahren bis 2019, gefolgt von einem erneuten Anstieg bis 2022.

Häufig gestellte Fragen zur Einwohnerzahl Hemers

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Bevölkerungsentwicklung und den aktuellen Zahlen in Hemer:

  • Wie viele Einwohner hat Hemer aktuell?
    Laut der Volkszählung 2022 hatte die Stadt Hemer 34.984 Einwohner. Das Landesamt für Information und Technik NRW nennt zudem für das Jahr 2023 eine Basis für Zukunftsprognosen von 33.558 Einwohnern.
  • Wie hat sich die Einwohnerzahl Hemers im Laufe der Zeit verändert?
    Die Einwohnerzahl Hemers ist historisch stark durch Industrialisierung und vor allem durch Eingemeindungen gewachsen. Der größte Sprung erfolgte 1975 durch die kommunale Neuordnung. Aktuell wird ein leichter Rückgang prognostiziert.
  • Wann hatte Hemer die höchste Einwohnerzahl?
    Basierend auf den verfügbaren Daten erreichte Hemer seinen Höchststand um die Jahre 2005 und 2011 mit jeweils rund 37.900 Einwohnern.
  • Wird die Bevölkerung in Hemer in Zukunft wachsen oder schrumpfen?
    Das Landesamt für Information und Technik NRW prognostiziert auf Basis der Daten von 2023 einen Bevölkerungsrückgang für Hemer bis 2030 und 2050.
  • Warum stieg die Einwohnerzahl 1975 so stark an?
    Der deutliche Anstieg im Jahr 1975 ist auf die kommunale Neuordnung zurückzuführen, bei der die vorher eigenständigen Gemeinden Becke, Deilinghofen, Frönsberg und Ihmert in die Stadt Hemer eingegliedert wurden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Einwohnerzahl der Stadt Hemer eine bewegte Geschichte hinter sich hat, geprägt von wirtschaftlichen Entwicklungen, Gebietsreformen und gesellschaftlichen Umwälzungen. Von einer ländlichen Siedlung entwickelte sie sich zu einer industriell geprägten Stadt, deren Bevölkerungsentwicklung maßgeblich durch die Eingliederung umliegender Gemeinden beeinflusst wurde. Die aktuellen Zahlen zeigen eine Stabilisierung nach einem leichten Rückgang vom historischen Höchststand, während Prognosen eine zukünftige Abnahme erwarten lassen.

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