Wann ist Markt in Markt Schwaben?

Märkte & Geschichte von Markt Schwaben

14/08/2019

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Markt Schwaben ist eine Gemeinde mit einer reichen Geschichte und einem lebendigen Marktgeschehen. Das besondere Flair des Ortes zeigt sich nicht nur in seinen historischen Wurzeln, sondern auch in den regelmäßig stattfindenden Märkten, die Menschen aus nah und fern anziehen und zum Bummeln und Verweilen einladen. Hier trifft Tradition auf modernes Markttreiben.

Übersicht

Die Märkte in Markt Schwaben

Markt Schwaben ist bekannt für seine vielfältigen Marktveranstaltungen, die über das Jahr verteilt stattfinden und die Ortsmitte beleben. Sie bieten ein breites Spektrum an Waren und Erlebnissen und sind beliebte Treffpunkte für die Gemeinde und ihre Besucher.

Die Vier-Jahreszeiten-Märkte

Ein besonderes Highlight im Jahreskalender von Markt Schwaben sind die Vier-Jahreszeiten-Märkte. Diese Märkte haben sich zu einem festen Bestandteil des Gemeindelebens entwickelt und ziehen viermal im Jahr zahlreiche Besucher an. Sie finden jeweils in der Ortsmitte statt und bieten ein vielfältiges und genussvolles Programm.

Die Markttermine für das Jahr 2025 stehen bereits fest:

  • Wintermarkt: 23.02.2025
  • Frühlingsmarkt: 11.05.2025
  • Sommermarkt: 06.07.2025
  • Herbstmarkt: 12.10.2025

Jeder dieser Märkte öffnet seine Tore jeweils von 10:00 bis 18:00 Uhr. Die Händler laden zum „Flanieren und Genießen im Herzen von Markt Schwaben“ ein. Das Angebot ist breit gefächert. Neben Waren des täglichen Gebrauchs finden sich auch Schmuck und Kunsthandwerk. Foodtrucks haben ihren festen Platz gefunden und sorgen für ein modernes kulinarisches Angebot, das auch jüngere Besucher anspricht. Oft gibt es auf den Märkten Dinge zu entdecken, die man sonst im Ort nicht kaufen kann. In jüngster Zeit wird auch wieder vermehrt Textilien angeboten, wie Mode aus Italien, Tücher aus Indien oder Socken und Wäsche von der Schwäbischen Alb.

Das kulinarische Angebot ist ein wichtiger Teil des Markterlebnisses. Der Duft von Bratwurst oder Spareribs gehört einfach dazu. Ergänzt wird dies heute durch eine breitere Palette wie Hamburger, Langosch, Crepes oder auch vegane Speisen. Beliebt sind auch die Bauernstände mit ihren Spezialitäten wie Käse, Wurst und Schinken. Ein wahres Feinkostparadies für einen Tag. Für die kleinen Besucher und Naschkatzen gibt es Klassiker wie gebrannte Mandeln, Schokofrüchte oder auch Kaffee und Kuchen. Auch für die Erwachsenen ist gesorgt, beispielsweise mit Angeboten der Schweiger Brauerei.

Für interessierte Aussteller und Mitwirkende besteht die Möglichkeit zur Teilnahme. Kontakt kann über den Markt-Organisator P.K.S. Messevertrieb aufgenommen werden.

Der Grüne Markt

Zusätzlich zu den saisonalen Märkten findet in Markt Schwaben wöchentlich der Grüne Markt statt. Dieser traditionelle Wochenmarkt wird jeden Donnerstagvormittag abgehalten. Die Marktzeiten sind von 8:00 bis 12:00 Uhr.

Der Grüne Markt befindet sich auf der Tiefgaragenoberfläche am Marktplatz. Hier wird eine Vielzahl frischer Produkte angeboten. Dazu gehören Obst und Gemüse, Fisch, Fleisch- und Wurstwaren, schlachtfrisches Geflügel, Backwaren sowie Blumen und Pflanzen. Der Grüne Markt ist ein wichtiger Anlaufpunkt für die lokale Bevölkerung, um frische regionale Produkte zu beziehen.

Die Geschichte von Markt Schwaben

Die Geschichte von Markt Schwaben ist lang und vielschichtig und reicht weit zurück. Die Entwicklung vom kleinen Hofgut zur heutigen Marktgemeinde ist geprägt von verschiedenen Herrschaften, dem Erhalt wichtiger Rechte und wirtschaftlichem Wandel.

Namensgebung und frühe Besiedlung

Der Name Markt Schwaben hat seinen Ursprung in der frühen Besiedlung. Namensgeber waren Siedler aus dem alemannischen Raum, die als „Suaben“ bezeichnet wurden. Der Name bedeutet übersetzt so viel wie „bei den Schwaben“. Ursprünglich war Schwaben ein Hofgut und gehörte zum Gebiet der Grafen von Ebersberg. Nach dem Aussterben dieses Geschlechts um 1045 gingen die Besitzungen an das Kloster Ebersberg über. Im Jahr 1202 schenkte Graf Dietrich von Wasserburg und Hall die Villa Schwaben, „villam, quae dicitur Swaben“, mit allem zugehörigen Land dem Kloster Attel. Später, im Jahr 1247, wechselte der Ort vom Besitz der Grafen von Limburg/Wasserburg in das Eigentum des Hauses Wittelsbach.

Burg und Marktrecht

Unter der Herrschaft der Wittelsbacher nahm die Bedeutung des Ortes zu. Im Jahre 1283 ließ Herzog Ludwig II. der Strenge eine Burg erbauen. Diese Burg war von einem Burggraben umgeben und diente fortan als Sitz der herzoglichen Verwaltung. Vom Gerichtssitz auf der Burg aus vertrat der Richter die herzogliche Hochgerichtsbarkeit über sämtliche Untertanen des Gerichtsbezirks. Der militärische Schutz wurde vom Burgwart übernommen, aus dem später die Pfleger hervorgingen. Diese Pfleger erlangten bald eine höhere Bedeutung als der Richter und der Kastner, der für die Finanzverwaltung zuständig war. Bereits 1280 existierte laut herzoglichem Urbar, einem mittelalterlichen Grundbuch, ein Kastenamt am Ort. Herzog Ludwig II. verlieh dem Ort, der durch den Burgenbau vergrößert wurde, bereits 1283 die Dorfgerichtsbarkeit.

Die erste urkundliche Nennung des Marktrecht für Schwaben findet sich in der Teilungsurkunde von 1310 zwischen Herzog Rudolf I. und seinem jüngeren Bruder Ludwig IV., dem späteren Kaiser Ludwig dem Bayern. Dort heißt es: „…Swoben purch und marcht“ soll zu Ludwig gehören. Obwohl die urkundliche Nennung von 1310 stammt, wird angenommen, dass die Marktrechte bereits um das Jahr 1298 verliehen worden sein müssen. Das Marktrecht war von großer Bedeutung, da es Handwerkern und Kaufleuten erlaubte, unter dem Schutz des Marktfriedens ihre Waren feilzubieten. Dies legte die Grundlage für einen anhaltenden wirtschaftlichen Aufstieg Schwabens. Die Existenz der Burg Schwaben und des Gerichts Schwaben verstärkte die Bedeutung des Ortes zusätzlich.

Wappen und weitere Entwicklung

Ein Rückschlag ereignete sich am Heiligen Abend 1394, als bei einem Angriff des „Münchner Haufen“ alle Urkunden vernichtet wurden. Doch 1409 bestätigte Herzog Stephan III. der Kneißl die Rechte und Freiheiten für den Markt erneut. Zudem wurde Schwaben das Wappen der Grafschaft Falkenberg verliehen, das ledig geworden war. Das Wappen zeigt einen weißen Falken auf einem schwarzen Berg mit aufgehenden Flügeln in einem roten Feld.

Auch die kirchliche Struktur entwickelte sich. Es wird angenommen, dass Schwaben bereits seit 1421 eine selbstständige katholische Pfarrei war. Eine Urkunde aus dem Jahr 1438 erwähnt eine Pfarrkirche in Schwaben. Der Grundstein für die heutige Pfarrkirche St. Margaret wurde schon 1669 gelegt. Sie wurde von Maurermeister Georg Zwerger aus Schliersee erbaut und 1672 zusammen mit dem Hauptaltar geweiht.

Das Rathaus

Die Verwaltung des Marktes benötigte angemessene Räumlichkeiten. Das baufällige und zu kleine Rathaus auf dem Marktplatz wurde 1653 durch einen Neubau ersetzt. Im Erdgeschoss dieses Gebäudes befanden sich die Wohnung des Ratsdieners, zwei Fleischbänke (Metzgerläden) sowie Räume für einen Melber (Mehlhändler) und einen Hafner. Im Fletz, dem Hausgang, waren die Feuerlöschgeräte untergebracht. Im Obergeschoss wohnte der Marktschreiber, der oft auch die Funktionen des Lehrers und Organisten innehatte. Auf der Nordseite befand sich die große Ratsstube. Die Diele im Obergeschoss war als Tanzbühne ausgebaut, und auf dem Dach gab es einen Turm mit einer kleinen Glocke.

Nach 240 Jahren wurde dieses Rathaus abgebrochen und 1893 durch einen Neubau ersetzt. Im Erdgeschoss war nun der gesamte Nordteil für die Aufbewahrung der Feuerspritze und der Feuerlöscheinrichtungen vorgesehen. Die Amtsräume befanden sich im Obergeschoss. Vor dem Rathaus wurde eine befahrbare Brückenwaage installiert. Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums nach dem Zweiten Weltkrieg reichten auch hier die Räumlichkeiten nicht mehr aus. Daher wurde 1971 das heutige Rathausgebäude auf dem Areal des ehemaligen Schlosses errichtet. Das 90 Jahre alte Rathaus auf dem Marktplatz musste im Zuge der Neugestaltung des Platzes weichen.

Jahrmärkte und Wochenmarkt

Neben dem Wochenmarkt am Dienstag, der später zum Donnerstag wurde, gab es auch größere Jahrmärkte. Herzog Albrecht V. bewilligte am 8. April 1557 die Abhaltung von Jahrmärkten an den Quatembersonntagen und den darauffolgenden Montagen. Diese Märkte wurden hauptsächlich als Viehmärkte genutzt. Er erlaubte ferner, an jedem Erchtag (Dienstag) einen Wochenmarkt abzuhalten. Der Ort blühte weiter auf und war Sitz des Landgerichtes. 1532 erhielt er das Eisenamtshaus, ein Gefängnis mit 13 Zellen. Zuvor wurden Gefangene im Verlies im Turm der Burg untergebracht. Das Gefängnis brannte 1638 durch Feindeinwirkung ab, wurde aber sogleich mit Steinen aus der ebenfalls teilweise abgebrannten Burg wieder aufgebaut. Das letzte Blutgericht wurde hier im Jahre 1805 vollstreckt. Ab November 1841 wurden die Arrestanten in die neu erbaute Fronveste nach Ebersberg verlegt, und das Eisenamtshaus wurde 1842 versteigert.

Von der Burg zum Schloss

Nach mehrmaliger Zerstörung und Wiedererrichtung der alten Burg entstand 1650 auf Befehl von Kurfürst Maximilian I. an ihrer Stelle ein Schloss. Der ursprünglich im Geviert geplante Schlossbau wurde nach dem Tod des Kurfürsten von seiner Witwe Maria Anna weitergeführt und im Jahre 1659 fertiggestellt. An der Giebelseite des Nordtraktes befand sich eine Kapelle, die den Namen der Hl. Maria Magdalena trug und zwei Glocken erhielt. 1725 empfing hier Clemens August, Sohn von Kurfürst Max Emanuel, die Priesterweihe. An der Giebelseite des Südtrakts führte eine Brücke über den Schlossgraben, die noch 1600 als „Schlagbrücke“ oder „Aufzieprucken“ mit einem „Gatter davor“ genannt wurde. Der Turm des Schlosses wurde 1718/19 abgebrochen und durch einen Springbrunnen ersetzt. Im Westtrakt waren die Ställe untergebracht. Die Pflegsbeamten hatten ihre Wohnungen im Schloss, mussten diese aber räumen, wenn der Kurfürst mit seinen Gästen und Bediensteten für die Jagd im Schloss weilte. Vom einstigen Schloss ist heute nur noch der Südflügel erhalten.

Aufschwung und Zusatzbezeichnung „Markt“

Die Entwicklung des Ortes schritt voran. 1721 ließ der Bierbrauer Gerstlacher die heute noch gut erhaltene Barockkapelle Maria-Hilf errichten. Die Wände der Kapelle waren mit zahlreichen Votivtafeln geschmückt, darunter drei, die an den großen Brand Schwabens im Jahre 1749 erinnerten. Damals brannten durch das Spielen mit einer Granate 35 Häuser nieder. Die Bevölkerung setzte sich in dieser Zeit hauptsächlich aus bodenständigen Gewerbeschaffenden zusammen, die den Markt und die umliegenden Dörfer mit ihren Erzeugnissen versorgten. Viele dieser Kleingewerbe starben im Laufe der Zeit aus, doch die Erinnerung an sie lebt in den Namen vieler Straßen weiter, wie beispielsweise Weißgerberweg, Nagelschmiedgasse oder Kupferschmiedberg.

Lange Zeit lag Schwaben abseits der großen Verkehrsachsen. Mit dem Bau der Eisenbahnlinie München – Simbach im Jahr 1871 und dem Ausbau des Gleiskörpers nach Erding im Jahr 1872 begann für Schwaben ein großer wirtschaftlicher Aufschwung. Die Post wurde der Bahn angegliedert, und die Postkutsche sorgte für die Verbindung nach Anzing und Ebersberg. 1895 wurde ein „Posthaus“ gebaut und 1909 elektrifiziert. Aus dem kleinen Marktflecken wurde ein Ort von übergreifender Bedeutung. Die Entwicklung der Einwohnerzahlen verdeutlicht dies: um 1900 zählte der Ort 1.442 Einwohner, 1939 waren es bereits 2.598, und nach dem Krieg wuchs die Zahl auf über 4.000 an. Heute leben rund 14.000 Einwohner in Markt Schwaben. Seit dem Jahr 1922 ist die Bezeichnung „Markt“ offiziell Bestandteil des Ortsnamens.

Wirtschaft und Unternehmen

Die Wirtschaft in Markt Schwaben ist vielfältig und reicht von traditionellen Handwerksbetrieben bis hin zu modernen Industrieunternehmen.

Brauereien

Das Brauwesen hat in Markt Schwaben eine lange Tradition. Bereits 1444 wird der Hofwirt als Zeuge eines Grundstückkaufs für den Pfarrhof genannt, was als erster Beleg für das Brauen und Ausschank von Bier im Ort gilt. Seit dem frühen 17. Jahrhundert gibt es schriftliche Belege für Brauereien. Zu den historischen Brauereien gehörten der Unterbräu (erstmals 1607 erwähnt), dessen Brauhaus zwischen den heutigen Adressen Erdinger Straße 9 und 12 lag und dessen Gebäude später zu Lagerräumen wurden, sowie der Oberbräu (Erstnennung 1613), der an die noch existierende Wirtschaft angebaut war und dessen Produktion 1921 eingestellt wurde. Die Brauerei Widmann entstand 1885 neben einer Metzgerei und bot später auch alkoholfreie Getränke an, wurde aber 2004 abgerissen und durch Wohnungen ersetzt. Die Brauerei Steinmeier in der Webergasse 4 wurde 1929 als Kleinbrauerei gegründet und 1939 vom Weißbräu Widmann übernommen, der dort nur noch die Gaststätte betrieb.

Die heute bedeutendste Brauerei ist die Privatbrauerei Schweiger im Süden des Ortes an der Ebersberger Straße. Sie zählt zu den größten Landbrauereien in Bayern. Ludwig Schweiger gründete 1919 zunächst ein landwirtschaftliches Lagerhaus und Handel und daran anschließend 1934 die Brauerei. Die Überlieferung besagt, dass er sein Interesse am Brauhandwerk bei einem Bierbrauer weckte und eine Sudpfanne erwarb. Schweiger nutzte die Marktlücke des Lieferservices nach Hause, da der offene Ausschank in den Wirtshäusern zurückging und Flaschenbier an Bedeutung gewann. Seit 1949 werden auch alkoholfreie Getränke hergestellt. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Brauerei stetig erweitert, unter anderem mit Getreide- und Siloanlagen, einer Mälzerei, neuen Abfüllanlagen sowie Gär-, Kühl- und Lagerhallen. Seit 1989 wird Tiefenwasser aus einem 150 Meter tiefen Brunnen als Brauwasser genutzt. Die Brauerei befindet sich heute in dritter und vierter Generation in Familienbesitz.

Weitere Unternehmen und Handel

Neben den Brauereien gibt es in Markt Schwaben eine Vielzahl weiterer Unternehmen. Im großen Gewerbegebiet im Nordwesten sind einige größere Firmen ansässig, darunter der Fachgroßhandelsbetrieb Wilhelm Gienger und der Hauptsitz der Firma Seidenader, die Maschinen für die pharmazeutische Industrie herstellt. Nördlich der Bahnlinie findet man das Betonwerk Schmitt und den Baustoffhandel Heinrich Schmitt, die 1951 gegründet wurden. Das traditionelle Ofenhaus Scheuerecker in der Färbergasse besteht seit 1907 in vierter Generation. Im Bereich des Personenverkehrs gibt es mit Larcher Touristik und Helmuts Reisen zwei Busunternehmen. Das Bauunternehmen Haydn wurde bereits 1763 gegründet und wird seitdem in achter Generation als Familienbetrieb geführt. Die Landtechnik Max Weindl GmbH & Co. KG ist der Nachfolger der 1886 gegründeten Gebrüder Weindl Maschinenfabrik Schwaben. Die erste Apotheke des Ortes wurde 1807 am Marktplatz eröffnet, jedoch 1812 nach Ebersberg verlegt. Erst 1854 eröffnete eine neue Apotheke in der Erdinger Straße 7, die seit den 1970er Jahren den Namen Schloßapotheke trägt. Heute gibt es drei weitere Apotheken im Ort.

Das wirtschaftliche Leben wird ergänzt durch zahlreiche Gaststätten mit regionaler und internationaler Küche, diverse Handwerksbetriebe und Einzelhandelsgeschäfte. Darüber hinaus verfügt der Markt über zwei Drogerien, drei Tankstellen und zwei Bankfilialen.

Ehemalige Betriebe

Die Industriegeschichte von Markt Schwaben umfasst auch eine Reihe von Betrieben, die heute nicht mehr existieren. 1881 wurde an der Bahnlinie nahe der Geltinger Straße das Säge- und Hobelwerk Molfenter & Cie gegründet. Nach einem Brand 1916 wurde es wieder aufgebaut und firmierte ab 1920 als Bayernwerke für Holzverarbeitung AG, ging aber 1925 pleite. Eine abgebrannte Sägmühle wurde 1786 von Vitus Schweiger wieder aufgebaut. Die Gebrüder Schweiger OHG gründeten 1917 ein Säge- und Hobelwerk sowie eine Kistenproduktion. Sie übernahmen 1928 auch das Gelände der insolventen Bayernwerke und stellten dort Meterstäbe, Parkett und Mittellagen her. Dieses Werk II brannte 1968 nieder und wurde am Standort Geltinger Straße wieder aufgebaut, bevor das Werk 1986 geschlossen werden musste.

Eine Ziegelei eröffnete 1898 am Bahnhof und firmierte ab 1906 als Dampfziegelei Schwaben GmbH. Ab 1920 gab es auf dem Gelände auch eine Porzellanfabrik. Zusammen bildeten sie ab 1926 die Keramische Fabrik München-Schwaben. Die Porzellanherstellung endete 1932, und der Betrieb wurde später von der AGROB übernommen, die 1965 wegen Rohstoffmangels schließen musste. Auf dem Grund stehen heute Hochhäuser. 1905 wurde die Erste Bayerische Bimssteinfabrik gegründet, die 1937 um eine Ziegelsteinproduktion erweitert wurde, aber 1940 aufgab. Nach dem Krieg wurde das Gebäude für Schmierseifenproduktion und ab 1950 für das Bayerische Kunststoffwerk genutzt, in dem Phenolharze hergestellt wurden. Dort ereignete sich 1966 eine Staubexplosion. Das Kunststoffwerk wurde 1980 von der Bakelite GmbH gekauft und 1990 endgültig geschlossen.

Öffentliche Einrichtungen und Bildung

Markt Schwaben verfügt über verschiedene öffentliche Einrichtungen und eine gut ausgebaute Bildungslandschaft.

Staatliche Einrichtungen

Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) unterhält in der Einöde Hanslmühle einen Ortsverband mit zwei Technischen Zügen und verschiedenen Fachgruppen. Seit 2006 ist auch die wissenschaftliche Abteilung der Zolltechnischen Prüfungs- und Lehranstalt (ZPLA), einer Behörde der Bundeszollverwaltung, in Markt Schwaben angesiedelt.

Bildungseinrichtungen

Die Geschichte des Schulwesens in Markt Schwaben reicht bis ins Jahr 1490 zurück, als erstmals urkundlich eine Schule erwähnt wurde. Der Unterricht fand zunächst im Meßnerhaus und später in einem Raum im Rathaus statt. Das erste Schulhaus wurde 1803 gebaut, 1844 wurde das zu klein gewordene Gebäude durch einen Neubau ersetzt, der noch heute neben der Kirche steht. 1905 zog die Ortsschule in ein neues Gebäude, das heute den Kindergarten im „Alten Schulhaus“ beherbergt. 1961 wurde neben dieser Schule ein weiteres Gebäude errichtet, das in den folgenden Jahren erweitert wurde und heute die Mittelschule (ehemals Hauptschule) beherbergt. Die Realschule eröffnete 1971 und bezog 1973 ein eigenes Gebäude; seit 1999 trägt sie den Namen Lena-Christ-Realschule. Die ersten Klassen des Franz-Marc-Gymnasiums starteten 1973 in den Räumen der Realschule, bevor der Gymnasiumsbau 1976 bezugsfertig war. Ein neues Gebäude für die Grundschule sowie ein Hallenbad wurden 1979 fertiggestellt, die ersten Grundschüler zogen 1980 ein. Seit 2024 ist ein neuer Schulbau in Betrieb, der die Grund- und die Mittelschule beherbergt. Die kommunalen Ämter sind im Rathaus untergebracht.

Sonstiges

Ein besonderes Symbol für Markt Schwaben sind die Störche. Viele Jahre brüteten sie auf dem Dach des alten Schulhauses. Man kann die großen Vögel oft auf Dächern stehen, über den Ort fliegen oder am Hennigbach nach Futter suchen sehen. An ihrem Nest ist eine Webcam installiert, die es ermöglicht, die Storchenfamilie online zu beobachten. Obwohl sie einige Jahre nicht im Ort brüteten, sind seit 2019 wieder Storchenpaare am Horst zu sehen, was den Storch zu einem beliebten Wahrzeichen gemacht hat.

Häufig gestellte Fragen

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Markt Schwaben basierend auf den verfügbaren Informationen.

Wann finden die Märkte in Markt Schwaben statt?

Es gibt zwei Arten von Märkten. Die Vier-Jahreszeiten-Märkte finden viermal im Jahr statt (Winter, Frühling, Sommer, Herbst) jeweils von 10 bis 18 Uhr in der Ortsmitte. Der Grüne Markt ist ein Wochenmarkt und findet jeden Donnerstag von 8:00 bis 12:00 Uhr auf der Tiefgaragenoberfläche am Marktplatz statt.

Woher kommt der Name Markt Schwaben?

Der Name leitet sich von frühen Siedlern aus dem alemannischen Raum ab, die als „Suaben“ bezeichnet wurden. Der Name bedeutet „bei den Schwaben“. Der Zusatz „Markt“ wurde 1922 offizieller Bestandteil des Ortsnamens, nachdem der Ort bereits seit langer Zeit das Marktrecht besaß.

Seit wann gibt es das Marktrecht in Schwaben?

Das Marktrecht für Schwaben wurde wahrscheinlich bereits um das Jahr 1298 verliehen. Die erste urkundliche Nennung des Marktrechts stammt aus einer Teilungsurkunde von 1310.

Welche Brauereien gibt es in Markt Schwaben?

Historisch gab es mehrere Brauereien wie den Unterbräu, Oberbräu, Widmann und Steinmeier. Heute ist die Privatbrauerei Schweiger im Süden des Ortes die bedeutendste Brauerei.

Gibt es noch historische Gebäude in Markt Schwaben?

Ja, vom ehemaligen Schloss ist noch der Südflügel erhalten. Das Schulhaus von 1844 steht noch heute neben der Kirche. Auch die Barockkapelle Maria-Hilf von 1721 ist gut erhalten. Die heutige Pfarrkirche St. Margaret stammt aus dem 17. Jahrhundert.

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